16:30:33 | Freitag, 22. Februar 2008
Der Bischof von Aachen kann sich nicht entschließen, dem Wunsch des Papstes zu gehorchen und das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ in seiner Diözese in die Tat umzusetzen. Von Nicola Vandermeer.

Warum wehren sich die Bischöfe gegen eine mit der Alten Messe wieder gefüllte Kirche?
(kreuz.net, Mönchengladbach) In Mönchengladbach findet ab dem 7. April 2008 montags um 18:00 Uhr in
der Pfarrei Heilig-Kreuz, Luisenstraße 127, regelmäßig eine Alte Messe statt.
Mönchengladbach ist
eine kreisfreie Stadt mit etwa 265.000 Einwohnern. Sie befindet sich am Niederrhein zwischen Roermond
und Düsseldorf.
Die Messe wurde am 12. Februar in einer Pressemeldung des Bistums Aachen angekündigt.
Dort hieß es, daß der Bischof damit den Wunsch der Initiative „Motu Proprio in Mönchengladbach“ erfülle.
Das entspricht leider nicht ganz der Wahrheit.
Denn seit dem Erscheinen des Motu Proprio hatte sich
die Initiative – unter heftigem Widerstand von Seiten des Bistums und der örtlichen Kirchenvertreter –
für eine Sonntagsmesse im Alten Ritus eingesetzt.
Doch jetzt wurde der Zeitpunkt der Messe auf Montagabend
um 18:00 Uhr festgelegt. Das ist für viele Berufstätige leider eine sehr ungünstige Zeit. Aufgrund
der Meßzeit wird der ein oder andere Gläubige gar nicht kommen können.
Hinsichtlich der Indultmesse
in der Stadt Aachen, konnte man aus dem Aachener Generalvikariat noch hören, daß diese „auf ausdrücklichen
Wunsch der Betroffenen“ in der Hauskapelle einer psychiatrischen Anstalt am Donnerstag stattfinden.
Anders
in Mönchengladbach. Dort hat man gar nicht erst nach den Wünschen der Betroffenen gefragt.
Die Alte
Messe scheint grundsätzlich schlecht ins Konzept des Bistums Aachen zu passen, obwohl es an Kirchen nicht
fehlen würde.
In Mönchengladbach stehen zwei Kirchen schon längere Zeit leer. Eine weitere wurde jüngst
verkauft. Die Hauptpfarrei „Mariae Himmelfahrt“ in der Innenstadt wurde zur sogenannten „City-Kirche“ –
das heißt, zu einer „Eventhalle“ – umfunktioniert.
Die alten Eichenbänke
kamen als Bastelholz unter den Hammer.
Jetzt hört man von Plänen, auch die Münsterbasilika St.Vitus
zu einer „Event-Hall“ umzufunktionieren. In der Mönchengladbacher Innenstadt sollen offenbar fast alle
Kirchen geschlossen werden.
Im Mai verläßt ein weiterer Pfarrer die Stadt Mönchengladbach. Dann müssen –
wie bereits angekündigt wurde – „bedauerlicherweise“ vier Pfarreien künftig wohl ehrenamtliche Gemeindeleitungen
erhalten.
Der Trend geht zur priesterlosen Kirche. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum man keine
Sonntagsmesse im Alten Ritus haben will.
Man fürchtet, daß damit eine Konkurrenz zu den priesterlosen
Laiengottesdiensten am Sonntag geschaffen wird.
Dennoch will sich die Initiative „Motu proprio in Mönchengladbach“
weiterhin für eine Sonntagsmesse im Alten Ritus einsetzen.
Auf Anfrage bestätigte die Gruppierung,
in der Lage zu sein, einen Priester aus einer „Ecclesia-Dei“-Gemeinschaft zu benennen, der sonntags nach
Mönchengladbach kommen würde, wenn er dazu vom Bistum Aachen nur die Erlaubnis bekäme.
Aber die Diözese
blockiert das mit der fadenscheinigen Begründung, daß der Zelebrant der Alten Messe aus der Diözese
kommen müsse – obwohl man für eine Sonntagsmesse im Alten Ritus keinen Priester zur Verfügung stellen
kann.
Diese Verhinderungspolitik steht im Widerspruch zum Verfahren, das in ‘Summorum Pontificum’ vorgesehenen
ist.
Nach Artikel 7 des Motu Proprio muß sich der Bischof von Aachen dann, wenn ein Priester fehlt,
nach Rom an die Kommission ‘Ecclesia-Dei’ wenden. Das scheint man aber in Aachen nicht tun zu wollen.
Rom könnte nämlich den Priester einer „Ecclesia-Dei“-Gemeinschaft für die Sonntagsmesse in Mönchengladbach
benennen.
Papst Benedikt XVI. hat selber die römische Personalpfarrei für den Alten Ritus „Ecclesia-Dei“-Priestern
anvertraut und die Gemeinde als Vorbild für die ganze Kirche bezeichnet.
Das Problem liegt eben offensichtlich
darin, daß die Diözese in Mönchengladbach keine Sonntagsmesse im Alten Ritus will – ungeachtet der
Tatsache, daß die Gläubigen darum bitten und ihren Wunsch dem Recht entsprechend vorgebracht haben.
Der Wunsch wäre nach Angaben der Initiative „Motu proprio in Mönchengladbach“ leicht zu erfüllen.
Man müßte nur eine der fast fünfzig Kirchen in Mönchengladbach am Sonntag für zwei Stunden öffnen.
Für die spanische, portugiesische, vietnamesische, polnische, kroatische und aramäische Sprache wird
das bereits praktiziert.
Doch in Mönchengladbach fühlt man sich in die Zeit der „Indultmessen“ und
der bischöflichen Willkür zurückkatapultiert, obwohl ‘Summorum Pontificum’ der Alten Messe ihre Freiheit
wiedergeben wollte.
Die Montagabend-Messe in Mönchengladbach ist vom Bischof zunächst auf ein Jahr
befristet.
Wird der Aufwind im Bistum Aachen danach wieder abflauen?
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