Petrusbruderschaft
Ein großer Tag für Kopenhagen
Das Land ist lutheranisch und die Katholiken sind wenige. Trotzdem hat das Motu Proprio auch die Dänen erreicht. Von Jacob Schwartz.
Alte Messe in Kopenhagen
Alte Messe in Kopenhagen
(kreuz.net) Mit großer Freude und Genugtuung hat die dänische Hauptstadt Kopenhagen am Sonntag, dem 3. Februar, die ersten Früchte des päpstlichen Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ geerntet.

Aufgrund eines Antrags von vierzig Katholiken bei der Pfarrei Herz-Jesu wird die Heilige Messe im Alten Ritus dort zukünftig an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat gefeiert.

Die Herz-Jesu-Pfarrei liegt in der Stadtmitte von Kopenhagen.

Angesichts der extremen Diasporasituation der dänischen Katholiken – von den fünf Millionen Einwohnern des Landes sind nur 30.000 katholisch – ist das ein bemerkenswerter Erfolg.

Zelebrant der Messe ist Hw. Michael Hornbech-Madsen. Er ist Diözesanpriester und Kaplan an der Herz-Jesu Kirche.

Alte Messe in Kopenhagen

Bischof Czeslaw Kozon von Kopenhagen hat ihn seit 2003 mit der regelmäßigen Feier der Alten Messe beauftragt.

Die Herz-Jesu-Gemeinde entstand, nachdem die dänische Verfassung im Jahre 1849 geändert worden war. Die neue Verfassung garantierte allen Bürgern Glaubens- und Gewissensfreiheit. Damit begann die katholische Kirche ihre Mission im Land.

Als der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahre 1872 die Jesuiten in Deutschland verbot, verstärkte sich die Missionstätigkeit in Dänemark noch.

Denn viele ausgewiesene deutsche Jesuiten fanden den Weg ins Land. Mit der Unterstützung dieser Ordensleute und der römischen Kongregation für die Glaubensverbreitung begannen sie den Aufbau des Katholizismus in Dänemark.

Ein großer Schritt in dieser Entwicklung war die Einweihung der Herz-Jesu Kirche in der Stadtmitte von Kopenhagens im Jahre 1895. Diese Kirche wurde zu einem bedeutenden Zentrum der Mission für die Gesellschaft Jesu.

Im Jahre 1941 wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche erhoben. Die Pfarrei wird bis heute von Jesuiten betreut.

Der Antrag für eine Alte Messe wurde an die Herz-Jesu-Kirche gerichtet, weil die Tradition der lateinischen Kirchensprache und des gregorianischen Chorals dort stets gepflegt wurde.

Außerdem wirkt der Zelebrant der Alten Messe schon über zehn Jahre als Kaplan in dieser Pfarrei.

Die erste Heilige Messe nach den Bestimmungen von ‘Summorum Pontificum’ zelebrierte er am Fest Maria Lichtmeß.

Denn aufgrund einer allgemeinen Dispens ist es in der Diaspora erlaubt, die meisten Feiertage, die auf einen Wochentag fallen, am darauffolgenden Sonntag nachzufeiern.

Die erste Meßfeier nach den Normen des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ zog sechzig Gläubige an. Sie begann um 18.00 Uhr. Der Gottesdienst wurde von einer fünfköpfigen Schola begleitet.

Es handelt sich um die Schola Caeciliana aus Kopenhagen. Sie steht unter der Leitung von Dr. Michael Chesnutt. Gesungen wurden die gregorianischen Meßgesänge zum Fest.

Die Messe bildete den Höhepunkt und die Frucht einer über zehnjährigen Anstrengung von Katholiken in Kopenhagen.

Denn nach der Einführung der Novus Ordo im Jahre 1969 verschwand die alte Meßliturgie in Dänemark – wie im Rest der Kirche – vollständig aus dem kirchlichen Leben.

Aufgrund der Initiative einer kleinen Gruppe junger Gläubiger wurde sie aber in Kopenhagen im Jahre 1996 erneut gefeiert.

Die jungen Gläubigen waren im Neuen Ritus oft mit zahlreichen Zelebrationsvarianten konfrontiert. Deshalb suchten sie in der Vergangenheit nach einer Orientierungshilfe.

Durch gelegentliche Besuche von Priestern der Petrusbruderschaft wuchs das Interesse für die Alte Messe und die kleine Gruppe vermochte sich auszudehnen.

Mit ‘Summorum Pontificum’ hat sich die Messe der Jahrtausende jetzt endgültig im Lande etabliert.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Marcelus   16:22:00 | Sonntag, 16. März 2008
lutheranisch / lutherisch
Beide Wortbildungen sind möglich, wie bei vielen Fremd- oder Neuwortbildungen.
Die Wortbildung „lutheranisch“ stammt aus der lateinischen Wortbildungsform „lutheranus“.
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#6   LandorganistII   07:59:59 | Freitag, 29. Februar 2008
Meine Güte,
dann steht die Invasion Grönlands wohl unmittelbar bevor.
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#5   Artois †   17:56:32 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Beide Formen
sid im deutschen Sprachraum gebräuchlich, „lutherisch“ und lutheranisch“. Im Übrigen wären die Lutheraner bzw. Lutherischen gut beraten, wenn sie auf den Namen ihres Stifters ganz verzichten würden …
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#4   Florianklaus   16:05:56 | Donnerstag, 28. Februar 2008
@redaktion
Ich finde diese Art Meldungen auch interessant. Es heißt übrigens nicht „lutheranisch“ sondern „lutherisch“!
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#3   maliems   15:54:09 | Donnerstag, 28. Februar 2008
naja homecat
ich freue mich über diese und ähnliche meldungen
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#2   HomCat   15:12:13 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Bla Bla Blabla
Immer diese alten Kamellen.
:-!
Es weiß jetzt jeder!
o^/
freie Wahl zwischen dem jetzigen und dem älteren Messbuch
Also was ist so toll, wenn jemand den alten Ritus benutzt? Es ist dank dem SP zu etwas „NICHT-BESONDEREM“ geworden. Also zucke ich mit den Achseln und sage: Wenns schee macht…
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#1   Alois Bischof   14:32:23 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Heiliger Knud,
bitte für uns.
Ich erinnere mich an einen Video eines bekannten Dänischen Professors und Fernsehmoderators, der eine Serie zur „Missa Medievalis“ in Dänemark gemacht hat. Diese Liturgie aus dem Kobnhavener Hof von 1320 war fast 100 % der tridentinischen Editio des Römischen Ritus gleich.
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