Der neue Kirchengeschichtler in Wien hat in einem Interview gezeigt, daß er für die Geschichte nicht viel Verständnis aufbringt.
Prügl bemerkte, daß gerade junge Leute – Studenten – die Alte Messe fordern.
(kreuz.net) Thomas Prügl (44) ist seit dem ersten Januar 2008 Professor für Kirchengeschichte an der
Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Wien.
Am 13. Februar gab er der Online-Zeitschrift
der Fakultätsvertretung der Katholischen Theologie Wien ein langes Interview.
Dabei wurde der Priester
auch auf das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ angesprochen, das – so die interviewenden Studenten –
„im Grunde Vergangenes in die Gegenwart“ zurückholen wolle.
Prügl erklärt in seiner Antwort, daß
ihn das Motu Proprio als Historiker „sehr überrascht“ habe. Es sei, historisch betrachtet, „ein Novum“
gewesen.
Der neue Professor für Kirchengeschichte in Wien, Thomas Prügl, im Interview
Das Papsttum habe damit zum ersten Mal in der liturgischen Gesetzgebung „einen Rückschritt“
gemacht.
Der Kirchenhistoriker behauptet, daß die Päpste nie verlegen gewesen seien, „neue Formen“
einzuführen oder Liturgie zu vereinheitlichen – „siehe Gregor VII. oder Pius V.“.
Damit sei aber die
frühere Form oder der „vorhergehende Ritus“ abgeschlossen gewesen:
„Jetzt haben wir zum ersten Mal die
Situation, daß ein Papst einen solchen legislativen Schritt revidiert und relativiert hat“ – simplifiziert
der Kirchengeschichtler: „War es klug? Ich denke nicht.“
In diesem Zusammenhang erwähnt Prügl die liberale
Universität Notre Dame in US-Bundesstaat Indiana, wo er bis zu seiner Ernennung nach Wien unterrichtete.
Nach der Veröffentlichung von ‘Summorum Pontificum’ – „zu dieser Zeit waren in Notre Dame Sommerferien
und nur wenige Studierende am Campus“ – habe eine Gruppe von Studenten schon am nächsten Sonntag bei
der Studentengemeinde eine Alte Messe beantragt.
Die Gruppe habe aus lauter jungen Leuten bestanden:
„Die Katholiken, die den alten Ritus wollen, hegen also keine wehmütigen Erinnerungen an die Zeit vor
dem Konzil, auch suchen sie nicht die lateinische Liturgie als solche (die es ja im neuen Ritus auch gibt),
sondern verbinden ihre Sympathie für die tridentinische Messe mit einem Protest gegen eine bestimmte
Form von Kirche – aber für so einen Protest taugt die Liturgie nicht“ – simplifiziert Hw. Prügl weiter.
Er glaubt aber, „daß dies ein Randphänomen bleiben wird, auch wenn ‘Summorum Pontificum’ bereits Spuren
hinterlassen hat“.
Denn die Diözesen seien angeblich für Liturgie, Form, und für die lateinische Sprache
sensibler geworden.
Generell bezweifelt Prügl aber, ob es klug und angemessen sei, „solche Revisionen“
vorzunehmen:
„Gefährlich wäre der Umgang mit der Vergangenheit, wenn man Fakten absichtlich verdreht,
ignoriert, instrumentalisiert, und sich einer unvoreingenommenen Betrachtungsweise aus ideologischen Gründen
verschließt.“
Im weiteren Gesprächsverlauf unterstellen die interviewenden Studenten, daß das Motu
Proprio darauf hinauslaufe, daß sich „radikalkonservative“ Gruppen dadurch bestärkt fühlten und das
Dokument als „Teilrevidierung des Zweiten Vatikanums“ auffassen könnten.
Prügl steigt darauf ein: „Die
Gefahr, den Streit um die Liturgie als einen Stellvertreterkrieg zu führen, sehe ich in der Tat.“
Im
Grunde gehe es um eine „bestimmte Sicht von Kirche“ – genauer – um die „Autorität des Ökumenischen Konzils“
und die Legitimität der angeblichen „Reformen“, die es initiiert habe.
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@Florianclaus: Herzlichen Dank für diesen wichtigen Hinweis! Paul VI. erließ 1971 das sog. „Agatha-Christie-Indult“
für die Feier der alten Messe in England und Wales. Insbesonders die Künstler und Kulturschaffenden
protestierten gegen das Verbot der Alten Messe, in Großbritannien und ganz Europa. Schade, daß es dieses
Indult, von dem ich hier zum ersten Mal lese, nur in England und Wales gab.
nette Geschichte, aber was hat die mit dem Thema zu tun? Oder ist das eine neue Argumentationslinie, derzufolge
man im Alten Ritus zelebrieren muss, weil Gott sich nicht auf den Neuen einstellen will? Irgendwie an
den Haaren herbeigezogen … daher hoffe ich, dass Don Camillo wenigstens die Intelligenz aufbringt, und
in Zukunft seine Meinung zum Thema sagt, wenn er dem Link „Ihre Meinung zum Thema“ folgt. Oder ist das
zu viel verlangt?
Eine mittelalte Frau hatte einen Herzanfall und wurde ins Spital gebracht. Als sie auf dem Operationstisch
lag, hatte sie eine ‘Todesnahe Erfahrung’. Sie sieht Gott und fragt ihn: ‘Ist mein Leben aus?’ Gott sagt:
‘Nein, du hast noch 43 Jahre, 2 Monate und 8 Tage zum Leben.’ Nach der Herzoperation entschied sich die
Frau, im Spital zu bleiben, um sich die Falten aus dem Gesicht entfernen zu lassen, sowie die Bauchfalten
und Etliches mehr. Sie liess sogar jemanden kommen, um ihr die Haare zu färben. Nachdem sie ja noch so
lange zu leben hatte, wollte sie das beste daraus machen und so gut wie möglich aussehen. Nach der letzten
Operation wurde sie aus dem Spital entlassen. Als sie die Strasse überkreuzte, wurde sie von einem Auto
zu Tode gefahren. Sie steht nun vor Gott und fragt enttäuscht: ‘Ich dachte, Du sagtest, ich hätte noch
über 40 Jahre zu leben? Warum hast Du mich nicht gerettet?’ Und Gott antwortete: ‘Ich hab Dich nicht
erkannt!’
Mangelndes Geschichtsverständnis? Der neue Kirchengeschichtler in Wien hat in einem Interview gezeigt,
daß er für die Geschichte nicht viel Verständnis aufbringt. Es ist ein gut lesbares und verständliches
Interview, solche Interviews ohne Winkeltheologen-Theologie müsse es in kreuz.net viel mehr zu lesen
geben. Warum schließt kreuz.net daraus, dass der neue Wiener Kirchengeschichtler nicht viel Verständnis
für die Geschichte aufbringt. Er hat andere Einsichten, deshalb muss ihm doch nicht mangelndes Geschichtsverständnis
vorgeworfen werden.
#39 Pippifax 23:31:25 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@Tridentinus Nach Ihrer Ansicht sollte doch wohl das MR 1936 als vorpianisches Missale daß Außerordentliche
sein, oder? Ansonsten hab ich mich mit 1965 mangels Anlass nie beschäftigt. Aber es ist schon auffällig,
daß er außer unter stark Interessierten und Experten keinerlei Widerhall findet.
#38 pangelingua 18:33:21 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Prügel für den Papst Es ist wirklich unverzeihlich und nie wieder gutzumachen, daß der Hl. Vater Prof.
Prügl nicht konsultiert hat, bevor er sein Moto proprio veröffentlicht hat. Dafür gebühren ihm kräftige
„Prügl“!
@Florianklaus: Stimmt! Ich habe noch einmal recherchiert: Paul VI. erließ 1971 das sog. „Agatha-Christie-Indult“
für die Feier der alten Messe in England und Wales. Stimmt. Hatte ich vergessen – da es keine Bedeutung
für den Rest der Welt hatte. MfG Christoph Heger
#33 Florianklaus 16:11:47 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@Dr. Heger Vielen Dank für die Blumen. Ich habe noch einmal recherchiert: Paul VI. erließ 1971 das sog.
„Agatha-Christie-Indult“ für die Feier der alten Messe in England und Wales.
@Florian: Danke für diese vernünftige Stellungnahme Meines Wissens hat schon Paul VI. das erste Indult
für die Feier der alten Messe erteilt. Das ist allerdings nicht richtig. Dieses erste Indult hat Johannes
Paul II. 1984 erlassen (und mußte sich daraufhin Frechheiten von seiten ganzer Bischofskonferenzen sagen
lassen). Diese Praxis hat JP II mit „ecclesia dei“ ausgeweitet. Dieses erste Indult hat JP II dann mit
„ecclesia Dei“ erweitert als Reaktion auf die Bischofsweihen durch Erzbischof Lefèbvre. Dadurch hat sich
aber die „Praxis“, sprich die restriktive Praxis der Bischöfe kaum geändert. Erst das Motu proprio Benedikt
XVI. kann eine wirksame Hilfe für die Altrituellen bringen, weil es sie von der Genehmigung oder Willkür
der Bischöfe unabhängig stellt. MfG Christoph Heger
#29 Florianklaus 15:35:32 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@alamo Meines Wissens hat schon Paul VI. das erste Indult für die Feier der alten Messe erteilt. Diese
Praxis hat JP II mit „ecclesia dei“ ausgeweitet. Da die Bischöfe seiner Bitte, die Erlaubnisse großzügig
zu erteilen, nicht nachgekommen sind, hat Papst Benedikt das MP erlassen. Ich kann hier kein ekklesiologisches
Problem erkennen.
ad fontes Nur mal ein Hinweis für alle, die sich selbst überzeugen wollen, was Prügl gesagt hat, wie
es um sein spezielles Priestertum steht und ob die interviewenden tatsächlich nur Studenten waren: das
Interview im Original judit.fv-katheol.net/?p=21
Päpstliche Fehlbarkeit Es ist schon so, dass im Motu proprio „Summorum Pontificum“ (bzw. im Begleitbrief
an die Bischöfe) ekklesiologischer Sprengstoff steckt. Wenn bei ganz offensichtlicher Intention Pauls
VI., den Gebrauch des Missale Pius’ V. zu unterbinden, nun Benedikt XVI. feststellt, dass dieses nicht
verboten werden kann, so wird am Vorgänger mehr als nur Kritik geübt. Schnell drängt sich die Frage
auf: Wo hat der Montini-Papst (und nicht nur er, sondern Universalhirten vor und nach ihm) noch überall
geirrt? Und weiter: Ist es gut oder gar besser katholisch, nicht zu schnell bzw. nur selektiv auf päpstliche
Weisungen zu hören?!?
#26 Gunsenum 13:03:56 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@heggi Ach darum gehts doch nicht… darum gehts mir nicht, das wissense doch. Ich reagiere nur auf den
Begriff „Traditionen“ etwas allergisch. Wann ist etwas Tradition? *Beim ersten Mal isses neu. beim zweiten
Mal schon Tradition? *Was ist das überhaupt, eine Tradition? *Wer traditioniert denn etwas? und: Was
überliefern wir dabei genau – Formen, Inhalte, Teilinhalte, Teilformen? Dir trau ich das schon zu, daß
Du Dich damit auseinandersetzt. Vielen, zu vielen, udn auch etlichen Piusfreaks nicht. es ist ganz einfach
sich in tradierte Formen udn Formeln zu flüchten, udn diese, ganz sinnentleert, immer wieder zu vollziehen.
Gunsenum Man muß kein Piusanhanger sein, um nicht auch darauf zu hoffen, daß Vat. II in gewisser Weise
kassiert wird, z.B. durch eine Auslegung im Lichte der Tradition. Aber es kann von mir aus auch noch etwas
radikaler sein.
#22 iustus 12:16:50 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Hermeneutik des Bruchs vs. Hermeneutik der Kontinuität „eine bestimmte Sicht von Kirche und vom Priestertum,
die in der Regel weitgehend inkompatibel mit dem nachkonziliaren Kirchen- und Liturgieverständnis“ Es
gibt keinen Unterschied zwischen dem vorkonziliaren und dem nachkonziliaren Kirchenverständnis. Das glauben
nur Piusbrüder und Linkskatholiken. Die Mitte der Kirche sieht das anders.
#21 Guiseppe 12:15:41 | Donnerstag, 28. Februar 2008
(Mit dem) Prüg(e)l gegen „Summorum Pontificum“ und den Papst Hw. Prügl steigt darauf ein: „Die Gefahr,
den Streit um die Liturgie als einen Stellvertreterkrieg zu führen, sehe ich in der Tat.“ Komisch, dass
es immer nur die andere Seite ist, die diesen „Stellvertreterkrieg“ führt. Bezüglich des Verhältnisses
des MP Summorum Pontificum zum 2. Vat. Konzil: Kennt Hw. Prügl nicht das päpstliche Begleitschreiben
zum MP und die Aussagen des Papstes selbst zu diesem Verhältnis? Summorum Pontificum ist nicht Anti-Vat-II –
ganz im Gegenteil! (Auch wenn der – in Wirklichkeit gar nicht so tolerante – sog. „Geist des Konzils“
noch so empfindlich darauf reagiert.)
#20 Florianklaus 12:09:21 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@zwobbel auch ich habe noch von keiner NOM-Messe gehört, die neuerdings auf Latein gefeiert würde. Eine
solche gibt es meines Wissens im Bistum Münster überhaupt nicht. Ich wäre ja schon für ein lateinisches
Ordinarium und ein paar Töne Gregorianik dankbar. In der sonntäglichen Praxis ist man ja schon zufrieden,
wenn das dritte Hochgebet Verwendung findet und der Zelebrant sich nicht zu viele und zu gravierende Abweichungen
vom Missale gestattet.
@unteroktav:Keine Rechtfertigung für das Verbot der Tradition zu konstruieren! 1) Wie sie selbst wissen,
war die „Alte Messe“ nicht verboten, sondern unter bestimmten Bedingungen auch möglich (vgl. Papst Johannes
Paul 1981). Soll ich Ihnen (als Beispiel für Tausende solcher Reaktionen) den Brief von Kardinal Höffner
zeigen, der Ihnen das Gegenteil beweist? 2) Wenn man es mit solchen radikalen und fundamentalistischen
Zeitgenossen wie hier zu tun hat, dann brauchen sich diese auch nicht wundern, wenn man ihre Sicht der
Dingen nicht gutheißt. „Radikal und fundamentalistisch“ war der Versuch, die alte Messe zu vernichten.
Und welche Sicht der Dinge meinen Sie? Versuchen Sie doch nicht, aus berechtigter Kritik eine Rechtfertigung
für das Verbot der Tradition zu konstruieren! 3) Wenn sie die ordentliche Form des Ritus als „Quasselmesse“
bezeichenen, dann zeigt dies das unterirdische Niveau ihrer Argumentation Und bitte wieso hat diese Kritik
„unterirdisches Niveau“? Wollen Sie nicht sehen, daß die Messe Pauls VI. mit ihrer ewigen Quasselei Millionen
von Gläubigen beelendet und Ihnen den Meßbesuch verleidet hat? und es bestätigt sich genau das, was
ich in meinem Beitrag vorhin angesprochen habe. Nein, Sie haben angesprochen, daß die Altrituellen eine
„Sicht von Kirche und vom Priestertum [hätten], die in der Regel weitgehend inkompatibel mit dem nachkonziliaren
Kirchen- und Liturgieverständnis ist“. Das ist etwas ganz anderes, als ich angesprochen habe, – und ziemlich
verdächtig. MfG Christoph Heger
#16 zwobbel 11:44:32 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Ist es klug Besserwisser zu sein? War es klug, bla bla? Was ist an dem pastrolen Gewäsch dieses Prof.
klug? Was ist daran klug Papst Benedikt als Dummkopf hinzustellen? Benedikt XVI. ist diesem Agitator sicher
in jeder Hinsicht überlegen. Bei den Einwänden gegen den neuen Messritus und den Ökumenismus geht es
um objektive Wahrheiten die im depositum fidei verankert sind. Gegen neue (oder als „neu“ aufgewärmte
alte) Irrlehren wie z.B. die „Eine-Welt“-Ideologie, die sich als Ökumene tarnt, mußte die Kirche immer
einen Abgleich mit der Tradition vornehmen um dann das Falsche als falsch zu benennen. Ich habe von keiner
einzigen Messe im NOM gehört/gelsen die neuerdings wegen Sum. Pont. in Latein zelebriert worden wäre.
Nachdem die Modernisten die Liturgie für ihr Vernichtungswerk mißbraucht habe jetzt ein „Protest gegen
eine bestimmte Form von Kirche“ ? Kann schon sein. Protest gegen die Protestantisierung, gegen Banalisierung
des Allerheiligsten, gegen die Entsakralisierung, gegen die Leugnung unserer Glaubenswahrheiten, gegen
die Selbstzerstörung der Kirche von innen auch durch unerleuchtete Professoren.
#14 unteroktav 11:42:01 | Donnerstag, 28. Februar 2008
The same procedure … @ Artois: machen Sie nur so weiter, Sie bezeugen damit nur umso mehr, was man von
Ihnen und Ihren Äußerungen zu halten hat. Wer nicht mehr drauf hat, als Beleidigungen und billige Polemik,
der ist arm dran. @ Wiesbadener: ich stelle hier keine Thesen auf (dafür sind andere zuständig), sondern
gebe Tatsachen wieder. Lesen Sie einmal die ersten Artikel aus SC, dann wissen Sie, was ich meine. Wobei …
das werden Sie kaum tun, da für Sie dieses Dokument ja wahrscheinlich inakzeptabel sein dürfte. Wir
sehen hier wieder deutlich, dass es im Grunde einfach doch keinen Sinn macht und Zeitverschwendung ist,
zu diskutieren, da es sofort wieder ins Polemische und Persönliche abgleitet. Ein Armutszeugnis!
Motu Proprio Die „neue“ Messe mag zwar vielen gefallen, für viele nicht als so rückwärtsgewand erscheinen,
man versteht alles, alle können mit-machen, abwechslungsreiche Leseordnung, alle empfundenen Misstände
wurden beseitigt, es ist kaum auszudenken, was aus der Kirche geworden wäre, wenn es diese glorreiche
Reform samt Konzil nicht gegeben hätte. So hört man immer wieder. Nur schaue man sich einmal die Lage
der Gottesdienstbesucher an: Wenn das so weitergeht, stehen wir in absehbarer Zeit endgültig vor fast
leeren Bänken! Wo wirkt also dieser Ritus, der so verständlich ist, auf die jungen und alten Leute positiv?
Letztndlich lockt auch der ordentliche Ritus kein „Schwein“ hintern Ofen hervor. Von der ach so glücklichen
Neuerung lassen sich scheinbar nur sehr wenige anstecken, obwohl alles verstanden wird etc. Folglich sollte
man den neuen Ritus nicht als das Meisterwerk schlechthin ansehen und alle anderen als die ewig Gestrigen
beschimpfen, die noch nicht den Wert der Neuerung erkannt haben.
#12 Tridentinus 11:34:21 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@Wiesbadener Der Prof. steht eben noch für die veraltete „Hermeneutik des Bruches“ und nicht für die
der „Kontinuität“, welche B16 in der Weihnachtsansprache an die Kurie 2005 verschmitzterweise „Hermeneutik
der Reform“ genannt hat.
Der Professor hat es erkannt und ist trotzdem so naiv, es laut auszusprechen. Das „Kriegsgeschehen“ spielt
sich zwischen den Fronten Alter Glauben gegen Neuen Glauben ab. Die alte Liturgie verträgt sich nicht
mit dem Neuen Glauben. Ein Kennzeichen des Neuen Glaubens ist z.B., daß die „breite Straße“ automatisch
in den Himmel führt. Die Konzilsgeneration war hierin viel vorsichtiger (, oder heimtückischer).
#9 Wiesbadener 11:26:44 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Nachfrage Das sind ja sehr interessante Thesen, die hier verbreitet werden. Was bedeutet denn: „um eine
bestimmte Sicht von Kirche und vom Priestertum, die in der Regel weitgehend inkompatibel mit dem nachkonziliaren
Kirchen- und Liturgieverständnis“ ist?
#8 Tridentinus 11:21:23 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@Dr. Heger Ihre Entgegnung steckt genau den Rahmen ab, der für mich in diesem Zusammenhang „leben und
leben lassen“ bedeutet. Ich muss es ganz deutlich sagen: Die Anglikaner kommen auch mit ihrer High Church
und Low Church zurecht bei Katholiken ist natürlich eine Grundgemeinsamkeit in der Annahme des Dogmas
Voraussetzung sozusagen der „Einheit in Verschiedenheit“. Da Vaticanum II sich aber ggf nur zu dogmatischen
Themen, etwa die Kirche, geäussert, diese aber eben nicht dogmatisch autoritativ entschieden hat, dürfte
das kein Problem sein, wenn denn diejenigen die den Usus Ordinarius (den es in der Praxis sozusagen gar
nicht gibt, denn das wäre mindestens die jetzige lat. editio typica ohne sämtliche Indulte wie Ministrantinnen
und Handkommunion und eher versus orientem zelebriert) bevorzugen alle Lehren der 20 bisherigen dogmatischen
Konzilien zumindest einschlussweise akzeptieren würden. Aber das kann maximal der Titularbischof von
Utopia für seine Herde behaupten, und das wissen alle hier, wenn sie ehrlich und realistisch sind.
#7 unteroktav 11:19:50 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@Christoph Heger 1) Wie sie selbst wissen, war die „Alte Messe“ nicht verboten, sondern unter bestimmten
Bedingungen auch möglich (vgl. Papst Johannes Paul 1981). 2) Wenn man es mit solchen radikalen und fundamentalistischen
Zeitgenossen wie hier zu tun hat, dann brauchen sich diese auch nicht wundern, wenn man ihre Sicht der
Dingen nicht gutheißt. 3) Wenn sie die ordentliche Form des Ritus als „Quasselmesse“ bezeichenen, dann
zeigt dies das unterirdische Niveau ihrer Argumentation und es bestätigt sich genau das, was ich in meinem
Beitrag vorhin angesprochen habe.
#6 Pippifax 11:15:55 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Gleich kommt Dr. Otterbeck Sofern der gute Otterbeck nicht ein paar Mandate rangeholt hat und damit ausgelastet
ist, wird er gleich wieder kommen, um uns zu erklären das Papst Paul VI richtig gehandelt hat als er
die überlieferte Liturgie geächtet hat. Da sie ja lediglich ein Kampfmittel für die eine bestimmte
polit. Ideologie sei, von der sich die Kirche in durch V2 gelöst habe. Allerdings ist der Kampf um die
Messe tatsächlich ein Kampf um das Wesen der Kirche. Man kann hier durchaus auch hist. Beispiele bemühen.
Wir „Altgläubigen“ stehen für ein Kirchenbild, wie es etwa des Apostel Wiens St. Klemens Maria Hofbauer
vertrat, die Gegenseite steht für ein Bild, wie es sich Kaiser Josef II. erträumte. Das österreichische
Beispiel hab ich mal gewählt, weil es sich aus dem Text ergibt und damit Otti nicht gleich mit Frankreich
und seiner action francaise Welterklärungsformel kommen kann.
@unteroktav: Tatsache ist doch, daß man jahrzehntelang behauptet hat – was Benedikt XVI. nun für unzutreffend
erklärt –, daß die alte Messe verboten sei, und den Gläubigen die Messe Pauls VI. aufs Auge gedrückt
hat. Was Benedikt XVI. getan hat, ist also die Wiederherstellung eines Minimums an Gerechtigkeit – eines
Minimums, das ganze Bischofskonferenzen nichts desto weniger weiterhin nicht gewähren wollen. Man tue
doch nicht so, als versuchten die Anhänger der alten Messe, den Liebhabern der neuen diese vorzuenthalten –
wo es doch genau umgekehrt ist! Es ist auch nicht angebracht, diese gnädige Gewährung von einigen alten
Messen an die Bedingung zu knüpfen, daß die Anhänger der alten Messe die Häßlichkeit der neuen nicht
mehr tadeln dürften. So weit muß die freie Meinungsäußerung auch in der heiligen Kirche noch gehen!
Deshalb werde ich mir erlauben, auch weiterhin den Versuch, die alte Messe zu vernichten und den Gläubigen
die Quasselmesse Pauls VI. aufzunötigen, als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit zu bezeichnen. MfG
Christoph Heger
#4 Artois † 11:04:49 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Ja der „Professor“ hat recht, wir stehen in einem Kampf. Die Gegenseite und mit ihr die gesamte Konzilskirche
will das Evangelium und das hl. Meßopfer VERNICHTEN.
#3 unteroktav 10:53:03 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Das nenne ich Klartext Was der neue Kirchengeschichtler in Wien in diesem Interview von sich gegeben hat,
trifft im Grunde den Kern: es geht in der Auseinandersetzung um außerordentlichen und ordentlichen Ritus
letztlich bei vielen Zeitgenossen (nicht bei allen!) in der Tat um eine bestimmte Sicht von Kirche und
vom Priestertum, die in der Regel weitgehend inkompatibel mit dem nachkonziliaren Kirchen- und Liturgieverständnis
ist. Die Form der Liturgie erfährt dadurch eine ideologische Instrumentalisierung, was im Grunde genommen
inakzeptabel ist, denn dafür ist sie nicht da. Aus diesem Grund muss man bei allem Verständnis, das
man den Zielen des Motu proprio, z.B. die Anhänger der „alten“ Liturgie verstärkt wieder „ins Boot“
zu holen, auch entgegenbringen sollte, einfach ganz realitistisch feststellen, dass dem Ganzen auch eine
große Gefahr innewohnt, nämlich der eben genannten Instrumentalisierung. Ich hoffe sehr, dass sich bei
Papst dessen bewusst war, dass der Schuss in gewisser Weise auch nach hinten losgehen kann. Leben und
leben lassen … dafür bin ich im Grunde auch, doch dann muss auch gegenseitiger Respekt und Toleranz
an der Tagesordnung stehen. Hier bei kreuz.net wird dagegen in teilweise übelster Weise, mit Halbwahrheiten,
Beleidigungen und ideologischen Scheuklappen antikonziliar und gegen die „neue“ Liturgie gehetzt, wodurch
eine Grundlage zu „Leben und leben lassen“ einfach nicht gegeben ist.
#1 Gunsenum 10:25:48 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Der HW hat doch recht! Radikalkonservative Minderheiten, wie die Piusfraktion, sehen das MP doch tatsächlich
als Teilkassierung (sagt man Kassation?) des 2. Vat. Konzils an und glauben, man wolle ihre Positionen
bestärken. hat er doch recht,d er gute Prof!