Alte Messe wider Willen: Der letzte Brief eines Ostdeutschen an seinen westdeutschen Pfarrer
Ein katholischer Ostdeutscher kommt nach Baden-Württemberg und traut seinen Augen nicht. Die katholische Kirche und Liturgie sind nicht wiederzuerkennen. Er wendet sich an seinen Pfarrer und erhält keine Antwort. Schließlich findet er eine Lösung: die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft des heiligen Pius X.
D., den 11. Juni 2004
Sehr geehrter Herr Pfarrer
Ich bin 24 Jahre alt und vor kurzem mit meiner Frau
nach D. in Baden Württemberg gezogen. Seit knapp zwei Jahren lebe ich in Süddeutschland. Geboren und
aufgewachsen bin ich in Spremberg im Bistum Görlitz, in der ehemaligen DDR. Dort war ich in der katholischen
Pfarrgemeinde sehr aktiv. Ich war Meßdiener, Jugendsprecher, Mitglied im Pfarrgemeinderat und Sakristan.
Der Wegzug aus der Heimat aus beruflichen Gründen fiel mir sehr schwer. Meine Familie und Freunde mußte
ich zurücklassen. Am neuen Ort hoffte ich, wenigstens in den Räumen der Kirche ein Stück Heimat zu
finden. Doch ich wurde bitter enttäuscht. Die Kirche, die ich 22 Jahre lang kennen und lieben durfte,
finde ich hier nicht wieder.
Dieser Verlust schmerzt mich sehr. Das ist kein materieller Verlust, den
man kurzfristig beheben kann. Es ist der Verlust der Dazugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Auch wenn
ich hier in die Kirche gehe und an den Gottesdiensten teilnehme, fühle ich mich als Außenseiter.
Bitte
denken Sie jetzt nicht von mir: „Da kommt einer von drüben und meckert über uns.“ Ich habe mir lange
überlegt, ob ich Ihnen schreiben soll. Ich kann nicht länger zuwarten. Zwar fahre ich öfters nach Hause
und besuche dort meine Heimatpfarrei. Auch unsere kirchliche Trauung und die Taufe unseres Kindes werden
in Spremberg stattfinden. Aber ich lebe jetzt im Westen und werde dies noch sehr lange tun. Hier wird
mein Kind, das in wenigen Tagen zur Welt kommt, aufwachsen. Da Sie mein Pfarrer sind, haben Sie auch ein
Recht zu erfahren, wie Ihre „Schäfchen“ denken.
Ich habe mich gestern nach dem Fronleichnamsgottesdienst
auf dem Marktplatz entschlossen, Ihnen zu schreiben. Bitte entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise: Aber
einen so entwürdigenden Gottesdienst an einem der höchsten Feste der katholischen Kirche habe ich noch
nicht erlebt.
Die Kirche im Westen hat sich bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Sie hat ihre alten
Rituale über Bord geworfen und rennt denen hinterher, die sich von uns getrennt haben. Ich möchte hier
nicht schlecht über unsere protestantischen Mitbürger sprechen. Viele von ihnen sind in ihrem Glauben
fester verwurzelt und leben ihn intensiver als mancher Katholik. Man muß vor solchen Protestanten Hochachtung
haben. Aber die Protestanten gehören einer anderen Konfession an.
Im Gegensatz zur evangelischen Kirche,
glauben wir an den lebendigen Jesus Christus, der im allerheiligsten Altarssakrament leibhaftig zu uns
kommt. Der Empfang dieses hochheiligen Sakramentes ist Gemeinschaft mit unserem Retter und Erlöser, nicht
mit anderen Gläubigen.
In den einleitenden Worten zum gestrigen Gottesdienst sprachen Sie in der Vergangenheitsform
über die Bedeutung des Fronleichnamfestes. Anstelle einer Predigt gab es sodann einen unverständlichen
und für mich sinnlosen „Dialog“.
Ich möchte Sie nicht persönlich angreifen oder gar beleidigen, denn
ich kenne Sie nicht weiter. Vielleicht wäre Ihnen persönlich eine ehrfurchtsvollere Feier auch lieber
gewesen. Außerdem betrifft, was ich sage, nicht nur die katholischen Pfarreien in dieser Gegend. Es ist
in Westdeutschland ein Prozeß im Gange, der – wie ich befürchte – auch bald nach Ostdeutschland überschwappen
wird.
Ich möchte auch nicht den Moralapostel spielen, denn ich selbst bin ein einfacher und sündiger
Mensch. Ich kann aber zu den Zuständen in der Kirche nicht schweigen, weil ich die Kirche über alles
liebe und weil ich weiß, daß Jesus Christus die Kirche gestiftet hat.
Nachwort des Briefautors:
Bei
uns zu Hause gibt es die Fronleichnamsprozession mit Monstranz, Baldachin und drei außenstehende Hochaltären.
Hier in Süddeutschland fand ich nichts Ähnliches.
Der im Brief genannte Fronleichnamsgottesdienst auf
dem Marktplatz stand unter dem Motto „Leben aus Gottes Kraft“.
Statt einer Predigt berichtete ein ungefähr
15-jährtiger Junge, warum er über den Altar ein Graffiti angebracht hatte. Es gingen auch zehn Leute
aus der Gemeinde ans Mikrofon und erzählten, woraus sie Gottes Kraft für ihr Leben schöpften. Neun
von Ihnen sagten, unter anderem, „aus der Ökumene“.
Nach der Wandlung setzten sich die Priester hin,
während Laien die Kommunion austeilten. An diesem Punkt verließ ich die Veranstaltung. Auf einen Nichtkatholiken
muß der Gottesdienst ziemlich lächerlich gewirkt haben. Jemandem, der mit der Tradition aufgewachsen
ist, tut so etwas innerlich sehr weh.
Bis heute warte ich auf eine Antwort des Pfarrers auf meinen Brief.
Kurze Zeit später mußten meine Frau und ich wegen der Taufe unseres Kindes mit dem Pfarrer sprechen.
Ich dachte, er würde mein Schreiben ansprechen. Aber er sagte nichts.
Als wir ihm begegneten, konnte
ich kaum glauben, einem Geistlichen gegenüberzusitzen. Der Pfarrer war mit Jogginghose und T-Shirt bekleidet.
In dieser Kleidung ist er auch auf der Internetseite seiner Pfarrei zu sehen. Das Gespräch war sehr kurz.
Zu meiner orthodoxen Frau meinte der Pfarrer, daß man die Kinder früher hätte katholisch taufen müssen.
Dies sei heute aber nicht mehr unbedingt nötig. Wir könnten unsere Kinder auch orthodox taufen lassen.
Im übrigen wäre er für die Taufvorbereitung nicht zuständig. Dies müßten wir bei seiner Sekretärin
erledigen.
Gott sei Dank habe ich in der Zwischenzeit eine katholische Pfarrei gefunden, die ihres Namens
würdig ist. Durch eine ehemalige Arbeitskollegin kam ich zur Priesterbruderschaft St. Pius X. Zuerst
war ich etwas verunsichert, weil mir der tridentinische Ritus fremd war.
Ein Pfarrer aus meinem Heimatbistum,
zu dem ich guten Kontakt habe, sagte mir: „Da kannst du ruhig hingehen. Die sind wenigstens noch katholisch“.
Wenn man sich aber offizielle katholische Publikationen anschaut, wird diese Gemeinschaft – im harmlosesten
Fall – als ewiggestrig oder als sektiererisch und fundamentalistisch bezeichnet.
Mich hat es sehr gefreut,
mit meinen Sorgen und Nöten, um den Zustand unserer Kirche nicht alleine zu sein und zu sehen, daß es
Gläubige gibt, denen der gegenwärtige eklatante Liberalismus in der Kirche zuwider ist.
Wieso habe
ich nicht schon früher von der Priesterbruderschaft erfahren? Wieso wird sie totgeschwiegen? Wenn man
sich die Berichte in den Medien ansieht, erfährt man von vielen Kirchenkritikern, die bei kirchlichen
Veranstaltungen ein Podium erhalten. Von einigen höchsten Kirchenvertretern – zum Beispiel Kardinälen –
werden sie sogar als Segen bezeichnet.
Ich bin zwar nicht so theologisch gebildet wie ein Kardinal, aber
wenn ich die Schriften der Priesterbruderschaft mit denen von Hans Küng, Eugen Drewermann und Konsorten
vergleiche, so bin ich in der Lage zu sagen, wer für unsere Kirche ein Fluch und wer für sie ein Segen
ist.
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24 Lesermeinungen
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Sachlichkeit Durchaus hege ich große Sympatien für die FSSPX. Aber wenn ich die Diskussionen auf diesen
und anderen Seite sehe, bin ich immer erschrocken über die ungeheure Unsachlichkeit, mit der diskutiert
wird. Keiner der Beiträge unter diesem Artikel bezieht sich auf den Brief des Gläubigen, der von seinen
schlimmen Erfahrungen berichtet. Ich bin davon überzeugt, da Sie alle, die hier Beiträge geschrieben
haben, das gleiche Anliegen haben: Eine wirklich würdige Feier der Liturgie. Und das dies in unzähligen
Gemeinden nicht realisiert ist, obgleich wir nach dem Kirchenrecht und dem letzten Schreiben des Papstes
darauf ein Recht haben, auch darin sind sicher alle sich einig. Das die Piusbruderschaft in gewisser Weise
außerhalb der offiziellen Kirche steht, ist allein eine Folge dieses Übels! Und das sie nichts tut und
lehrt, was die katholische Kirche seit 2000 Jahren tut und lehrt, davon kann sich jeder problemlos überzeugen.
Alle unsere Bemühungen sollten darauf gerichtet sein, den Graben zu überwinden und ihn nicht weiter
aufzureißen. Doch der Graben wird nicht gegen die Wahrheit, d.i. die Lehre und Tradition der Kirche überwunden.
Und das mit dem II. Vatikanum nicht alles stimmt, davon kann sich jeder überzeugen, der den Denzinger/Hünermann
zur Hand nimmt und die Dokumente des Vaticanum I z.B. mit Gaudium et Spes vergleicht. Also, setzen wir
uns doch gemeinsam für eine Erneuerung der Kirche aus dem Geist unserer Tradition ein und hören wir
auf mit den Beschimpfungen.
#23 Athanasius 22:44:01 | Samstag, 19. Februar 2005
Ich bin kein „Piusbruderschaftler“ Eben mal für die gute Ordnung: Ich bin kein Piusbruderschaftler und
bin Messdiener in einer Indult-Pfarre… –------ Es ist eben kein Schisma existent. Dass Murray später
natürlich nicht wollte seine Studie werde von der FSSPX verwendet, versteht man: wahrscheinlich massiven
Druck seitens diözesaner Kräfte. Auch fremd ist, dass Du sagst, dass er seine Befindungen ‘zurückgezogen’
habe??? Dann hätte er doch auch sein Doktorat zurückgeben und ablegen müssen. Übrigens is Prof. Georg
May pr. ein guter Deutscher Spezialist in dieser Sache!!!! Ich habe über den Schisma zitiert mit Jone’s
wissenschaftlichem Buch „Kath. moraltheol.“ Und Exkommunikation ist nicht eine Seuche. Niemand kann davon
infektiert werden ohne Zustimmung…
Fragen über Fragen Lieber Vetter Taferl, welchen Sinn soll die Beschimpfung „Papalist“ in diesem Zusammenhang
haben? Erstens halte ich das wieder einmal für eine Etikettierung, die den sachlichen Disput auf die
Ebene des Persönlichen und des Gruppendenkens verlegt. Zweitens bin ich nun wirklich kein „Papalist“,
aber doch sehr wohl der Meinung, es sei wichtig, in dieser Sache die Dinge genau auseinanderzuhalten.
Qui bene distinguit, salvabitur. Die chinesische Angelegenheit ist eine, die von Ecône eine andere. Schon
öfters ist es in der Geschichte vorgekommen, daß die Kirchenleitung in einer Sache merkwürdig inkonsequent
war, während sie in einer anderen, partiell vergleichbaren hart durchgriff. Damit ist aber das Urteil
über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit des letzteren Falles noch nicht gefällt. Es erfreut uns alle,
daß man in den Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Pius X. für Johannes Paul II. betet. Jedoch
stellt sich die Frage, in welchem Bereich der Papst für die Gemeinschaft welche Bedeutung hat. Wo kann
er bei ihr seinen allgemeinen Jurisdiktionsprimat zur Anwendung bringen? Welche Bedeutung mißt die Bruderschaft
der Anerkennung oder Nicht-Anerkennung vonseiten Roms bei? Wen überhaupt hat sie innerhalb der sichtbaren
Kirche über sich? Wo hat sie in den letzten Jahren in auch nur einem Punkt gezeigt, daß sie sich einer
konkreten höheren Autorität unterordnet? Die Berufung auf die Päpste der Vergangenheit oder der Zukunft
zeigt nur, daß man sich der gegenwärtigen Kirchenleitung (mit allen ihren Schattenseiten und Krisensymptomen)
entziehen will. Ein wenig „katholisches“ Verfahren. Die verschiedenen Definitionen von „Schisma“ sind
mir, werter Vetter Taferl, sehr wohl bekannt. Gerade aufgrund dieser Kenntnis stellen sich mir die oben
angeführten Fragen.
#21 Vetter Taferl 20:17:31 | Samstag, 19. Februar 2005
@ Pelagius Schon in einem theologischen Fachbuch nachgesehen, was „Schisma“ bedeutet? Schon Gedanken darüber
gemacht, ob bei Erzbischof Lefebvre und den anderen Bischöfen nicht wenigstens Putativnotstand (das gutgläubige
Vertrauen auf das Vorliegen eines Notstandes) vorliegt? Im übrigen (auch @ sebastian): Derartige Entscheidungen
sind eben deswegen nicht endgültig, weil sie sowohl von diesem Papst als auch dem/den folgenden jederzeit
aufgehoben werden können. Da es sich nicht um lehramtliche Entscheidungen handelt, können sie auch von
jedermann diskutiert werden. Ungerechtigkeit wird auch in letzter Instanz und durch Zeitablauf niemals
Recht. Seltsamer Weise ist kein einziger der ca. 100 Bischöfe, die in China ohne Einverständnis und
gegen den Willen des Hl. Vaters geweiht wurden, offiziell exkommuniziert worden. Im Gegenteil, einige
von ihnen wurden – ohne Gegenleistung – von Rom anerkannt, im übrigen konzelebrieren die offziellen mit
den illegal geweihten frischfröhlich, ohne dass Rom Handlungsbedarf sieht. Selbstverständlich sind dies
starke Anhaltspunkte dafür, das im Falle Erzbischof Lefebvres und der anderen Bischöfe Willkür vorliegt.
Was ist der wesentlichste Unterschied zwischen den illegalen chinesischen Bischöfen und den Bischöfen
der Priesterbruderschaft St. Pius X. (sowie der verstorbenen Bischöfe Lefebrvre und Castro-Mayer)? Dass
erstere nicht einmal behaupten, Rechtfertigungsgründe zu besitzen…(!) Einfach so drüberzufahren in
dieser Angelegenheit, wie dies Pelagius tut, ist ja wohl ein Witz, allerdings ein schlechter…! Aber
Papalisten haben eben eine Ideologie, die ihnen den Blick für die Wahrheit und Wirklichkeit verstellt…
In aller Höflichkeit Lieber Athanasius, daß Du es gar nicht merkst, wer in dem Disput überlegen ist;
daß Du sogar die Stirn hast, Deinem immer sachlich und fundiert argumentierenden Gesprächspartner Unkenntnis
des kanonischen Rechtes vorzuwerfen; und daß Dir bis jetzt nicht aufgefallen ist, wie wenig überzeugend
die aus gewissen Zeitschriften, Büchlein, Flugzetteln und anderen Broschüren zusammengetragenen „Beweise“
für ein nicht existentes Schisma sind: Alles das spricht nicht gerade für Dich und die Seite, die Du
vertrittst. Vielleicht kannst Du die FSSPX bitten, doch einen anderen Mann an die Front zu schicken?!
Interessant übrigens: Gerade die Tatsache, daß vonseiten der Priesterbruderschaft St. Pius X. kein Rekurs
eingelegt wurde, hat den vielbeschworenen Verfasser jener (wohl eher bescheidenen) kirchenrechtlichen
These an der Gregoriana später zur Revision seines Urteils geführt. Auch soll er nicht sonderlich begeistert
gewesen sein über die selektive Verwertung seines wissenschaftlich gedachten Beitrags als Propagandaliteratur.
#19 Athanasius 19:36:54 | Samstag, 19. Februar 2005
Sancte Pie X, ora pro nobis. 1. Rekurs hat man gemacht. Da bin ich mir sicher. Man erhielt keine Antwort!
Beweisest Du das mal, dass man das nicht machte. 2. Ich sage nicht, die FSSPX-Bischöfe werden nicht gültig
von den Sakramenten ausgeschlossen werden. (Also behandelt ‘als ob exkommuniziert.’) Das kann man rechtlicht
tun, da der Papst es ausgeprochen hat. Es geht hier aber darum, ob man es tatsächlich aufgelaufen hat
diese Exkommunikation. Persönlich. Es geht nicht um den Publiken Bereich. Subjektiv, darum geht es hier.
NIcht ob öffentlich. Ich sage nicht, es gäbe kein Dekret der Exkommunikation!!! 3. Jeder Katholik darf
ohne Sünde zu fürchten, ohne Strafe, die hl. Messe beiwohnen und die Sakramente empfangen bei der Piusbruderschaft.
Ja sie sogar finanziell voll unterstützen. 4. Du wiederholst einfach. Ohne Quellenaufgaben. 5. Ich verweise
nochmal nach z.B. Prof. Dr. Georg May, pr. Und Nero Capponi. Usw.
#18 sebastian 18:56:51 | Samstag, 19. Februar 2005
Schlusswort (1) Die Auslegung und Anwendung des kanonischen Rechts durch den Papst ist verbindlich. Die
Frage nach einer „unrichtigen“ Entscheidung stellt sich also im Hinblick auf die Wirkungen nicht. Spätestens
die „rechtskräftige“ Feststellung der Exkommunikation hat dazu geführt, dass die betroffenen Bischöfe
von den Sakramenten ausgeschlossen sind. Das sieht die Piusbruderschaft im Grunde genauso; denn sonst
müsste sie nicht (wie im Sommer letzten Jahres geschehen) den Heiligen Stuhl um die Aufhebung des Exkommunikationsdekrets
ersuchen. Ein „nullum“ müsste nicht aufgehoben werden… Noch einmal: verbindlich ist die Feststellung.
Ob ein von der Feststellung der Exkommunikation Betroffener (oder irgend jemand anders als der Papst)
meint, die Voraussetzungen der can. 1382, 1364 c.i.c. lägen „in Wirklichkeit“ gar nicht vor, spielt keine
Rolle! Das ist genauso wie im „bürgerlichen“ Leben: ein rechtskräftiges Urteil stellt bestimmte Rechtsverhältnisse
verbindlich fest, selbst wenn ein Partei das für „unrichtig“ hält. (2) Einen formellen Rekurs gegen
das Dekret vom 1.7.1988 gab es nicht. Innerhalb von 10 Tagen hätte ein solcher Rekurs (wohl) eingelegt
werden können, weil das Dekret nicht vom Papst persönlich, sondern von der zuständigen Kongregation
erlassen wurde. Allerdings hat der Papst die Entscheidung der Kongregation einen Tag später in „Ecclesia
Dei“ persönlich bestätigt; das macht schon die Zulässigkeit des Rechtsbehelfes zweifelhaft. Zuständig
wäre meines Wissens nicht die Rota Romana, sondern die Apostolische Signatur gewesen. Aber, wie gesagt:
wohlweislich verzichtete die Bruderschaft auf einen formellen Rekurs. Sollte es anders sein und es eine
solche (fristgerechte) Beschwerde doch gegeben haben, dann würde ich sie gern einmal sehen. Bestimmt
kann Athanasius sie aus dem Reich der Legenden ans Tageslicht befördern…
#17 Athanasius 00:03:32 | Samstag, 19. Februar 2005
Nochmals kein Schisma. Lieber Sebastian, Anscheinend möchtest Du immer das letzte Wort haben. Kann der
hl. Stuhl eine Exkommunikation – die nicht aufgelaufen wurde – dennoch „feststellen“ d.h. „erfinden“?
Was ist verbindlicher? Eine Casus-‘Feststellung’ oder der Codex Iur. Can. 1983? Ich habe soetwas noch
nie gehört und wahrscheinlich die Professoren der Gregoriana Università auch nicht, ebenso wenig wie
Hw. H. Dr. Dr. G. Murray, Priester der Erzdiözese New York (kein Piusbruderschaftler!). Doch ganz fremd.
Deine ganze Story stimmt also renommierten Kanonikern nach nicht. Frag’ doch bitte mal bei z.B. Graf Nero
Capponi (ehem. Rota-Jurist), oder Prof. Dr. Georg May, Kanoniker der Universität Stuttgart, nach. Der
weiss ganz gut Bescheid. Sind all diese Kanoniker „protestantischen Denkens“? Du weisst selber schon sicher,
dass Lefebvre keinen Notfall sah. Sehr schön. Seine Aussagen aber sprechen ganz andere Worte. Ebenso
die Aussagen und Taten der vier Bischöfe. Man glaubt(e) ernsthaft an eine Krise an den Notfall. Das reicht
aus zum Bedenken. In dubiis libertas. Du „weisst“ auch zu melden, dass die Priesterbruderschaft Sankt
Pius X., dh ihre Bischöfe, keinen „Rekurs“ angefragt haben, „um die Mythosbildung zu befördern“. Ahah.
In 1988 hat Msgr. Lefebvre aus Namen der ganzen Gruppe beim Rota Rekurs angefragt, bis heute erhielt man
aber keine Antwort. Da bist Du also ganz falsch informiert und verbreitest eine Lüge! Allerdings ist
die Erwähnung eines „Schismas“ einfach falsch, weil es das ganz klar nicht gibt. Weshalb würden Schismatische
Bischöfe am Grabe Petri für den hl. Vater beten? (Cf. Wallfahrt Roms der FSSPX anlässlich Jubiläumsjahr
2000) Der hl. Vater hat die Oberste Gewalt, aber zum Erhalten des Glaubens, nicht um diese anzuwenden
gegen „Kriminelle“ die keine sind. Du hast aber 16 Jahre vatikanischer und liberalistischer Desinformation
über die FSSPX hinter Dir stehen, sowie die Meinung der weltlichen Medien von 1988, also viel Glück.
Die Wahrheit lässt sich aber nicht vertuschen. Du machst hier aussagen die also absolut nicht mit Argumenten
unterstützt wurden!
#16 sebastian 22:40:52 | Freitag, 18. Februar 2005
Schisma! Auch im Hinblick auf sogenannte „Tatstrafen“ hat der Papst selbstverständlich die Macht, letztverbindlich
festzustellen, ob die Strafe verwirkt ist oder nicht. Gerade die Exkommunikation nach einer unerlaubten
Bischofsweihe ist doch eine Beugestrafe – mit dem Ziel, das „verlorene Schaf zurückzuholen“. Der Papst
kann daher die Exkommunikation auch wieder rückgängig machen, wenn sich der „reuige“ Bischof wieder
in die Gemeinschaft der Kirche begibt. Irgendjemand muss aber den Verstoß verbindlich feststellen, und
in der Katholischen Kirche ist das letztlich der Papst – unabhängig davon, ob es sich um eine Tat- oder
eine Spruchstrafe handelt! Zwar könnte man nach Strafmilderungsgründen suchen. Für die zuständige
vatikanische Kongregation, die am 1. Juli 1988 per Dekret („Verwaltungsakt“) die Exkommunikation im Auftrag
des Papstes rechtsverbindlich festgestellt hat, dürften solche Gründe aber nicht ersichtlich gewesen
sein. Der „Tatbestand“ von Can. 1382 c.ic. ist glasklar erfüllt; Lefebvre hat auch in voller Krenntnis
von dem Verbot, also vorsätzlich, die Weihen vorgenommen. Ihm stand kein „übergesetzlicher Notstand“
oder ein sonstiger Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund zur Seite. Hier kommt angesichts der Schwere
der Tat ohnehin nur wenig in Betracht: denkbar wäre etwa ein Notstand, wenn die Weihen dazu dienten,
die apostolische Sukzession zu sichern. Die aber war nie – auch nicht nach Lefebvres Auffassung – bedroht.
Und das Überleben der Priesterbruderschaft war auch nicht gefährdet; denn jeder geweihte Priester hätte
ja weiterhin zu ihr stoßen können. Und auch ohne Mitgliedschaft in der Bruderschaft ist ja eine Feier
der „alten“ Messe möglich. Zudem ist fraglich, ob das Überleben der Bruderschaft überhaupt eine so
gravierende Straftat wie einen Verstoß gegen can. 1382 rechtfertigen könnte. Denn letztlich steckt die
Sicherung des Petrusamtes hinter dieser Norm. Dahinter müsste im Konfliktfall (den es so heute gar nicht
mehr gibt) wohl sogar das Bedürfnis, einen bestimmten Ritus ungehindert feiern zu können, gegenüber
einer Weihe unter Verstoß gegen can. 1382 zurück stehen. All’ dies war offenkundig – ebenso wie die
tatsächliche Vornahme der Weihen. Daher gab es für die vatikanischen Behörden überhaupt keinen Grund,
die Exkommunikation nicht festzustellen. Natürlich gibt es für das alles auch ein Verfahren, und die
Betroffenen hätten „Rekurs“ (eine Art Widerspruch) gegen das Dekret einlegen können. Dort hätten dann
gegebenenfalls die genannten (aber fernliegenden) Entschuldigungsgründe noch einmal überprüft werden
können. Das hat man nicht getan – sicherlich um die Legendenbildung, der Athanasius allzu gern folgt,
zu befördern. Doch ist das so, als ob jemand bei „rot“ über die Ampel fährt, den Bußgeldbescheid rechtskräftig
werden lässt (indem er auf einen Einspruch verzichtet) und danach behauptet, es sei noch „grün“ gewesen.
Man mag ihm glauben – ich würde es nicht tun; und „bezahlen“ muss der „Rotsünder“ ohnehin…
#15 Athanasius 19:47:28 | Freitag, 18. Februar 2005
Kein Schisma Ich gehe mit Dir weiter nicht in Diskussion. Noch einmal versuche ich meine Position zu klären,
aber es wird wahrscheinlich wenig nutzen, weil Du schon mich als Protestanischen Benehmens sieht. War
Sankt Athanasius ‘schismatisch’ oder gar ‘protestantisch’ als er seine eigene Exkommunikation durch Papst
Liberius in Zweifel zog (*353/357 A.D.). Ich sage keinesfalls, dass der Papst nicht die Oberste Gewalt
hat, und die Macht zu exkommunizieren. Das hat er selbst verständlich Das trifft aber nicht auf die Sache
Lefebvre zu, da es hier um ‘automatische Strafe’ geht. Da Du anscheinend kein Kenntnis hast vom Kanonischen
Recht, solltest Du dir lieber mal besser informieren. Eine Exkommunicatio latae sententiae (automatisch)
wird nicht vom Papste ausgesprochen, sondern festgestellt. Diese Feststellung kann durchaus falsch sein.
Die Strafen ferendae sententiae werden von kirchlichem Gericht oder den Funktionären AUSGESPROCHEN über
Personen. Eine Feststellung von automatischer Strafe, sollte aber gründlich sein. Das ist mit dem Dokument
Ecclesia Dei nicht der Fall. Aber wie gesagt, Du insinuierst, insinuierst und insinuierst. Eine bedenkliche
Vorgehensweise in einer Diskussion. Gruss, Ihr Protestant.
#14 sebastian 17:14:05 | Freitag, 18. Februar 2005
Schisma Mit der Unfehlbarkeit des Papstes hat das überhaupt nichts zu tun: hier geht es um keine Glaubensfrage,
sondern um eine rechtliche Bewertung. Aber als Pontifex Maximus hat der Papst auch die oberste und absolute
(also grundsätzlich nicht einmal durch den c.i.c. beschränkte) rechtliche Gewalt in der Kirche. Zum
„katholisch-sein“ gehört nun einmal, das auch (und gerade!) zu akzeptieren, wenn es einem nicht gefällt.
Man nennt das „Gehorsam“; sonst bräuchten wir keinen Papst. Insofern argumentiert Athanasius erstaunlich
„protestantisch“; denn er setzt eigene rechtliche Bewertungen an die Stelle derjenigen des Papstes. Das
ist umso bemerkenswerter, als es für diejenigen, die nicht von der Exkommunikation betroffen sind, nicht
einmal um eine Gewissensfrage geht. Auch eine an der Gregoriana geschriebene Dissertation ist natürlich –
im Vergleich zu einer offiziellen Stellungnahme des Papstes – eine völlig unverbindliche Privatmeinung.
Oder hat der Papst Herrn Fellay Kommunion oder Beichte gespendet?
#13 Athanasius 15:45:11 | Freitag, 18. Februar 2005
@Sebastian. Kein Schisma. Sebastian, Du hast wohl kaum einige Sachkenntnis im sehr schwierigen Fall der
Priesterbruderschaft Sankt Pius X. Insinuiere bitte nichts! Ich bin kein „ANHÄNGER“ der Piusbruderschaft.
Ich bin Römisch-Katholischer Christ. Nichts mehr. Nichts weniger. Übrigens besuche ich nur selten die
hl. Messe in den Kapellen und Kirchen der FSSPX! Du meinst also, ein jedes Vatikanisches Dokument mit
Unterschrift des hl. Vaters ist unfelhbar? „Ecclesia Dei“ – abgesehen seiner guten Auswirkung unter jetzt
traditionellen Röm-Katholiken früher denkend, die Alte Messe sei verboten, ist ein normales Dokument
ohne Unfehlbarkeitsanspruch. Wenn dieses Dokument nicht den kanonischen Gesetzen folgt, welche Papst Johannes
Paul II. selber einführte in 1983, was sollte man denn folgen? Ist die Gregoriana Università auch auf
einmal „Anhänger der Piusbruderschaft“ weil es vor kurzem ein Doktorat verlieh das die Ungültigkeit
der Exkommunikationen bewiess? Bist Du auch der Meinung die Instruktion, mit der Unterschrift des Hl.
Vaters, ‘Memoriale Domini’ (in einigen Punkten die Schändung des Allerheiligsten benachdrückend, anderen
Punkten aber die „Handkommunion“ den Bischöfen überliess) gebe die Meinung des Papstes wieder, während
der selbe Papst, Paul VI., noch in 1965 in „Mysterium Fidei“ diese verbot mit Nachdruck? Was muss man
folgen? Ist alles aus dem Vatikan päpstlich bekräftigt und autorisiert, auch wirklich vom Papst stammt?
Weshalb behandelt Papst Johannes Paul II. Bischof Bernard Fellay FSSPX nicht als ein Schismatiker welcher
exkommuniziert wurde? Weshalb wurde Fellay in Privataudienz vom Papst empfangen? Weshalb sagt Cardinal
Cassidy – muss er sagen eigentlich – in einem offenen Brief, dass die FSSPX eine „innerkirchliche Angelegenheit“
ist? Weshalb wird in West-Afrika, manchen Staaten der USA, und Süd-Amerika die Taufregistrierung mit
Eheschliessungen der FSSPX-Kapellen normal in den Pfarrregistern eingetragen auf Frage des Bischofs? Weshalb
wurde nicht Mgr. Salvádor Lazo, emeritus Bischof von La Unión – grosse Diözese der Philippinen – exkommuniziert
wegen „Schisma“, während er offentlich an den hl. Vater einen Brief schrieb (und offenkundig machte),
dass er sich voll der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. anschliesse um die römische Tradition zu sichern?
(Mgr. Lazo – sehr marianischer Bischof – starb im FSSPX-Priorat in Manilla in 2000.) So erscheinen die
Aussagen von Ecclesia Dei nicht nur fragwürdig im juridischen Perspektiv (Sieh meinen Beitrag unten),
aber auch im vatikanischen und praktischen Perspektiv.
lugmayr mit „gerade“ meinte ich nicht „derzeit“ – ich weiß aber inzwischen aus zuverlässiger Quelle,
dass er längere zeit dort tatsächlich vorlesungen in sakramententheologie(!!) gehalten hat
Kirchensteuer @ Athanasius: Wenn jemand aus Gewissensgründen „aus der Kirche“ (in Wahrheit aus der Gemeinschaft
der Kirchenbeitragszahler, die Körperschaft öffentlichen Rechts ist) austritt, um nicht an der Verbreitung
von Irrlehren und Gotteslästerungen mitzuwirken, ist er auch nicht schismatisch. Ich kenne sogar persönlich
den Fall eines engagierten Katholiken, der aus solchen Gründen „ausgetreten“ ist. Außerdem kann man
gar nicht „aus der Kirche austreten“, weil die Hl. Taufe die Seele des Menschen, damit den ganzen Menschen
prägt. Ein Katholik bzw. Christ kann aber der Taufgnade verlustig gehen bzw. den Stand der Gnade verlieren.
Das Unwahrscheinlichste ist, dass dieser Zeitpunkt mit dem Zeitpunkt eines „Kirchenaustritts“ zusammenfällt.
Typischer Weise ist dieser Zeitpunkt vorher oder hat der „Kirchenaustritt“ gar nichts damit zu tun. Den
Bischöfen, die so tun, als ob die Welt zusammenbricht, wenn jemand aus der Kirche austritt (sich aber
andererseits weigern, die Authentizität von kath. Lehre und kath. Glauben sicherzustellen, zu fördern
und zu bewahren), sind ja nur besonders scheinheilig: In Wahrheit geht es ihnen ja nur um die Kirchenbeiträge
und die administrativen Probleme, wenn weniger Geld da ist. @ mario: Das ist mir neu, dass P. Lugmayr
derzeit in Blindenmarkt unterrichtet. Ich weiß, welche Priester, die nicht zur SJM gehören, dort unterrichten,
P. Lugmayr ist nicht dabei. P. Lugmayr hat aber lange in Wigratzbad (Priesterseminar der Priesterbruderschaft
St. Petrus) unterrichtet, ich weiß aber nicht, ob er das jetzt noch tut.
#10 sebastian 14:16:04 | Freitag, 18. Februar 2005
Schisma? Es tut mir furchtbar leid, aber es stimmt einfach nicht, was Athanasius sagt. Der Papst selbst
hat in seinem Motu proprio „Ecclesia Dei“ vom 2.8.1988 festgestellt: „Die Tat [i.e.: die Bischofsweihe]
als solche war Ungehorsam gegenüber dem Römischen Papst in einer sehr ernsten und für die Einheit der
Kirche höchst bedeutsamen Sache, wie es die Weihe von Bischöfen ist, mit der die apostolische Suksession
sakramental weitergegeben wird. Darum stellt dieser Ungehorsam, der eine wirkliche Ablehnung des Römischen
Primats in sich schließt, einen schismatischen Akt dar. Da sie diesen Akt trotz des offiziellen Monitums
vollzogen, das ihnen durch den Kardinalpräfekten der Kongregation für die Bischöfe am vergangenen 17.
Juni übermittelt wurde, sind Msgr. Lefebvre und die Priester Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais,
Richard Williamson und Alfonso de Galarreta der schweren Strafe der Exkommunikation verfallen, wie die
kirchliche Disziplin vorsieht „. Warum sollten diese Feststellungen des Papstes weniger Gewicht haben
als die Privatmeinungen von Anhängern der Bruderschaft? Dass die Piusbruderschaft dies nicht wahr haben
möchte, ist Zeichen für ihre Widersprüchlichkeit: man kann nicht auf der einen Seite so tun, als bestehe
die Einheit mit Rom noch, auf der anderen Seite aber die (angeblich) „wahre“ römisch-katholische Kirche
nur innerhalb der Bruderschaft verwirklicht sehen. So ist die angebliche Einheit mit dem Papst nichts
als ein Lippenbekenntnis. Gespräche mit dem Papst führt im übrigen sogar Joschka Fischer… Schließlich:
dass man durch den Besuch einer Messe der Piusbruderschaft seine Sonntagspflicht erfüllen können soll,
ist nur ein Zeichen von „Liberalität“ (oder Menschenfreundlichkeit?), die in anderem Zusammenhang gern
(im wahrsten Sinne des Wortes) „verteufelt“ wird…
#9 Athanasius 12:04:12 | Freitag, 18. Februar 2005
Die Tatsachen unter einander. 1. FSSPX schismatisch: nein Eine Priesterbruderschaft wird nicht schismatisch
wegen Bischofsweihen (die in se kein Schisma sind, z.B. Kardinal Husar von Lemberg wurde von Kardinal
Lysi in Rom sogar ohne päpstliches Mandat konsekriert!). «Schismatisch ist jener, der aus der Kirche
austritt um z.B. die Kirchensteuer nicht mehr zu bezahlen, aber schismatisch ist nicht jener der einfach
dem Papste nicht gehorcht, sei’s auch während langer Zeit. » – Pater Dr. JONE OFM Cap., ‘Katholische
Moraltheologie’, auf niederländisch 1935 erschienen in Roermond (Niederlande) und Maaseik (Flandern).
Also die unteren Aussagen v. z.B. Sebastian treffen nicht zu. Wäre auch fremd, denn die FSSPX betet täglich
für den hl. Vater, sei’s auch, daß man seinem verwirrenden Ökumenismuskurs nicht folgt. 2. Mgr. Lefebvre
und die noch lebenden Bischöfe – die noch immer im Gespräch mit dem hl. Stuhl bleiben, nochmal ein Zeichen
eines Non-Schismas! – wurden nicht von der Exkommunikation betroffen, wegen Canones (CIC 1983): canon
1323, §4 canon 1323, 70 canon 1324, §3; §1, 80 Und auf die Kassation bei der hl. Rota, wurde nie reagiert,
obwohl jeder Katholik recht dazu hat. 3. Man darf bei der FSSPX gültig seine Sonntagspflicht vollbringen,
sagt der Vatikan. Aber man „solle nicht dem Schisma anhängen“. Da es aber kein Schisma gibt (cf. Graf
Nero Capponi, Studie Hw. H. G. Murray an der Gregoriana), und keiner der Gläubigen zur tridentinischen
hl. Messe geht „um mit dem Papste zu brechen“, gibt’s keine Probleme noch irgendwelche Hinderungen.
P. Lugmayr und SJM Soviel ich weiß, soll P. Lugmayr gerade bei der SJM Vorlesungen halten … Von daher
kann das, was Tradiland hier sagt, wohl nich so ganz überzeugen …
Richtigstellung zum Wortlaut + Kommentar Im Original des Briefes des jungenmitteldeutschen Briefschreibers,
welches mir vorliegt, bedauert dieser, dass er Pro Sancta Ecclesia e.V. bis dahin nicht kennengelernt
hat, wie es sich überhaupt um einen Brief an diese Organisation handelt. Richtig ist aber, dass er seinen
Weg zur Priesterbruderschaft St. Pius X. beschreibt, obwohl er bis dahin den alten Ritus gar nicht kannte.
Natürlich gibt es hervorragende Traditionspriester sogar im Diözesanklerus und selbstverständlich auch
bei den Ecclesia Dei Gemeinschaften. Diese stehen aber alle unter dem „Fallbeil“ des real herrschenden
Modernismus im Vatikan. Dies gilt besonders für die Priesterbruderschaft St. Petrus, die ihrem Mitglied
P. Lugmayr bei seinen Theorien zur „Wandlung“ ohne Wandlungswortte offenkundig freie Hand läßt. Damit
werden auch alle rechtgläubigen Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus (zu denen P. Lugmayr nicht
mehr zu zählen ist) in diese Irrlehren hineingezogen, die vor allem Cardinal Kasper mit Unterstützung
der ökumenistischen „Theologie“ erfunden hat. Die Servi Jesu et Mariae SJM sind in ihrer Theologie bis
dato noch sehr gut, wenn nicht hervorragend, aber sie haben gleich zwei „Pferdefüße“. Der erste ist,
dass sie in der „normalen“ Seelsorge den Novus Ordo praktizieren (und sich damit der Gefahr der Irrlehren
aussetzen, die vom NOM begünstigt werden), der zweite, das alles vom Generaloberen, dem hochgeschätzten
P. Andreas Hönisch SJM, abhängt. Sobald dieser einmal nicht mehr Generaloberer sein wird, wird Rom „tabula
rasa spielen“. Alles diese Gemeinschaften werden von Rom im übrigen nur deshalb geduldet, weil es die
Priesterbruderschaft St. Pius X. gibt. Natürlich ist letztere nicht schismatisch, wer solches behauptet,
soll einmal nachlesen, was dieser Begriff bedeutet…
#6 Athanasius 19:31:58 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Es ist nicht gesagt Sola-FSSPX Ich habe hier nicht gesagt, „NUR DIE PRIESTERBRUDERSCHAFT SANKT PIUS X“.
Natürlich gibt es andere Orte wo die traditionelle Hl. Messe zelebriert wird. Aber da muss man immer
die Augen offen halten, wenn irgendwelche diözesane Priester eingebracht werden als Celebrant, um diese
Leute etwa „ins moderne Zeitalter zu bringen“ und Traditionalisten „zu missionieren und zum Einverständnis
mit der neuen Messe“ zu bringen, wie es leider so oft geschieht. Es ist übrigens ein Irrtum, zu meinen
der Messbesuch bei der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. sei irgendwie ‘falsch’, ‘sündig’ oder ‘verboten’.
In einem Brief 1994 an eine Amerikanische Traditionalistin schrieb Mgr. Perle, damals Vorsitzende der
Ecclesia Dei Kommission, dass man: 1. ohne Sünde seine Sonntagspflicht gültig in einer Pius X-Kapelle/Kloster/Kirche
vollbringt 2. Geld spenden darf 3. keinerlei Strafe auf sich abruft! In Mai 1993 erklärte Kardinal Ratzinger
und die Kongregation für die Glaubenslehre (Hl. Offizium), die „Exkommunikation“ dreier Hawaiianischen
traditionalistischen Röm.-Katholiken die von ihrem (modernistischen) Diözesanbischof wegen „Schisma“
„exkommuniziert“ wurden weil sie den Bischof Mgr. R. Williamson FSSPX zur hl. Firmung im alten Ritus eingeladen
hatten (und Kapellen bauten), UNGüLTIG, NICHTIG, OHNE IRGENEINEN GRUND. –----------------------- Ich
bin selber trotz allem Unterstützer des vom Vatikan anerkannten Vereins ‘Una Voce Internationalis’, dessen
USA Variant eine mehr unabhängige Kurs fährt als z.B. die Deutsche Abteilung, welche sich im Addai-Mari-Konflikt
besonders instrumentalisieren liess. Michael Davies († 2004) sollte man in Erinnerung bringen. Einen Mann
den ich sehr bewundere. Er war neben Una Voce Präsident auch mal zu finden für ne Lesung im vollen FSSPX-Seminar
in Winona. –--------------------------- Er liess sich aber auch nicht von unbegruendeter Polemik mancher
FSSPX-Laien oder -Geistlichen vom Standpunkt abbringen, dass auch die anderen trad. Bewegungen grossen
Wert hatten. Er warnte wohl vor Verwasserung unter den Indult-Traditionalisten, die unter bischöflichem
Druck manchmal zu viel hingaben/-geben.
#5 Pelagius 19:24:35 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Wenn die Hirten versagen… … haben sich die Schäflein schon immer zerstreut. Und haben besserenfalls
Anschluß an (mehr oder minder fragwürdige) Sondergruppen gefunden. Schlimmerenfalls haben sie die Religion
ganz aufgegeben. Der Gute Hirte wird einmal Rechenschaft fordern, das ist sicher.
#4 Yersinia 19:22:05 | Donnerstag, 17. Februar 2005
na ja, vielen anderen gestandenen KatholikInnen würds eben bei der Piusbruderschaft uä Vereinen „ganz
anders“ werden – anscheinend hatte Kaiser Josef II. doch recht, als er meinte, „ein jeder möge glücklich
werden nach seiner Facon“; die Unterschiede scheinen jedenfalls unüberbrückbar zu sein und der „Kirchenkampf“,
der da von mancher Seite betrieben wird, ist für Außenstehende zeitweise schockierend.
#3 sebastian 19:18:43 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Pius-Bruderschaft Ich kann dem Rat von Iris nur beipflichten. Jedenfalls muss man dem jungen Briefschreiber
(wenn er denn wirklich existiert…) zu Vorsicht im Hinblick auf die Pius-Bruderschaft raten. Erinnert
sei nur an Can. 1382 cic: „Episcopus qui sine pontificio mandato aliquem consecrat in Episcopum, itemque
qui ab eo consecationem recipit, in excommunicationem latae sententiae Sedi Apostolicae reservatam incurrunt.“
Die Exkommunikation ist also Tatstrafe aufgrund der Bischofsweihen von Ecône! Und auch sonst gilt: wer
dem Papst jeden Gehorsam verweigert, dürfte kaum noch römisch-katholisch sein… Jedenfalls wird der
Briefschreiber eine von der Pius-Bruderschaft vollzogene Trauung kaum in ein katholisches Kirchenbuch
eingetragen bekommen – es sei denn, er hat bei seinem Ortsbischof (!) – wie bei einer ausschließlich
standesamtlichen Trauung – um die Befreiung von der Formpflicht nachgesucht. Auch dies ist bei der „Petrusbruderschaft“
anders. Joh 17,21 gilt eben auch für die Pius-Bruderschaft: „Et unum sint“…
Empfehlung: Petrusbruderschaft und SJM Hiermit moechte ich dem jungen Schreiber des Briefes die Petrusbruderschaft
empfehlen. Sie hat in Wigratzbad (in der Naehe von Lindau) ihren Hauptsitz und in ganz Deutschland verstreut
Priester. Ausserdem ist auch die Servi Jesu et Mariae (SJM) empfehlenswert, die auch einige Priester aktiv
in Deutschland im Einsatz haben.
#1 Athanasius 17:11:17 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Er ist nit der eenzige A+M+D+G Dieser junge Mann ist nicht der einzige. Und sicherlich nicht der einzige
Junge Mensch der sich gar und ganz mal richtig gegen den Liberalismus, vor allem in der Kirche, wehrt.
Ich bin selber knapp 20 Jahre alt und denke genauso. Man muss sich der Römisch-Katholischen Tradition
anschliessen, dem ewigen Rom der ewigen Kirche. Weshalb er noch nicht über die Röm.-Kath. Priesterbruderschaft
Sankt Pius X. gehört hat? Er war wohl zur Zeit der Bischofskonsekrationen in Ecône (1988) nur 8 Jahre
alt, und wie ich noch ein kleiner Bube. Und ich im reichen Westen. Er isoliert im „prachtvollen Lande
des Schaufensters des heilsfähigen Sozialismus“. Ich hatte mit einem älteren ‘Tradi’ Katholik das Vergnügen
vor kurzem mal die Mediennachrichten von 1988 zu den Bischofsweihen zu sehen. Da kam auch S.Emin. Kardinal
Lehmann zu Wort. Er war nett, aber sagte da ungefähr: „Diese Bewegung blutet tot. Sind Alten. Und mer
hoaba ja breits die neue Messe auf Latein.“ Die Nachrichten – und jenes Programm auch in der er sprach! –
im Übrigen waren nicht nur beleidigend gegenüber Mgr. Marcel Lefebvre, aber vor allem desinformierend.
„Schisma“, „verboten“, „extremistisch“, „gegen den Papst“. (Natürlich alles unwahr, und sicher in Communio
mit dem hl. Vater Johannes Paul II.) Heute sieht man, wie sehr der Modernismus die Kirche bereits – wie
Lefebvre und viele mit ihm, e.g. Kardinäle Ottaviani und Bacci – unterminiert hatte, und jetzt wohl die
letzte Phase des Umbauens und der Vernichtung einsetzt. Aber bereits Kardinal Ratzinger musste in 1991
sagen: „Das lefebvristische – und ingesamt: das traditionalistische – Phänomän – das muss man zugeben –
wächst gigantisch heran. Es sind vor allem Jugendliche und junge Intellektuelle die sich in dieser Bewegung
verbinden.“ Heute gilt dies mehr als je! (Für den traditionellen Ritus und dem R.Kath. Traditionalismus
tout court.)