Heilige
Zwei Bischöfe bemühen sich um zwei Seligsprechungen
Am vergangenen Sonntag wurde in Konnersreuth der Seligsprechungsprozeß für Therese Neumann eröffnet. Bischof Müller zelebrierte ein Pontifikalamt zu Ehren der stigmatisierten Oberpfälzerin. Zur gleichen Zeit äußerte Bischof Mixa während eines Pontifikalamtes den Wunsch, die Seligsprechung des Eichstätter Jesuitenpaters Philipp Jeningen voranzutreiben.
(Bild links: Pater Philipp Jeningen SJ
Bild rechts: Therese Neumann von Konnersreuth)

(kreuz.net) Am vergangenen Sonntag bemühten sich gleich zwei deutsche Bischöfe um die Seligsprechung zweier Landsleute.

In Konnersreuth an der Tschechischen Grenze eröffnete der Regensburger Bischof, Gerhard Luwig Müller, den Seligsprechungsprozeß für Therese Neumann, die 1962 im Ruf der Heiligkeit verstarb.

Bischof Müller eröffnete das Seligsprechungsverfahren für Therese Neumann während eines Pontifikalamtes in der St. Laurentius Paffkirche in Konnersreuth. Hunderte Gläubige nahmen an dem Gottesdienst teil und saßen sogar auf der Treppe zu Kanzel und Empore.

Resl von Konnersreuth trug viele Jahrzehnte die Wundmale Christi und ernährte sich 34 Jahre lang ausschließlich vom Allerheiligsten Sakrament. Die Oberpfälzer Bauernmagd stand – obwohl selbst schwer krank – Armen, Kranken und Verantwortlichen aus Kirche und Politik mit Rat und Tat zur Seite.

Bischof Müller würdigte in seiner Predigt das Leben der Dienerin Gottes. Therese Neumann habe stets „die innere Geradlinigkeit des oberpfälzischen Menschenschlages“ bewahrt. Sie habe die Augen vor dem Leid der Menschen nicht verschlossen, sondern in der bewußten Konfrontation auf Jesus Christus verwiesen.

Der Bischof von Regensburg wies darauf hin, daß Gottes Weisheit und Kraft stärker seien als alle Weisheit der Intellektuellen und alle Macht der Potentaten. Er nannte als Beispiel die noch zu prüfenden außerordentlichen mystischen Phänomene, die das Leben der Therese Neumann begleiteten, insbesondere ihre Visionen, die jahrzehntelange Nahrungslosigkeit und die Blutungen während der Karwoche. Therese Neumann habe auch schon früh das diabolische Wesen Hitlers durchschaut. Sie habe schnell gesehen, daß Hitlers Macht auf Lüge beruhe.

Rund 400 km südwestlich von Konnersreuth wünschte sich Bischof Walter Mixa von Eichstätt bei einem Gottesdienst im schwäbischen Ellwangen die Seligsprechung des Jesuitenpaters Philipp Jeningen († 1704). Ellwangen liegt in Baden-Württemberg zwischen Stuttgart und Nürnberg.

Die Gläubigen sangen zu Ehren des Jesuitenpaters: „Philipp, Gottesmann, reich an Glaub und Tugend“.

Der Bischof von Eichstätt zelebrierte das Pontifikalamt zum Abschluß des Philipp-Jeningen-Jahres. Die Messe fand in der romanischen Gewölbsbasilika der Stiftskirche St. Veit statt. Das Philipp-Jeningen Jahr wurde am 8. Februar 2004 eröffnet.

Der gute Pater Jeningen sei auch heute noch ein Leuchtstern, erklärte Bischof Mixa. Er weise uns nach wie vor den Weg.

Pater Philipp Jeningen SJ wurde 1642 in Eichstätt geboren und getauft. Bischof Mixa sagte, daß der Jesuit den Glauben und das Evangelium verinnerlicht und gepredigt habe Es sei ihm nie um seine Ehre, sondern immer um die größere Ehre Gottes gegangen. Deshalb habe der Jesuit stundenlang Beichte gehört. Pater Jeningen sei auch ein besonders marianischer Mensch gewesen.

30-jährig wurde Pater Jeningen 1672 zum Priester geweiht. Er wirkte als Wallfahrtsseelsorger der Kirche auf dem Schönenberg bei Ellwangen, deren Neubau nach einem Brand auch auf seine Bemühungen zurückgeht.

Ab 1680 war der Jesuit als Volksmissionar im Bereich der Fürstpropstei Ellwangen tätig. Von der Bevölkerung wurde er als der „gute Pater Philipp“ verehrt. Seine letzte Ruhestätte fand er im Kreuzgang der Stiftskirche von Ellwangen.

Der Seligsprechungsprozeß wurde 1945 eingeleitet. 1989 wurde der erste Schritt, die Feststellung des „heroischen Tugendgrades“ erreicht.
      
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