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Hoffnung statt Illusion + Spitzenkandidat + Große Anteilnahme + Schlag gegen die kirchliche Einheit + Das wichtigste Möbelstück
Hoffnung statt Illusion

Vatikan. Papst Benedikt XVI. feierte – wie immer am Aschermittwoch – eine Messe in der Basilika St. Sabina auf dem römischen Hügel Aventin. Zu dem Anlaß trug er unter dem Meßgewand auch die Dalmatika – das liturgische Kleid des Diakons. Auf dem Altar brannten sieben schmale Kerzen. Während der vorausgegangenen Prozession dienten ihm Kardinaldiakone in Dalmatiken. In seiner Predigt sagte der Papst, daß die Hoffnung immer von Gebet begleitet sein müsse: Sonst sei sie bloße Illusion oder Flucht vor der Realität.

Spitzenkandidat

Italien. Kardinal Agostino Vallini (67), gegenwärtiger Präsident des obersten vatikanischen Gerichtshofes, scheint der einzige Kandidat für das Amt des römischen Kardinalvikars zu sein. Der Kardinalvikar verwaltet im Auftrag des Papstes die Diözese Rom. Der gegenwärtige Amtsinhaber, Camillo Kardinal Ruini (76), steht vor der Ablösung.

Große Anteilnahme

Schweiz. Am Mittwoch wurde Hw. Paul-André Piller begraben. Er soll in den 80er Jahren – vor seiner Priesterweihe – illegale sexuelle Kontakte zu einem minderjährigen Jugendlichen gehabt haben. Hw. Piller beging nach einer Hetzjagd Schweizer Medien gegen mutmaßliche pädophile Kleriker Selbstmord. Zum Begräbnis kamen über 600 Menschen. Der Bischof von Lausanne/Genf/Freiburg, Mons. Bernard Genoud, nannte den Druck der Medien in einer eigens verfaßten Botschaft „nicht tolerierbar“.

Schlag gegen die kirchliche Einheit

USA. Die Änderung der Karfreitagsfürbitte könnte die Aussöhnung mit Traditionalisten wie der Priesterbruderschaft St. Pius X. erschweren. Das erklärte ein Kolumnist der altgläubigen US-Monatszeitung ‘Remnant’, Kenneth Wolfe, vor der Tageszeitung ‘New York Times’. Die Änderung bringe die Traditionalisten in Aufruhr.

Das wichtigste Möbelstück

Deutschland. „In der Fastenzeit sollte das wichtigste Möbelstück nicht die Waage, sondern der Beichtstuhl sein.“ Das erklärte der Pfarrer von Myhl, Hw. Heinz Portz, vor der ‘Rheinischen Post’. Myhl ist ein Stadtteil von Wassenberg direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Pfarrer Portz bedauert auch, daß das Aschenkreuz von vielen Gläubigen als Sakrament interpretiert wird. Einmal seien etliche Pfarrangehörige darüber verärgert gewesen, das Aschenkreuz vom Kommunionhelfer bekommen zu haben: „Sie wollten das unbedingt von einem Priester haben.“
      
11 Lesermeinungen
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#11   FiliusEcclesiae   23:18:33 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Solange der Episkopat und ganze Bischofskonferezen ungehorsam sind
und dies durch den Papst geduldet wird,
muß der Papst auch in Kauf nehmen, daß auch jene ungehorsam sind, die die Bischöfe in Kirchentreue regieren sollten.
HBR
Wenn es keine Aussöhnung mit der Lefebvre-Sekte gibt, ist das ein relativ geringer Preis. Im Endeffekt kann es sowieso nur eine Art der Versöhnung geben: Die Lefebvre-Leute müssten reumütig und in Demut wieder in den Schoss der Kirche zurückkehren und Gehorsam geloben. Ob die das jemals tun?
Gehorsam zur Kirche zurückkehren müßten doch wesentliche Teile des Weltepiskopates.
Solange der Papst diesen nicht in Griff hat, braucht man diesem prinzipiell auch gar nicht zu gehorchen,
da der apostolische Glaube über dem Gehorsam steht, und sogar über dem Petrusnachfolger steht.
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#10   Benedikt   23:11:42 | Donnerstag, 7. Februar 2008
@ maliems
zeigt der ganzen kirche, dass er es wagt, die ältesten überkommenen liturgischen texte anzurühren. eine anmaßung.
Falsch, sein Recht. Außerdem ist der Aufruhr darüber höchst merkwürdig. Er hat eine Fürbitte geändert, eine Fürbitte! An jedem anderen Tag halten gewisse Tradi-Kreise Fürbitten für modernistischen Unsinn, nur an einem Tag sind nicht nur die Fürbitten, sondern sogar deren exakter Wortlaut plötzlich sakrosankt. Was für ein Unsinn.
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#9   to24   22:56:41 | Donnerstag, 7. Februar 2008
@LandorganistII
Wenns nicht so traurig wär, könnt man glatt drüber lachen…
Aber leider haben Sie ja recht!!! :-D
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#8   RRR   17:14:07 | Donnerstag, 7. Februar 2008
@ maliems
der papst zeigt der ganzen kirche, dass er es wagt, die ältesten überkommenen liturgischen texte anzurühren. eine anmaßung.
Die Fürbitten am Karfreitag wurden mehrfach reformiert. Außerdem sind sie nicht Teil der „ältesten überkommenen liturgischen Texte“. Das wären eher der Canon des Hippolyt, verschiedene Symbola (allerdings als Teil der Taufe, nicht der Eucharistiefeier) und andere. Aber nicht die Karfreitagsfürbitten.
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#7   maliems   16:56:34 | Donnerstag, 7. Februar 2008
der papst
zeigt der ganzen kirche, dass er es wagt, die ältesten überkommenen liturgischen texte anzurühren. eine anmaßung.
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#6   Mitten drin statt nur dabei   16:06:43 | Donnerstag, 7. Februar 2008
@ LandorganistII
Leider stimmt es, was LandorganistII schreibt: kotz.net achtet nur auf Äußerlichkeiten und regelkonforme Handlungen und Äußerungen.
Und genau das hat ja nun unser Herr Jesus Christus an den Pharisäern auszusetzen gehabt: das Einhalten der Regeln, aber keine Liebe am Nächsten! (vgl Mk 2,27)
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#5   LandorganistII   11:35:30 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Papst in S. Sabina
Neben den Kerzen brannten auch einige elektrische Strahler. Die Heizung war nur ein wenig aufgedreht. Der Boden wurde vorher mit Meister Propper gewischt. Zur Austeilung des Aschekreuzes trug der Papst ein weißes Schürzchen, bestickt von den Schwestern von der halboffenen Tabernakeltür. Die Kardinäle trugen rot, die Bischöfe Violett. Der Papst trug ausserdem rote Prada-Schuhe. Die Absperrungen im Kirchenschiff waren in beige gehalten.
Ach ja, der Papst hat auch gepredigt! Was? Unwichtig, Hauptsache, das Käppchen sitzt.
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#4   HBR   11:17:24 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Ein geringer Preis
Schlag gegen die kirchliche Einheit
USA. Die Änderung der Karfreitagsfürbitte könnte die Aussöhnung mit Traditionalisten wie der Priesterbruderschaft St. Pius X. erschweren. Das erklärte ein Kolumnist der altgläubigen US-Monatszeitung ‘Remnant’, Kenneth Wolfe, vor der Tageszeitung ‘New York Times’. Die Änderung bringe die Traditionalisten in Aufruhr.
Wenn es keine Aussöhnung mit der Lefebvre-Sekte gibt, ist das ein relativ geringer Preis. Im Endeffekt kann es sowieso nur eine Art der Versöhnung geben: Die Lefebvre-Leute müssten reumütig und in Demut wieder in den Schoss der Kirche zurückkehren und Gehorsam geloben. Ob die das jemals tun?
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#3   Guiseppe   10:23:31 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Werden sich nun modernistische Tradis (FSSPX) dem Papst widersetzen?
„Die Änderung (Anm.: der Karfreitagsfürbitte) bringe die Traditionalisten in Aufruhr.“
Was versteht kreuz.net unter „Traditionalisten“?
Und: Natürlich muss man die neue Version der Karfreitagsfürbitte nicht mögen, man muss sie aber demütig annehmen.
Die neue Formulierung ist klug und weise. Sie ist im Ton, aber nicht inhaltlich eine andere als die bisherige.
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#2   turk   09:01:53 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Einmal anders denken
Wenn die Priesterbruderschaft St. Pius X. die Kompetenzen des Petrusnachfolgers gläubig bekennt, so kann es keine Ausrede geben, die verbindliche Weisung des regierenden Papstes anzuwenden. Darüber hinaus sollten nicht wenige positiver zu denken beginnen. Denn die Verlautbarung durch das Staatssekretariat bedeutet in Wirklichkeit, daß die außerordentliche Form des Römischen Ritus in der Praxis und in aller Zukunft wieder als (eine) gültige Ausdrucksform der Katholischen Kirche wahrgenommen wird. Diese reale Gleichstellung der älteren Disziplin müßte daher universale Freude auslösen. Denn die freundlich formulierte neue Karfreitagsfürbitte widerspricht der älteren nicht, aber Interpretationsprobleme waren von jeher das Urproblem sowohl der radikalen Traditionalisten als auch der radikalen Progressisten.
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#1   Don Camillo   08:43:31 | Donnerstag, 7. Februar 2008
Absurd
Die Änderung der Karfreitagsfürbitte könnte die Aussöhnung mit Traditionalisten wie der Priesterbruderschaft St. Pius X. erschweren.
Wenn das tatsächlich der Fall sein sollte, so ist es sehr wahrscheinlich wirklich besser, wenn diese Splittergruppen alleine bleiben.
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