Deutschland
Unklarer Kurs im ‘Forum Deutscher Katholiken’?
Beim Lesen eines jüngsten Kommentars, der von der ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ über den scheidenden Präsidenten der deutschen Bischofskonferenz publiziert wurde, ist man versucht, seinen Augen nicht zu trauen.
Symbolfoto
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© James Boardwell, CC
(kreuz.net, Augsburg) Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat das Publikationsorgan der ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ eine Bilanz der Amtszeit von Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gezogen.

Das Publikationsorgan nennt sich ‘Informationen aus Kirche und Welt’ und wird nur in gedruckter Form publiziert. Verantwortlicher Schriftleiter ist laut Impressum der Studiendirektor im Ruhestand, Gerhard Stumpf aus Landsberg am Lech.

Der Artikel über Karl Kardinal Lehmann erschien in der Februar-Nummer. Er steht unter dem Titel „Der Mediator aus Mainz“.

Der Text beginnt mit dem Zitat aus einem Portrait des Kardinals von Ulrich Pick im Südwestrundfunk:

„Seine Klugheit bewundern seine Freunde und Kollegen, seine Volksnähe lieben die Mainzer und seine Streitlust bekam Johannes Paul II. deutlich zu spüren.“

Hinter diesen wenigen Zeilen stecke vieles – so das Publikationsorgan und schickt sich an, einige „weitgehend vergessene“ Aspekte noch einmal aufzurollen.

Zwar sei Kardinal Lehmann ein Mediator zwischen Politik und Kirche gewesen: „Doch ging seine Verständigung mit der Politik in der Ära Kohl zu Lasten der Kirche. In Deutschland bildete sich ein antirömischer Affekt heraus.“

Von „Streitlust mit der Politik und Politikern“ um die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von Anfang an sei wenig zu spüren gewesen.

Als Mittler habe sich Kardinal Lehmann auch im Umgang mit dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ benommen. Doch auch das sei zu Lasten der Kirche gegangen:

„Warum konnte sich aus dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ der Verein ‘Donum vitae’ herausbilden, der die päpstliche Weisung mißachtet?“ – fragen die ‘Informationen aus Kirche und Welt’.

Ein Mittler sei der Kardinal auch unter den Bischöfen gewesen, doch zu Lasten der Verantwortung der Bischöfe in den eigenen Diözesen. Unter seiner Führung der Deutschen Bischofskonferenz seien die Aussagen einzelner Bischöfe relativiert worden.

Auch den Medien gegenüber habe sich Kardinal Lehmann als Mediator erwiesen. Dabei habe er manche klare Aussage aus Rom und von anderen Bischöfen mit abschwächenden Kommentaren begleitet.

Im ökumenischen Gespräch habe er ebenfalls zu vermitteln versucht: „Doch fehlte seine Unterstützung für die päpstlichen Dokumente, wenn diese von evangelischer Seite angegriffen wurden“ – so der Kommentar abschließend.

Diese deutlichen Worte besitzen einen interessanten Nebenaspekt.

Denn die ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ ist Mitglied im ‘Forum Deutscher Katholiken’, das die jährlichen Kongresse „Freude am Glauben“ in Fulda veranstaltet.

Dieser Kongreß wird jährlich mit 15.000 Euro aus Mitteln des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ gefördert.

Der ‘Verband der Diözesen Deutschlands’ ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. Er wurde am 4. März 1968 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Diözesen zusammengeschlossen.

Vorsitzender der Vollversammlung des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.

Der Kardinal ließ bislang jährlich auch ein Grußwort an die Teilnehmer bei „Freude am Glauben“ übermitteln.

Die „Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg“ hatte sich mit ihrem Vorsitzenden Professor Dr. Hubert Gindert im Jahr 2000 von der ‘Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum e. V.’ unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Graf – getrennt und daraufhin das ‘Forum Deutscher Katholiken’ gegründet.

Der damals angegebene Grund: unüberwindbare kirchenpolitische Gegensätze.
      
20 Lesermeinungen
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#21   Weißer Ritter   21:01:11 | Donnerstag, 14. Februar 2008
@El Noro
Warum weigert sich Prof. Gindert dann, bei den Treffen des Forums eine Messe im alten Ritus lesen zu lassen?
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#20   El Noro   15:40:25 | Donnerstag, 14. Februar 2008
Weißer Ritter
Auch diese Behauptung ist definitv falsch. Prof. Gindert ist ebenso offen für den Tridentinsichen Ritus wie für den Novus Ordo. Wichtig ist ihm die Bindung an den Willen des Heiligen Vaters.
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#19   Weißer Ritter   11:33:48 | Donnerstag, 14. Februar 2008
Spaltung der Initiativkreise
Es ist definitiv so, daß Prof. Gindert die Intiativkreise gespalten hat.
Ein bekannter Grund ist seine strikte Ablehnung der Messe nach dem Ritus von 1962. Er befürwortet ausschließlich den NOM.
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#18   Libertas Ecclesiae   21:04:38 | Mittwoch, 13. Februar 2008
El Noro
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
Nach meinem Kenntnisstand ist die Darstellung des Artikels zutreffend. Warum sollte Dr. Graf die Inititiativkreise gespalten haben? Das ist eine sehr kühne Behauptung. Prof. Gindert war es, der nicht mehr hinter den ursprünglichen Zielsetzungen der Initiativkreisvereinigung stand und versuchte, diese auf einen neuen Kurs zu trimmen. Das wollte die überwältigende Mehrheit der IK-ler aber nicht, und so spaltete sich Prof. Gindert ab und machte seinen eigenen neuen Verein auf, der seither einen seltsamen Wackelkurs fährt.
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#17   El Noro   20:43:52 | Mittwoch, 13. Februar 2008
Spaltung
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
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#16   El Noro   20:43:31 | Mittwoch, 13. Februar 2008
Spaltung
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
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#15   Weißer Ritter   00:34:42 | Mittwoch, 13. Februar 2008
Prof. Gindert
Es mag ja sein, dass versteht sich „Freude am Glauben“ als „konservatives Gegengewicht zum ZDK“ versteht, aber dieser Professor Gindert scheint irgendwie nicht recht zu wissen, was er eigentlich will.
Seine (Prof. Ginderts) Absicht war es
1.) affirmativ zu allem und jedem „ja“ zu sagen, was Johannes Paul II. sagte, ohne Rücksicht auf die beständige Lehre der Kirche und
2.) mit allen Mitteln zu verhindern, daß „seine“ konservative Bewegung die Messe im Ritus von 1962 als legitim anerkennt.
Dazu hat man – hier weiß ich nicht, wer es war – zu dem Mittel der objektiv falschen Berichterstattung in der Deutschen Tagespost (die heute verschämt das „Deutsche“ gestrichen hat) gegriffen.
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#14   Libertas Ecclesiae   20:28:19 | Dienstag, 12. Februar 2008
@ bonifatius
Nein, die Kritik der Aktionsgemeinschaft findet sicherlich keine Mehrheit bei den Zeitungsschreibern und Redakteuren der Funk und Fernsehmächte.
Aber die Aktionsgemeinschaft hat doch ausgerechnet Kardinal Lehmann immer wieder hofiert, die wollten sich mit der DBK gutstellen, und „Freude am Glauben“ wird inzwischen auch vom Verband der Diözesen Deutschlands finanziell bezuschusst. Und jetzt kommt eine durchaus berechtigte Kritik am bisherigen „Vorsitzenden“. Auf diese widersprüchliche Haltung der Aktionsgemeinschaft zielt der kreuz.net-Artikel wohl ab.
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#13   bonifatius   19:59:56 | Dienstag, 12. Februar 2008
…seine Augen nicht trauen…
Die ganze Lobhudelei über einen Bischof, der trotz seines Treueides die Päpste in wichtigen Fragen laufend konterkarierte, ist für einen gläubigen Katholiken ein Brechmittel.
Mir stellen sich die Haare auf, wenn Institutionen, die sonst unchristlich und kirchenfeindlich argumentieren, in überschwänglicher Art Lehmann fast als einen deutschen Reservepapst mit heiligmäßigen Leben hinstellen.
Nein, die Kritik der Aktionsgemeinschaft findet sicherlich keine Mehrheit bei den Zeitungsschreibern und Redakteuren der Funk und Fernsehmächte.
Aber Wahrheit und Mehrheit haben selten zusammengepasst.
Übrigens könnte ich mir gut vorstellen, dass die deutschen Bischöfe weder über ihre Hirtentätigkeit noch über ihre Anbiederung an den Zeitgeist im Himmel große Zustimmung erhalten werden.
Wie sagt doch N.G.Davila: Um die Institutionen zu retten,wirft der moderne Klerus die Botschaft über Bord.
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#12   maliems   15:28:30 | Dienstag, 12. Februar 2008
@hintzen
wasn quatsch.
wieso steht dann in deinem pass nicht du seist allumfassend?
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#11   clarissa colonia   12:43:10 | Dienstag, 12. Februar 2008
Ich gab nur die Selbsteinschätzung
eines Dritten über sich selbst wieder, sehe mich aber außerstande, Ihnen in Ihrer Wertung zu widersprechen.
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#10   Libertas Ecclesiae   12:27:00 | Dienstag, 12. Februar 2008
@ Hintzen
1)Die „Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg“ wird nicht vom VDD finanziert.
Das hat auch niemand behauptet. In dem Artikel heißt es nur, dass der Kongress „Freude am Glauben“ aus Mitteln des VDD bezuschusst wird.
Um so verwunderlicher in der Tat die harsche Kritik am bisherigen DBK-Vorsitzenden Kardinal Lehmann.
@ Clarissa
Es mag ja sein, dass versteht sich „Freude am Glauben“ als „konservatives Gegengewicht zum ZDK“ versteht, aber dieser Professor Gindert scheint irgendwie nicht recht zu wissen, was er eigentlich will.
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#9   Guiseppe   11:43:37 | Dienstag, 12. Februar 2008
Vorsitzender des VDD-Verwaltungsrats
kreuz.net: „Vorsitzender der Vollversammlung des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.“
Der – soeben zum DBK-Vorsitzenden gewählte – Erzbischof Robert Zollitsch ist seit 2004 Ausschussvorsitzender des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) und als solcher Vorsitzender des VDD-Verwaltungsrats, der für die Finanzen dieses bundesweiten Dachverbandes der deutschen Bistümer zuständig ist.
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#8   Gunsenum   11:16:31 | Dienstag, 12. Februar 2008
Gratulation an Erzbischof Zollitsch!
EIne interessante Wahl, dem neuen Vorsitzenden recht viel Fortune!
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#7   LandorganistII   11:14:55 | Dienstag, 12. Februar 2008
Kathnet war wieder schneller!
Bischof Zollitsch ist neuer Vorsitzender der DBK!
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#6   st.georg   11:06:30 | Dienstag, 12. Februar 2008
@ rrr
:)3 :)3 :)3
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#4   RRR   11:01:25 | Dienstag, 12. Februar 2008
Der Artikel spricht für sich
Dieser Artikel, der die Information schuldig bleibt, warum man denn angeblich seinen Augen nicht mehr trauen könne, umfasst 522 Wörter. Er ist damit 78 Wörter länger als Eröffnungs- und Schlusswort von Karl Kardinal Lehmann bei der Eröffnungsmesse der diesjährigen Frühjahrstagung der Deutschen Bischofskonferenz zusammengenommen.
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#3   Dr. Christoph Heger   10:31:41 | Dienstag, 12. Februar 2008
Hintzen über „Katholisches“
1)… Aber „katholisch“ heißt eben „allumfassend“, …
Das ist ein oft gesagter Quatsch. „Katholisch“ heißt nicht alles und sein Gegenteil umfassend, sondern „für alle verbindlich“.
MfG
Christoph Heger
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#2   clarissa colonia   10:30:36 | Dienstag, 12. Februar 2008
Die Bewegung „Freude am Glauben“
versteht sich nach mündlicher Aussage ihres Vorsitzenden gegenüber mir als „konservatives Gegengewicht zum ZDK“ und beabsichtigt, dieses „langfristig zu ersetzen oder überflüssig zu machen“, um „in der Kirche die romtreuen Katholiken zu sammeln“ und die „nationalkirchlichen Tendenzen zu überwinden“ (Zitate).
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#1   kath.Sachs †   10:22:12 | Dienstag, 12. Februar 2008
Katholisch?
1)Die „Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg“ wird nicht vom VDD finanziert. Daß die „Freude am Glauben“-Kuschelgruppe eine Randgruppe in der katholischen Kirche bildet, ist jedem Insider bekannt. Aber „katholisch“ heißt eben „allumfassend“, und da haben auch Kuriositäten Platz – solange sie sich an der Glaubens- und Sittenlehre der kath. Kirche orientieren. 2)Daß kreuz.net mal wieder in der Mülltüte gewühlt hat und ein Blättchen ausgegraben hat, das vielleicht 100 Leute kennen und 20 lesen spricht für Fleiß in der Recherche aber keineswegs für Qualität. :-D
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