17:46:28 | Mittwoch, 13. Februar 2008
In der Schweiz führen skrupellose Kirchenhasser das große Wort. Ihr Mut wächst auch darum, weil die Kirche meistens schweigt. Doch dieses Mal haben sie sich verrechnet.

Bei den angeblichen Pädophilieskandalen in der Kirche geht es darum, die Kirche zu zerstören.
(kreuz.net, Basel) Schon seit längerem haben sich kirchenfeindliche Medien auf das Bistum Basel eingeschossen.
Diese Haß-Kampagne wird vom Zürcher ‘Tages-Anzeiger’ und der ‘Sonntagszeitung’ angeführt. Beide gehören
dem gleichen Medienunternehmen.
Doch jetzt hat das Bistum zurückgeschlagen. Der diözesane Informationsbeauftragter
Giuseppe Gracia sprach heute von einer „verantwortungslosen Berichterstattung“ dieser Zeitungen.
Eine
bewußte mediale Skandalisierung schüre – zum Schaden des ganzen Bistums – Vorverurteilungen gegenüber
Bischof Kurt Koch und dem Generalvikar, Pater Roland Trauffer.
Das Bistum publizierte auch einen Offenen
Brief von Generalvikar Trauffer. Das Schreiben steht unter dem Titel „Moby Dick und wie man ihn schlachtet“.
Es ist an Interessierte und Journalisten gerichtet.
Der Generalvikar bezieht sich auf einen Skandal-Bericht
des ‘Tagesanzeigers’. Dieser hat den sechzig Jahre alten Fall eines vermeintlichen Mißbrauchs im Bistum
Basel ausgegraben.
Doch für den Generalvikar ist die Verurteilung einer möglicherweise unschuldigen
Person ohne klare Beweise unverzeihlich: „Es gilt in unserem Rechtssystem immer noch die Unschuldsvermutung.“
Im Fall der Kirche sei das aber wegen auflagenträchtiger Denkschablonen seit geraumer Zeit jedoch umgekehrt:
„Es gilt die Schuld-Vermutung, bis zum Erweis der Unschuld.“
Die Richter würden in den Redaktionsstuben
und an den Stammtischen sitzen.
Der Generalvikar erwähnt auch den pauschalen Vorwurf einer angeblichen
Vertuschung oder gar Förderung von Kinderschänderei durch die Kirche:
„Im Kern werden dabei alle katholischen
Priester als potentielle Kinderschänder betrachtet, allein weil sie durch ihren Entscheid zum Zölibat
keine eigene Familie gründen und Enthaltsamkeit geloben – was angeblich automatisch krank und sexuell
pervers macht.“
Damit reduziere man Tausende von Menschen, die sich ein Leben lang in der Seelsorge engagieren,
auf tickende Kinderschreck-Zeitbomben.
Von der Kirche werde das Eingeständnis gefordert, daß es in
ihr mehr Mißbräuche gebe als anderswo:
„Man sagt, schafft doch den Zölibat ab, das Problem der Frauenordination,
die Kurie, den Papst, kurz die katholische Kirche, wie sie jetzt ist – und endlich sind wir beim wahren
Thema.“
Letztlich gehe es um die Schlachtung der Kirche – so Pater Trauffer: „Unsere Kirche ist der alte,
große Fisch, dem die traditionellen, nach Umkehr und Demut duftenden Eingeweide herausgerissen werden
sollen.“
„Das ist das wahre Programm hinter den Vorwürfen.“
Es gehe nicht um die Kinderschänderei
und die real existierende sexuelle Gewalt und ihre Verhinderung, sondern „um die real existierende katholische
Kirche und wie man
sie verhindert.“
Pater Trauffer weist auch darauf hin, daß Statistiken seit Jahren
belegen, daß Pädophilie – wie fast jede Form von Gewalt – vorwiegend im familiären Umfeld vorkommt:
„Bei den Tätern handelt es sich in großer Mehrheit um verheiratete oder geschiedene, in jedem Fall
anti-zölibatär lebende Männer“ – so Pater Trauffer.
Die antikirchlichen Jäger würden sich in Sachen
Kinderschänderei nicht um Aufklärung und tatsachengerechte Ursachenbekämpfung bemüht.
Dazu müßten
sie über den Ort sprechen, in dem Kinderschänder wirklich ein großes Problem seien – nämlich in der
Welt außerhalb der Priesterstuben:
„Das wäre Stoff für eine gut gesalzene und gepfefferte Fernseh-Predigt
oder Zeitkritik, so richtig gegen den Zeitgeist und seine bequeme Spießigkeit gebürstet“ – so der Generalvikar:
„Aber das braucht eben wirklich Mut. Denn so etwas hören viele Zuschauende und Lesende nicht gern, weil
es nicht die Kirche, sondern die gesellschaftliche Entwicklung in Frage stellt.“
Dann wendet sich der
Generalvikar dem vom kirchenfeindlichen und abtreibungsfreundlichen ‘Tages-Anzeiger’ am 9. Februar aufgerollten
angeblichen Mißbrauchsfall „aus der Zeit des 2. Weltkriegs (!)“ zu:
„Nachdem wir uns redlich bemühten,
den betreffenden Journalisten mit den schwer rekonstruierbaren Fakten vertraut zu machen, hat dieser es
dennoch vorgezogen, in seinem Artikel einen klaren Schuldspruch über uns zu verhängen – ganz in der
Tradition jener, welche die Wahrheit gar nicht zu suchen brauchen, um sie zu besitzen.“
Es spiele keine
Rolle, daß der angebliche Mißbrauch nach sechzig Jahren kaum noch seriös überprüft werden könne
oder daß der angebliche Täter längst tot ist und sich, im Falle einer Unschuld, auch nicht wehren könne.
Der Generalvikar erwähnt auch einen Brief, den das Bistum Basel schon im September 2004 an die vermeintlich
mißbrauchte Frau schickte.
Diese hatte das Bistum mit dem Gang zu den Zeitungen erpreßt, falls es sich
weigern würde, ihr 20.000 Franken – 12.500 Euro – auszuzahlen.
Doch nach Angaben des Generalvikars ist
die Frau die einzige Quelle, die der Journalist des ‘Tagesanzeigers’ für seine schweren Vorwürfe benennt:
„Mehr braucht er nicht, um seine Skandalgeschichte als wahr zu verkaufen.“
Es reiche ein subjektiver
Bericht, der reine, totale Verdacht, solange sich beides nur gegen die Kirche richte.
Jetzt hofft der
Generalvikar, daß es noch Menschen gibt, denen Verantwortung vor der Wahrheit und Suche nach dem rechten
Augenmaß noch etwas bedeuten, „ohne gleich mit hochmütiger Selbstgerechtigkeit auf die Jagd zu gehen
nach dem großen, bösen Fisch, der sich immer wieder als Zielobjekt anbietet, weil er ein Stachel im
Fleisch dieser ganzen scheinheiligen Selbstgefälligkeit bleibt.
Und vielleicht auch, weil dieser Fisch
zu oft schweigt“ – so Pater Trauffer.
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