Zur Schnecke gemacht
Jahrelang gaben sie politisch keinen Piepser von sich. Jetzt tritt eine katholische Partei auf, welcher Kinder, Küche und Kirche wichtig sind – und schon erleiden die leisetretenden Kleriker einen Wutanfall.
(kreuz.net) Ein katholischer Prälat wehrt sich gegen die neue österreichische Partei „Die Christen“.
Der Propst des niederösterreichischen Chorherrenstifts Herzogenburg bei St. Pölten, Prälat Maximilian Fürnsinn, hat den Landesobmann der Partei, Rudolf Gehring, in einem Brief zur Schnecke gemacht.
Die Regionalzeitung ‘Niederösterreichische Nachrichten’ veröffentlichte kürzlich Auszüge aus dem Schreiben.
In der Zeit von Bischof Kurt Krenn von St. Pölten profilierte sich Prälat Fürnsinn als einer der aggressivsten Kämpfer gegen den Bischof.
Jetzt empfindet er es als „Zumutung“, daß sich eine Partei als Sprachrohr aller Christen versteht: „Dieser Vertretungsanspruch steht euch nicht zu und schadet in gewisser Weise der Kirche.“
Die Kirche würde von der Partei gar „in eine Geiselhaft“ genommen – behauptet der Prälat.
Der Propst wirft dem Landesobmann außerdem vor, mit „deiner“ Partei die Rollen von Kirche und Politik zu verwechseln. Propst Fürnsinn wünscht sich keinen Politiker, der das nicht auseinanderhalten könne.
Die antikirchliche Tageszeitung ‘Der Standard’ sprach mit dem gescholtenen Gehring. Dieser wunderte sich, daß der Brief an die Öffentlichkeit gelangte.
Es habe sich dabei um eine persönliche Korrespondenz zwischen ihm und dem Propst gehandelt.
Der Briefwechsel ist offenbar von Gehring ausgegangen. Er hatte den Propst gefragt, warum dieser im Mai 2007 das hochumstrittene Nitsch-Museum in der niederösterreichischen Ortschaft Mistelbach eingeweiht hatte.
Für Gehring ist das Museum eine „Verhöhnung des Christentums schlechthin“.
Er erklärte dem ‘Standard’ auch, wie der Antwortbrief von Propst Fürnsinn den Weg in die Presse gefunden hat.
Der Propst hatte eine Kopie des Briefes auch an den christdemokratischen Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, und einer seiner Mitarbeiter geschickt.
Warum Propst Fürnsinn das getan hat, kann sich Gehring nicht erklären: „Auf diesen Kanälen ist der Brief offensichtlich bei den ‘Niederösterreichischen Nachrichten’ gelandet.“
Gering entkräftete auch die inhaltliche Kritik des Propstes. Dieser dürfe seine Meinung haben:
„Aber die Bezeichnung ‘Die Christen’ finden Sie auf der ganzen Welt kein zweites Mal, kein Verein, keine Religionsgemeinschaft nennt sich so.“ Seine Partei trenne also sauber zwischen Politik und Kirche.
Propst Fürnsinn müsse sich selber fragen, warum er für die „eine Partei“ – gemeint ist die christdemokratische ‘ÖVP’ – so vehement auftritt. Gering war selber jahrzehntelang Mitglied bei dieser Partei.
Der Propst des niederösterreichischen Chorherrenstifts Herzogenburg bei St. Pölten, Prälat Maximilian Fürnsinn, hat den Landesobmann der Partei, Rudolf Gehring, in einem Brief zur Schnecke gemacht.
Die Regionalzeitung ‘Niederösterreichische Nachrichten’ veröffentlichte kürzlich Auszüge aus dem Schreiben.
In der Zeit von Bischof Kurt Krenn von St. Pölten profilierte sich Prälat Fürnsinn als einer der aggressivsten Kämpfer gegen den Bischof.
Jetzt empfindet er es als „Zumutung“, daß sich eine Partei als Sprachrohr aller Christen versteht: „Dieser Vertretungsanspruch steht euch nicht zu und schadet in gewisser Weise der Kirche.“
Die Kirche würde von der Partei gar „in eine Geiselhaft“ genommen – behauptet der Prälat.
Der Propst wirft dem Landesobmann außerdem vor, mit „deiner“ Partei die Rollen von Kirche und Politik zu verwechseln. Propst Fürnsinn wünscht sich keinen Politiker, der das nicht auseinanderhalten könne.
Die antikirchliche Tageszeitung ‘Der Standard’ sprach mit dem gescholtenen Gehring. Dieser wunderte sich, daß der Brief an die Öffentlichkeit gelangte.
Es habe sich dabei um eine persönliche Korrespondenz zwischen ihm und dem Propst gehandelt.
Der Briefwechsel ist offenbar von Gehring ausgegangen. Er hatte den Propst gefragt, warum dieser im Mai 2007 das hochumstrittene Nitsch-Museum in der niederösterreichischen Ortschaft Mistelbach eingeweiht hatte.
Für Gehring ist das Museum eine „Verhöhnung des Christentums schlechthin“.
Er erklärte dem ‘Standard’ auch, wie der Antwortbrief von Propst Fürnsinn den Weg in die Presse gefunden hat.
Der Propst hatte eine Kopie des Briefes auch an den christdemokratischen Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, und einer seiner Mitarbeiter geschickt.
Warum Propst Fürnsinn das getan hat, kann sich Gehring nicht erklären: „Auf diesen Kanälen ist der Brief offensichtlich bei den ‘Niederösterreichischen Nachrichten’ gelandet.“
Gering entkräftete auch die inhaltliche Kritik des Propstes. Dieser dürfe seine Meinung haben:
„Aber die Bezeichnung ‘Die Christen’ finden Sie auf der ganzen Welt kein zweites Mal, kein Verein, keine Religionsgemeinschaft nennt sich so.“ Seine Partei trenne also sauber zwischen Politik und Kirche.
Propst Fürnsinn müsse sich selber fragen, warum er für die „eine Partei“ – gemeint ist die christdemokratische ‘ÖVP’ – so vehement auftritt. Gering war selber jahrzehntelang Mitglied bei dieser Partei.
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Samstag, 23. Februar 2008 12:00
20mancro5 †: Ist schon erschreckend
für was Christus alles herhalten muss.Gott möge uns und den Rest der Welt vor dieser Partei schützen.Aber ich denke die werden dort sowieso nichts reissen.Und das ist auch gut so.
Freitag, 22. Februar 2008 17:10
leshandl1: „Partei“
Diese Gruppe wird sich bei den Wahlen höchstwahrscheinlich kalte Füsse holen. Ihren Anliegen, die zum Teil ja berechtigt sind, aber hier mit starkem Extremismus gepaart vorgebracht werden, schaden sie damit eher. Durchsetzen oder zumindest fördern lassen sich diese Anliegen nur via etablierte Partei, sprich ÖVP.
Donnerstag, 21. Februar 2008 17:17
Sirilo: @bonifatius
Nein, ich bin kein Sympathisant von „Wir sind Kirche“.
Ich habe lediglich eine Aversion dagegen, den Namen Christi politisch zu mißbrauchen.
Ich habe lediglich eine Aversion dagegen, den Namen Christi politisch zu mißbrauchen.
Donnerstag, 21. Februar 2008 16:37
bonifatius: @Sirilo: Verlogene Gesellschaft?
Sirilo, sind sie auch Sympatisant von „wir sind Kirche“?
Donnerstag, 21. Februar 2008 11:40
Bruder Theophil: @ Sirilo
Und im übrigen ist es eine Frechheit, all denen, die diese Partei nicht wählen, implizit das Christsein
abzusprechen.
Reagieren Sie da nicht etwas überempfindlich ?
Ausserdem: Es bleiben Ihnen ja im Zweifel zur Wahl noch die etablierten C-Parteien.
Reagieren Sie da nicht etwas überempfindlich ?
Ausserdem: Es bleiben Ihnen ja im Zweifel zur Wahl noch die etablierten C-Parteien.
Donnerstag, 21. Februar 2008 08:47
Sirilo: Mit Parteien…
…welche den Namen Christi mißbrauchen, hat man bisher im allgemeinen nur schlechte Erfahrungen gemacht:
Christlich-Demokratische Union, Christlich-Soziale Union, Democrazia Cristiana…
Warum soll es mit dieser neuen Partei auf Dauer anders sein? Wenn die Partei wächst, wird es die üblichen internen Machtkämpfe geben, und wenn sie politischen Einfluß haben möchte, wird sie Kompromisse eingehen müssen, das gehört zum politischen Geschäft wie das Amen in der Kirche.
Und im übrigen ist es eine Frechheit, all denen, die diese Partei nicht wählen, implizit das Christsein abzusprechen.
Warum soll es mit dieser neuen Partei auf Dauer anders sein? Wenn die Partei wächst, wird es die üblichen internen Machtkämpfe geben, und wenn sie politischen Einfluß haben möchte, wird sie Kompromisse eingehen müssen, das gehört zum politischen Geschäft wie das Amen in der Kirche.
Und im übrigen ist es eine Frechheit, all denen, die diese Partei nicht wählen, implizit das Christsein abzusprechen.
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