Heilige
Heute beleidigt die Kirche gleich drei Heilige
Die ganze Welt feiert am 14. Februar den heiligen Valentin als Patron der Verliebten. Längst ist dieses katholische Fest zum Menschheitserbe avanciert. Im protestantischen Großbritannien, im laizistischen Frankreich, im orthodoxen Russland ist der heilige Valentin genauso ein Begriff wie im kommunistischen China. Alle Welt weiß: Heute ist der heilige Valentin, der Patron der Verliebten – nur seine Kirche hat ihn vergessen.
(kreuz.net) In einer Zeit, wo die katholischen Heiligenfeste zusammenbrechen wie ein morscher Wald, stieg der heilige Valentin wie ein Phönix aus der Asche. Zurecht beklagt man den Niedergang der Marienverehrung. Selbst die Gottesmutter sitzt gegenwärtig auf der Strafbank, von den anderen Heiligen nicht zu reden. Während in der Kirche massenweise heiliggesprochen wird, geht es in ihr mit der Heiligenverehrung unaufhaltsam abwärts.

Selbst im katholischen Polen hat der polnische Papst den Heiligenwald auf Wunsch der polnischen Bischöfe abgeholzt. Der heilige Joseph, die heiligen Petrus und Paulus, die Unbefleckte Empfängnis, alle wurden sie erbarmungslos degradiert. Doch während die Kirche – vierzig Jahre nach dem Konzil – im Heiligenhimmel immer noch aufräumt, schwärmt die Welt mehr den je vom heiligen Valentin.

Im Ornat des katholischen Bischofs erscheint er sogar auf dem Roten Platz in Moskau und verteilt dort Valentinsgrüße. Jahrhunderte nach seinem römischen Martyrium erobert der heilige Valentin ausgerechnet ein Reich, das für die katholische Kirche spätestens seit der sexuellen Revolution unwiederbringlich verloren schien: das Reich der Liebenden und der Verliebten.

Wer würde heute einen katholischen Bischof mit dem Thema der süßen Liebe in Zusammenhang bringen? Im Gegenteil. Keiner wird in unserer Zeit so sehr als Lustverhinderer angeschwärzt wie die katholische Kirche. Nichtsdestotrotz hat es der Märtyrerbischof Valentin mit souveräner Leichtigkeit geschafft, zum weltweiten Symbol der Liebenden aufzusteigen. Was für eine Chance für die Neuevangelisierung: der heilige Valentin als trojanisches Pferd der Kirche, um die Welt in ihrem Herzen zu treffen.

Doch es gibt eine bittere Pille: Alle wollen Valentin, nur in der Kirche ist er hin.

In seiner Kirche ist der heilige Valentin ein verachteter Prophet. Er, der in England selbst die Reformation überlebte, ist der Axt der Liturgiereform nicht entkommen. Wer am heutigen Tag in der Römischen Liturgie etwas vom heiligen Valentin hören will, muß sich auf die Suche nach einer seltenen Kirche machen, wo die letzten Unbelehrbaren die Messe im vorkonziliären Ritus lesen.

In Sachen „Valentin“ heißt die offizielle katholische Kirche Hase, und sie weiß von gar nichts. Nach dem neuen liturgischen Kalender begeht die Kirche nämlich am 14. Februar den Festtag der heiligen Cyrill und Methodius. Wer von den zweien noch nie gehört hat, soll sich keine Vorwürfe machen. Schließlich spricht die ganze Welt an ihrem Fest vom heiligen Valentin, der vor dem Konzil der Tagesheilige des 14. Februars war.

Vermutlich haben die neuen Liturgen gemerkt, daß sie am 14. Februar mit Cyrill und Methodius auf verlorenem Posten stehen. Dennoch ist in der Zwischenzeit ein richtiger kirchlicher Kampf gegen Windmühlen zugunsten des Heiligenpaars entbrannt.

Zuerst hat man ihren unbeachteten Gedenktag am 14. Februar zum Fest aufgewertet. Dann erhob man die zwei – verdientermaßen – zu Patronen Europas. Es half alles nichts. Der 14. Februar war und bleibt der Tag des heiligen Valentin, Bischof von Terni und römischer Märtyrer.

Die Kirche, die sich nach dem Zweiten Vatikanum aus ihrem Ghetto-Dasein befreien wollte, landete am 14. Februar wieder im Abseits. Je mehr sie sich verzweifelt bemüht, an diesem Tag die heiligen Cyrill und Methodius zu feiern, desto mehr bejubelt die Welt – und die Christen mit ihr – den heiligen Valentin.

Wie lange soll die vergebliche Liebesmühe am Tag des Patrons der Liebenden noch dauern? Diese liturgische Zwängerei beleidigt nicht nur den heiligen Märtyrerbischof Valentin, sondern auch die zwei großartigen Slavenmissionare und Patrone Europas Cyrill und Methodius. Alle drei hätten etwas Besseres verdient.

Keine Frage. Die heiligen Cyrill und Methodius sind ‘wichtigere’ Heilige als der obskure heilige Valentin. Auch Weihnachten ist wichtiger als der Festtag von Cyrill und Methodius. Dennoch würde es niemandem einfallen, die Geburt Christi am 14. Februar zu feiern. Man sollte die Heiligen eben feiern wie sie fallen.

Ihr gescheiten römischen Leute, gebt uns unseren heiligen Valentin wieder, sonst nehmen wir ihn, ohne zu fragen. Und gebt den zwei Heiligen, Cyrill und Methodius, einen anständigen Festtag, an dem sie von allen so gefeiert werden, wie sie es verdienen.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Vetter Taferl   20:30:52 | Samstag, 19. Februar 2005
@ Athanasius
Konzilsgedächtniskirche oder Konzilskirche meint die pflichtvergessenen Amtsinhaber, die im Sold des Modernismus oder gar der Freimaurerei stehen. Mit dem Corpus Christi Mysticum haben sie nur dem Namen nach zu tun, da sie aufgrund ihrer Irrlehren und sonstigen schweren Sünden (Pflichtverletzungen) typischer Weise nicht im Stand der Gnade sind und daher dem mystischen Leib Christi gar nicht angehören.
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#11   Athanasius   19:48:35 | Samstag, 19. Februar 2005
Man vermeide die Polemik
Man spreche lieber über post-konziliäre Kirche. Konzilskirche hört sich fremd an, und Unwissende und Beängstigte haben keine Schuld an die Infiltration des Modernismus.
Wir sind eine Kirche!
Mysticum Corpus Christi!
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#10   Sulpicius   14:52:38 | Dienstag, 15. Februar 2005
@Mario
Ich gebe zu: kein leicht zu lösendes theologisches Problem. Zunächst sollte meine Bezeichnung allerdings auch nur eine chronologische sein.
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#9   Mario   14:33:19 | Dienstag, 15. Februar 2005
sulpicius
was soll denn die konzilskirche sein? ich dachte wir bekennen im credo et UNAM sanctam …
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#8   Sulpicius   14:25:23 | Dienstag, 15. Februar 2005
Na ja, irgendwo stimmt der Bericht
Lustig finde ich vor allem immer wieder die Verteidiger der Konzilskirche. Um ihr ja kein Haar krümmen zu lassen, schwingen sie sich zu den tollsten spirituellen Beiträgen auf.
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#7   Bruno-Maria Schulz   15:54:19 | Montag, 14. Februar 2005
Selbst die Gottesmutter sitzt gegenwärtig auf der Strafbank
.
Liebe Herausgeber,
wer diese Schlagzeile, die ihr in diesem Thread produziert habt liest, muss sich fragen, welchen Geist ihr verbreitet, verbreiten wollt, was euer Ziel ist.
Der Satz ist so entsetzlich dumm, dass es vergleichbar wäre mit einem Satz wie:
DIE AMEISE # 3.462 VON AMEISENHAUFEN 7a links im Hardtwald, setzt den Förster auf die Strafbank.
Leute – ich dachte, dies sei ein CHRISTLICHES Forum. Muss ich mich nun noch wundern, warum gotteslästerliche Beiträge ungeahndet bleiben?
Ebenso geistlos ist eine angebliche Beleidigung von Heiligen. Wer ist ein Mensch, dass er einen Heiligen beleidigen könnte? Dass es die Kirche nie tat, konstatierte Catholicus bereits. Was also sollen solche Headlines?
Es wäre hohe Zeit zu einer offiziellen Erklärung, welches Ziel wer von Kreuz.net verfolgt. Reines Versteckspiel und die Puppen tanzen lassen, endet im Aus.
Bevor Klärung erfolgt, enthalte ich mich weiterer Beiträge.
Bruno-Maria Schulz
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#6   Stimme aus dem Tradiland   15:36:43 | Montag, 14. Februar 2005
Eschatologische Spitzfindigkeiten
von Catholicus: Es ist völlig klar, was gemeint ist, nämlich dass die Heiligenverehrung durch „Maßnahmen auf dem grünen Tisch“ beeinträchtigt wird. Die des Hl. Valentin, indem man ihm seinen angestammten Gedenktag weggenommen hat, die der Hl. Cyrill und Method, indem man sie auf einen Tag „gesetzt“ hat, er im Volksbrauchtum anders geprägt ist, nämlich durch den Hl. Valentin. Die Heiligenverehrung aller drei ist dadurch beeinträchtigt worden.
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#5   Catholicus   13:39:01 | Montag, 14. Februar 2005
Die Kirche „beleidigt“ keine Heiligen!
Es zeugt nicht vom Sinn für die Kirche, wenn in der Überschrift dieses Beitrags festgestellt wird, die Kirche würde heute drei Heilige „beleidigen“. Man mag sich gewiss persönlich andere Prioriäten in der Heiligenverehrung wünschen, als es uns die offizielle Kirche in ihrem liturgischen Kalender vorgibt. Es wäre aber doch eigenartig, wenn man annähme, dass durch die kirchliche Anordnung und Festsetzung der Heiligenfest gewisse Heilige im Himmel „beleidigt“ würden. Vielmehr freut sich im Himmel jeder Heilige an der Verehrung, die anderen zuteil wird. Es gibt keinen Neid und kein Konkurrenzdenken, und alle freuen sich, wenn sie durch ihre Fürbitte bei Gott beitragen dürfen zum Heil der Menschen!
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#4   Stimme aus dem Tradiland   11:28:11 | Montag, 14. Februar 2005
Die Österr. Bischofskonferenz hat den „passenden“ Kontrapunkt
durch die Segnung von Konkubinaten geliefert. Das heißt, es werden Paare gesegnet, die in schwerer Sünde leben. Statt diese auf Buße, Reue, Umkehr und Beichte zu verweisen, werden die auch noch gesegnet. Eine wahre Paralysierung des Ehesakraments. Die Loge läßt grüssen!
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#3   Ephasus   10:19:50 | Montag, 14. Februar 2005
hmmm
In der Liturgie von 1962…
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#2   Stimme aus dem Tradiland   09:20:52 | Montag, 14. Februar 2005
Gezielte Attacke der Konzilsgedächtniskirche
Die völlige Umstürzung des Heiligenkalenders und die Einführung einer dreijährigen Leseordnung, die altehrwürdige einjährige Leseordnung, wie sie von Anbeginn üblich war, verdrängte, ist ein typisches Werk der Konzilsgedächtniskirche.
In meiner Familie wurde bis zum NOM der Namenstag auf gleicher Ebene wie der Geburtstag gefeiert, in der Generation vor mir (Eltern) war der Namenstag sogar vorrangig. Als im Zuge der Liturgiereform die Namenstage verlegt wurden, hörte sich das auf.
Die alten gewohnten Tage waren nicht mehr die richtigen Namenstage und die neuen Namenstage hatten innerfamiliär keine Tradition. Man muß also diese Verlegungen, die in aller Regel, wenn nicht zur Gänze völlig unberechtigt, weil gegen die Tradition gerichtet, waren, in ihrer richtigen Bedeutung „würdigen“: Als gezielten Anschlag auf die Volksfrömmigkeit!.
Wer einmal nachgelesen hat, dass in Gruppierungen wie der „Church of Satan“ oder in der „Ecclesia Gnostica“ der Geburtstag als besonderer Feiertag vorgestellt wird, der weiß, um was es geht. Um das Fest des von Gott losgelösten Individuums, das sich selbst verherrlicht.
Übrigens war der Valentinstag nicht der einzige bekannte Tag, der der Liturgiereform zum Opfer fiel. Der Thomastag, in Nürnberg besonders gefeiert, etwa. Das Fest Maria Königin, welches am Ende des Marienmonats (31. Mai) sicher besser paßt als dort, wo es heute (nicht) begangen wird, usw.
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#1   Pelagius   09:03:56 | Montag, 14. Februar 2005
Doch leider…
… hat St. Valentin auch in der Liturgie von 1962 nur den Rang einer Commemoratio. Und die grausam unnachgiebige Fastenzeit verdrängt ihn ohnehin bis auf letzte Überbleibsel. Doch immerhin: Ut desint vires, tamen es laudanda voluntas.
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