Blasphemie
Der Erzbischof von München kann das Plakat nicht mehr sehen
In einer Stellungnahme zu einem Plakat für die Münchner Kammerspiele, bezeichnete Friedrich Kardinal Wetter den Werbeträger für die Veranstaltung als Provokation. Der Münchner Erzbischof verlangt, daß das Plakat zurückgezogen wird.
(kreuz.net, München) Am Freitagmorgen veröffentlichte die Pressestelle der Erzdiözese München und Freising eine scharfe Kritik an einem Plakat der Münchner Kammerspiele. Das Plakat zeigt den Heiligen Vater maskiert mit einem Elefantenkopf.

Der Münchner Erzbischof, Friedrich Kardinal Wetter, verlangt, daß die städtischen Münchner Kammerspiele das Plakat zurückziehen. Papst Johannes Paul II. mit einem Elefantenkopf zu zeigen sei eine blanke Provokation.

Obgleich das Plakat in der Öffentlichkeit bereits auf herbe Kritik gestoßen sei – so unter anderem von Seiten des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude – hätten die Kammerspiele bisher keine Reaktion gezeigt, kritisierte der Kardinal in seiner Stellungnahme. Für eine kulturelle Institution sei dies kein Niveau.

Durch die realistische Darstellung mittels einer Fotomontage werde nicht die Institution Kirche, sondern ausdrücklich die Person des Heiligen Vaters angegriffen. Das sei eine Attacke gegen das Wirken des jetzigen Papstes, dessen Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit weit über die katholische Kirche hinaus Anerkennung und Respekt finde.

Angesichts der Erkrankung des Papstes, welche in den vergangenen Tagen Menschen auf der ganzen Welt im Gebet und in der Sorge für ihn vereint habe, müsse ein Plakat, das den Papst als Witzfigur parodiere, zusätzlich als blanke Provokation wirken. Wörtlich erklärte der Kardinal: „Schon der Anstand gebietet, daß dieses Plakat so schnell wie möglich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen wird.“

Bereits Ende Januar kritisierte die Pressestelle der Erzdiözese München das Plakat. Die Münchner Kammerspiele hatten den Auftrag für das Plakat einer Schweizer Werbeagentur gegeben. Diese will durch die tierische Verfremdung von Personen des öffentlichen Lebens Denkanstöße geben.

Die Pressestelle kommentierte damals: Manches Anstößige komme mit erstaunlich wenig Denken aus.
      
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