Eine italienische Tageszeitung hat heute einen Kurienerzbischof zitiert und einen Katalog von angeblich bevorstehenden liturgischen Reformen veröffentlicht.
Artikel in ‘La Stampa’
(kreuz.net, Vatikan) Der Sekretär der Gottesdienst- kongregation, Erzbischof Albert Malcom Ranjith, hat
einen Artikel dementiert, der heute morgen in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ erschienen ist.
Das
berichtete die italienischsprachige Webseite von Radio Vatikan.
‘La Stampa’ hatte dem Erzbischof in den
Mund gelegt, daß in Sachen Meßzelebration neue vatikanische Dokumente und Reformen im Anmarsch seien.
Der Artikel behauptet, daß der Vatikan plane, gegen liturgische Extravaganzen während der Messe „die
Schrauben anzuziehen“.
Dabei sollten auch einige neue Praktiken wie zum Beispiel die Handkommunion revidiert
werden.
Doch jetzt hat Mons. Ranjith erklärt, daß der Artikel Aussagen zusammenschneide, die von ihm
in verschiedenen Kontexten geäußert worden seien.
Das habe zu einer unpassenden Darstellung geführt.
Erzbischof Ranjith
Der Erzbischof unterstrich, daß die gegenwärtige in den liturgischen Büchern enthaltenen Anweisungen
zur Meßzelebration sowohl für Priester wie für Laien klar seien.
Darum seien in dieser Angelegenheit –
anders als im Artikel unterstellt – keine weiteren Erklärungen vorgesehen.
Er wünsche sich, so Mons.
Ranjith, daß die existierenden Normen und Anweisungen regulär angewendet und die Eucharistie mit Andacht,
Ernst und Würde zelebriert werde.
Der von Erzbischof Ranjith kritisierte Artikel stammt von Giacomo
Galeazzi. Er wurde heute morgen auf der Webseite von ‘La Stampa’ online gestellt.
Der Beitrag steht unter
dem Titel „Die Predigt ist keine Show“ und stellt Mons. Ranjith als „engen Mitarbeiter von Joseph Ratzinger“
vor.
In dem Artikel werden mehrere Maßnahmen erwähnt, die der Vatikan durchzusetzen plant: Kniebeugen
vor dem Allerheiligsten, Predigten, die nicht länger sind als zehn Minuten sind und sich an das Tagesevangelium
halten, die Einführung der knienden Mundkommunion, das Verbot von Formeln und Riten, die von Priestern
erfunden und dem Lehramt untreu sind.
Außerdem würden die Kniebänke wieder „in die Kirche zurückkehren.“
Der Artikel begründet diese angeblichen Reformpunkte mit Zitaten von Mons. Ranjith. Doch dieser hat
offensichtlich gar nicht persönlich mit der Zeitung gesprochen.
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28 Lesermeinungen
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@Sani Ich gebe Ihnen durchaus recht, dass dies kein Kernproblem ist. Allerdings bin ich der festen Überzeugung,
dass Kult und Kultur zusammengehören. Und in der Paramentik, wie aber auch der Kirchenarchitektur, der
Kirchenmusik etc. etc. hat die kath. Kirche eine beachtliche reichentfaltete Kultur hervorgebracht; und
diesen Reichtum schätze und bewundere ich aus tiefer Überzeugung. Nein, es ist kein depositum fidei,
aber gehört zur Kirche einfach dazu. Es ist wichtig, die überlieferten Schätze in diesen Bereichen
zu pflegen, aber auch auf dieser Grundlage adäquate und würdige Fortschreibungen zu leisten. Man muss
zB. sicherlich nicht nur römische Kaseln verwenden, aber man kann sie ebensowenig aussschließen. Genauso
gilt das für gotische Kaseln, oder aber für den Choral, klass. Vokalpolyphonie etc. All dies gehört
zu einem großen liturgisch-kulturellen Erbe der Kirche, das auch (nicht nur natürlich) ihre Identität
ausmacht. Und diese Identität lebt ganz entscheiden von Kontinuität, die das „Alte“ nicht ausschließt,
sondern mit viel Liebe pflegt, und auf dieser Basis tradierter Formen „Neues“ entwickelt, das aber immer
an die tradierten Formen rückgebunden ist. Und dies gilt für alle Bereiche liturgischer Kultur. Auch
der „heutige“ Mensch kann sehr wohl etwas mit diesen Dingen anfangen, wenn man es ihm nahebringt und erklärt.
Der Kirche sind schließlich nicht nur „übernatürliche“, sondern auch viele „natürliche“ Werte anvertraut,
die es zu pflegen gilt.
@Kapuzenalben Ich habe noch nie verstanden, was der Sinn von „Kapuzenalben“ sein soll. Man kann über
Spitzen an liturgischen Gewändern geteilter Meinung sein, das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich
persönlich diese schön finde. Aber diese unförmigen „Kapuzenalben“ sind wirklich sehr unschön. Sie
wirken klobig und primitiv und sind farblos. Mit der Liturgiereform haben solche Entwicklungen auf dem
Paramentensektor nichts zu tun, es sind Fehlentwicklungen, die es zu korrigieren gilt. Wohlgemerkt: Es
müssen wirklich nicht immer römische Kaseln sein, deren Ächtung durch manche Priester ich für unverständlich
halte, aber zumindest muss ein Priester bei der Zelebration Albe und Kasel tragen. Dies entspricht auch
der gegenwärtigen liturgischen Gesetzgebung. Die Albe ist nun einmal ein liturgisches Untergewand. Ohne
Not sollte nicht auf das liturgische Obergewand verzichtet werden. Litugie erschöpft sich nicht in ästhetischen
Überlegungen, aber diese gehören wesensgemäß zur Liturgie. Und für die Verehrung Gottes sollte der
Mensch seine ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidende Fähigkeit zum tragen bringen, nämlich seine
Kunstfähigkeit. „Kapuzenalben“ sind primitive Massenware, nichts anderes.
Gut gebrüllt „Löwe“… @kat.Sachs Da scheint ja einer ganz schön getroffen zu sein! Sie müssen sich
ja nicht in diesem Forum aufhalten wenn es ihnen nicht passt. Leute wie sie sind die schuldigen am derzeitigen
zustand überall!
@ Gotthard und all die arbeitslosen Leutchen im Chorraum … da ist mir doch eine Familienmesse lieber,
wie ich sie am Sonntag erlebt habe: 14 Messdiener zum großen Einzug, Stimmt, da gab es viele Arbeitslose
im Chorraum. Wenn man aber das zuende denkt, dann kommt man nicht zu ihrem Schluss, sondern zum Minimalismus.
Und da man für eine Messse nur 5 Messdiener braucht (2 Weihrauch, 2 Kerzen, Kreuz) haben Sie neun eigentlich
überflüssige Messdiener beschäftigt. Ihre Art von Minimalismus führt also zu nichts. Es wird immer
Leute im Chorraum geben, die man nicht unbedingt braucht. Und nur mal nebenbei: Bei dem, was heute bisweilen
als liturgische Kleidung verkauft wird hat man wirklich wenig Gründe, über frühere Moden zu lästern.
Knieende Mundkommunion Einführung der knienden Mundkommunion Dann lasst die Mundkommunion mal schön
hinknieen… Knie beu, knie beug, Knie beug! Toll, wie die das hinkriegt.
Hallo Gotthard … … so weit sind wir noch nicht – aber auf 17 Ministranten brachten wir es in unserer
Gemeinde auch :)3 – und wir haben nur Kapuzenalben (Ministranten UND Pfarrer ) – dafür haben wir aber
das Evangelium in verteilten Rollen gelesen (wie bei der Passion) o^/ :)3 – und das mit der kurzen Predigt
wurde auch vorweggenommen o^/
#19 ExBochumer † 22:02:23 | Montag, 25. Februar 2008
Und wieder mal … hat sich die journalistische Unfähigkeit von kath.net erwiesen. – Zuerst „Enten“ bringen,
dann eine Neufassung –-- und plötzlich ist davon keine Rede mehr. Schmierenjournalismus ist das.
@Floriana Geyer dieser Zirkus Roncalli von 1962 soll die Zukunft sein? All diese bunten Schleppen und
tuntenhaften Gardinenhemdchen…? Und all die arbeitslosen Leutchen im Chorraum … da ist mir doch eine
Familienmesse lieber, wie ich sie am Sonntag erlebt habe: 14 Messdiener zum großen Einzug, Kinderchor,
Taufgedächtnis mit Asperges … nur Evangelium vom Sonntag, eine sehr eindrückliche Geschichte und eine
knackig lebendige Predigt. Kelchkommunion für die Gemeinde… ich denke, die Gemeinde ist auf einem guten
Weg … die könnte mit einem Zirkus Roncalli von 1962 nichts anfangen.
ja, Arwen, das überrascht mich nicht im mindesten, vertritt kath.net doch eine Art Lehramt sui generis –
wenn auch mehr auf apparitionistischem als auf traditionsverbundenem Gebiet. Das würde man eben mit einem
Dementi ad absurdum führen…
Das erinnert mich an diese Falschmeldung www.kath.net/detail.php?id=18327 die bis heute nicht dementiert
ist. Es handelt sich einfach um eine Falschübersetzung von „suspendiert“. Das Wort stand nicht im Originalartikel.
Again Der Artikel behauptet, daß der Vatikan plane, gegen liturgische Extravaganzen während der Messe
„die Schrauben anzuziehen“. Bei dem durchschlagenden Erfolg vom letzten Mal… Predigten, die nicht länger
sind als zehn Minuten sind Das wäre natürlich auch eine gaaaaanz wichtige Einführung. Aber die Aufzählung
alleine lässt ja schon erkennen, dass der Journalist wenig Sachkenntnis besitzt. Vermutlich hat er ein
paar Liturgiedokumente gelesen, und weil ihm das neu war meinte er, dass es auch neu sei.
#6 ExBochumer † 16:34:31 | Montag, 25. Februar 2008
„Wo bleibt das Dementi bei kath.net?“ Tja, und da soll es ja auch ein paar Dumme geben, die für den Verein
da Fastenopfer erbringen und sogar noch für derartige Informationen zahlen.
Ein ganz fundamentaler Denkfehler … … der Hierarchie (wenn’s nun der Betreffende tatsächlich so geäußert
hat) wird hier deutlich: Es wird schlicht und ergreifend nicht funktionieren. Genausowenig wie die sog.
Alte Messe jemals mehr sein wird als ein katholisches Randphänomen (sogar ein 200%iger Zuwachs würde
daran nichts ändern), genausowenig wird es möglich sein, die Kirche sozusagen zurückzubomben – die
hier und auch anderenorts www.-medial zelebrierte Pathos der Vergangenheit, wird das bleiben, was er ist:
Pathos – schlicht hohler, uninspirierter Pathos. Reform kann niemals (und hat auch noch niemals) aus der
Negation des Gewordenen erwachsen. Der Weg zu einer Vertiefung der Eucharistischen Frömmigkeit gelingt
sicher nicht mit den im Hauptartikel angesprochenen Maßnahmen, da diese nicht den Geist der Lebendigkeit,
sondern den Abergeist der Negation ausstrahlen. Und da nun Tradition im Bewahren des Feuers und nicht
im sentimentalen Beobachten erkaltender Asche besteht, wird auch in diesem Ponitfikat erst der Geist erwachen,
wenn (wie zu Zeiten des II. Vat.) es gelingt, dem Wirken des Hl. Geistes mehr Raum zu gewähren – dass
diesem Wirken die Traditionalisten wie auch die sogenannten „Modernisten“ so scheint es im Weg stehen,
ist offensichtlich – allzuoberflächlich scheinen mir da die sogenannten Reizthemen zu sein, die allzugerne
von den einzelnen Protagonisten abgeführt werden – ich denke der Weg Gottes mit der Kirche ist nochmal
ein ganz anderer (jenseits v. div. Debatten ü. Zölibat o. lat. Messen) lg sani
Predigtenmüll ist wirklich ein Ausdruck welcher oft den Kern trifft. Ich hatte dabei schon oft den Eindruck
bei der Generalversammlung des Gewerschaftsbundes oder der Grünpartei Vorträge zu hören aber nicht
in der Kirche zu sein. Wir brauchen auch ganz dringend eine ganz neue und ganz andere Priestergeneration.
Änderungen Hört sich alles sehr gut an, nur fehlt mir im Moment noch der Glaube das das alles so kommen
wird. Bei dem vielen Predigtenmüll den ich in der Amtskirche schon gehört habe ist die 10 minütige
Länge als vorgeschriebene Zeit zuerst einmal nicht schlecht, aber letzten Sonntag in der Amtskirche (Alte
Messe) habe ich eine lange, sehr informative und nicht langweilig werdende Predigt gehört bei der es
schade gewesen wäre wenn sie gekürzt worden wäre. Bei einem anderen Amtskirchenpriester den ich kenne
wäre es auch schade seine meist sehr brillianten Predigten eine Kürzung vorzuschreiben. Naja, warten
wir es ab, denn erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Unzweifelhaft hat auch der hl Geist die Hand hinter diesem Papst. Man bedächte was gesehen wäre, wäre
zb ein Oberfreimaurer wie Martini zum Papst gewählt worden. Entsetzlich und nicht auszudenken !