Davor möge uns Gott bewahren!
Ein emeritierter deutscher Fundamentaltheologe hat kürzlich ein „verräterisches Unwort“ entlarvt und dazu interessante Bemerkungen gemacht.
(kreuz.net, Fulda) Neuerdings mache ein „verräterisches Unwort“ die Runde. Das erklärt Prälat Aloysius
Winter in einem Beitrag für die Webseite ‘katholisches.info’.
Der Prälat ist ehemaliger Professor für Fundamentaltheologie, Religionsphilosophie und Propädeutik in Fulda.
Das von ihm ausgemachte Unwort betrifft jene Katholiken, welche die Alte Messe schätzen. Sie würden neuerdings als „Altgläubige“ bezeichnet.
Doch diese Formulierung hat, wie der Prälat analysiert, einen Haken: Diejenigen, die von „Altgläubigen“ sprechen, würden sich selber implizit als „Neugläubige“ bezeichnen, folgert er: „Sonst hätte die Bezeichnung keinen Sinn.“
Damit stellten sie sich in die Reihe der Schismatiker und Häretiker, die neue Formen des Glaubens vertreten hätten.
Katholisch sei jedoch das, „was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde“, zitiert Prälat Winter eine Aussage von Vinzenz von Lérins aus dem Jahre 434.
Das Lehramt diene dem Wort Gottes, „indem es nichts anderes lehrt, als was überliefert ist“.
Überlieferung und Schrift bilden – Prälat Winter zitiert das Zweite Vatikanische Konzil – den einen, der Kirche überlassenen, heiligen Schatz des Wortes Gottes.
Seine Folgerung: „Jeder Bruch mit der Tradition ist darum als Bruch mit dem Glauben zu betrachten.“
In diesem Sinne könne es keinen „neuen Glauben“ geben, der die Bezeichnung katholisch verdient.
Die Konzilien der Kirche hätten den überlieferten Glauben „präzisiert und klarer formuliert“, aber niemals einen neuen Glauben etabliert – auch nicht das zweite Vatikanische Konzil.
Die Offenbarung sei mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen, unbeschadet gewisser und letztlich unverbindlicher Privatoffenbarungen.
Abschließend zitiert Prälat Winter das letzte Buch des Atheisten David Friedrich Strauß aus dem 1872 mit dem Titel: „Der alte und der neue Glaube“.
Strauß sei ehrlich genug gewesen, als Resultat seiner Religionskritik festzustellen, daß er damit den christlichen Glauben aufgegeben habe: „Davor möge uns Gott bewahren!“
Titelbild: Flickr-Benützer „DJ Treat“, CC
Der Prälat ist ehemaliger Professor für Fundamentaltheologie, Religionsphilosophie und Propädeutik in Fulda.
Das von ihm ausgemachte Unwort betrifft jene Katholiken, welche die Alte Messe schätzen. Sie würden neuerdings als „Altgläubige“ bezeichnet.
Doch diese Formulierung hat, wie der Prälat analysiert, einen Haken: Diejenigen, die von „Altgläubigen“ sprechen, würden sich selber implizit als „Neugläubige“ bezeichnen, folgert er: „Sonst hätte die Bezeichnung keinen Sinn.“
Damit stellten sie sich in die Reihe der Schismatiker und Häretiker, die neue Formen des Glaubens vertreten hätten.
Katholisch sei jedoch das, „was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde“, zitiert Prälat Winter eine Aussage von Vinzenz von Lérins aus dem Jahre 434.
Das Lehramt diene dem Wort Gottes, „indem es nichts anderes lehrt, als was überliefert ist“.
Überlieferung und Schrift bilden – Prälat Winter zitiert das Zweite Vatikanische Konzil – den einen, der Kirche überlassenen, heiligen Schatz des Wortes Gottes.
Seine Folgerung: „Jeder Bruch mit der Tradition ist darum als Bruch mit dem Glauben zu betrachten.“
In diesem Sinne könne es keinen „neuen Glauben“ geben, der die Bezeichnung katholisch verdient.
Die Konzilien der Kirche hätten den überlieferten Glauben „präzisiert und klarer formuliert“, aber niemals einen neuen Glauben etabliert – auch nicht das zweite Vatikanische Konzil.
Die Offenbarung sei mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen, unbeschadet gewisser und letztlich unverbindlicher Privatoffenbarungen.
Abschließend zitiert Prälat Winter das letzte Buch des Atheisten David Friedrich Strauß aus dem 1872 mit dem Titel: „Der alte und der neue Glaube“.
Strauß sei ehrlich genug gewesen, als Resultat seiner Religionskritik festzustellen, daß er damit den christlichen Glauben aufgegeben habe: „Davor möge uns Gott bewahren!“
Titelbild: Flickr-Benützer „DJ Treat“, CC
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Dienstag, 29. Januar 2008 20:42
kath.Sachs †: Altgläubig
Der Begriff wird nicht, wie der Herr Professor behauptet, zunehmend auf die angewandt, die die Messe im tridentinischen Ritus feiern wollen. Der Ausdruck wurde von der evangelischen Kirche geprägt und auf diejenigen angewandt, die der katholischen Kirche und ihrer sichtbaren Struktur (Papst, Bischöfe, sieben Sakramente usw.) im Glauben treu geblieben sind. Bitte keine Legenden oder Märchen, um sich ins „rechte Licht“ zu rücken. Ich wußte gar nicht, daß die „Traditionalisten“ so eitel sind.
Dienstag, 29. Januar 2008 16:11
Tridentinus: @Mustermann
Durchaus. Deshalb gibt es ja auch keinen alten oder neuen Glauben, sondern nur den Glauben der Kirche, auf den wir Gott gütig herabzuschauen bitten, statt unserer Sünden zu achten. Deshalb aber auch ist die Autorität in der Kirche kein Rechtspositivismus, der nur formal wäre. Papst und Bischöfe sind kraft dieser Autorität alles andere als befugt, den Glauben der Kirche umzugestalten. Auch diese Autorität steht legitim immer in der Hermeneutik der Kontinuität, die echten Diskontinuitäten in historischen Situationen und Reaktionen darauf durchaus Rechnung trägt.
Dienstag, 29. Januar 2008 16:05
Benedikt: Altgläubig
Doch diese Formulierung hat, wie der Prälat analysiert, einen Haken: Diejenigen, die von „Altgläubigen“
sprechen, würden sich selber implizit als „Neugläubige“ bezeichnen, folgert er: „Sonst hätte die Bezeichnung
keinen Sinn.“
Damit stellten sie sich in die Reihe der Schismatiker und Häretiker, die neue Formen des Glaubens vertreten hätten.
Ergo ist kreuz.net „neugläubig“?
Damit stellten sie sich in die Reihe der Schismatiker und Häretiker, die neue Formen des Glaubens vertreten hätten.
Ergo ist kreuz.net „neugläubig“?
Dienstag, 29. Januar 2008 10:34
Max Mustermann: @Tridentinus
Müßte man nicht sagen: Wer immer nicht mit der Kirche denkt, fühlt, betet, glaubt, ob nun Alt- oder Neugläubiger, befindet sich „außerhalb“, d.h. entweder in der Häresie oder (zumindest) im Schisma? Und in der Kirche gibt es nun einmal ein verbindliches Lehramt, das der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe ausüben!
Dienstag, 29. Januar 2008 09:42
Tridentinus: @Mustermann
Mit Ihrer Beobachtung haben Sie im ersten Teil recht, und ich bin auch gegen diesen Ausdruck. Nur: Wer hebt die Einheit im Glauben auf? Doch wohl diejenigen, die nicht am alten, besser: zeitlosen Glauben festhalten. So ist der Gedanke bis zum Schluss logisch.
Dienstag, 29. Januar 2008 07:50
Max Mustermann: Die Altgläubigen nennen sich selber so!
kreuz.net und die Kirchliche Umschau („Altgläubiges Glossarium“) verwenden als Eigenbezeichnung aller noch wirklich Rechtgläubigen des öfteren den Begriff „Altgläubige“. Prälat Winter hat dies offenbar übersehen, dass die Begriffswahl von eigener Seite erfolgt und nicht so sehr eine Fremdzuweisung ist! Im übrigen ist seiner Analyse zuzustimmen: Wenn es einen Glaubensunterschied gibt, ist die kirchliche Einheit aufgehoben und die „Altgläubigen“ befinden sich im Schisma oder gar in der Häresie …
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