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Montag, 28. Januar 2008 09:41
Die Reform ist bitter notwendig
Ein britischer Journalist glaubt nicht, daß er der Kirche Schaden zufügt, weil er auf den privaten Widerstand vieler Bischöfe gegen die göttlich inspirierten Reformen des Papstes hinweist.
Der britische Journalist Damian Thompson hat sich sehr für die Alte Messe eingesetzt.
Der britische Journalist Damian Thompson hat sich sehr für die Alte Messe eingesetzt.
(kreuz.net) In der jüngsten Ausgabe der deutschsprachigen römischen Zeitschrift Vatican-Magazin ist ein Artikel von Damian Thompson unter dem Titel „Hilferuf von der Insel“ erschienen.

Thompson ist Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung ‘Catholic Herald’. Er hat sich in der Vergangenheit sehr für die Alte Messe eingesetzt.

Der ‘Catholic Herald’ erscheint in London in einer Auflage von 22.000 Exemplaren.

Jüngst äußerte sich Thompson für das Vatikan-Magazin
Jüngst äußerte sich Thompson für das Vatikan-Magazin
In dem Beitrag kommt Thompson auf die Situation der Alten Liturgie nach der Veröffentlichung des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ zu sprechen.

Er erklärt, daß sich die britischen Bischöfe und die von ihnen beschäftigten Berufslaien gegen die vom Motu Proprio gewollten Reformen stellen.

Thompson ist darüber nicht erstaunt. Die Redaktion des ‘Catholic Herald’ habe nicht erwartet, daß die Bischöfe des Landes die Freigabe der Alten Messe begrüßen würden:

„Doch wir haben auch nicht erwartet, daß die älteren Bischöfe – einschließlich des Kardinalerzbischofs von Westminster und des Bischofs von Leeds – ‘Richtlinien’ und ‘Kommentare’ herausgeben würden, welche die Inhalte des Motu Proprio offensichtlich verdrehen.“

In seiner privaten Eigenschaft als Blogger bei der britischen Tageszeitung ‘Daily Telegraph’ habe er beständig die Aufmerksamkeit auf die Versuche der Bischöfe von England und Wales gerichtet, die Wünsche des Heiligen Vaters beiseite zu schieben, zu ignorieren oder ihnen zu widersprechen:

„Das hat mich ziemlich unbeliebt gemacht, und es hat Versuche gegeben, mich zum Schweigen zu bringen“ – erklärt der Journalist:

„Ich glaube jedoch nicht, daß ich durch meinen Hinweis auf den privaten Widerstand so vieler Bischöfe gegen die göttlich inspirierten Reformen des Papstes der Kirche Schaden zufüge.“

Vielmehr glaubt Thompson, die Aufmerksamkeit auf die dringende Notwendigkeit von Veränderungen in der Kirche von England und Wales zu lenken.

© Titelbild: Vernon Quaintance, traditionalcatholic.org.uk
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 20 Lesermeinungen:
Dienstag, 29. Januar 2008 16:37
Tridentinus: @Aleph
Sie haben recht. Wenn ich keine tridentinische hl. Messe oder eine in einem anderen katholischen Ritus erreichen kann, gehe ich auch nicht in die Messe, da die editio typica von 1970/2002, die de jure der Usus ordinarius Romanus ist, sowieso nur auf dem Papier existiert.
Dienstag, 29. Januar 2008 15:36
Aleph: Florianklaus:
Dennoch steht es dem Einzelnen frei, nach Gewissenserforschung zu entscheiden, ob er an der Messe teilnimmt oder nicht. Auch wenn die Sonntagspflicht nicht aufgehoben ist.

Von dieser Freiheit darf der Einzelne auch Gebrauch machen. Das darf gesagt und auch so realsiert werden, ohne dass man Ängste ausstehen muß, wie das teilweise vor 40 und mehr Jahren oft der Fall war.
Dienstag, 29. Januar 2008 13:04
Florianklaus: @aleph
ich hatte den dritten Absatz Ihres Postings so verstanden, als
hielten Sie die Sonntagspflicht für abgeschafft.

Auf jeden Fall ist es sicherlich am besten, wenn man die Sonntagsmesse nicht aus Pflicht, sondern aus Neigung besucht.
Dienstag, 29. Januar 2008 12:07
Aleph: Sonntagspflicht besteht nach wie vor
Florianklaus@ In meinem Beitrag habe ich nicht davon gesprochen oder behauptet, die Sonntagspflicht wäre mit dem Konzil aufgehoben worden. Die besteht nach wie vor.

Sie sehen selbst wie die Sonntagspflicht von den Katholiken praktiziert wird, obwohl das Kirchengebot zum Beiwohnen der heiligen Messe am Sonntag, nicht aufgehoben ist.

Daran ist aber nicht das Konzil schuld, das ja wie Sie selbst feststellen das Gebot zur Sonntagsheiligungnicht aufgehoben hat.

Sie können der Sonntagspflicht gern nachkommen, wenn es Ihnen ein Pflichtbedürfnis ist.

Sonntags gehe ich aus freien Stücken zur Messe und empfinde das noch nicht einmal als Pflicht.

Wo liegt für Sie der Kritikpunkt?
Dienstag, 29. Januar 2008 11:20
Florianklaus: @aleph
es wäre mir neu, daß im Zuge des Konzils die Sonntagspflicht abgeschafft worden wäre. M.E. ergibt sich diese ohnehin schon aus dem biblischen Gebot der Feiertagsheiligung.
Dienstag, 29. Januar 2008 10:58
Aleph: clarissa colonia
Auch wenn einige hier andere Meinungen vertreten, kann ich mich gut an die zuendegehenden sechziger Jahre erinnern. Es war allgemein ein Aufatmen nach dem Konzil festzustellen.

Die Trockenstarre, wonach das tägliche Leben stets nach kirchlichen Vorschriften war, löste sich plötzlich auf.

Man konnte Christ sein, ohne pflichtschuldigst sonntags in die Messe zu müssen, das Fleischverbot am Freitag war ebenso obsolet, weil ein Verzicht anders praktiziert werden konnte.

Das Nüchternheitsgebot vor dem Kommunionempfang wurde gemildert. Das sind nur ein paar Dinge. Aber dadruch sind Kräfte frei gesetzt worden. Das kann man doch nicht einfach in Abrede stellen.

Es gab eine Reihe von Erleichterungen für den Einzelnen. Die haben in der Bevölkerung Freude und Zustimmung ausgelöst, Interesse am Konzil geweckt.

Vor allem war dem Einzelen freigestellt, die alten Frömmigkeitsübungen weiter beizubehalten. Nur ganz Wenige haben das aber getan.

Natürlich hat das zu einer bestimmten Lockerung beim sonntäglichen Gottesdienstbesuch geführt. Daran war aber ganz bestimmt nicht das Konzil schuld.

Es lag an der damals herrschenden allgemeinen Stimmung, alte Zöpfe abzuschneiden, neue Wege zu gehen.

Ich bin ganz sicher, dass die Besucherzahlen bei den Gottesdiensten auch abgenommen hätten, wenn es keine Liturgiereform gegeben hätte. Die Menschen wären auf Dauer auch der alten Messe fern geblieben.

Die alten Zeiten sind seit vierzig Jahren vorbei.
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