Unklarer Kurs im ‘Forum Deutscher Katholiken’?
Beim Lesen eines jüngsten Kommentars, der von der ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ über den scheidenden Präsidenten der deutschen Bischofskonferenz publiziert wurde, ist man versucht, seinen Augen nicht zu trauen.
(kreuz.net, Augsburg) Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat das Publikationsorgan der ‘Aktionsgemeinschaft
IK-Augsburg’ eine Bilanz der Amtszeit von Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
gezogen.
Das Publikationsorgan nennt sich ‘Informationen aus Kirche und Welt’ und wird nur in gedruckter Form publiziert. Verantwortlicher Schriftleiter ist laut Impressum der Studiendirektor im Ruhestand, Gerhard Stumpf aus Landsberg am Lech.
Der Artikel über Karl Kardinal Lehmann erschien in der Februar-Nummer. Er steht unter dem Titel „Der Mediator aus Mainz“.
Der Text beginnt mit dem Zitat aus einem Portrait des Kardinals von Ulrich Pick im Südwestrundfunk:
„Seine Klugheit bewundern seine Freunde und Kollegen, seine Volksnähe lieben die Mainzer und seine Streitlust bekam Johannes Paul II. deutlich zu spüren.“
Hinter diesen wenigen Zeilen stecke vieles – so das Publikationsorgan und schickt sich an, einige „weitgehend vergessene“ Aspekte noch einmal aufzurollen.
Zwar sei Kardinal Lehmann ein Mediator zwischen Politik und Kirche gewesen: „Doch ging seine Verständigung mit der Politik in der Ära Kohl zu Lasten der Kirche. In Deutschland bildete sich ein antirömischer Affekt heraus.“
Von „Streitlust mit der Politik und Politikern“ um die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von Anfang an sei wenig zu spüren gewesen.
Als Mittler habe sich Kardinal Lehmann auch im Umgang mit dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ benommen. Doch auch das sei zu Lasten der Kirche gegangen:
„Warum konnte sich aus dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ der Verein ‘Donum vitae’ herausbilden, der die päpstliche Weisung mißachtet?“ – fragen die ‘Informationen aus Kirche und Welt’.
Ein Mittler sei der Kardinal auch unter den Bischöfen gewesen, doch zu Lasten der Verantwortung der Bischöfe in den eigenen Diözesen. Unter seiner Führung der Deutschen Bischofskonferenz seien die Aussagen einzelner Bischöfe relativiert worden.
Auch den Medien gegenüber habe sich Kardinal Lehmann als Mediator erwiesen. Dabei habe er manche klare Aussage aus Rom und von anderen Bischöfen mit abschwächenden Kommentaren begleitet.
Im ökumenischen Gespräch habe er ebenfalls zu vermitteln versucht: „Doch fehlte seine Unterstützung für die päpstlichen Dokumente, wenn diese von evangelischer Seite angegriffen wurden“ – so der Kommentar abschließend.
Diese deutlichen Worte besitzen einen interessanten Nebenaspekt.
Denn die ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ ist Mitglied im ‘Forum Deutscher Katholiken’, das die jährlichen Kongresse „Freude am Glauben“ in Fulda veranstaltet.
Dieser Kongreß wird jährlich mit 15.000 Euro aus Mitteln des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ gefördert.
Der ‘Verband der Diözesen Deutschlands’ ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. Er wurde am 4. März 1968 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Diözesen zusammengeschlossen.
Vorsitzender der Vollversammlung des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.
Der Kardinal ließ bislang jährlich auch ein Grußwort an die Teilnehmer bei „Freude am Glauben“ übermitteln.
Die „Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg“ hatte sich mit ihrem Vorsitzenden Professor Dr. Hubert Gindert im Jahr 2000 von der ‘Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum e. V.’ unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Graf – getrennt und daraufhin das ‘Forum Deutscher Katholiken’ gegründet.
Der damals angegebene Grund: unüberwindbare kirchenpolitische Gegensätze.
© Titelbild: James Boardwell, CC
Das Publikationsorgan nennt sich ‘Informationen aus Kirche und Welt’ und wird nur in gedruckter Form publiziert. Verantwortlicher Schriftleiter ist laut Impressum der Studiendirektor im Ruhestand, Gerhard Stumpf aus Landsberg am Lech.
Der Artikel über Karl Kardinal Lehmann erschien in der Februar-Nummer. Er steht unter dem Titel „Der Mediator aus Mainz“.
Der Text beginnt mit dem Zitat aus einem Portrait des Kardinals von Ulrich Pick im Südwestrundfunk:
„Seine Klugheit bewundern seine Freunde und Kollegen, seine Volksnähe lieben die Mainzer und seine Streitlust bekam Johannes Paul II. deutlich zu spüren.“
Hinter diesen wenigen Zeilen stecke vieles – so das Publikationsorgan und schickt sich an, einige „weitgehend vergessene“ Aspekte noch einmal aufzurollen.
Zwar sei Kardinal Lehmann ein Mediator zwischen Politik und Kirche gewesen: „Doch ging seine Verständigung mit der Politik in der Ära Kohl zu Lasten der Kirche. In Deutschland bildete sich ein antirömischer Affekt heraus.“
Von „Streitlust mit der Politik und Politikern“ um die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von Anfang an sei wenig zu spüren gewesen.
Als Mittler habe sich Kardinal Lehmann auch im Umgang mit dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ benommen. Doch auch das sei zu Lasten der Kirche gegangen:
„Warum konnte sich aus dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ der Verein ‘Donum vitae’ herausbilden, der die päpstliche Weisung mißachtet?“ – fragen die ‘Informationen aus Kirche und Welt’.
Ein Mittler sei der Kardinal auch unter den Bischöfen gewesen, doch zu Lasten der Verantwortung der Bischöfe in den eigenen Diözesen. Unter seiner Führung der Deutschen Bischofskonferenz seien die Aussagen einzelner Bischöfe relativiert worden.
Auch den Medien gegenüber habe sich Kardinal Lehmann als Mediator erwiesen. Dabei habe er manche klare Aussage aus Rom und von anderen Bischöfen mit abschwächenden Kommentaren begleitet.
Im ökumenischen Gespräch habe er ebenfalls zu vermitteln versucht: „Doch fehlte seine Unterstützung für die päpstlichen Dokumente, wenn diese von evangelischer Seite angegriffen wurden“ – so der Kommentar abschließend.
Diese deutlichen Worte besitzen einen interessanten Nebenaspekt.
Denn die ‘Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg’ ist Mitglied im ‘Forum Deutscher Katholiken’, das die jährlichen Kongresse „Freude am Glauben“ in Fulda veranstaltet.
Dieser Kongreß wird jährlich mit 15.000 Euro aus Mitteln des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ gefördert.
Der ‘Verband der Diözesen Deutschlands’ ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. Er wurde am 4. März 1968 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Diözesen zusammengeschlossen.
Vorsitzender der Vollversammlung des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.
Der Kardinal ließ bislang jährlich auch ein Grußwort an die Teilnehmer bei „Freude am Glauben“ übermitteln.
Die „Aktionsgemeinschaft IK-Augsburg“ hatte sich mit ihrem Vorsitzenden Professor Dr. Hubert Gindert im Jahr 2000 von der ‘Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum e. V.’ unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Graf – getrennt und daraufhin das ‘Forum Deutscher Katholiken’ gegründet.
Der damals angegebene Grund: unüberwindbare kirchenpolitische Gegensätze.
© Titelbild: James Boardwell, CC
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Donnerstag, 14. Februar 2008 21:01
Weißer Ritter: @El Noro
Warum weigert sich Prof. Gindert dann, bei den Treffen des Forums eine Messe im alten Ritus lesen zu lassen?
Donnerstag, 14. Februar 2008 15:40
El Noro: Weißer Ritter
Auch diese Behauptung ist definitv falsch. Prof. Gindert ist ebenso offen für den Tridentinsichen Ritus wie für den Novus Ordo. Wichtig ist ihm die Bindung an den Willen des Heiligen Vaters.
Donnerstag, 14. Februar 2008 11:33
Weißer Ritter: Spaltung der Initiativkreise
Es ist definitiv so, daß Prof. Gindert die Intiativkreise gespalten hat.
Ein bekannter Grund ist seine strikte Ablehnung der Messe nach dem Ritus von 1962. Er befürwortet ausschließlich den NOM.
Ein bekannter Grund ist seine strikte Ablehnung der Messe nach dem Ritus von 1962. Er befürwortet ausschließlich den NOM.
Mittwoch, 13. Februar 2008 21:04
Libertas Ecclesiae: El Noro
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen
getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder
hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
Nach meinem Kenntnisstand ist die Darstellung des Artikels zutreffend. Warum sollte Dr. Graf die Inititiativkreise gespalten haben? Das ist eine sehr kühne Behauptung. Prof. Gindert war es, der nicht mehr hinter den ursprünglichen Zielsetzungen der Initiativkreisvereinigung stand und versuchte, diese auf einen neuen Kurs zu trimmen. Das wollte die überwältigende Mehrheit der IK-ler aber nicht, und so spaltete sich Prof. Gindert ab und machte seinen eigenen neuen Verein auf, der seither einen seltsamen Wackelkurs fährt.
Nach meinem Kenntnisstand ist die Darstellung des Artikels zutreffend. Warum sollte Dr. Graf die Inititiativkreise gespalten haben? Das ist eine sehr kühne Behauptung. Prof. Gindert war es, der nicht mehr hinter den ursprünglichen Zielsetzungen der Initiativkreisvereinigung stand und versuchte, diese auf einen neuen Kurs zu trimmen. Das wollte die überwältigende Mehrheit der IK-ler aber nicht, und so spaltete sich Prof. Gindert ab und machte seinen eigenen neuen Verein auf, der seither einen seltsamen Wackelkurs fährt.
Mittwoch, 13. Februar 2008 20:43
El Noro: Spaltung
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
Mittwoch, 13. Februar 2008 20:43
El Noro: Spaltung
Der vorletzte Absatz des Artikels ist definitv falsch. Nicht Prof. Gindert hat sich von den Initiativkreisen getrennt, sondern Dr. Graf hat diese gespalten. Das zeigt, daß Kreuz.net falsch recherchiert hat – oder hat es ungeprüft einen Artikel aus Grafs Klientel übernommen?
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