Mons. Georg Gänswein
Der päpstliche Privatsekretär im Interview
„Ich muß mich auf der Seite halten und darf nicht aufscheinen. Auch muß ich vor allem schweigen, weil das, was ich sage, unvermeidlich als Wort des Papstes ausgelegt wird.“
Mons. Gänswein legt Benedikt XVI. eine Stola um.
Mons. Gänswein legt Benedikt XVI. eine Stola um.
© Joshua Treviño, CC
(kreuz.net, Vatikan) Anfang Januar sprach der päpstliche Privatsekretär, Mons. Georg Gänswein, mit dem italienischen Boulevardmagazin ‘Visto’ über sein Leben und seine Arbeit:

„Ich besuchte das letzte Jahr des Gymnasiums, als sich vor mir aufgrund einer geheimnisvollen, ungreifbaren Eingebung der Weg zum Priestertum öffnete“ – so Mons. Gänswein vor ‘Visto’.

Zunächst fragte sich der Gymnasiast, ob diese Eingebung vielleicht eine Täuschung wäre:

„Drei oder vier Monate vor meinem Eintritt ins Priesterseminar sprach ich darüber mit meinen Eltern. Sie waren überrascht, obwohl sie zutiefst katholisch waren.“

„Ab diesem Zeitpunkt beteten sie, daß in mir eine Klärung zustande kommen würde.“

Anschließend informierte der zukünftige Priester seine Geschwister.

Mons. Gänswein in Birkenau
Mons. Gänswein in Birkenau
© Flickr-Benützer „miqul“, CC
Die nächsten fünf Jahre verbrachte der spätere Papstsekretär im Theologenkonvikt in Freiburg, ein Jahr im inzwischen geschlossenen Priesterseminar im Kloster Sankt Peter im Schwarzwald und ein Jahr in der Pfarrei, „um mit einem Bein in der pastoralen Wirklichkeit zu stehen“.

1984 wurde Mons. Gänswein im Dom von Freiburg zum Priester geweiht.

Während seines Studiums des Kirchenrechtes in München in den Jahren 1986 bis 1993 war der junge Priester Hausgeistlicher in einer Schwesterngemeinschaft. Er zelebrierte für sie die Messe und hörte die Beichte.

„Rom war noch nicht im Blickfeld“ – fährt er weiter: „Ich war gerade zum Sekretär des Erzbischofs von Freiburg ernannt worden, als ich einen Ruf erhielt, als Priester deutscher Sprache an der Römischen Kurie zu wirken.“

Damals sagte der Erzbischof von Freiburg seinem Sekretär: „Geh, aber in fünf Jahren mußt Du zurückkehren.“

Es kam anders: „Ich lebte im Teutonischen Kolleg, das von Karl dem Großen gegründet wurde und sich innerhalb des Vatikans befindet.

Der damalige Kardinal Ratzinger zelebrierte dort um sieben Uhr die Messe und nahm dann mit den Priestern des Hauses das Frühstück ein. Auf diese Weise lernte ich ihn kennen.

Er war schon seit längerem mein Leitstern, weil ich seine Bücher studiert hatte und mein priesterliches Leben davon geprägt war. Damals arbeitete ich bei der Gottesdienstkongregation.

Doch nach einem Jahr rief mich der Kardinal in die Glaubenskongregation.“

Gleichzeitig begann Mons. Gänswein in der römischen Opus-Dei-Fakultät das Fach „Munus docendi“ zu unterrichten, das sich mit der Verkündigung des Wortes befaßt: „Schließlich ernannte mich der Kardinal im März 2003 zu seinem Sekretär.“

Über sein Verhältnis zum Papst sagt Mons. Gänswein: „Ich muß mich auf der Seite halten und darf nicht aufscheinen. Auch muß ich vor allem schweigen, weil das, was ich sage, unvermeidlich als Wort des Papstes ausgelegt wird.“

Seinen Arbeitstag verbringt der Privatsekretär in engstem Kontakt mit dem Papst:

„Der Tag beginnt um sieben Uhr morgens mit der Heiligen Messe und Gebet und Betrachtung vor dem Tabernakel“ – erklärt er auf die Frage nach einem typischen Arbeitstag des Papstes.

Es folgt das Frühstück: „Dann widme ich mich der sehr umfangreichen offiziellen Korrespondenz, die den Tisch des Papstes erreicht. Anschließend bespreche ich mit ihm die wichtigsten Dinge des Tages.“

Anschließend begleite ich den Papst zu den Audienzen, die in der zweiten Loggia stattfinden.

Während des Mittagessens ist der Privatsekretär ebenfalls beim Papst: „Danach absolvieren wir in den vatikanischen Gärten einen kurzen Spaziergang.“

Am Nachmittag sammelt der Privatsekretär die wichtigsten Dinge, die er dem Papst vorlegt.

Das ist auch die Zeit, wenn Benedikt XVI. Dokumente unterzeichnet, die für die Leitung der Kirche notwendig sind.
      
20 Lesermeinungen
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#22   LandorganistII   15:51:21 | Mittwoch, 30. Januar 2008
@Bussmann
Meine Ausdeutung Ihrer Aussage bezog sich auf folgende Passage: „Dann gibt es die Bezeichnung Kathedrale, meist ein Erzbischofssitz.“
Das ist nicht korrekt. Jede Kirche, die eine Kathedra birgt, ist Kathedrale. Das hat nichts damit zu tun, ob es sich um einen Bischofs- oder Erzbischofssitz handelt.
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#21   clarissa colonia   22:10:00 | Sonntag, 27. Januar 2008
Werte Regina,
meine Aussage war doch eindeutig; welcher der beiden wurde denn zum Bischof geweiht? Habe ich bei Georg Gänswein etwas nicht mitbekommen?
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#20   Regina 1961   11:42:02 | Samstag, 26. Januar 2008
@clarissa
Meinen Sie mit verständnisvollem , lieben usw. den Bischof oder Georg Gänswein? Doch sicher den Bischof?
Regina1961
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#19   Brigitte Bussmann   11:31:45 | Samstag, 26. Januar 2008
an LandorganistII
schade, dass Sie nicht richtig lesen können. Genau, dass, was Sie sagen, habe ich auch geschrieben.
1. Kathedrale = Überbegriff von einer Bischofskirche
2. Dom – muss nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber oft.
3. Münster – muss auch nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein, ist es aber meistens.
Kathedrale ist immer eine Bischofskirche, d.h. mit Bischofssitz oder vakantem Bischofsstuhl.
Insofern ist es nicht falsch, wenn von dem Dom zu Freiburg gesprochen wird und um diesen Begriff ging es ja letzten Endes.
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#17   raindance1 †   19:56:04 | Freitag, 25. Januar 2008
Clarissa…an der Gültigkeit seiner Priesterweihe
hatte auch ich nie Zweifel. Unter Frauen gibt es aber schon welche denen das Zweifeln gefallen würde…ich kenne eine, die würde barfuß nach Rom laufen um ne Audienz, nein nicht beim Papst, bei Georg Gänswein zu bekommen…
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#16   LandorganistII   13:55:05 | Freitag, 25. Januar 2008
Nur fast richtig, Frau Bussmann!
Die Kathedrale ist grundsätzlich die Kirche, in der die Kathedra des Bischofs steht. Das hat nix mit Bistum oder Erzbistum zu tun. Das Freiburger Münster ist ebenso Kathedrale wie der Kölner Dom oder die Liebfrauenkirche in München. Und so ist der Altenberger Dom ebensowenig eine Kathedrale wie der Dom zu Xanten.
Dom bezeichnet landläufig eine große bedeutende Kirche, die muss nicht zwangsläufig eine Bischofskirche sein.
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#15   Brigitte Bussmann   09:59:06 | Freitag, 25. Januar 2008
Freiburg hat keinen Dom
Es gibt Domkirchen, die keinen Bischofssitz haben. Z.B. der Altenberger Dom.
Kathedrale ist der Überbegriff einer Kirche, die einen Bischofs- oder Erzbischofssitz hat. Aber es gibt zahlreiche Domkirchen in Deutschland, die einen Bischofssitz haben, Fulda, Mainz, Limburg usw. Dann gibt es die Bezeichnung Kathedrale, meist ein Erzbischofssitz. Und es gibt die Bezeichnung Münster. Dies trifft für Freiburg, Straßburg usw. zu. Die einzelnen Bezeichnungen für Bischofskirchen ist immer diözesansgeschichtlich abhängig.
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#14   clarissa colonia   22:51:26 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Nein, sicher nicht,
denn ich bin dabeigewesen, als Georg Gänswein in der Seminarkirche von St. Peter, und als er in der Kathedralkirche lag. Ich habe beide Male genau gesehen, daß die Hände des verewigten Erzbischofs Oskar auf seinem Scheitel lagenund ihn physisch berührten. Da ich als junge Frau bei der Bischofsweihe dieses großen Kirchenmannes, eines außergewöhnlichen Kanonisten, verständnisvollen und einfühlsamen Vorgesetzten, weitblickenden und menschlichen Oberhirten, eines tief frommen, gläubigen und bescheidenen Menschen zugegen sein durfte, habe ich an der Gültigkeit der Weihen, die er gespendet hat nicht den geringsten Zweifel.
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#13   raindance1 †   20:54:08 | Donnerstag, 24. Januar 2008
1984 wurde Mons. Gänswein im Dom von Freiburg zum Priester geweiht
in Freiburg gibt es keinen Dom!
hoffen wir, das die Priesterweihe nicht auch noch erfunden ist :-D
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#12   Abaelard   19:11:44 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Konkurrenz
Na ja, allein die etwa 100 feschen jungen Schweizer da…
:&)
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#11   Nachtlaterne   17:56:55 | Donnerstag, 24. Januar 2008
timpressum,
kauf dir eine gummipuppe und lass die menschen in ruhe. deine verdorbenen redensarten sind alles andere als schön.
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#10   timpressum †   17:38:36 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Der schöne Georg
Leider zu viel Konkurrenz innerhalb der Vatikanischen Mauern. Sonst…
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#9   clarissa colonia   17:36:05 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Ach, Drewermann … das war wohl unvermeidlich, oder?
1) Der Herr war nie Professor, sondern nur Privatdozent.
2) Nicht in Moraltheologie, sondern in Dogmatik.
3) Wenn man in der Dogmatik nichts mehr zu sagen hat, wird man halt larmoyant.
4) Wenn man kein Hebräisch kann, versucht mans halt mit Tiefenpsychologie.
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#8   Nachtlaterne   17:29:11 | Donnerstag, 24. Januar 2008
wie so ganz anders…
…lauten die worte eines professor drewermann, moraltheologe, der schon vor vielen jahren dem spiegel mitteilte, dass er frühmorgens nicht bete sondern meditiere. das klang toll und modern und wegweisend und millionen erbauten sich an seinen ach so humanen reden.
heute ist die katze aus dem sack. der mann ist gemeingefährlich.
www.mutev.de/…erung/Drewermann.jpg
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#7   consolamini   15:11:15 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Ein wunderschöner Artikel…
…der Mut macht! Danke, liebe Redaktion!
Weiter mit so positiven Beiträgen! :)3 :-)
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#5   LandorganistII   13:19:44 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Ich glaube es
war kein expliziter Bericht über das Freiburger Münster, sondern über den Privatsekretär des Papstes. :-S
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#4   RJH   12:50:31 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Auch das Geläute der 16 Glocken soll zu den schönsten gehören!
Und die Hosanna Glocke wird auch „Spätzleglocke“ genannt!
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#3   clarissa colonia   12:47:46 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Dem ästhetischen Urteil
Jacob Burckhadts zufolge.
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#2   Aleph †   12:42:44 | Donnerstag, 24. Januar 2008
Das Münster in Freiburg
im Dom von Freiburg zum Priester geweiht.
Es ist zwar nur eine Äußerlichkeit: Aber in Freiburg heißt der „Dom“ nbun einmal Münster. Ein Freiburger wüßte nicht, wo der Dom in der Stadt ist. Außerdem soll das Münster den schönsten Turm der ganzen Christenheit haben.
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#1   RJH   12:41:17 | Donnerstag, 24. Januar 2008
WOW, über eine Stunde online und noch keine Kritik
:)3
Vergelts Gott, Prälat Gänswein für ihr segensreiches Wirken an vorderster Front!
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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