Wer hat gesprochen – Roma oder Juda?
Konservative Priester praktizieren den rechten Glauben häufig mit schlechtem Gewissen. Darum geben sie auch sofort und ohne Widerrede nach, wenn sie unter Druck gesetzt werden.
(kreuz.net) Der Liturgiker Hw. Alcuin Reid hat die Änderung der Karfreitagsfürbitte verteidigt.
Hw. Reid ist ein ehemaliger Benediktiner der Abtei St. Michael in Farnborough in Südengland. Er stammt ursprünglich aus Australien und gilt in liturgischen Fragen als Verfechter einer sogenannten Reform der Reform.
Der Geistliche hat zahlreiche liturgische Werke publiziert, so das bekannte Buch „Die organische Entwicklung der Liturgie“. Er ist auch der Herausgeber der Vorträge einer Konferenz in der altgläubigen Benediktinerabtei Unsere Liebe Frau von Fontgombault in Südfrankreich. Die Sammlung steht unter dem Titel „Looking Again at the Question of the Liturgy With Cardinal Ratzinger“ – „Ein zweiter Blick mit Kardinal Ratzinger auf die Frage der Liturgie“.
Am Aschermittwoch veröffentlichte Hw. Reid einen Kommentar zur Änderung der Karfreitagsbitte für die Bekehrung der Juden.
Der Text ist auf dem Weblog ‘New Liturgical Movement’ veröffentlicht.
Hw. Reid beginnt mit dem berühmten Zitat von Augustinus: „Roma locuta, causa finita“ – zu Deutsch: „Rom hat gesprochen – die Sache ist entschieden.“
Er betont darin das Recht des Papstes, in Fragen der Disziplin und der Verwaltung Veränderungen vorzunehmen. Katholiken hätten Entscheidungen der Höchsten Autorität Gehorsam zu leisten – auch dann, wenn sie sie anders bewerten.
Das gelte „natürlich“ nicht für Fragen des Glaubens und der Moral.
Doch dort, wo es nicht um den Glauben gehe, sei der Papst der Oberbefehlshaber, dem wir folgen: „Wir schulden der Ermessensentscheidung Gehorsam, ob wir wollen oder nicht.“
Nach Ansicht von Hw. Reid ändert das neue Gebet nichts am katholischen Glauben. Dieser fordere uns zum Gebet für die Bekehrung der Juden auf.
Hw. Reid findet sogar, daß das neue Gebet „auf schlaue Art“ der Irrlehre entgegentrete, daß es nicht mehr angebracht sei, für die Bekehrung der Juden zu beten.
Ein ungenannter Ordensgeistlicher fragt sich gestern vor ‘kreuz.net’, ob altgläubige Priester zukünftig mit dem Bleistift im alten Meßbuch „herumschmieren“ sollten, um dort die letzten Änderungen aus dem Vatikan anzubringen.
Bei der Korrektur der Wandlungsworte von der Falschübersetzung „für alle“ auf die tatsächlichen Worte Christi „für viele“ habe das niemand verlangt.
Im Gegenteil: Eine gehorsame Umsetzung in Eigenregie sei von zuständigen kirchlichen Autoritäten ausdrücklich abgelehnt worden.
© Bild: JD Treat, CC
Hw. Reid ist ein ehemaliger Benediktiner der Abtei St. Michael in Farnborough in Südengland. Er stammt ursprünglich aus Australien und gilt in liturgischen Fragen als Verfechter einer sogenannten Reform der Reform.
Der Geistliche hat zahlreiche liturgische Werke publiziert, so das bekannte Buch „Die organische Entwicklung der Liturgie“. Er ist auch der Herausgeber der Vorträge einer Konferenz in der altgläubigen Benediktinerabtei Unsere Liebe Frau von Fontgombault in Südfrankreich. Die Sammlung steht unter dem Titel „Looking Again at the Question of the Liturgy With Cardinal Ratzinger“ – „Ein zweiter Blick mit Kardinal Ratzinger auf die Frage der Liturgie“.
Am Aschermittwoch veröffentlichte Hw. Reid einen Kommentar zur Änderung der Karfreitagsbitte für die Bekehrung der Juden.
Der Text ist auf dem Weblog ‘New Liturgical Movement’ veröffentlicht.
Hw. Reid beginnt mit dem berühmten Zitat von Augustinus: „Roma locuta, causa finita“ – zu Deutsch: „Rom hat gesprochen – die Sache ist entschieden.“
Er betont darin das Recht des Papstes, in Fragen der Disziplin und der Verwaltung Veränderungen vorzunehmen. Katholiken hätten Entscheidungen der Höchsten Autorität Gehorsam zu leisten – auch dann, wenn sie sie anders bewerten.
Das gelte „natürlich“ nicht für Fragen des Glaubens und der Moral.
Doch dort, wo es nicht um den Glauben gehe, sei der Papst der Oberbefehlshaber, dem wir folgen: „Wir schulden der Ermessensentscheidung Gehorsam, ob wir wollen oder nicht.“
Nach Ansicht von Hw. Reid ändert das neue Gebet nichts am katholischen Glauben. Dieser fordere uns zum Gebet für die Bekehrung der Juden auf.
Hw. Reid findet sogar, daß das neue Gebet „auf schlaue Art“ der Irrlehre entgegentrete, daß es nicht mehr angebracht sei, für die Bekehrung der Juden zu beten.
Ein ungenannter Ordensgeistlicher fragt sich gestern vor ‘kreuz.net’, ob altgläubige Priester zukünftig mit dem Bleistift im alten Meßbuch „herumschmieren“ sollten, um dort die letzten Änderungen aus dem Vatikan anzubringen.
Bei der Korrektur der Wandlungsworte von der Falschübersetzung „für alle“ auf die tatsächlichen Worte Christi „für viele“ habe das niemand verlangt.
Im Gegenteil: Eine gehorsame Umsetzung in Eigenregie sei von zuständigen kirchlichen Autoritäten ausdrücklich abgelehnt worden.
© Bild: JD Treat, CC
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Donnerstag, 14. Februar 2008 09:58
miles immaculatae: Suaviter in mode, fortiter in re
Bekanntlich bringt in Gefahr und größter Not der Mittelweg den Tod. Doch die Neuformulierung ist kein Kompromiß. Die Kirche betet nach wie vor für die Bekehrung der Juden und sie tut dies in Worten, die einen klaren biblischen Bezug haben. Ich empfehle den Aufsatz von Klaus Berger in der Tagespost vom 9.2.2008. Zu finden im Archiv der Tagespost. www.die-tagespost.de. Suaviter in modo, fortiter in re. Fehlt nur noch, daß auch die Karfreitagsbitte im ordentlichen Ritus geändert wird. Warten wir es ab.
Sonntag, 10. Februar 2008 16:10
FiliusEcclesiae: Auch die neue Fürbitte für die Bekehrung der Juden ist inhaltlich rechtgläubig und betet auch
weiterhin dafür, daß das Alte Israel in Jesus v. Nazareth den verheißenen Christus erkennen möge,
aber die Formulierung ist eindeutig respektvoller und damit auch besser für die Mission gegenüber dem Alten Israel.
aber die Formulierung ist eindeutig respektvoller und damit auch besser für die Mission gegenüber dem Alten Israel.
Samstag, 9. Februar 2008 09:38
mahner: @ Gotthard
Legasthenie ist heilbar…
Samstag, 9. Februar 2008 00:01
Gotthard: @defensor
Im Gegensatz zu dem „schuldigen deutschen Volk“, das es so kollektiv nie gegeben hat, betrifft die Treulosigkeit
der Juden ALLE, die im Vorgängerkult des Christentums verharren, weil sie alle ohne Ausnahme Christum,
der die göttliche Offenbarung abgeschlossen hat, ablehnen.
eine tolle Defenition … es gibt nichts, was es nicht gibt…
eine tolle Defenition … es gibt nichts, was es nicht gibt…
Freitag, 8. Februar 2008 22:24
HeinrichvonOfterdingen: Lieber HBR,
Aber genau diese Art des Ungehorsams ist es, welche die Lefebvre – Leute zur Sekte abstempelt. Und dass
damit ein ungeheurer Schaden an der heiligen Mutter Kirche entsteht wird billigend in Kauf genommen. Dass
es übrigens anders geht, zeigt die Petrusbruderschaft, welche in Einheit mit der Kirche steht.
… dies kann man nicht der Priesterbruderschaft anlasten. Man muß es den Menschen anlasten, die für neue Lehren bezüglich derer der Gehorsam verweigert werden muß, Gehorsam fordern. Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.
… dies kann man nicht der Priesterbruderschaft anlasten. Man muß es den Menschen anlasten, die für neue Lehren bezüglich derer der Gehorsam verweigert werden muß, Gehorsam fordern. Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Freitag, 8. Februar 2008 21:58
HBR: Lieber HeinrichvonOfterdingen
Wenn es um Verstöße gegen höhere Normen geht, dann muß man den Gehorsam verweigern. Dies ist die Situation,
in der sich die Priesterbruderschaft sieht.
Aber genau diese Art des Ungehorsams ist es, welche die Lefebvre – Leute zur Sekte abstempelt. Und dass damit ein ungeheurer Schaden an der heiligen Mutter Kirche entsteht wird billigend in Kauf genommen. Dass es übrigens anders geht, zeigt die Petrusbruderschaft, welche in Einheit mit der Kirche steht.
Aber genau diese Art des Ungehorsams ist es, welche die Lefebvre – Leute zur Sekte abstempelt. Und dass damit ein ungeheurer Schaden an der heiligen Mutter Kirche entsteht wird billigend in Kauf genommen. Dass es übrigens anders geht, zeigt die Petrusbruderschaft, welche in Einheit mit der Kirche steht.
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