Ernennungen
Der Rücktritt von Jean-Marie Kardinal Lustiger ist angenommen
Heute bestätigte der Vatikan, was in der französischen Presse schon seit Tagen gemunkelt wurde: Der Erzbischof von Tours, Mons. André Vingt-Trois, ein langjähriger Vertrauensmann des Kardinals tritt in die Fußstapfen seines „geistlichen Vaters“.
(kreuz.net, Paris) Im Erzbistum Paris geht eine Ära zu Ende. Der Papst hat den Rücktritt von Kardinal Jean-Marie Lustiger aus Alters- und Gesundheitsgründen angenommen. Dies berichtete ‘Radio Vatikan’. Jean-Marie Kardinal Lustiger (78) hat wegen einer Erkrankung seine Stimme fast verloren. Vor zwei Jahren wurde er wegen Polypen an den Stimmbändern operiert, seitdem kämpfte er mit häufigen Stimmausfällen. Kardinal Lustiger regierte 25 Jahre eine der bedeutensten Diözesen der Welt.

Lustiger stammt aus einer jüdischen Familie. Mit 14 Jahren konvertierte er zum Katholizismus. Er wird als markanter, charismatischer Denker und Prediger beschrieben. Ende Januar vertrat er Papst Johannes Paul II. bei den Feierlichkeiten anläßlich des 60-jährigen Gedenkens der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wo seine Mutter ums Leben kam.

Als Nachfolger von Kardinal Lustiger wurde der bisherige Erzbischof von Tours, André Vingt-Trois bestimmt. Der 63-jährige ist 1942 in Paris geboren und aufgewachsen. Er stand Kardinal Lustiger lange Jahre als Generalvikar und ab 1988 als Weihbischof zur Seite. Seit 1999 ist Vingt-Trois auf dem Bischofssitz des hl. Martin von Tours.

Sein Familienname „Vingt-Trois“ bedeutet auf Deutsch „dreiundzwanzig“. Mit 26 Jahren wurde er für die Erzdiözese Paris zum Priester geweiht. Mons. Vingt-Trois gilt als der „geistliche Sohn“ des Kardinals. Schon als Lustiger Pfarrer der Pfarrei Hl. Jeanne de Chantal im 16. Pariser Bezirk war, stand ihm Vingt-Trois als Kaplan zur Seite. Später wurde er der erste Sekretär des neuernannten Erzbischofs von Paris und anschließend sein Weihbischof.

Der als umgänglich beschriebene Kirchenmann ist derzeit auch französischer Familienbischof.
      
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