Heilige
Mehr Seligsprechungen als unter Johannes Paul II.
Künftig sollen Prozesse für Seligsprechungen in den Diözesen nüchterner und strenger geführt werden. Das fordert eine neue Instruktion.
Die neue Instruktion 'Sanctorum Mater'
Die neue Instruktion ‘Sanctorum Mater’
© Screenshot ‘CTV’
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat in seinen knapp drei Jahren als Papst im Verhältnis mehr Selige und Heilige kreiert als Johannes Paul II.

Das gab der Präfekt der Heiligsprechungskongregation, Jose Kardinal Saraiva Martins, heute Montag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Anlaß für die Pressekonferenz war die Veröffentlichung der Instruktion ‘Sanctorum Mater’ über die diözesane Phase der Seligsprechungen.

Seit Beginn des Pontifikats Benedikt XVI. wurden bereits 577 Menschen zur Ehre der Altäre erhoben. Das ist ein Drittel der Zahl an Seligen und Heiligen, die Johannes Paul II. in 27 Jahren seines Pontifikats proklamiert hat.

Doch die bloße Statistik trügt. Die hohe Zahl beinhaltet alleine 498 spanische Martyrer, die während des spanischen Bürgerkriegs von kommunistischen Mördern massakriert wurden.

Neue Instruktion

Die heute veröffentlichte Instruktion ‘Sanctorum Mater’ fordert von Bischöfen mehr Strenge und Nüchternheit bei der diözesanen Phasen des Seligsprechungsverfahrens und besonders bei der Anerkennung von Wundern.

Diese Phase beinhaltet die formale Eröffnung des Prozesses, die Untersuchung des Lebens, der Tugend, des „Rufs der Heiligkeit“ und die Dokumentation eines Wunders.

Die neue Instruktion fordert die Einhaltung der bereits von Johannes Paul II. im Jahr 1983 verabschiedeten Bestimmungen ein.

Doch die Bischöfe hätten diese Regeln ungenügend beachtet – erklärte Kardinal Martins auf der Pressekonferenz.

Das Dokument widerspreche der verbreiteten Vorstellung, daß die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses nur eine Art historisch-kritische Recherche sei:

„Die Instruktion betont, daß die Vergewisserung eines Rufes der Heiligkeit oder des Martyriums eine absolut nötige Voraussetzung für die Aufnahme eines Prozesses ist.“

‘Sanctorum Mater’ unterstreicht ferner, daß der Ruf der Heiligkeit „nicht künstlich produziert“ sein dürfe und bei einem „bedeutenden Teil des Gottesvolks“ bestehen müsse.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Aleph †   14:05:16 | Dienstag, 19. Februar 2008
Wettlauf beim Heiligsprechen
Vielleicht sollte die Geschichte der Päpste neu geschrieben werden. Danach müsste nach der von ihm initiierten Heilsprechungsinflation JP II gleich an erster Stelle stehen.
Wenn Bendikt XVI. es in seiner kurzen Amtszeit schon auf 577 Heiligsprechungen gebracht hat, ist zu erwarten, dass er seinen Vorgänger leicht und locker mit einem Augenzwinkern links überholt.
Die Anzahl der Heiligsprechungen des jeweiligen Papste wäre in der Tat ein neutrales Kriterium für die Stellung des einzelnen Papstes in der noch zu schreibenden Geschichte der Päpste.
Oder hat es möglicherweise auch Päpste gegeben, die so etwas nicht getan haben, andere Menschen zur Ehre der Altäre zu erheben. Petrus bestimmt nicht und dessen Nachfolger bestimmt auch nicht.
Es ist natürlich ziemlich fatal, dass Heiligsprechungsmaschine erst in zuendegehenden 20. Jahrhundert in Gang gesetzt wurde. :-] O:) :-] O:) o^/
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#2   thaumaturgos   08:41:28 | Dienstag, 19. Februar 2008
was ist los :-)
nur ein beitrag, und dabei könnte man so schön auf den V“ past schimpfen …
also, schreibt euch den frust von der seele …
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#1   LandorganistII   07:53:15 | Dienstag, 19. Februar 2008
Man beachte,
dass die Verfahren alle bereits unter J.P. II eröffnet wurden!
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