Ein britischer Journalist glaubt nicht, daß er der Kirche Schaden zufügt, weil er auf den privaten Widerstand vieler Bischöfe gegen die göttlich inspirierten Reformen des Papstes hinweist.
(kreuz.net) In der jüngsten Ausgabe der deutschsprachigen römischen Zeitschrift Vatican-Magazin ist
ein Artikel von Damian Thompson unter dem Titel „Hilferuf von der Insel“ erschienen.
Thompson ist Chefredakteur
der katholischen Wochenzeitung ‘Catholic Herald’. Er hat sich in der Vergangenheit sehr für die Alte
Messe eingesetzt.
Der ‘Catholic Herald’ erscheint in London in einer Auflage von 22.000 Exemplaren.
Jüngst äußerte sich Thompson für das Vatikan-Magazin
In dem Beitrag kommt Thompson auf die Situation der Alten Liturgie nach der Veröffentlichung des Motu
Proprio ‘Summorum Pontificum’ zu sprechen.
Er erklärt, daß sich die britischen Bischöfe und die von
ihnen beschäftigten Berufslaien gegen die vom Motu Proprio gewollten Reformen stellen.
Thompson ist
darüber nicht erstaunt. Die Redaktion des ‘Catholic Herald’ habe nicht erwartet, daß die Bischöfe des
Landes die Freigabe der Alten Messe begrüßen würden:
„Doch wir haben auch nicht erwartet, daß die
älteren Bischöfe – einschließlich des Kardinalerzbischofs von Westminster und des Bischofs von Leeds –
‘Richtlinien’ und ‘Kommentare’ herausgeben würden, welche die Inhalte des Motu Proprio offensichtlich
verdrehen.“
In seiner privaten Eigenschaft als Blogger bei der britischen Tageszeitung ‘Daily Telegraph’
habe er beständig die Aufmerksamkeit auf die Versuche der Bischöfe von England und Wales gerichtet,
die Wünsche des Heiligen Vaters beiseite zu schieben, zu ignorieren oder ihnen zu widersprechen:
„Das
hat mich ziemlich unbeliebt gemacht, und es hat Versuche gegeben, mich zum Schweigen zu bringen“ – erklärt
der Journalist:
„Ich glaube jedoch nicht, daß ich durch meinen Hinweis auf den privaten Widerstand so
vieler Bischöfe gegen die göttlich inspirierten Reformen des Papstes der Kirche Schaden zufüge.“
Vielmehr
glaubt Thompson, die Aufmerksamkeit auf die dringende Notwendigkeit von Veränderungen in der Kirche von
England und Wales zu lenken.
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20 Lesermeinungen
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#20 Tridentinus 16:37:50 | Dienstag, 29. Januar 2008
@Aleph Sie haben recht. Wenn ich keine tridentinische hl. Messe oder eine in einem anderen katholischen
Ritus erreichen kann, gehe ich auch nicht in die Messe, da die editio typica von 1970/2002, die de jure
der Usus ordinarius Romanus ist, sowieso nur auf dem Papier existiert.
Florianklaus: Dennoch steht es dem Einzelnen frei, nach Gewissenserforschung zu entscheiden, ob er an
der Messe teilnimmt oder nicht. Auch wenn die Sonntagspflicht nicht aufgehoben ist. Von dieser Freiheit
darf der Einzelne auch Gebrauch machen. Das darf gesagt und auch so realsiert werden, ohne dass man Ängste
ausstehen muß, wie das teilweise vor 40 und mehr Jahren oft der Fall war.
#18 Florianklaus 13:04:34 | Dienstag, 29. Januar 2008
@aleph ich hatte den dritten Absatz Ihres Postings so verstanden, als hielten Sie die Sonntagspflicht
für abgeschafft. Auf jeden Fall ist es sicherlich am besten, wenn man die Sonntagsmesse nicht aus Pflicht,
sondern aus Neigung besucht.
Sonntagspflicht besteht nach wie vor Florianklaus@ In meinem Beitrag habe ich nicht davon gesprochen oder
behauptet, die Sonntagspflicht wäre mit dem Konzil aufgehoben worden. Die besteht nach wie vor. Sie sehen
selbst wie die Sonntagspflicht von den Katholiken praktiziert wird, obwohl das Kirchengebot zum Beiwohnen
der heiligen Messe am Sonntag, nicht aufgehoben ist. Daran ist aber nicht das Konzil schuld, das ja wie
Sie selbst feststellen das Gebot zur Sonntagsheiligungnicht aufgehoben hat. Sie können der Sonntagspflicht
gern nachkommen, wenn es Ihnen ein Pflichtbedürfnis ist. Sonntags gehe ich aus freien Stücken zur Messe
und empfinde das noch nicht einmal als Pflicht. Wo liegt für Sie der Kritikpunkt?
#16 Florianklaus 11:20:12 | Dienstag, 29. Januar 2008
@aleph es wäre mir neu, daß im Zuge des Konzils die Sonntagspflicht abgeschafft worden wäre. M.E. ergibt
sich diese ohnehin schon aus dem biblischen Gebot der Feiertagsheiligung.
clarissa colonia Auch wenn einige hier andere Meinungen vertreten, kann ich mich gut an die zuendegehenden
sechziger Jahre erinnern. Es war allgemein ein Aufatmen nach dem Konzil festzustellen. Die Trockenstarre,
wonach das tägliche Leben stets nach kirchlichen Vorschriften war, löste sich plötzlich auf. Man konnte
Christ sein, ohne pflichtschuldigst sonntags in die Messe zu müssen, das Fleischverbot am Freitag war
ebenso obsolet, weil ein Verzicht anders praktiziert werden konnte. Das Nüchternheitsgebot vor dem Kommunionempfang
wurde gemildert. Das sind nur ein paar Dinge. Aber dadruch sind Kräfte frei gesetzt worden. Das kann
man doch nicht einfach in Abrede stellen. Es gab eine Reihe von Erleichterungen für den Einzelnen. Die
haben in der Bevölkerung Freude und Zustimmung ausgelöst, Interesse am Konzil geweckt. Vor allem war
dem Einzelen freigestellt, die alten Frömmigkeitsübungen weiter beizubehalten. Nur ganz Wenige haben
das aber getan. Natürlich hat das zu einer bestimmten Lockerung beim sonntäglichen Gottesdienstbesuch
geführt. Daran war aber ganz bestimmt nicht das Konzil schuld. Es lag an der damals herrschenden allgemeinen
Stimmung, alte Zöpfe abzuschneiden, neue Wege zu gehen. Ich bin ganz sicher, dass die Besucherzahlen
bei den Gottesdiensten auch abgenommen hätten, wenn es keine Liturgiereform gegeben hätte. Die Menschen
wären auf Dauer auch der alten Messe fern geblieben. Die alten Zeiten sind seit vierzig Jahren vorbei.
Liebe/r/s Pünktchen, … Nacharbeiter … Ich muß gestehen, ich kannte diese Statistik und ihre graphische
Aufbereitung nicht. Aufgrund meiner bescheidenen Lebenserfahrung weiß ich aber, wahrscheinlich wird es
Ihnen ähnlich ergehen, daß monokausale Erklärungen oft falsch, häufig ideologieverdächtig sind. Lassen
Sie mich (das soll jetzt aber keine Mäeutik werden!) dazu ein paar Fragen stellen, die Sie wie die PCI
beantworten können: Der signifikante Rückgang seit 1970 ist unstreitig. Gibt es sichere Indizien, die
es erlauben, diesen Rückgang auf -das Vat. II, oder -die Liturgiereform (die doch erst nach 1970 erfolgte),
oder -den theologischen Paradigmenwechsel durch das Vat. II, oder -das Eindringen von Modernismus/Freimaurerei/Idealismus
in die Kirche, oder -die gesellschaftlichen Umbrüche seit 1968 zurückzuführen? Wenn „ja“ zu allen Teilen,
würde die Revision der Entscheidungen/Prozesse (sofern möglich) auch mutmaßlich zu einem Wiederansteigen
der Zahlen führen? Was wäre nötig, um ein Ansteigen der Zahlen der Gottesdienstbesucher herbeizuführen?
Dr. Heger Das ist nun in jeder Hinsicht völliger Quatsch Können Sie für die Behauptung, die nicht in
Ihren Kram passt, einen akzeptablen Nachweis erbringen? Wenn nicht, sollten Sie vorsichtiger sein mit
Ihren Verurteilungen.
Lieber Herr Dr. Heger, Sie haben völlig recht! Hier eine graphische Darstellung aus gänzlich unverdächtiger
Quelle (DBK) zum Gottesdienstbesuch in den Jahren 1950 bis 2006 dbk.de/…mme/kath-gott-06.pdf . Es wird
überdeutlich, daß in den Jahren vor dem II. Vatikan. Konzil (1950 bis 1965) der Gottesdienstbesuch auf
hohem Niveau stabil war, danach setzte ein dramatischer und noch anhaltender Rückgang ein!
Allenthalben viel Freude? Aleph meint: Eine Reform kann auch viel Freude bereiten, wie zum Beispiel die
Liturgiereform des Vat. II vor etwa vierzig Jahren, die allenthalben viel Freude ausgelöst und große
Zustimmung erfahren hat. Das ist nun in jeder Hinsicht völliger Quatsch. Erstens ist die berüchtigte
Liturgie“reform“ mitnichten vom Vat. II gemacht worden. Dessen Reförmchen an der hergebrachten Liturgie
waren sehr bescheiden. Zweitens hat die Liturgie“reform“ außerhalb des Kreises der ewigen Jubelperser
mit Zugriff auf die Kirchenpresse seinerzeit überhaupt keine „große Zustimmung“ erfahren. Vielmehr haben
ganze Massen von ihr Beelendeter den Meßbesuch einfach aufgegeben. Gleichzeitig hat sich sofort der Protest
vor allem gebildeter Katholiken gegen die neue Quassel-Liturgie erhoben. MfG Christoph Heger
Bitteres statt Süßes? Warum muss eine Reform eigentlich immer bitter nötig sein. Warum bitter? Eine
Reform ist eine Reform ist eine Reform. Die ist entweder nötig oder sie ist es nicht, aber bitter nötig
wird sie ganz bestimmt nicht sein. Eine Reform kann auch viel Freude bereiten, wie zum Beispiel die Liturgiereform
des Vat. II vor etwa vierzig Jahren, die allenthalben viel Freude ausgelöst und große Zustimmung erfahren
hat. Oder sind die Reformbefürworter so stark franziskanisch geprägt, dass sie lieber Bitteres statt
Süßes wählen?
Und was lernen wir daraus? Ironie kann kann gar nicht absurd genug sein, als dass sich nicht noch irgend
ein komischer Vogel fände, für den das völliger Ernst ist. Polla ta deina, k’ouden anthropou deinoteron
pelei!
stimmbruch ohne die Wörtchen „Pfuiteufel Igitt Würg Gewalt“ kann ich dienem Posting uneingeschränkt
zustimmen. das goschenhalten müssen auch sie noch üben lernen.
Berufslaien Das sind ungeweihte (pfuiteufel) Menschen, die Verwantwortung (igitt) in der Kirche übernehmen
(würg). Laien haben sich gefälligst in die Bank zu knien, den Rosenkranz zu murmeln und sonst die Fresse
zu halten. Ausserhalb der Kirche ist es ihnen dann gnädigerweise gestattet, die Befehle der menschlichen
Führungskaste, also der Kleriker, umzusetzen und notfalls mit Gewalt (dann aber bitte mit frömmelndem
Getue) dafür zu sorgen, dass alle Menschen sich wie hier beschrieben verhalten.
„Berufslaien“? Was bitte schön sind Beruslaien? Er erklärt, daß sich die britischen Bischöfe und die
von ihnen beschäftigten Berufslaien gegen die vom Motu Proprio gewollten Reformen stellen.
@Landorganist wann sind Päpsliche Reformen „göttlich inspiriert“ und wann nicht? Na ist doch ganz einfach.
Wenn neben Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligem Geist auch noch Gott kreuz.net zustimmt. Wobei die
Zustimmung von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligem Geist nicht so wichtig ist.
Vielleicht soll man ja … … den Baum an seinen Früchten erkennen? Und wenn man nun bedenkt, dass die
kath. Kirche in D. keine Früchte mehr hervorbringt, keine Blätter mehr zeigt, und die eigenen Wurzeln –
die Tradition – abschneidet? Ist es dennoch ein prächtiger Baum? Nach diesen 40 Jahren merken es sogar
die Nicht-Katholen, dass dieser Baum krank ist. Also überlegen wir, was am Anfang dieser 40 Jahre stand,
dann werden wir schnell und unkompliziert die Ursachen erkennen.