Auswendig gelernte Fragen
Wie lange werden Kirchenvertreter noch die abgekarteten Interviews kirchenfeindlicher Medien über sich ergehen lassen. Ein Fallbeispiel.
(kreuz.net) Nicht ganz so plump wie das Zürcher Schwesterblatt ‘Tages-Anzeiger’ hat sich die traditionell
antikatholische ‘Neue Züricher Zeitung’ bemüht, den Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder, als prinzipienreitenden
Legalisten hinzustellen.
Die Zeitung benützte zuerst Titel und Vorspann eines Interviews mit dem Bischof, um diesen fertigzumachen.
Der von der Zeitung gewählte Titel des Interviews lautet: „Unsere Kirche hat Prinzipien“.
Im Kurztext heißt es mit der für die antikirchliche Berichterstattung Schweizer Medien typischen Schwarz-Weiß-Schablone:
Mons. Huonder wolle sein Bistum „streng“ nach den Vorgaben des Kirchenrechts führen. Kritik aus Zürich „weise er zurück“, von den Laien verlange er „Loyalität“.
Zudem kritisiere er den Umgang der Medien mit Priestern unter Pädophilieverdacht.
Es ist klar: Ein Bischof, der sich nicht im Sinne der chinesischen Kulturrevolution in zerknirschter Selbst- und Kirchenkritik übt, ist für die ‘Neue Zürcher Zeitung’ ein schlechter Bischof.
Wer sich nach dieser schwarz-weißen Einleitung dennoch die Mühe macht, das Interview zu lesen, begegnet einem Oberhirten, der sachlich, fair und einleuchtend argumentiert.
Seine beiden Interviewpartner, Heidi Gmür und Pascal Hollenstein, bleiben dagegen auf dem Niveau von Auswendiggelerntem.
Implizit werfen sie dem Bischof eine „strenge“ Treue dem Kirchenrecht gegenüber vor.
Der Grund: Er hat das Churer Kuriosum einer Existenz von bisher drei Generalvikaren beendet und will die kirchlich verbotene Laienpredigt zurückdrängen.
Rückfrage an die ‘Neue Zürcher Zeitung’: Ist es schlecht, wenn sich ein Bischof, ein Politiker, Bürger oder sonst jemand an das Recht hält?
Die Zeitung kritisiert zwei der neuernannten Zürcher Bischofsvikäre. Der Bischof kontert: Haben diese beiden Priester weniger Toleranz verdient als die anderen?
Das nächste Reizthema: die Laienpredigt während der Messe. Der Bischof dazu: Was hat es für einen Sinn, einen Laien während der Messe predigen zu lassen, wenn ein Priester sowieso da ist.
Dann die obligatorische Frage nach dem Opus Dei. Was soll der Bischof dazu sagen? Daß deren Mitglieder Teufel sind?
Nächstes Thema: Ausgegrabene Pädophilievorwürfe an Geistliche vergangener Jahrzehnte. Der Bischof: Das Problem sei früher – nicht nur in der Kirche – anders gehandhabt worden.
Hat der Bischof mit dem Interview etwas bewirkt? Das ist nicht anzunehmen.
Die nächste Zeitung wird ihm wieder die gleichen Fragen stellen.
© Titelbild: Webseite Bistum Chur
Die Zeitung benützte zuerst Titel und Vorspann eines Interviews mit dem Bischof, um diesen fertigzumachen.
Der von der Zeitung gewählte Titel des Interviews lautet: „Unsere Kirche hat Prinzipien“.
Im Kurztext heißt es mit der für die antikirchliche Berichterstattung Schweizer Medien typischen Schwarz-Weiß-Schablone:
Mons. Huonder wolle sein Bistum „streng“ nach den Vorgaben des Kirchenrechts führen. Kritik aus Zürich „weise er zurück“, von den Laien verlange er „Loyalität“.
Zudem kritisiere er den Umgang der Medien mit Priestern unter Pädophilieverdacht.
Es ist klar: Ein Bischof, der sich nicht im Sinne der chinesischen Kulturrevolution in zerknirschter Selbst- und Kirchenkritik übt, ist für die ‘Neue Zürcher Zeitung’ ein schlechter Bischof.
Wer sich nach dieser schwarz-weißen Einleitung dennoch die Mühe macht, das Interview zu lesen, begegnet einem Oberhirten, der sachlich, fair und einleuchtend argumentiert.
Seine beiden Interviewpartner, Heidi Gmür und Pascal Hollenstein, bleiben dagegen auf dem Niveau von Auswendiggelerntem.
Implizit werfen sie dem Bischof eine „strenge“ Treue dem Kirchenrecht gegenüber vor.
Der Grund: Er hat das Churer Kuriosum einer Existenz von bisher drei Generalvikaren beendet und will die kirchlich verbotene Laienpredigt zurückdrängen.
Rückfrage an die ‘Neue Zürcher Zeitung’: Ist es schlecht, wenn sich ein Bischof, ein Politiker, Bürger oder sonst jemand an das Recht hält?
Die Zeitung kritisiert zwei der neuernannten Zürcher Bischofsvikäre. Der Bischof kontert: Haben diese beiden Priester weniger Toleranz verdient als die anderen?
Das nächste Reizthema: die Laienpredigt während der Messe. Der Bischof dazu: Was hat es für einen Sinn, einen Laien während der Messe predigen zu lassen, wenn ein Priester sowieso da ist.
Dann die obligatorische Frage nach dem Opus Dei. Was soll der Bischof dazu sagen? Daß deren Mitglieder Teufel sind?
Nächstes Thema: Ausgegrabene Pädophilievorwürfe an Geistliche vergangener Jahrzehnte. Der Bischof: Das Problem sei früher – nicht nur in der Kirche – anders gehandhabt worden.
Hat der Bischof mit dem Interview etwas bewirkt? Das ist nicht anzunehmen.
Die nächste Zeitung wird ihm wieder die gleichen Fragen stellen.
© Titelbild: Webseite Bistum Chur
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Montag, 18. Februar 2008 14:18
LandorganistII: Ausgerechnet
+net echauffiert sich über angeblich „kirchenfeindliche Medien“! Ausgerechnet +net. Lachhaft Nummer!
Montag, 18. Februar 2008 10:46
Max Mustermann: Das plumpe kreuz.net
tut so, als ob es besser gewesen wäre, Bischof Huonder hätte die Interviews verweigert. Er hingegen erweist sich auch bei penetranten und unwissend-böswilligen Fragestellern als geduldiger und liebevoller Hirte, der dem Heil der ihm anvertrauten Seelen dienen will.
Montag, 18. Februar 2008 10:31
catharina: Wahrlich,
ein Bischof, ein Mann Gottes und der Kirche!
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