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Samstag, 23. Februar 2008 07:21
Unerwünschte Stilberatung
Er hält sich für den Wächter der deutschen Bischöfe und liest ihnen regelmäßig die Leviten. Doch jetzt hat er selber eine schallende Ohrfeige eingefangen – von einem Bischof.
Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg
Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg
(kreuz.net, Regensburg) Am Freitag abend hat die bischöfliche Pressestelle der Diözese Regensburg Vorwürfe des Präsidenten des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’, Hans Joachim Meyer, scharf zurückgewiesen.

Das ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ ist ein Zusammenschluß von Vertretern katholischer Laienorganisationen in Deutschland mit Sitz in Bonn.

Hans Joachim Meyer (71) ist ein deutscher Politiker der Christdemokratischen Union.

Über die Presse hatte er dem Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller (60), dessen Fernbleiben beim Abschiedsgottesdienst für den emeritierten Erzbischof von München, Friedrich Kardinal Wetter, vorgeworfen. Das sei „ungehörig“ und ein „schlechter Stil“.

Der Regensburger Bischof war termingleich in der 3.600-Seelen-Gemeinde Stammham im Landkreis Eichstätt verpflichtet. Dort zelebrierte er ein Pontifikalamt, nahm an einer Prozession teil und segnete den Neubau eines Kindergartens.

Die Gründe des Bischofs
Die Pressestelle hält fest, daß sich der Bischof wegen seiner Abwesenheit bei dem Münchner Gottesdienst bereits vor mehreren Wochen entschuldigt habe. Er habe sich von den beiden Regensburger Weihbischöfen, Mons. Reinhard Pappenberger (49) und Mons. Vinzenz Guggenberger (78), vertreten lassen.

Nach Angaben der Pressestelle war der Termin in der Pfarrei Stammham bereits vor Monaten festgelegt worden. Die Pfarrei habe sich intensiv und mühevoll auf diesen Tag vorbereitet: „Niemand hätte Verständnis für eine kurzfristige Absage gehabt.“

Ohrfeige für Meyer
Dann wendet sich die Pressemeldung dem Präsidenten des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ zu.

Es zähle nicht zu dessen Aufgaben, als Stilberater für die deutschen Bischöfe aufzutreten: „Vor allem wenn man die Gründe für das Nicht-dabei-sein-Können nicht kennt.“

Damit sei Meyer seinem „Stil“ – Anführungszeichen im Originaltext – treu geblieben. Er stelle Ferndiagnosen von außen, ohne sich vor Ort zu informieren und gefalle sich in der selbstgewählten Rolle des Richters über Bischöfe:

„Es wäre gut, wenn Herr Meyer seine verbalen Rundumschläge an den von ihm selbst eingeforderten Regeln messen würde.“

„Diese Aussage ist banal“
Meyer kritisierte auch die Pressemeldung des Regensburger Bischofs vom 18. Februar.

Darin hatte Mons. Müller zu den Zölibat-Aussagen von Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg erklärt, daß „in einem schnellen Interview zum Thema Priestertum und Zölibat nicht alles so differenziert gesagt werden konnte, wie es theologischen Ansprüchen genügt.“

Diese Aussage kommentierte Meyer mit der Feststellung: „Ein Interview ist keine Dissertation“.

„Diese Aussage ist banal“ – kontert die bischöfliche Pressestelle. Aus der Stellungnahme des Regensburger Oberhirten sei klar herauszulesen gewesen, „daß komplexe Themenbereiche, wie die Frage um den Zölibat, genauer beleuchtet werden müssen.“

In dem Interview, das versucht habe, möglichst viele Themen anzusprechen, könne die wichtige und schwierige Frage des Zölibats nicht differenziert genug beantwortet werden.

Der unfairen Instrumentalisierung der Aussagen von Erzbischof Zollitsch für Agitationen gegen den priesterlichen Zölibat müsse entgegentreten werden – nimmt die Pressestelle den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz abschließend in Schutz.

© Titelbild: Dr. Meierhofer, GFDL
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 27 Lesermeinungen:
Sonntag, 24. Februar 2008 16:17
Ratibor: @Aleph – Unverschämtheit
Ihre Einlassungen sind ebenso plump wie lächerlich. Mit welcher Vehemenz hätten Sie geschimpft, wenn der Bischof diesen lange vereinbarten Ortstermin einfach angesagt hätte. Sofort wäre doch der Ruf da gewesen, der Bischof würde das einfache Kirchenvolk ignorieren und sich nur unter Seinesgleichen herumtreiben. Und jetzt meinen Sie, der Bischof sollte sich von einem Kaplan vertreten lassen. Meine Wut über Ihre Aussagen ist so groß obwohl ich mir schon die ganze Zeit vorsagen, dass sie ja gar nicht ernst gemeint sein können – ein wenig Menschenverstand vorausgesetzt.
Sonntag, 24. Februar 2008 00:21
Aleph: Warum will ein Bischof unbedingt einen Kindergarten segnen
nahm an einer Prozession teil und segnete den Neubau eines Kindergartens

Muss der Regensburger Bischof unbedingt bei einer Prozession im Landkreis Eichstätt präsent sein, um an einer Prozession teilzunehmen und auch noch einen Kindergarten zu segnen, wenn der Bamberger Erzbischof in München bei der Amtseinführung des dortigen neuen Erzbischofs präsent ist.

Seit wann ist ein Bischof zur Kindergartensegnung erforderlich? In der Regel doch wohl nicht. Nur wenn er es unbedingt möchte, weil er keine „besseren“ Termine hat…

Die Weihe einer solchenen Einrichtung kann jeder Kaplan genauso gültig vollziehen.
Samstag, 23. Februar 2008 23:09
bonifatius: @Insinuator: ja das möchste…
Ihr in der Diözese R. könnt froh sein, den bisherigen Saustall durch einen strengen Hirten etwas unter Kontrolle zu bekommen.

Ja, das möchste gerne, eine nicht schlecht bezahlte Pfarrstelle, (früher nannte es man Pfründe), geregelte Arbeitszeit, ein liebreizende fürsorgliche Frau zu Hause (im Pfarrhof).

Wie schaut es nun mit einer Leistungsprämie aus?
Pro einhundert Kirchenbesucher im Jahr mehr eine Sprossenleiter im akademischen Besoldungssystem höher. Zudem bräuchten wir für den Fall, daß die Bischöfe oder gar Rom nicht so spuren, wie es unser Gerechtigkeitssinn fordert, eine Art Gewerkschaft, ev, von der Art „wir sind Kirche“ oder „Kirche von unten“. Wäre doch eine basisgerechte demokratische Einrichtung.

Und dann könnten wir als Fernziel ein neues Konzil ansteuern, um den Dekalog mehr der Zeit anzupassen. Wie wäre es mit dem Vorschlag einer CSU-Pauli, kirchliche Eheschließungen nur auf sieben Jahre zu befristen. Eine Endlösung für die Zukunft wäre dann eine in Fragestellung des Gekreuzigten, wobei man die Juden sogar noch christianisieren könnte.
Es gäbe noch genügend Vorschläge, deren Realisierung jedoch von Basis- und Ausschußbeschlüssen abhängt. Einer solchen Kirche meine Mitgliedschaft zu verweigern steht aber jetzt schon fest.
boni
Samstag, 23. Februar 2008 18:46
Insinuator: Müller II.
Viele Menschen im Bistum Regensburg beten darum, dass Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller seinen Weg nach Rom oder sonst wohin finden möge. Ihnen würde eine große Last abgenommen. Auch ich hoffe.
Samstag, 23. Februar 2008 14:18
kath.Sachs †: @heini @monti …: Meint Ihr nicht,dass es viel besser wäre … – Schließe ich mich an!!!
HeinrichvonOfterdingen: Lieber kath.Sachs,nu spotten Sie nur. Ihre geistigen Ergüsse sind so was von inhaltsleer, da kommen selbst die Lehmänner dieser Erde nicht mit.

Also meine montis, heinrichs und wie sie alle heißen – am besten Sie reagieren tatsächlich nicht auf mich, dann hab ich nämlich länger meinen Spaß. Wenn Ihr nämlich plötzlich Eure Kommentare geistreich machtet , dann wär das tatsächlich nichts mehr für mich, da müßte ich mir ne andere Karnevalsssendung suchen  – Also? Jawoll WEITERMACHEN!!!!!
Samstag, 23. Februar 2008 13:36
monti: Meint Ihr nicht,
dass es viel besser wäre, zukünftig auf die Ergüsse von Kath-sachs einfach gar nicht mehr zu reagieren ? Dann erledigt sich so etwas meist von selbst .
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