12:44:32 | Freitag, 25. Januar 2008
Drei Zufälle und ein religionsfeindliches Schmuddelstück: Daß katholische Institutionen die Sache finanziell unterstützen, versteht sich fast von selber. Ein Kommentar von Pater Bernward Deneke FSSP, St. Pelagiberg, Schweiz.
(kreuz.net) Es war ein reiner Zufall. Die erste Aufführung des Theaterstücks fand am 8. Dezember 2007,
dem Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, statt.
Ein weiterer Zufall: Auch in der heiligen Weihnachtsnacht
wurde das Stück gespielt, und zwar um 23 Uhr, also zur Zeit vieler Mitternachtsmessen.
Und noch ein
Zufall: Die drei letzten Darbietungen sind für den Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag dieses Jahres
geplant.
Die Rede ist von einem mundartlichen Theaterstück, das derzeit in der katholischen Mariahilf-Kirche
in der Innerschweizer Stadt Luzern gespielt wird. Der Autor:
Hansjörg Schneider. Der Titel: „Jesus und
die drei Mareien“.
In der Liste der Geldgeber, denen sich die Veranstalter zu Dank verpflichtet wissen,
werden unter anderen die Evangelisch-reformierte Kirche und die Römisch-katholische Landeskirche des
Kantons Luzern sowie die Katholische Kirchgemeinde Luzern aufgeführt.
Handelt es sich also um ein religiöses,
christliches, sogar frommes Stück? Richtiger liegt man, wenn man es als blasphemisch bezeichnet.
Zwar
rühmen die Medien: „Auf so intelligente und eindringliche Weise ist es bisher noch niemandem geglückt,
die Gestalt Jesus von Nazareth zu porträtieren. Ein echtes Ereignis“ – so Gerwig Epkes, Redakteur beim
Südwestrundfunk 2.
Doch das kann nur behaupten, wer entweder keine nähere Kenntnis Jesu besitzt oder
aber gezielte Augenwischerei betreibt.
Hansjörg Schneider macht jedenfalls aus seinem Verhältnis zu
den christlichen Glaubensinhalten und Institutionen keinen Hehl.
So nennt er zum Beispiel die Jungfrauengeburt
„einen abstrusen Gedanken“. Der katholischen Kirche wirft er vor: Sie „hat das Christentum pervertiert
und aus vielem genau das Gegenteil gemacht, was es eigentlich ist“.
Was das Christentum für ihn „eigentlich“
ist, könnten wir in seinem Theaterstück erfahren. Ob sich aber der Einblick in das „Evangelium nach
Schneider“ auch lohnt? Wohl kaum.
Schneiders ebenso gemeinen wie dummen Geschmacklosigkeiten reichen
von den „Herrgottsack“-Flüchen des Nährvaters Joseph bis zu den Worten, die der sterbende Gekreuzigte
in der Frohbotschaft nach Schneider an den himmlischen Vater richtet:
„Nimm das verfluchte Leben von
mir. Ich will nicht dein Sohn sein, ich will nicht. Erde zu Erde, Staub zu Staub. Nichts anderes, nichts
mehr.“
Wir könnten an dieser Stelle die sattsam bekannten Gemeinplätze wiederholen: „Mit der Gestalt
des Mohammed hätte man sich das niemals erlaubt!“ – „Christen lassen sich offenbar alles gefallen und
provozieren damit, daß die Lästerer immer frecher werden!“ –
„Was tun denn die angeblich christlichen
Politiker und die kirchlichen Hirten? Sie lassen wieder einmal die treuen Gläubigen im Stich und bieten
ein erbärmliches Bild ängstlicher Zurückhaltung, ja sogar beflissener Anpassung“ – und so weiter.
Schlimmer aber als die Einbußen, welche die „christliche Leitkultur“ in der modernen Gesellschaft durch
solche blasphemischen Spektakel erleidet, schlimmer als die Verletzung religiöser Gefühle ist die Tatsache,
daß hier Gott beleidigt wird.
„Gott beleidigt“ – schon rechne ich mit dem Einwand, hinter dieser Aussage
stehe ein falsches Gottesbild.
Den ewigen Urgrund der Welt könne man in Wahrheit gar nicht beleidigen.
Er sei doch kein Kleingeist, der auf Entehrungen vonseiten der Menschen gekränkt und eingeschnappt reagiere.
Im Gegenteil: „Der in den Himmeln wohnt, Er lacht; es spottet ihrer der Herr!“ (Ps 2,3)
Das stimmt.
Und doch ist auch die andere Seite wahr: Er, der in Seiner jenseitigen Herrlichkeit die vollkommene, grenzenlose
Glückseligkeit selber ist, hat sich für uns aus Liebe im Geheimnis der Menschwerdung verwundbar gemacht.
Alle Lästerungen treffen daher Jesus Christus – und treffen in ihm den wahren Gott, lästern seine Liebe
zu uns. Jesu Passion und Sterben bieten uns ein erschreckendes Bild für das, was hinter jedem widergöttlichen
Frevel steht: das Ansinnen, Gott zugrunde zu richten, ihn mitsamt seiner Liebe zu vernichten.
Geht der
himmlische Vater über eine solche Verhöhnung seines Sohnes ohne weiteres hinweg?
Die Worte Jesu sagen
uns dazu anderes: „Ich suche nicht meine Ehre. Es ist aber einer, der sie sucht – und der richtet!“ (Joh
8,50).
Daher können auch wir die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn es ist dadurch,
daß Blasphemien in der Öffentlichkeit, sogar an einem für die Verherrlichung Gottes geweihten Ort und
mit Unterstützung kirchlicher Kreise zelebriert werden, ein unerträglicher Zustand erreicht.
Wer sich
einen Rest lebendigen Glaubensgeistes bewahrt hat, weiß sich aufgerufen zu Widerstand und Sühneleistung.
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