Kitsch statt katholisch. Valentinsfeiern sind gewöhnlich völlig frei von Theologie und katholischer Lehre. Es genügt, in ihnen das Verliebt-Sein zu glorifizieren. Die Frage nach Zucht und Unzucht stellt natürlich keiner.
(kreuz.net) Rund 120 Menschen füllten das imposante Kirchenschiff der Kirche Sankt Elisabeth in Darmstadt.
Anlaß war ein Abendgottesdienst zum Valentinstag. Das berichtete die Tageszeitung ‘Darmstädter Echo’.
Die Gemeinde gehört zum Bistum Mainz. Viele Anwesenden waren, wie sie auf Anfrage während des Gottesdienstes
erklärten, das erste Mal anwesend.
Die Kirche war mit einem roten Herzen am Altar, Blumen, orangefarbenen
Tüchern, einem tanzenden Pärchen aus Stoff sowie Kerzen dekoriert.
Am Eingang knallten – nach Angaben
des ‘Darmstädter Echos’ – Sektkorken. Dann ertönte die Melodie „What a wonderful world“ als virtuoses
Akkordeonspiel.
Der Darmstädter Cityseelsorger, Pastoralreferent Bernd Lülsdorf, spielte in der Kirche
mit seiner Harmonika mal melancholische, mal fröhliche Gefühle.
Unter anderem wurden die Paare – jüngere
und ältere – mit dem Lied „Halleluja“ von Leonard Cohen bedient.
Der Abend stand unter dem Motto „Liebe
ist wie Ebbe und Flut“. Mit seiner Frage „Wer von den Männern ist freiwillig hier?“ brachte der Gottesdienstleiter
die Anwesenden gleich zu Beginn zum Lachen.
„Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens
und der Liebe“, sagt er weiter: „Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen
die Ebbe.“
Die einzige Fortdauer des Lebens wie auch der Liebe liege im täglichen Auf und Ab, vergleichbar
mit der Freiheit von Tänzern, die sich kaum berührten und doch Partner in der gleichen Bewegung seien.
Zu den frommen Worten legte ein Paar – nach Angaben der Tageszeitung – einen „beeindruckenden Tango Argentino“
aufs Parkett.
„Wir bringen alle unsere Paargeschichte mit und treten damit vor Gott“ – meinte schließlich
Pfarrer Thomas Meurer, ein ehemaliger Kaplan des Mainzer Bischofs, Karl Kardinal Lehmann. Er gilt in der
Diözese als Hoffnungsträger.
Er macht dieses Spektakel offenbar nicht zuletzt darum mit, weil er eher
ein weicher Typ ist, der sich gegen nichts zur Wehr setzt.
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27 Lesermeinungen
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@Homcat Ein Wort, das Sie in einem Ihrer Postings verwenden, erlaube ich mir, auf den von Ihnen gepflegten
Diskussionsstil anzuwenden: „pubertäres Gehabe“. Im übrigen können Sie inhaltlich recht wenig beitragen,
was Sie durch einen agressiven und sehr unfreundlichen Tonfall auszugleichen versuchen. Für Kreuz.net-Leser
nicht eben unüblich… Denn neben vielen „ultrarechten“ gibt es genau so viele „ultralinke“ Querulanten
hier, die ihre Meinung für das Maß aller Dinge halten. Ernstnehmen sollte man die einen eben so wenig
wie die anderen… Die katholische Kirche tut gut daran, diese „Schreihälse“ einfach zu übergehen. Diskussionen
lohnen sich meist eh nicht…
#25 Salvatore 16:27:00 | Dienstag, 19. Februar 2008
Homcat Sie wirken gereitzt, obwohl sie sich heute schon so nett wie immer mit handfesten Argumentationspunkten
geäußert haben. Aber nun vergessen sie Bitte nicht mein Lieber, daß ich das gleiche Recht genieße
wie sie schreiben zu dürfen was mir gerade so in meinen (Un)Sinn kommt. Aber momentan genieße ich den
brühwarmen Gegenwind
Salvatore Heute morgen trockenen Toast bekommen? Ich habe mich zu dem Thema geäußert, Sie bis dato nicht…
Wollen Sie mich extra reizen und persönlich angreifen, weil Sie heute einen schlechten Tag hatten? Reizen
Sie mich lieber mit handfesten Argumentationspunkten anstatt mit pubertärem Gehabe.
#23 Salvatore 16:04:24 | Dienstag, 19. Februar 2008
Homcat Wie können sie mir wenn ich mich genau wie sie verhalte, ich habe nur geschrieben was ich Denke,
ob Produktiv das spielt bei ihnen doch sowiso nur eine untergeordnete Rolle,oder vielleicht genieße ich
ja genau wie sie den Gegenwind
@Salvatore Haben Sie auch was Produktives beizutragen? Wenn nicht: Naja, vielleicht kann man die Kollekte
nicht unbedingt so zählen, aber was ist mit den Eintrittskarten bei klassischen Konzerten? Das ist dann
ok? Entweder oder…
#21 Salvatore 15:43:56 | Dienstag, 19. Februar 2008
Homcat Wie immer, sie schreiben was sei Denken Wen sie den Gegenwind genießen sollten sie darauf achten,
daß sie nicht gegen den Wind Pinkeln, aber das ist man ja von ihnen wie immer gewohnt
@Stromberg Was hat denn Schmuck mit Architektur zu tun? Und was haben Epochen mit dem Hier und Jetzt zu
tun? Ah, verstehe. Sie bekommen das Grausen, wenn ein rotes Herz auf goldenem Samt und Spitze liegt! Na
und? Anderen gefällts. Dafür gefallen anderen schon alleine die Kirchen nicht. Oder finden sie 70er
Jahre Stahl/Beton Kirchen mit Edel-Ikea Bänken gut? Sie haben ziemlich Recht mit dem, was Sie über mich
schreiben. Nur eine Sache, die kann ich so nicht stehen lassen. Ich vergreife mich nicht im Ton, sondern
sage das, was ich denke. Und schließlich wollen die Betreiber doch, daß man sich auseinandersetzt, ansonsten
wären sie nicht so radikal… Manchmal kann man auch den Gegenwind geniesen…
@Homcat Das es hier viele schwachsinnige Threads gibt – wer würde es leugnen, zumal so manchen Schreibern
hier dasselbe Attribut zuzubilligen ist. Kirchenschmuck ist nicht gleich Kirchenschmuck. Die kirchliche
Architektur hat hier verschiedenste Beispiele aller Epochen hervorgebracht. Das im Bericht geschilderte
Kirchenschmuckensemble ist für eine Kirche aber nun wirklich nicht angemessen. Es sei denn, man vertritt
die Meinung eines „anything goes“. Nun gut, dann kann man den nächsten Staatsempfang auch mal bei der
Imbisbude von nebenan machen. Was sollte dagegen sprechen? Was regen Sie sich über Kritik daran auf?
Ich vermute mal, Sie sind weder Theologe noch Experte in Sakralarchitektur und ihrer Geschichte. Gerade
Ihnen als vermutlich nicht „konservativ Verblendetem“, vielleicht eher linksgerichtetem Zeitgenossen müsste
doch viel an der begründeten Artikulation von Kritik liegen. Und nichts anderes habe ich getan. An Ihrem
Tonfall sollten Sie vielleicht ein wenig arbeiten. Ihre Präsenz auf „Kreuz.net“ hat schon ungute Folgen
gehabt, sofern dieser leicht aggressive und haßerfüllte Unterton nicht zu Ihrem Proprium gehörte, als
Sie hier noch nicht schrieben. Andererseits scheint Kreuz.net Querulanten und Querdenker aller Schattierungen
anzuziehen. Ein buntes Häufchen eben…
Eintrittsgeld Wieso? Das muss man doch so und so bezahlen. Ich zahle Kirchensteuer und zahle sonntaglich
was in die Gemeindekasse, wenn der Klingelbeutel rum geht. Ist nix andres, oder?
#16 ExBochumer † 14:56:47 | Dienstag, 19. Februar 2008
Wenn schon Seelsorger sich selbst feiern, und mit dieser Geltungssucht auch noch die Gläubigen infizieren …
dann ist wahrlich das Ende nicht mehr fern. Ein hier nicht nährer zu benennender „Pfarrer“ der Kirche
hat sogar Eintrittsgeld für den Valentine-Gottesdienst verlangt.
@Stromberg Schauen Sie doch mal die anderen schwachsinnigen threads hier an. Vor Kurzem wurde mir noch
giftig zugerufen, daß eine Kirche prunkvoll und schön sein muss, damit man Gott ehrt, wenn man sie schmückt.
Und jetzt macht es einer und doch ists nicht richtig? Ihr redet Euch doch wirklich aus jeder Schlinge.
Gerade so, wie ihr es wollt… Ihr alle seid konservativ Verblendete und Ritualreiter.
Bertcd Nun, ich schätze die einzigartige Wirkung eines Kirchenraums auch. Und ich weiß, dass diese auch
auf der Kirche Fernstehende wirkt. Aber dieser würde auch ohne „Harmonika spielende“ Pastoralreferenten
und rote Herzen auf dem Altar wirken. In meiner Überzeugung verträgt sich die besondere Wirkung eines
Kirchenraums hiermit nicht wirklich. Die Wahrnehmungen sind unterschiedlich, aber auf mich persönlich
wirkt das recht albern. Und ich weiß, dass es vielen anderen auch so geht. Übrigens weitem keine Hardcoretradis
ala Kreuz-net. Das ganze erscheint mir so wie eine Geburtstagsparty, bei der man durchgängig gregorianischen
Choral und Orgelmusik spielen würde. Es wäre einfach merkwürdig und komisch. Genauso wirken solche
Versuche auf mich. Ich persönlich kann es nicht ernst nehmen, aber die Wahrnehmungen sind unterschiedlich.
„Locus iste est terribilis“ – aber bitte nicht mit roten Herzen und tangotanzenden Paaren.
Zu Bernd Stromberg Warum nicht den (Meß-)Gottesdienst?…weil viele, gerade kirchlihch Abseitsstehende,
ihn gar nicht verstehen! Warum nicht Gemeindesaal?…weil die Atmosphäre im Kirchenraum eine einzigartige
ist, die bei solchen Anlässen auch weniger Kirchennahe in ihren Bann zieht und ihre einzigartige Wirkung
erstreckt
Verbürgerlichung von Religion schmeckt abgestanden… Es wurde gefragt, was an einem solchen Gottesdienst
verkehrt ist. Ich denke, es ist die gesamte Atmosphäre, so zumindest, wie sie im Artikel beschrieben
wird. Denn da war von den Schreibern hier wohl keiner, wie ich auch nicht. Man denke an den „Altarschmuck“,
die etwas schmalzige Musik, das tangotanzende Pärchen etc. Das kann man durchaus in einem Gemeindesaal
machen, warum nicht. Aber in einer Kirche? Die Verantwortlichen solcher Events machen sich doch selbst
lächerlich, wenn sie versuchen, eine „RTL-Traumhochzeit“-Atmosphäre in die Kirche zu verlegen. Ich kenne
durchaus der Kirche kritisch bis fremd gegenüberstehende Menschen, die darüber laut lachen. Warum? Weil
man krampfhaft versucht, etwas nachzuahmen, was andere – in diesem Fall die Showbranche – deutlich besser
und professioneller beherrschen. Es wirkt albern und im letzten nicht authentisch, einen Altar mit roten
Herzen und einem Tanzpaar aus Stoff „zu schmücken“. Dass durch solche Aktionen der Glaube immer mehr
abnimmt, liegt irgendwo auf der Hand. Religion im bürgerlichen Westentaschenformat ist irgendwie langweilig
und fad… Das Salz fehlt irgendwie… Warum nicht einen „richtigen“ (Mess)gottesdienst mit anschließender
Segnung der anwesenden liebenden Menschen? Warum versucht man so krampfhaft, mit allen möglichen Extravaganzen
die Kirche zum bloßen Event zu machen? Ökumenisch gefragt: Welcher Orthodoxe oder hochkirchlich gesonnene
Protestant könnte so etwas denn noch ernst nehmen?
@ sozialkatholisch Die Kirche verabschiedet sich immer mehr von dem Sakrament der Ehe, Ist mir nicht bekannt.
Die Kirche hält das Sakrament der Ehe aufrecht (was auch sonst)?
@ Priesterkandidat Die Kirche verabschiedet sich immer mehr von dem Sakrament der Ehe, viele werden solche
Gottesdienste als Eheersatz und Gewissensberuhigung sehen. Das ist der Missionsersatz den die Kirche jetzt
auffährt wo die wirkliche Mission schon fast verschwunden ist. Mission heißt nicht rumzuposaunen „Tut
was ihr wollt Gott hat euch sowieso lieb“, Mission heißt Verkündigung das durch Umkehr und Buße eine
Rückkehr zu Gott möglich ist. Beichte hören ist übrigens kein Priesterunikum, nur die Lossprechung.
Gibt es die Beichte denn noch überall in der Kirche? Heißt beichte eigentlich immer noch Bußsakrament
oder mittlerweile schon Lebensberatung?
@Sozialkatholisch Über das persönöiche Leben der Gottesdienstteilnehmer ist doch gar nichts ausgesagt.
Wie kann man die also verurteilen? oder waren sie schon bei ihnen beichten, sodass sie Bescheid wissen?
Was ist schlecht? Wenn zwei Homos ihre ihre Gemeinschaft segnen in der sie homosexuelle Unzucht treiben,
oder das wilde Ehen ihren Segen bekommen und dadurch von dem Sakrament der Ehe immer weiter weggebracht
werden? Trägst du dein Kreuz im Priesterseminar eigentlich schon verkehrt herum?
Segnen der Sünde das ist wohl wirklich nicht katholisch sondern muss an den Rauch liegen den Paul XI
in die Kirche reingelassen hat. P.S. nicht das hier wieder welche rumschreien, nein ich glaube nicht das
jedes gesegnete Paar in Sünde lebt, aber jedes zweite dann wohl doch.
Gut gemeint und zu akzeptieren Solche Gottesdienste sind nicht nur gut gemeint, sondern sind der Versuch
und erfüllen auch den Zweck, Menschen, die nichts mit der Kirche zu tun haben, positiv auf die Kirche
aufmerksam zu machen. Deshalb sind solche gottesdienstlichen Feiern auch in Ordnung. Es handelt sich hierbei
letztendlich nicht um echte liturgische Feiern, sondern um Versuche, Menschen neu zu erreichen. Ich würde
sie als vorsichtige kleine Schritte der Missionierung bezeichnen, die allerdings fortgeführt werden müssten,
bis sie den Weg zum rechten Glauben weisen. Wenn dadurch nur eine einzige Seele (oder auch ein Paar) zu
Gott und seiner Kirche (zurück-) findet, dann ist der Versuch gelungen…und „die Freude hierüber im
Himmel wird groß sein“
@ Seminarist Glücklicherweise gilt die Diözese Mainz nicht mehr als Hoffnungsträger für die katholische
Kirche. Glücklicherweise gilt Seminarist zurecht nicht als Autorität für das, was gilt und was nicht.
#1 Seminarist 11:03:20 | Dienstag, 19. Februar 2008
Wider alle Hoffnung… „… sagt Pfarrer Thomas Meurer, ein ehemaliger Kaplan des Mainzer Bischofs, Karl
Kardinal Lehmann. Er gilt in der Diözese als Hoffnungsträger.“ Glücklicherweise gilt die Diözese
Mainz nicht mehr als Hoffnungsträger für die katholische Kirche.