Vor dem Papstbesuch im Land bedauerte der Erzbischof, daß der Vatikan angeblich nicht genügend bedauert hatte.
Seine Seligkeit Christodoulos
(kreuz.net, Athen) Seine Seligkeit Christodoulos (Paraskewaides), orthodoxer Erzbischof von Athen und
ganz Griechenland, ist heute verstorben.
Er starb um 4.15 Uhr – Mitteleuropäische Zeit – in seiner Residenz
in einem Athener Vorort an einem Krebsleiden. In den letzten Tagen wurde die Behandlung auf seinen Wunsch
eingestellt.
Am 16. Januar hatte der Erzbischof noch seinen 69. Geburtstag gefeiert.
Ärzte hatten bei
ihm im vergangenen Juni Leber- und Rückenmarkskrebs festgestellt.
Im Oktober sollte der Erzbischof deshalb
in den Vereinigten Staaten operiert werden. Doch der Eingriff wurde in letzter Minute abgesagt, nachdem
Metastasen im Magen des Erzbischofs gefunden wurden.
Die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft umfaßt etwa
15 Millionen Gläubige, von denen zehn Millionen in Griechenland wohnen.
Christodoulos war seit 1998
im Amt. Regelmäßig kürten ihn Meinungsumfragen als populärste Person in Griechenland.
Doch als die
griechisch-orthodoxe Gemeinschaft im Jahr 2005 von schweren Skandalen erschüttert wurde, gab es auch
Stimmen, die seinen Rücktritt forderten.
Im Jahr 2001 empfing Christodoulos Papst Johannes Paul II.
zu einem Besuch in Athen. Das war der erste Athen-Besuch eines Papstes seit fast 1300 Jahren. Bei dieser
Gelegenheit entschuldigte sich der Papst für angebliche Sünden, welche die Kirche in den tausend Jahren
der Trennung begangen habe.
Vorausgehend hatte Christodoulos den Papst öffentlich aufgefordert, sich
für Dinge zu entschuldigen, die sich seit dem Großen Schisma im Jahr 1054 bis zur Teilung Zyperns ereignet
haben, welche vom Vatikan nicht genügend bedauert worden sei.
„Traumatische Erfahrungen bleiben als
offene Wunden im kräftigen Körper des griechischen Volkes“ – jammerte Christodoulos damals vor sich
hin: „Doch bis jetzt, wurde nicht eine einzige Bitte um Vergebung gehört.“
Der tote Erzbischof wird
vor seiner Beerdigung öffentlich aufgebahrt werden.
Heute um 14.00 Uhr wird der Heilige Synod zusammentreten,
um die Wahl eines Nachfolgers zu diskutieren.
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25 Lesermeinungen
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@Protopsaltis: Zustimmung! Tatsächlich fand und findet sich gerade bei „Altgläubigen“ in der Regel ein
beträchtliches Maß an Zustimmung und Wertschätzung der Orthodoxen, Altorientalen usw. gerade wegen
ihrer Treue zur Tradition. Ich vermute, daß die unnötige Spitze gegen den Verstorbenen eine Retourkutsche
wegen früherer feindseliger Stellungnahmen von seiner Seite war. Bedauerlich, aber unerheblich. MfG Christoph
Heger
#26 Chrysostomos 00:18:58 | Mittwoch, 30. Januar 2008
Erzbischof Christodoulos Zum Heimgang des griechisch-orthodoxen Oberhauptes der Kirche von Griechenland
kann man nur sagen:<Ewiges Gedenken!> EB Christodoulos war mit Sicherheit eine grossartige Persönlichkeit,
der immer wieder bemüht war, gegen die Verwässerung des Glaubens auch in der Kirche von Griechenland
mit allen Mitteln zu kämpfen. Dass er da manchmal über das Ziel schoss wird man ihm schon verzeihen.
Wer – wie ich – im griechischen Fernsehen den Papstbesuch in Athen 2001 verfolgte, wird mit Erstaunen
festgestellt haben, wie sich die anfangs kritische Haltung EB Chr. gegenüber dem Papst veränderte und
einer wirklichen Akzeptanz und Liebe gewichen ist. Die Entschuldigung für die Greuel des Kreuzzuges 1204
mag für die Christen des Westens nur von historisch marginaler Bedeutung sein, für die griechisch-orthodoxen
Gläubigen war es ein ?Aufatmen und ein echtes Symbol – gleich der Aufhebung der Bannflüche von 1054
am Ende des II. Vatikanums. 1204 ist und bleibt nun mal eine traumatische Wunde im Gedächtnis der Orthodoxie!
Christen haben damals eben Christen (der einen Kirche!!!) brutal niedergemetzelt und eine der bedeutendsten
christlichen Städte zerstört – und dies aus Raff- und Raubgier! Kann man da es den <Griechen> verübeln,
wenn sie sich noch heute mit Abscheu daran erinnern?? Möge das Gute von EB Christodoulos, das er in seinem
Leben getan hatte, für alle Frucht bringen. Äonia i mnimi tou!
#25 Leblhuber 22:54:38 | Dienstag, 29. Januar 2008
@Preßlmayer: Der 4. Kreuzzug, der statt ins Heilige Land nach Konstantinopel umgelenkt wurde und dort
zur Errichtung des Lateinischen Kaisertums führte, hat durch die Blutbäder und Plünderungen von Reliquien
und Kunstschätzen ein tiefes Trauma gegen Rom begründet. Es ist schon recht bezeichnend für Sie, dass
Sie gerade den 4. Kreuzzug herausgreifen, wenn Sie von Untaten sprechen. Was war mit den Untaten der übrigen
Kreuzzüge? Sind die etwa legitim? Wie weit fassen Sie denn den Begriff des Kreuzzuges? Sind die Katharer (
Albigenser), die Ghibellinen, die Juden, die Kreuzzüge in das Baltikum usw. von Ihrer Entschuldigungslitanei
ausgenommen? Was für ein verwackeltes Geschichtsbild!
Die Entschuldigung war für die Untaten der Kreuzfahrer angebracht Der 4. Kreuzzug, der statt ins Heilige
Land nach Konstantinopel umgelenkt wurde und dort zur Errichtung des Lateinischen Kaisertums führte,
hat durch die Blutbäder und Plünderungen von Reliquien und Kunstschätzen ein tiefes Trauma gegen Rom
begründet. Dass sich der große Papst Johannes Paul II. dafür entschuldigte, war eine ehrliche, längst
fällige und notwendige Geste als Voraussetzung einer Annäherung. Ein Schatten fällt auf das Oberhaupt
der griechisch-orthodoxen Kirche dadurch, dass er, wenn ich mich richtig erinnere, vom Oberhaupt der Orthodoxen
Kirche in Konstantinopel exkommuniziert wurde, weil er, wie ich meine, in dessen Ernennungsrechte eingegriffen
hat. Beten wir für ihn und die Aussöhnung der katholischen mit der orthodoxen Kirche!
#21 NurEinLeser 00:25:00 | Dienstag, 29. Januar 2008
…abgesehen davon, was man von diesem Artikel halten mag, …ist das leider auch keine eines intelligenten
Menschen würdige Stellungnahme! Aber scheinbar schwächt Ihr Faible für die schismatischen Ostkirchen
hier Ihre Urteilskraft (oder zumindest Ihr Stilgefühl)… Schade!
@golfi aber Sie lesen gerne das Gejammer, Sie brauchen das sicher! Gerne ist der falsche Ausdruck. Ich
lese hier regelmässig, um mich immer wieder daran zu erinnern, dass wir nicht bis nach Afghanistan schauen
müssen, um religiös fanatische Feinde der Menschheit zu finden, dass unsere Freiheit nicht selbstverständlich
ist, sondern dass wir wachsam sein müssen, damit fanatische Extremisten keine Macht in Europa erhalten,
egal, ob sie mit Hammer und Sichel, Hakenkreuz, oder Kruzifix daherkommen, denn sie sind allesamt das
gleiche menschnfeindliche Pack, das keinerlei Skrupel hat und über Leichen geht, um seine Ideologie der
Menschheit aufzuzwingen.
R.I.P. Jeder Katholik sollte Respekt vor dem Tod eines Menschen zeigen, insofern verbieten sich polemische
Seitenhiebe, denn die Orthodoxie steht der katholischen Kirche so nahe wie keine andere christliche Gemeinschaft.
Aus diesem Grunde sind wir verpflichtet für das Seelenheil S. E. des verstorbenen Erzbischofs von Athen
und ganz Griechenland zu beten. Requiéscat in pace.
#15 Nachtlaterne 20:17:06 | Montag, 28. Januar 2008
„Der Menschensohn muß zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, d
„Der Menschensohn muß zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch
den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.“ Matthäus 26/24
Stimme aus dem Tradiland: „Warum diese Dinge gerade jetzt auffliegen?Weil sich die Griechisch-orthodoxen
noch gegen die Welteinheitsreligion zur Wehr setzen. Die gleiche Vorgangsweise überall auf der Welt.
Widerstandsnester werden ausgeräuchert… Die Pyramide läßt grüssen…“
Erbärmlich jammerte Christodoulos damals vor sich hin Nunja, mit dem Vor-sich-hinjammern kennt sich die
kotznet-Redaktion ja aus. sie macht ja auch den ganzen Tag nichts anderes.
@artikel tja. man muss halt oberer einer selbstgegründeten, unbedeutenden minikongregation sein um hier
einen angemessenen nachruf zu erhalten…ein erzbischof, der in der apostolische nachfolge steht reicht
da nicht aus…
Wieso „angebliche“ Sünden? Natürlich hat die Kirche in ihrer Geschichte gesündigt. Das dürfte unstrittig
sein, sie besteht schließlich aus Menschen und nicht nur aus Heiligen…wobei auch von denen viele sündigten,
bevor ihnen ein Licht aufging.