11:18:39 | Samstag, 2. Februar 2008
Ein Diözesanbischof hat kürzlich in einer Fernsehsendung über das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ geplaudert. Ein bißchen peinlich war es schon.
(kreuz.net) Am 17. Januar unterhielt sich die Journalistin Alinda Veiszer in dem ungarischen TV-Sender
M2 – dem zweiten Staatsfernsehen des Landes – mit dem Bischof von Vác, Mons. Miklós Beer (64).
Das
Plauderstündchen wurde am 17. Januar in der Sendung Záróra – Sperrstunde – ausgestrahlt.
Die Stadt
Vác – auf Deutsch Waitzen – besitzt 33.000 Einwohner und befindet sich im Norden des Landes am linken
Ufer der Donau. Die Kathedrale des Ortes wurde im Jahr 1777 vollendet und inspiriert sich architektonisch
am Petersdom.
Auf die Frage der Journalistin nach dem päpstlichen Motu Proprio zur Freigabe der Alten
Messe antwortete Bischof Beer von Vác mit einem nachsichtigen, mitleidigen Lächeln:
„Ich kann das Motu
Proprio nur so verstehen, daß der Papst die steifen Bestimmungen [bei Zelebration der Alten Messe] ein
bißchen lockern will“ – so der Bischof.
Dann erinnerte er sich an seine Vergangenheit: Während seiner
Seminarerziehung sei ihm beim Lernen der Feier der Heiligen Messe beigebracht worden, daß der Priester
die ausgebreiteten Hände auf Schulterhöhe zu halten habe. Das sei eine schöne Gebetshaltung:
„Jetzt
fällt es uns überhaupt nicht mehr ein, daß wir unsere Hände mehr unten, oder mehr oben halten sollten.“
Nachdem man sich von dieser strengen rituellen Ordnung befreit habe, glaubt der Bischof, habe der Papst
auch gewagt, die Alte Messe freizugeben.
Natürlich müsse es Regeln und Vorschriften geben: „Dies ist
auch meine Meinung, aber ich denke, daß dies [das Motu Proprio] ein netter Witz eines netten alten Mannes
ist.“
Mons. Beer glaubt auch, daß der Papst „der Welt einen Streich spielt, wenn er plötzlich ein altes
Meßgewand anzieht oder die Messe mit dem Rücken zum Volk liest“.
Messe am Hochaltar der Sixtinischen
Kapelle

Screenshot CTV

Screenshot CTV

Screenshot CTV

Screenshot CTV

Screenshot CTV
Die Journalistin ist von
den Aussagen des Bischofs begeistert: „Mir gefällt es sehr, was Sie sagen. Entschuldigen Sie, daß ich
es nur so festhalte, daß das ihrer Meinung nach der Witz eines netten alten Menschen ist.“
Dann fragt
sie den Bischof, ob er sich vorstellen könnte, eine Alte Messe zu lesen.
Spontan antwortet Mons. Beer:
„Ja, ja“ – und erntet von der Journalistin ein erstauntes „Wirklich?“
Er würde eine Alte Messe lesen,
erklärt sich der Bischof, wenn ihn eine Gemeinde rufe, die Latein versteht: „Weil nur so, aus Nostalgie,
oder, ich weiß es nicht, aus Snobismus, das mag ich nicht.“
Die Reporterin: „Wunderbar. Aus Snobismus
die Messe auf Latein lesen. Na, so was!“
Dann stellt sie die Frage in den Raum, ob es in Ungarn einen
Menschen gebe, der heute „aus Snobismus“ Latein lernt: „Es gibt keinen“ – kommt sie zum Schluß.
„Nun,
es gibt sonderbare Käuze“ – kommentiert Bischof Beer und fährt weiter: „Aber es ist sicher, daß Sie
schon von Erzbischof Lefebvre schon gehört haben.“
Mons. Beer respektiert nach eigenen Angaben die Piusbruderschaft:
„Aber die waren eben zu dem nicht fähig, worüber wir vorher geplaudert haben, daß heißt, daß sie
die Werte Christi vom äußeren Rahmen und den äußeren Formen hätten unabhängig machen können.“
Die Gläubigen der Piusbruderschaft würden glauben, daß die Messe nur nach der tridentinischen Liturgie
gültig sei: „Ja nun, was bedeutet es, daß sie gültig ist?“ – fragt der Bischof: „Das sind so, hmm,
merkwürdige Begriffe.“
Der Papst wolle diese Gläubigen sicherlich „ein bißchen streicheln“ – erklärt
Bischof Beer zur großen Erheiterung der Journalistin, die begeistert ein „Sehr gut“ hervorbringt:
„So
kommt es mir vor“ – fährt der Bischof weiter. Der Papst wolle den Traditionalisten „nicht wehtun“: „Gut,
wenn die Alte Mese für euch Kinder so wichtig ist, dann macht sie eben.“
„Aber kehrt doch zum Wesentlichen
zurück“ – ermahnt Mons. Beer die Altgläubigen.
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