Alte Messe
Die Liturgiereform war ein Sieg der Frivolität
Die Richtung stimmt nicht: „Haben Sie schon einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert“.
Sieg der Frivolität
Sieg der Frivolität
(kreuz.net) „Ich habe keinen Zweifel, daß der tridentinische Ritus die wahre Liturgie ist.“ Das erklärte der Journalist Michele Mirabella (64) vor der italienischen Webseite ‘Papanews’.

Mirabella ist ein bekannter TV-Präsentator im italienischen Staatsfernsehen. Er liebt auch die lateinische Sprache: „Ein frivoler Modernismus hat dazu geführt, daß man in den vergangenen Zeiten die lateinische Sprache sogar in der Kirche vernachlässigt hat“ – erklärt er.

Die Ausleger des Zweiten Vatikanischen Konzils seien mit dem Anspruch aufgetreten zu rationalisieren, was man von Natur aus nicht rationalisieren könne:

„Darum haben die Frivolität und die Tendenz zum Banalen zu häufig gesiegt, während im Alten Ritus alles nüchterner, gereinigter, eleganter war.“

Für Mirabella ist die Liturgie Ordnung, Eleganz und Harmonie: „Das sind Eigenschaften, die der Alte Ritus perfekt und vollständig bewahrt hat.“

Der Journalist hat beide Meßformen, die alte lateinische und die Messe in der Nationalsprache gekannt: „Ich leugne nicht, daß ich die erste vorziehe.“

Er sei persönlich davon überzeugt, daß der Priester zum Tabernakel, nach Osten, blicken müsse: „Denn es ist Christus und nicht sein Diener, der das Volk Gottes leitet.“

„Haben Sie vielleicht einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert“ – fragt Mirabelli den interviewenden Journalisten.

Es gehe bei der Meßzelebration zum Tabernakel nicht darum, daß der Priester den Gläubigen seinen Rücken zuwende. Sein Gesicht sei vielmehr der Ausstrahlung und Herrlichkeit Jesu Christi zugewandt:

„Das sage ich nicht als Frömmler, sondern als laizistisch denkender Mensch.“

Mirabella begreift auch nicht, wie man den gregorianischen Choral nicht lieben kann.

Sieg des Banalen
Sieg des Banalen
Eine Lanze bricht er ferner für die lateinische Sprache: „Es täuscht sich, wer behauptet, daß man aufgrund der lateinischen Kultsprache wenig versteht.“

Wenn das wirklich ein Problem wäre, könne man ja in den Schulen mehr Latein lernen:

„Die fromme alte Frau von damals verstand vielleicht kein Latein. Aber sie nahm mit Glauben, Ehrlichkeit und Respekt dem großen Geheimnis gegenüber an der Messe teil.“

Denn der Alte Ritus ist für sei Erhabenheit, Aufstieg und Schönheit: „Wer ihn verurteilt, hat ihn nicht begriffen.“

Der Journalist verteidigt den Alten Ritus, um den „vergänglichen und leeren“ Ideen entgegenzutreten, die sich nach dem Zweiten Vatikanum unter den Gläubigen verbreitet haben:

„Außerdem ist die Übersetzung des Meßbuches in den neuen Sprachen, offen gesagt, so farblos, häßlich und unelegant, daß es mir fast weh tut.“

Die Verwendung von Gitarren und anderen unliturgischen Instrumenten im Gottesdienst hält Mirabella für eine „Gotteslästerung“:

„Ich habe nichts gegen die Gitarre an sich, aber ich halte die improvisierten Konzerte während der Eucharistie für eine Beleidigung des ästhetischen Geschmacks. Sie schränkten die Spiritualität ein.“

Das Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe war für Mirabella ein „Akt der Gerechtigkeit und Freiheit“. Er fordert Modernisten und Progressisten auf, tolerant zu sein und die anderen mehr zu respektieren.

Den Papst hält der Journalist für einen „außerordentlichen Intellektuellen – eine Person mit einer riesigen Bildung“.

Ausdrücklich betont Mirabella, keine Vergleiche anstellen zu wollen.

Aber er sage jenen, die den verstorbenen Johannes Paul II. zurecht loben, daß viele Dokumente dieses großen Papstes mit der wertvollen Hilfe des damaligen Kardinal Joseph Ratzinger verfaßt worden seien.
      
34 Lesermeinungen
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#34   Rübezahl   18:43:28 | Montag, 3. März 2008
@ RRR
Guten Abend RRR!
Sie schreiben:
„Und „elegant“? Man schaue sich nur diese aufgequollenen Männerkörper in Frauenkleidern an:
www.kreuz.net/…cle/article.4812.jpg
Nein. Nüchterner und eleganter ist der „Alte“ Ritus nicht.“
Erklären Sie doch bitte einmal in aller Sachbezogenheit, inwiefern PERSONEN, welche einen bestimmten Ritus feiern, DEN RITUS SELBST „nüchterner oder eleganter“ (oder das Gegenteil) machen können!
Diese, Ihrige Logik würde mich dann nun doch schon einmal etwas näher interessieren!
Liebe Grüße
der Rübezahl
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#33   RRR   18:14:42 | Montag, 3. März 2008
Also das nun wirklich nicht
„Darum haben die Frivolität und die Tendenz zum Banalen zu häufig gesiegt, während im Alten Ritus alles nüchterner, gereinigter, eleganter war.“
Die Anhäufung von Kreuzzeichen und Kniebeugen – mögen Sie auch in jedem Einzelfall theologisch und spirituell begründbar seien – kann man wohl kaum als „nüchterner“ bezeichnen.
Die Komplexität einzelner Verhaltensweisen v.a. der Leviten im Hochamt kann man wohl kaum als „nüchterner“ bezeichnen.
Das neurotische Finger-Aneinanderpressen des Zelebranten, weil es dem Heiland ja unglaublich weh tut, wenn ein Krümel auf den Boden fällt (wo doch die Tradition der Kirche „Brotsgestalt“ verlangt, die ein mikroskopischer Krümel nicht hat), kannm man wohl kaum als „nüchterner“ bezeichnen.
„Gereinigt“ war vor allem der Kelch nach der Purifikation.
Und „elegant“? Man schaue sich nur diese aufgequollenen Männerkörper in Frauenkleidern an:
www.kreuz.net/…cle/article.4812.jpg
Nein. Nüchterner und eleganter ist der „Alte“ Ritus nicht. Und was „gereinigt“ in diesem Zusammenhang heißen soll, weiß ich nicht.
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#32   Don Camillo   10:15:24 | Samstag, 1. März 2008
@Antirassist
Wer die Augen offenhält, dem wird im Leben manches glücken.
Doch noch besser geht es dem, der versteht, eins zuzudrücken.
Johann Wolfgang von Goethe
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#31   Gunsenum   13:25:08 | Mittwoch, 27. Februar 2008
@heggi
WIe meinensen das ?
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#30   Gotthard   00:59:09 | Mittwoch, 27. Februar 2008
Frivolität
Mirabella ist ein bekannter TV-Präsentator im italienischen Staatsfernsehen.
dieser Mann muss einen interessanten – aber in Deutschland gänzlich unbekannten Job – haben.
„Außerdem ist die Übersetzung des Meßbuches in den neuen Sprachen, offen gesagt, so farblos, häßlich und unelegant, daß es mir fast weh tut.“
kann dieser Herr auch Deutsch und Afrikaans?
Die Verwendung von Gitarren und anderen unliturgischen Instrumenten im Gottesdienst hält Mirabella für eine „Gotteslästerung“
wenn es keine schlimmeren Gotteslästerungen gibt, können wir alle doch sehr zufrieden sein …
„Ich habe nichts gegen die Gitarre an sich, aber ich halte die improvisierten Konzerte während der Eucharistie für eine Beleidigung des ästhetischen Geschmacks.“
Den Herrn Autor stört eine Guitarre in seinem ästhetischen Empfinden … diese Störung wird zur Gotteslästerung hochstilisiert …
viel Spass mit diesem Herrn!
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#29   Artois †   22:45:16 | Dienstag, 26. Februar 2008
Welcher „Kaiser von Österreich“
hat sich denn persönlich in welche Schlacht geworfen????
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#28   Joseph   22:32:30 | Dienstag, 26. Februar 2008
Um Gottes Willen…
Sind diese Fotos echt???
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#27   Heggi   21:52:59 | Dienstag, 26. Februar 2008
Gunsenum,
Sie verpennen den Anschluß an eine neue Zeit.
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#26   Libertas Ecclesiae   21:38:23 | Dienstag, 26. Februar 2008
Volkssprache?
@ Sirilo
Bitte mal das hier lesen:
www.kreuz.net/article.5124.html
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#25   HeinrichvonOfterdingen   21:25:35 | Dienstag, 26. Februar 2008
Lieber FE,
na ja auch die deutsche Führung im 2.Weltkrieg stand final für ihre Entscheidungen mit ihrem Hals gerade. Während Lord Kitchener de.wikipedia.org/…itchener_of_Karthoum, auch so ein Schlächter, wohl eher dem eigenen Geheimdienst zum Opfer fiel. So kann man es auch machen.
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#24   FiliusEcclesiae   21:15:59 | Dienstag, 26. Februar 2008
@H.v.O.: Vor nicht allzulanger Zeit warfen sich noch Kaiser persönlich in die Schlacht
… kein gutes Bild! Generäle und Anführer marschieren üblicherweise überhaupt nicht, weder vorwärts noch rückwärts. Wenn sie nicht rumgefahren werden, dann hocken sie in der Etappe rum.
Generäle und Anführer marschieren schon, es kommt nur auf die Zeit an.
Vor kurzem warfen sich noch Kaiser persönlich in die Schlacht, auch der Kaiser von Österreich.
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#23   HeinrichvonOfterdingen   21:13:41 | Dienstag, 26. Februar 2008
Lieber bonifatius,
Haben Sie vielleicht einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert
… kein gutes Bild! Generäle und Anführer marschieren üblicherweise überhaupt nicht, weder vorwärts noch rückwärts. Wenn sie nicht rumgefahren werden, dann hocken sie in der Etappe rum.
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#22   bonifatius   20:50:31 | Dienstag, 26. Februar 2008
Gute Parabel
„Haben Sie vielleicht einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert“ – fragt Mirabelli den interviewenden Journalisten.
Ja, so manche unserer Hirten und Seelenführer.
Zur linqua latina: Leider waren unsere 68- iger Biderstürmer ehrfurchtslos und intollerant und haben vieles Wertvolle und Schöne verschleudert oder gar vernichtet.---Unwiederbringlich!!!°
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#21   Sirilo   20:42:34 | Dienstag, 26. Februar 2008
Volkssprache?!
Schon einmal hat die Kirche die Liturgiesprache gewechselt und die Volkssprache in die Liturgie eingeführt: Damals, als sie das Griechische als Liturgiesprache im Westen aufgab und zur Volkssprache Latein überging. Latein wurde nicht Liturgiesprache, weil es besonders für das Mysterium geeignet oder besonders heilig war, sondern schlicht deshalb, weil es die Amtssprache des Römischen Reiches war. Nicht wegen besonderer Geistigkeit oder Spiritualität…
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#20   raindance1 †   20:13:56 | Dienstag, 26. Februar 2008
was nun?
ist die Verwendung einer Gitarre im Gottesdienst jetzt Gotteslästerung oder schränkt sie nur die Spiritualität ein?
der neue Ritus sei mit dem Anspruch aufgetreten zu rationalisieren…während der alte nüchterner und gereinigter war…
wenn der alte Ritus so nüchtern war, dann hat er die Rationalisierung wohl schon hinter sich…und wieso war…ist der alte Ritus schon Geschichte?
das der Priester zum Tabernackel nach Osten blicken müsse, völlig in Ordnung, aber was hat das mit dem rückwärtsmarschierenden General zu tun?
irgendwie müssen sich auch Journalisten die Zeit vertreiben und wenns mit einem derartigen Interview ist…
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#19   maliems   19:27:10 | Dienstag, 26. Februar 2008
der gute mann
hat das selbe liturgieverständnis wie die konzilsväter
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#18   Libertas Ecclesiae   19:24:46 | Dienstag, 26. Februar 2008
Sag ich doch:
36. §1. Linguae latinae usus, salvo particulari iure, in Ritibus latinis servetur.
Von einem ausschließlichen Gebrauch der Muttersprach, wie es heute in 99% der sonntäglichen Gemeindegottesdienste der Fall ist, ist in SC 36 nicht die Rede, im Gegenteil.
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#17   Sozialkatholisch   19:24:00 | Dienstag, 26. Februar 2008
@ Clarissa Colonia
Die Umsetzung dieser Regeln sind aber kaum noch nach dem V2 zu finden, häufig wahrscheinlich nur ungefähr zeitgleich zum V2.
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#16   clarissa colonia   19:04:34 | Dienstag, 26. Februar 2008
Ich zitiere
Sacrosanctum Concilium:
36. §1. Linguae latinae usus, salvo particulari iure, in Ritibus latinis servetur.
§2. Cum tamen, sive in Missa, sive in Sacramentorum administratione, sive in aliis Liturgiae partibus, haud raro linguae vernaculae usurpatio valde utilis apud populum exsistere possit, amplior locus ipsi tribui valeat, imprimis autem in lectionibus et admonitionibus, in nonnullis orationibus et cantibus …
§3. Huiusmodi normis servatis, est competentis auctoritatis ecclesiasticae territorialis, de qua in art. 22 § 2, etiam, si casus ferat, consilio habito cum Episcopis finitimarum regionum eiusdem linguae, de usu et modo linguae vernaculae statuere, actis ab Apostolica Sede probatis seu confirmatis.
101. §1) Iuxta saecularem traditionem ritus latini, in Officio divino lingua latina clericis servanda est, facta tamen Ordinario potestate usum versionis vernaculae ad normam art. 36 confectae concedendi, singulis pro casibus, iis clericis, quibus usus linguae latinae grave impedimentum est quominus Officium debite persolvant.
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#15   Sozialkatholisch   19:01:10 | Dienstag, 26. Februar 2008
@ Clarissa Colonia
Das war ja in erster Linie auf die Liturgie bezogen, aber gerade in den vielen Bibelübersetzungen sehen sie ja zum einen den sprachlichen Wandel (revidierte Fassungen), die Genauigkeit der Übersetzungen, die ungeheure Vielfalt (ist zuerst Wertfrei gemeint) und den persönlichen Einfluss des Übersetzers.
Bei einer Liturgie in Landessprache ist die Unveränderlichkeit der Bedeutung nicht gewahrt was vielleicht auch ein Grund für die nun wirklich nicht immer positive Vielfalt in der oft zusammengemixten Liturgie ist.
Ein Vorteil für eine größtenteils lateinische Liturgie ist aber auch die ungeheure Sprachenvielfalt in einer Weltkirche.
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#14   HBR   18:54:28 | Dienstag, 26. Februar 2008
Man soll nie fordern, was man nicht selber zu geben bereit ist
Das Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe war für Mirabella ein „Akt der Gerechtigkeit und Freiheit“. Er fordert Modernisten und Progressisten auf, tolerant zu sein und die anderen mehr zu respektieren.
Wenn jemand Toleranz für seine überkommene und ach so „erhabene“ Messe einfordert, soll dieser Jemand erst mal Toleranz gegenüber der ordentliche Form der Messe walten lassen. Es ist doch immer wieder interessant, dass die Intoleranten die Toleranz fordern.
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#13   Libertas Ecclesiae   18:45:48 | Dienstag, 26. Februar 2008
@ Clarissa
Sprache erfüllt ihren Sinn also nur, wenn sie der „gemeinsame Code“ von Sender und Empfänger ist.
Aha. Und das funktioniert jetzt also besser, seitdem die Verwendung der Landessprachen üblich geworden sind?
Nicht diejenigen, die die lateinische Sprache in der Liturgie präferien, müssen sich rechtfertigen, sondern diejenigen, die behaupten, dass mit der Einführung der Landessprachen eine Kommunikationsverbesserung eingetreten sei, was ja bekanntlich nicht der Fall ist.
Warum also das starre Festhalten am ausschließlichen Gebrauch der Landessprache – übrigens entgegen Sacrosantum Concilium Nr. 36?
Jedenfalls folgen heute weit weniger Katholiken der deutschen Messe als bis 1969 der lateinischen.
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#12   clarissa colonia   18:42:48 | Dienstag, 26. Februar 2008
So, so, werter sozialkatholisch,
für ewige Wahrheiten eignet sich nur eine tote Sprache? Da farge ich mich doch:
Hat das Nicänum auf Aramäisch beratschlagt oder beschlossen, wenn nur tote Sprachen für ewige Wahrheiten geeignet sein sollen?
Wie konnte es das IV. Laterankonzil nur wagen, in einer (damals noch gesprochenen) Sprache die transsubstantiatio der eucharistischen Gestalten zu definieren?
Was fiel nur dem großen Thomas ein, über Sein und Wesen auf Latein zu schreiben, dabei die große Gefahr völlig außer acht lassend, daß er möglicherweise verstanden werden konnte.
Wie konnten Thomas von Kempen oder Petrus Bonaventura den christlichen Glauben in der imitatio oder dem breviloquium nur in einer Sprache darlegen, die allgemein verstanden wurde?
Wie kann die Kirche nur der Profanierung von Gottes Wort Vorschub leisten, indem sie (mittlerweilen) nicht nur die muttersprachliche Übersetzung der Bibel zuläßt, sondern den Menschen sogar deren regelmäßige Betrachtung empfiehlt.
Das Argument, das Heilige, Ewige, Wahre bedürfe der es bergenden Sprache, die ihre Aufgabe desto besser erfülle, je toter sie sei, führt sich doch selbst ad absurdum. Warum fordern Sie dann nicht konsequenterweise die Zelebration in altkirchenslawisch, oder, falls Ihnen das immer noch zu allgemeinverständlich erscheint, oder auf Klingonisch (das gibt es als reine Kunstsprache!)?
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#11   Sozialkatholisch   18:26:27 | Dienstag, 26. Februar 2008
@ Clarissa Colonia
Ganz so einfach ist das nicht, ewige Wahrheiten lassen sich nun mal auf Dauer nicht ohne Verfälschung in eine lebendige Sprache packen, da sind Fehler die sich einschleichen vorprogrammiert.
Es eignen sich dafür nur tote Sprachen die sich nicht mehr verändern.
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#10   clarissa colonia   18:16:40 | Dienstag, 26. Februar 2008
Werte Herren und Damen,
der lateinischen Sprache eignet nichts mystisches und nichts magisches. Sie ist eine Sprache wie jede andere, sei es nun eine andere indogermanische, oder eine gänzlich andere. Der Zweck von Sprache liegt in der Kommunikation, d. h. der Mitteilung von einem Mitglied der Kommunikationsgemeinschaft an ein anderes. Sprache erfüllt ihren Sinn also nur, wenn sie der „gemeinsame Code“ von Sender und Empfänger ist. Dieses Kommunikationsmodell ist auch auf die religiös-spirituelle Kommunikation mit einem transzendenten Gott anwendbar, wobei sich bei diesem die Verständnisfrage gar nicht stellt, denn wenn er Gott ist, wird er das an ihn gerichtete Wort verstehen (tut ers nicht, ist er nicht Gott). Damit hätten wir den Befund: Gott bedarf des Lateins nicht.
Wenn nun aber die Gottesdienstgemeinde des Lateinischen noch weniger mächtig ist als der Zelebrant; welchen Sinn macht die Zelebration in dieser Sprache (zumal im „alten Ritus“ das meiste Latein ja ohnedies so leise rezitiert wird, daß die Gemeinde daran ohnehin keinen Anteil hat)?
Der Geheimnischarakter des Meßopfers bedarf ebenfalls der lateinischen Sprache nicht; wäre dies anders, müßte man sich ja fragen ob nicht bereits der Wechsel (vom Griechischen) zur lateinischen Kultsprache eine sakrilegische Profanierung des Geheimnisses bedeutet hat, denn die Römer haben doch sicher ihre viva vox verstanden, oder nicht?
Lateinische Lirturgiesprache, so schön sie ist, taugt nicht als Fetisch, zu der sie Sakralerotiker machen wollen.
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#9   Bleifuss   18:16:15 | Dienstag, 26. Februar 2008
@Konrad
Du meinst wohl das Buch „Der Geist der Liturgie“? Bist du dir denn wirklich sicher dieses Buch als Quatsch zu bezeichnen.
Dürfte man dich dann eventuell als ungebildeten Quatschkopf bezeichnen?
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#8   Karl Murx   18:12:11 | Dienstag, 26. Februar 2008
Was kann an der Liturgie der Kirche schlecht sein?
DH3011 (Vat. 1) Kap.3 der Konstitution über den Glauben:
Porro fide divina et catholica ea omnia credenda sunt, quae in verbo Dei scripto vel tradito continentur et ab Ecclesia sive solemni judicio sive ordinario et universali magisterio tamquam divinitus revelata credenda proponuntur.
CIC1917, Can. 1323. § 1. Fide divina et catholica ea omnia credenda sunt quae verbo Dei scripto vel tradito continentur et ab Ecclesia sive sollemni iudicio sive ordinario et universali magisterio tanquam divinitus revelata credenda proponuntur.
Der ganze Widerstand gegen die Liturgiereform von Seiten der FSSPX und anderen beruht nur darauf, daß man ständig behauptet, das ordentliche Lehramt der Kirche habe sich geirrt und irre sich permanent.
Muß man etwa Jahre studiert haben, um das zu unterscheiden, was man glauben muß und was man verwerfen darf? Wenn man in der „ordentlichen Liturgie der Kirche“ nur Frivolität findet, dann kann das wohl nicht die Kirche sein, oder?
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#7   Konrad   17:52:13 | Dienstag, 26. Februar 2008
Frivol ist kreuz.net und frivol sind Leute
wie Mosebach oder dieser obige Schreiberling. Es ist soweit, dass die Tarditionalisten auf Laizisten und auf atheistische Büchnerpreisträger hören, um ihre vorkonziliare Position zu begründen! Am vergangenen Sonntag war zu hören: „nicht in Jerusalem oder auf irgendeinem Berg, auch nicht nach Osten hin, sind die wahren Beter ausgerichtet – sondern überall in „Geist und Wahrheit“ sind die wahren Anbeter des Vaters. Es ist auch Quatsch, was Ratzinger in seinem ideologisch-platonischen Liturgiebuch dazu schreibt.
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#6   Elendester Sünder   17:28:18 | Dienstag, 26. Februar 2008
Es ist wirklich einfach nur frivol,
dass man im Gottsdienst seit dem II. Vatikanischen Konzil nicht mehr eine Sprache spricht, so daß diese tatsächlich auch nicht mehr jeder der Mitfeiernden versteht.
Was solll eigentlich dieses ermüdende immer wieder neue Aufkochen.
Der alte Ritus ist der wahre. Davon wird die Welt besser. Wer in einen Gottesdienst mit Showeinlagen gehen möchte, der soll es einfach tun und wer es nicht mag, der wird es einfach lassen. Man kann dieses Gejammer über den wahren Ritus wirklich nicht mehr hören. :-!
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#5   miles immaculatae   17:26:39 | Dienstag, 26. Februar 2008
Oh ja! Freiheit!
Wer in einen Gottesdienst mit lateinischer Sprache gehen möchte, der soll es einfach tun und wer es nicht mag, der wird es einfach lassen
Wenn man könnte, wie man wollte. Die örtlichen Pfarrer haben in Deutschland rund fünfzig Anträge nach dem motu proprio abblitzen lassen, vorwiegend mit fadenscheinigen Argumente. Hierorts kenn ich ja meine Pappenheimer. Die wollen einfach nicht.
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#4   ecclesia-semper-reformanda   17:00:18 | Dienstag, 26. Februar 2008
Es ist wirklich einfach nur frivol, dass man
im Gottsdienst seit dem II. Vatikanischen Konzil eine Sprache spricht, die doch tatsächlich auch jeder der Mitfeiernden versteht…
Was solll eigentlich dieses ermüdende immer wieder neue Aufkochen nach dem Motto: Der alte Ritus ist der wahre. Davon wird die Welt nicht besser. Wer in einen Gottesdienst mit lateinischer Sprache gehen möchte, der soll es einfach tun und wer es nicht mag, der wird es einfach lassen. Man kann dieses Gejammer über den „wahren Ritus“ wirklich nicht mehr hören. :-!
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#3   Gunsenum   16:09:14 | Dienstag, 26. Februar 2008
Nettes Zitat…
„Haben Sie vielleicht einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert?“
Abgesehen davon, daß es taktisch-strategisch intelligent sein kann, Rückwärtsbewegungen einzuleiten, sei allen Freunden der vorkonziliaren Meßform obiges Zitat ins Stammbuch geschrieben :-D
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#2   maliems   16:02:14 | Dienstag, 26. Februar 2008
kann der mann
deutsch? dann müßte mán ihn mal hierhin holen.
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#1   Pascendi   15:46:19 | Dienstag, 26. Februar 2008
die knallroten Plastikstühle
um 2.19 Euro/Stück passen zu dem „Event“
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