10:19:41 | Donnerstag, 7. Februar 2008

Die sogenannte Seherin Julia Kim
(kreuz.net) Ich, Andreas Choi Chang-mou, Erzbischof des katholischen Erzbistums Kwangju, der ich mein
erzbischöfliches Amt durch Gottes Barmherzigkeit und Gnade sowie durch die weitherzige Fürsorge und
im Auftrag des Papstes, dem Nachfolger des Apostels Petrus, verwalte, sehe mich – obwohl es mich schmerzt –
gezwungen, folgende Erklärung zugunsten des gesunden, christlichen und gläubigen Lebens, der Einheit
und des freundschaftlichen Miteinanders der kirchlichen Gemeinschaft abzugeben (vgl. CIC 391).

Bischof Andreas Choi Chang-mou von Kwangju in Korea
Erstens
stelle ich fest, daß Julia Kim (geborene Youn) aus Naju und ihre Anhänger, die an die Ereignisse von
Naju glauben und sie annehmen, den bischöflichen Schreiben vom 1. Januar 1998 und vom 5. Mai 2005 sowie
den pastoralen Richtlinien des Erzbistums keine Folge leisten, sondern sich vielmehr dagegen auflehnen.
Sie sind nicht mehr gewillt, sich mit der katholischen Kirche zu versöhnen.
Im März und August 2003
besuchte ich Julia Hong-Sun Kim und ihren Ehemann Julio Man-Bok Kim in Naju in Begleitung von Zeugen und
inspizierte die Örtlichkeit.
Dabei forderte ich sie auf, ihre allgemeinen christlichen Pflichten als
Gläubige wahrzunehmen – zum Beispiel: Besuch der Sonntagsmesse in der Pfarrkirche, österliche Beichte,
Fastengebot, materieller Unterhalt der Kirche.
Ich ordnete auch an, ihre Finanzbuchhaltung über die
Spenden in Form von Geld und Wertsachen offenzulegen.
Doch statt meine Anweisungen zu befolgen, propagieren
diese Leute weiterhin die Person von Julia Kim oder die Ereignisse von Naju.
Sie erklären, daß es sich
dabei um angebliche Privatoffenbarungen oder Wunder handle. Sie sammeln Spenden für eine sogenannte Basilika,
die laut einer Prophetie zu errichten sei.
Sie tun, als ob der Heilige Vater oder der Heilige Stuhl alles
anerkennen würde. Gleichzeitig kritisieren sie in Drucksachen – Werbeprospekten, Büchern und Zeitungen –
sowie in elektronische Medien – Internet – mich, die koreanische Bischofskonferenz und die koreanische
katholische Kirche.
Ich bekräftige zum letzten Mal, daß das Verhalten dieser Leute weder einen aufrichtigen
Glauben, ein gesundes religiöses Handeln noch eine angemessene Haltung vor Gott darstellt.
Die Entscheidung
des ErzbischofsDarum erkläre ich, daß alle Geistlichen, Ordensleute und Laien, die in der Muttergotteskapelle
oder auf dem Erscheinungsberg von Naju eigenmächtig Sakramente und religiöse Zeremonien vornehmen beziehungsweise
ihnen beiwohnen, automatisch exkommuniziert sind (vgl. CIC 1336, 1364).
Ein solches Verhalten bedeutet,
daß sie gegenüber den pastoralen Richtlinien und Entscheidungen ihres Oberhirten ungehorsam sind, gegen
das Kirchengesetz verstoßen (vgl. CIC 1369, 1371, 1373), die kirchliche Einheit ablehnen und damit das
freundschaftliche Miteinander beschädigen.
Daher ist dieses Dekret nicht nur für die Gläubigen des
Erzbistums Kwangju gültig, sondern für alle Geistlichen, Ordensleute und Laien der katholischen Kirche.
Zweitens stelle ich fest, daß der Priester Aloisius Hong-Bin Chang, der die Ereignisse um Julia Kim
in Naju als „Privatoffenbarung“ und „Wunder“ darstellt, die Gehorsamspflicht, die er bei der Priesterweihe
seinem Bischof gegenüber gelobte, mit dem Vorwand einer angeblichen Gewissensentscheidung schon mehrmals
gebrochen hat und keine Absicht an den Tag legt, mit dem Klerus des Erzbistums Kwangju in Einheit und
Harmonie zu leben.
Während zweier Sitzungen am 1. Juni 2007 und 15. Januar 2008 beharrte er auf seiner
Meinung und war um keine Ausrede verlegen.
Statt die Gehorsamspflicht eines Diözesanpriesters gegenüber
seinem Bischof zu erfüllen (vgl. CIC 273, 278), hat er sich als Anhänger von Julia Kim offenbart, der
an die Ereignisse von Naju glaubt und sie annimmt.
Daher entziehe ich dem Priester Aloisius Hong-Bin
Chang die Befugnisse und Rechte eines Priester des Erzbistums Kwangju sowie sämtliche außerordentliche
Rechte der allgemeinen Ausübung des Priesteramtes, die ihm bei seiner Priesterweihe verliehen wurden
(vgl. CIC 194, 133, 1336, 1371).
Ich bete zu Gott, daß diese Leute durch Gottes unendliche Barmherzigkeit
und Gottes schnell ihre Schuld erkennen, in den Schoß der katholischen Kirche zurückkehren und mit dem
Sakrament der Versöhnung Harmonie und Einheit erlangen, um wieder dem rechten Gottesdienst beiwohnen
zu können.
Mutter des Erlösers und unser aller Mutter, Patronin der katholischen Kirche Koreas, Maria,
die Unbefleckte Empfängnis, heiliger Josef, alle Märtyrer und Heiligen Koreas, bittet für uns.
Gegeben
am 21. Januar 2008, dem Fest der Heiligen Agnes, Jungfrau und Märtyrerin.
Katholisches Erzbistum Kwangju
+ Andreas Choi Chang-mou, Erzbischof von Kwangju
Die Übersetzung stammt von M. Cäcilia Pohl.
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