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Mittwoch, 30. Januar 2008 10:07
Bistum im Regen
Der Fall eines kinderschänderischen Kapuziners wurde von den Schweizer Medien erfolgreich auf die Diözese ausgeweitet, in der dieser vor knapp vierzig Jahren seine Tat begangen hat.
Nachfolger des Heiligen Franziskus bei einem Papstbesuch in Verona, Oktober 2006
Nachfolger des Heiligen Franziskus bei einem Papstbesuch in Verona, Oktober 2006
(kreuz.net, Freiburg) Seit Anfang des Jahres halten die traditionell scharf kirchenfeindlichen Schweizer Medienunternehmer das Westschweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg unter Dauerbeschuß.

Die Diözese deckt den größten Teil der französischsprachigen Westschweiz ab. Sie steht nach Angaben der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ „praktisch ununterbrochen im Rampenlicht“.

Der bischöfliche Offizial – Leiter des Diözesangerichtes – habe derzeit die Medienpräsenz des Bundespräsidenten oder der Wirtschaftsministerin.

Die Hetze gegen das Bistum begann Ende letzten Jahres mit einem Artikel in der zweimonatlichen kirchenfeindlichen französischen Zeitschrift ‘Golias’.

Das Schweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg
Das Schweizer Bistum Lausanne/Genf/Freiburg
‘Golias’ griff den liberalen Bischof von Lausanne/Genf/Freiburg, Mons. Bernard Genoud, scharf an und unterstellte ihm, sexuelle Mißbräuche durch Priester verharmlost und den Opfern „Schweigegelder“ ausgezahlt zu haben.

Der Kommentar der traditionell antikatholischen ‘Neuen Zürcher Zeitung’: „Diese Vorwürfe erwiesen sich in den meisten Punkten als falsch und haltlos.“

Die Zeitung attestiert dem Bischof, sich im Fall eines inzwischen 48jährigen Mannes, der zwischen 1968 und 1972 von einem Kapuziner mißbraucht wurde, angemessen in Sack und Asche gestürzt zu haben.

Danach hielt der Betroffene auch noch ein beträchtliches Schmerzensgeld von 100.000 Franken – mehr als 60.000 Euro.

Im Anschluß daran wurde aber bekannt, daß der gleiche Kapuziner nach seiner Entfernung aus Freiburg in der Westschweiz und in Frankreich sein Unwesen weiter trieb.

Der Offizial der Diözese, Hw. Nicolas Betticher, ergriff darum die Flucht nach vorn und forderte eine Nulltoleranz für Schänder von Kindern und Jugendlichen.

Hw. Betticher wurde im vergangenen Herbst zum Priester geweiht.

Vor der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ erklärte er, daß ihm rund zehn Fälle von Priestern vorliegen, gegen die ein Verdacht geäußert wurde und bei denen er eine Untersuchung einleiten werde.

Er betonte aber, daß auch für sie die Unschuldsvermutung gelte.

Der Offizial wehrte sich auch gegen den Vorwurf, das Bistum Freiburg habe weniger rasch als andere kirchliche Institutionen auf das Problem Pädophilie reagiert.

Schon im Jahr 2002 seien Richtlinien erlassen worden, die weitgehend jenen der Schweizer Bischofskonferenz entsprächen.

Am letzten Wochenende verkündete die Schweizerische Bischofskonferenz, daß die Richtlinien für „Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge“ aus dem Jahre 2002 überarbeiten werde sollen.

© Titelbild: Franz Maga, CC
4 Lesermeinungen:
Freitag, 1. Februar 2008 15:38
Alois Bischof: Kapuziner
wie die im Bilde begehen diese Art von Straftaten grundsätzlich nicht. Es sind vor allem die, die von der doktrinären, liturgischen und sexuellen Revolution der 1960er („Sexuelle Befreiung“ und „Geist des II. Vatikanums“) kontrolliert und besessen wurden, die diese Verbrechen an unschuldigen Kindern, Jungen und jungen Männern begehen. Zudem ist in diesem Falle auch wieder die homo-unzüchtige/ephebophile Komponente nicht zu leugnen.
Mittwoch, 30. Januar 2008 11:51
Aleph: stimme der vernunft
Nun, wer im Glashaus sitzt, sollte keine Papierschwalben schmneißen.
Mittwoch, 30. Januar 2008 11:48
hetznet nennt sich selbst katholisch.
hetznet nennt die NZZ antikatholisch.

Muss man das noch weiter kommentieren?
Mittwoch, 30. Januar 2008 10:54
Aleph: Wieso traditionell antikatholisch?
Der Kommentar der traditionell antikatholischen ‘Neuen Zürcher Zeitung’: „Diese Vorwürfe erwiesen sich in den meisten Punkten als falsch und haltlos.“

Weshalb wird die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) als „traditionell antikatholisch“ gebrandmarkt, nur weil sie ein Thema aufgreift, das von einer binnenkirchlichen Zeitung bestimmt nicht aufgegriffen worden wäre.

Wenn es aber Missbräuche im Bistum Lausanne gegeben hat, soll dies auch die Öffentlichkeit erfahren. Vor allem sollte dies nicht aus welchen Rücksichten auch immer vertuscht werden.

Die Schweigepraxis, die bislang grundsätzlich in solchen Fällen die Regel war, hat die Situation nicht gebessert, im Gegenteil, der unsichtbare Teil des Eisbergs ist dadurch nur größer geworden.
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