Der päpstliche Privatsekretär im Interview
„Ich muß mich auf der Seite halten und darf nicht aufscheinen. Auch muß ich vor allem schweigen, weil das, was ich sage, unvermeidlich als Wort des Papstes ausgelegt wird.“
(kreuz.net, Vatikan) Anfang Januar sprach der päpstliche Privatsekretär, Mons. Georg Gänswein, mit
dem italienischen Boulevardmagazin ‘Visto’ über sein Leben und seine Arbeit:
„Ich besuchte das letzte Jahr des Gymnasiums, als sich vor mir aufgrund einer geheimnisvollen, ungreifbaren Eingebung der Weg zum Priestertum öffnete“ – so Mons. Gänswein vor ‘Visto’.
Zunächst fragte sich der Gymnasiast, ob diese Eingebung vielleicht eine Täuschung wäre:
„Drei oder vier Monate vor meinem Eintritt ins Priesterseminar sprach ich darüber mit meinen Eltern. Sie waren überrascht, obwohl sie zutiefst katholisch waren.“
„Ab diesem Zeitpunkt beteten sie, daß in mir eine Klärung zustande kommen würde.“
Anschließend informierte der zukünftige Priester seine Geschwister.
Die nächsten fünf Jahre verbrachte der spätere Papstsekretär im Theologenkonvikt in Freiburg, ein Jahr im inzwischen geschlossenen Priesterseminar im Kloster Sankt Peter im Schwarzwald und ein Jahr in der Pfarrei, „um mit einem Bein in der pastoralen Wirklichkeit zu stehen“.
1984 wurde Mons. Gänswein im Dom von Freiburg zum Priester geweiht.
Während seines Studiums des Kirchenrechtes in München in den Jahren 1986 bis 1993 war der junge Priester Hausgeistlicher in einer Schwesterngemeinschaft. Er zelebrierte für sie die Messe und hörte die Beichte.
„Rom war noch nicht im Blickfeld“ – fährt er weiter: „Ich war gerade zum Sekretär des Erzbischofs von Freiburg ernannt worden, als ich einen Ruf erhielt, als Priester deutscher Sprache an der Römischen Kurie zu wirken.“
Damals sagte der Erzbischof von Freiburg seinem Sekretär: „Geh, aber in fünf Jahren mußt Du zurückkehren.“
Es kam anders: „Ich lebte im Teutonischen Kolleg, das von Karl dem Großen gegründet wurde und sich innerhalb des Vatikans befindet.
Der damalige Kardinal Ratzinger zelebrierte dort um sieben Uhr die Messe und nahm dann mit den Priestern des Hauses das Frühstück ein. Auf diese Weise lernte ich ihn kennen.
Er war schon seit längerem mein Leitstern, weil ich seine Bücher studiert hatte und mein priesterliches Leben davon geprägt war. Damals arbeitete ich bei der Gottesdienstkongregation.
Doch nach einem Jahr rief mich der Kardinal in die Glaubenskongregation.“
Gleichzeitig begann Mons. Gänswein in der römischen Opus-Dei-Fakultät das Fach „Munus docendi“ zu unterrichten, das sich mit der Verkündigung des Wortes befaßt: „Schließlich ernannte mich der Kardinal im März 2003 zu seinem Sekretär.“
Über sein Verhältnis zum Papst sagt Mons. Gänswein: „Ich muß mich auf der Seite halten und darf nicht aufscheinen. Auch muß ich vor allem schweigen, weil das, was ich sage, unvermeidlich als Wort des Papstes ausgelegt wird.“
Seinen Arbeitstag verbringt der Privatsekretär in engstem Kontakt mit dem Papst:
„Der Tag beginnt um sieben Uhr morgens mit der Heiligen Messe und Gebet und Betrachtung vor dem Tabernakel“ – erklärt er auf die Frage nach einem typischen Arbeitstag des Papstes.
Es folgt das Frühstück: „Dann widme ich mich der sehr umfangreichen offiziellen Korrespondenz, die den Tisch des Papstes erreicht. Anschließend bespreche ich mit ihm die wichtigsten Dinge des Tages.“
Anschließend begleite ich den Papst zu den Audienzen, die in der zweiten Loggia stattfinden.
Während des Mittagessens ist der Privatsekretär ebenfalls beim Papst: „Danach absolvieren wir in den vatikanischen Gärten einen kurzen Spaziergang.“
Am Nachmittag sammelt der Privatsekretär die wichtigsten Dinge, die er dem Papst vorlegt.
Das ist auch die Zeit, wenn Benedikt XVI. Dokumente unterzeichnet, die für die Leitung der Kirche notwendig sind.
© Bilder:
Joshua Treviño, CC
Flickr-Benützer „miqul“, CC
„Ich besuchte das letzte Jahr des Gymnasiums, als sich vor mir aufgrund einer geheimnisvollen, ungreifbaren Eingebung der Weg zum Priestertum öffnete“ – so Mons. Gänswein vor ‘Visto’.
Zunächst fragte sich der Gymnasiast, ob diese Eingebung vielleicht eine Täuschung wäre:
„Drei oder vier Monate vor meinem Eintritt ins Priesterseminar sprach ich darüber mit meinen Eltern. Sie waren überrascht, obwohl sie zutiefst katholisch waren.“
„Ab diesem Zeitpunkt beteten sie, daß in mir eine Klärung zustande kommen würde.“
Anschließend informierte der zukünftige Priester seine Geschwister.
Die nächsten fünf Jahre verbrachte der spätere Papstsekretär im Theologenkonvikt in Freiburg, ein Jahr im inzwischen geschlossenen Priesterseminar im Kloster Sankt Peter im Schwarzwald und ein Jahr in der Pfarrei, „um mit einem Bein in der pastoralen Wirklichkeit zu stehen“.
1984 wurde Mons. Gänswein im Dom von Freiburg zum Priester geweiht.
Während seines Studiums des Kirchenrechtes in München in den Jahren 1986 bis 1993 war der junge Priester Hausgeistlicher in einer Schwesterngemeinschaft. Er zelebrierte für sie die Messe und hörte die Beichte.
„Rom war noch nicht im Blickfeld“ – fährt er weiter: „Ich war gerade zum Sekretär des Erzbischofs von Freiburg ernannt worden, als ich einen Ruf erhielt, als Priester deutscher Sprache an der Römischen Kurie zu wirken.“
Damals sagte der Erzbischof von Freiburg seinem Sekretär: „Geh, aber in fünf Jahren mußt Du zurückkehren.“
Es kam anders: „Ich lebte im Teutonischen Kolleg, das von Karl dem Großen gegründet wurde und sich innerhalb des Vatikans befindet.
Der damalige Kardinal Ratzinger zelebrierte dort um sieben Uhr die Messe und nahm dann mit den Priestern des Hauses das Frühstück ein. Auf diese Weise lernte ich ihn kennen.
Er war schon seit längerem mein Leitstern, weil ich seine Bücher studiert hatte und mein priesterliches Leben davon geprägt war. Damals arbeitete ich bei der Gottesdienstkongregation.
Doch nach einem Jahr rief mich der Kardinal in die Glaubenskongregation.“
Gleichzeitig begann Mons. Gänswein in der römischen Opus-Dei-Fakultät das Fach „Munus docendi“ zu unterrichten, das sich mit der Verkündigung des Wortes befaßt: „Schließlich ernannte mich der Kardinal im März 2003 zu seinem Sekretär.“
Über sein Verhältnis zum Papst sagt Mons. Gänswein: „Ich muß mich auf der Seite halten und darf nicht aufscheinen. Auch muß ich vor allem schweigen, weil das, was ich sage, unvermeidlich als Wort des Papstes ausgelegt wird.“
Seinen Arbeitstag verbringt der Privatsekretär in engstem Kontakt mit dem Papst:
„Der Tag beginnt um sieben Uhr morgens mit der Heiligen Messe und Gebet und Betrachtung vor dem Tabernakel“ – erklärt er auf die Frage nach einem typischen Arbeitstag des Papstes.
Es folgt das Frühstück: „Dann widme ich mich der sehr umfangreichen offiziellen Korrespondenz, die den Tisch des Papstes erreicht. Anschließend bespreche ich mit ihm die wichtigsten Dinge des Tages.“
Anschließend begleite ich den Papst zu den Audienzen, die in der zweiten Loggia stattfinden.
Während des Mittagessens ist der Privatsekretär ebenfalls beim Papst: „Danach absolvieren wir in den vatikanischen Gärten einen kurzen Spaziergang.“
Am Nachmittag sammelt der Privatsekretär die wichtigsten Dinge, die er dem Papst vorlegt.
Das ist auch die Zeit, wenn Benedikt XVI. Dokumente unterzeichnet, die für die Leitung der Kirche notwendig sind.
© Bilder:
Joshua Treviño, CC
Flickr-Benützer „miqul“, CC
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Mittwoch, 30. Januar 2008 15:51
LandorganistII: @Bussmann
Meine Ausdeutung Ihrer Aussage bezog sich auf folgende Passage: „Dann gibt es die Bezeichnung Kathedrale,
meist ein Erzbischofssitz.“
Das ist nicht korrekt. Jede Kirche, die eine Kathedra birgt, ist Kathedrale. Das hat nichts damit zu tun, ob es sich um einen Bischofs- oder Erzbischofssitz handelt.
Das ist nicht korrekt. Jede Kirche, die eine Kathedra birgt, ist Kathedrale. Das hat nichts damit zu tun, ob es sich um einen Bischofs- oder Erzbischofssitz handelt.
Sonntag, 27. Januar 2008 22:10
clarissa colonia: Werte Regina,
meine Aussage war doch eindeutig; welcher der beiden wurde denn zum Bischof geweiht? Habe ich bei Georg Gänswein etwas nicht mitbekommen?
Samstag, 26. Januar 2008 11:42
Regina 1961: @clarissa
Meinen Sie mit verständnisvollem , lieben usw. den Bischof oder Georg Gänswein? Doch sicher den Bischof?
Regina1961
Regina1961
Samstag, 26. Januar 2008 11:31
Brigitte Bussmann: an LandorganistII
schade, dass Sie nicht richtig lesen können. Genau, dass, was Sie sagen, habe ich auch geschrieben.
1. Kathedrale = Überbegriff von einer Bischofskirche
2. Dom – muss nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber oft.
3. Münster – muss auch nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber meistens.
Kathedrale ist immer eine Bischofskirche, d.h. mit Bischofssitz oder vakantem Bischofsstuhl.
Insofern ist es nicht falsch, wenn von dem Dom zu Freiburg gesprochen wird und um diesen Begriff ging es ja letzten Endes.
1. Kathedrale = Überbegriff von einer Bischofskirche
2. Dom – muss nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber oft.
3. Münster – muss auch nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber meistens.
Kathedrale ist immer eine Bischofskirche, d.h. mit Bischofssitz oder vakantem Bischofsstuhl.
Insofern ist es nicht falsch, wenn von dem Dom zu Freiburg gesprochen wird und um diesen Begriff ging es ja letzten Endes.
Samstag, 26. Januar 2008 00:38
timpressum: Von der Redaktion entfernt
Freitag, 25. Januar 2008 19:56
raindance1: Clarissa…an der Gültigkeit seiner Priesterweihe
hatte auch ich nie Zweifel. Unter Frauen gibt es aber schon welche denen das Zweifeln gefallen würde…ich kenne eine, die würde barfuß nach Rom laufen um ne Audienz, nein nicht beim Papst, bei Georg Gänswein zu bekommen…
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