Paedophilie
Bistum im Regen
Der Fall eines kinderschänderischen Kapuziners wurde von den Schweizer Medien erfolgreich auf die Diözese ausgeweitet, in der dieser vor knapp vierzig Jahren seine Tat begangen hat.
Nachfolger des Heiligen Franziskus bei einem Papstbesuch in Verona, Oktober 2006
Nachfolger des Heiligen Franziskus bei einem Papstbesuch in Verona, Oktober 2006
© Franz Maga, CC
(kreuz.net, Freiburg) Seit Anfang des Jahres halten die traditionell scharf kirchenfeindlichen Schweizer Medienunternehmer das Westschweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg unter Dauerbeschuß.

Die Diözese deckt den größten Teil der französischsprachigen Westschweiz ab. Sie steht nach Angaben der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ „praktisch ununterbrochen im Rampenlicht“.

Der bischöfliche Offizial – Leiter des Diözesangerichtes – habe derzeit die Medienpräsenz des Bundespräsidenten oder der Wirtschaftsministerin.

Die Hetze gegen das Bistum begann Ende letzten Jahres mit einem Artikel in der zweimonatlichen kirchenfeindlichen französischen Zeitschrift ‘Golias’.

Das Schweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg
Das Schweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg
‘Golias’ griff den liberalen Bischof von Lausanne/Genf/Freiburg, Mons. Bernard Genoud, scharf an und unterstellte ihm, sexuelle Mißbräuche durch Priester verharmlost und den Opfern „Schweigegelder“ ausgezahlt zu haben.

Der Kommentar der traditionell antikatholischen ‘Neuen Zürcher Zeitung’: „Diese Vorwürfe erwiesen sich in den meisten Punkten als falsch und haltlos.“

Die Zeitung attestiert dem Bischof, sich im Fall eines inzwischen 48jährigen Mannes, der zwischen 1968 und 1972 von einem Kapuziner mißbraucht wurde, angemessen in Sack und Asche gestürzt zu haben.

Danach hielt der Betroffene auch noch ein beträchtliches Schmerzensgeld von 100.000 Franken – mehr als 60.000 Euro.

Im Anschluß daran wurde aber bekannt, daß der gleiche Kapuziner nach seiner Entfernung aus Freiburg in der Westschweiz und in Frankreich sein Unwesen weiter trieb.

Der Offizial der Diözese, Hw. Nicolas Betticher, ergriff darum die Flucht nach vorn und forderte eine Nulltoleranz für Schänder von Kindern und Jugendlichen.

Hw. Betticher wurde im vergangenen Herbst zum Priester geweiht.

Vor der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ erklärte er, daß ihm rund zehn Fälle von Priestern vorliegen, gegen die ein Verdacht geäußert wurde und bei denen er eine Untersuchung einleiten werde.

Er betonte aber, daß auch für sie die Unschuldsvermutung gelte.

Der Offizial wehrte sich auch gegen den Vorwurf, das Bistum Freiburg habe weniger rasch als andere kirchliche Institutionen auf das Problem Pädophilie reagiert.

Schon im Jahr 2002 seien Richtlinien erlassen worden, die weitgehend jenen der Schweizer Bischofskonferenz entsprächen.

Am letzten Wochenende verkündete die Schweizerische Bischofskonferenz, daß die Richtlinien für „Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge“ aus dem Jahre 2002 überarbeiten werde sollen.
      
4 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#4   Alois Bischof   15:38:04 | Freitag, 1. Februar 2008
Kapuziner
wie die im Bilde begehen diese Art von Straftaten grundsätzlich nicht. Es sind vor allem die, die von der doktrinären, liturgischen und sexuellen Revolution der 1960er („Sexuelle Befreiung“ und „Geist des II. Vatikanums“) kontrolliert und besessen wurden, die diese Verbrechen an unschuldigen Kindern, Jungen und jungen Männern begehen. Zudem ist in diesem Falle auch wieder die homo-unzüchtige/ephebophile Komponente nicht zu leugnen.
Redaktion benachrichtigen
#3   Aleph †   11:51:46 | Mittwoch, 30. Januar 2008
stimme der vernunft
Nun, wer im Glashaus sitzt, sollte keine Papierschwalben schmneißen.
Redaktion benachrichtigen
#2   stimme der vernunft †   11:48:40 | Mittwoch, 30. Januar 2008
@Aleph
hetznet nennt sich selbst katholisch.
hetznet nennt die NZZ antikatholisch.
Muss man das noch weiter kommentieren?
Redaktion benachrichtigen
#1   Aleph †   10:54:42 | Mittwoch, 30. Januar 2008
Wieso traditionell antikatholisch?
Der Kommentar der traditionell antikatholischen ‘Neuen Zürcher Zeitung’: „Diese Vorwürfe erwiesen sich in den meisten Punkten als falsch und haltlos.“
Weshalb wird die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) als „traditionell antikatholisch“ gebrandmarkt, nur weil sie ein Thema aufgreift, das von einer binnenkirchlichen Zeitung bestimmt nicht aufgegriffen worden wäre.
Wenn es aber Missbräuche im Bistum Lausanne gegeben hat, soll dies auch die Öffentlichkeit erfahren. Vor allem sollte dies nicht aus welchen Rücksichten auch immer vertuscht werden.
Die Schweigepraxis, die bislang grundsätzlich in solchen Fällen die Regel war, hat die Situation nicht gebessert, im Gegenteil, der unsichtbare Teil des Eisbergs ist dadurch nur größer geworden.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Sexueller MißbrauchAuf offener Straße PädophilieVierfarbige Kindernacktaufnahmen PaedophilieAufforderung zum pädophilen Inzest PaedophilieSie wußten alle nichts PädophilieKeine Toleranz für Unwahrheiten PädophilieDie infame Falschmeldungsstrategie hält an PaedophilieFalschmeldungen ohne Ende PädophiliePrälat in Bedrängnis PädophilieMehr Hintergründe PädophilieWillkommen unser Freund, der Kinderschänder! PädophilieNur noch ein armer Teufel PaedophiliePädophil? Kein Problem. Die Natur hat es so gewollt. HomosexualitätVorwürfe gegen den Bischof PaedophilieDas große Los gezogen Reformierte GemeinschaftSchläger-Pfarrer verurteilt
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net