Benediktiner in Le Barroux
Der Gründer von Le Barroux ist tot
Er wollte nichts anderes, als der Benediktusregel treu zu bleiben. So entstand ein Bollwerk der Tradition. Heute ist seine Seele vor den Richterstuhl Gottes getreten.
Dom Gerard Calvet
Dom Gerard Calvet
(kreuz.net, Barroux) Der Gründer der altgläubigen Benediktiner von Le Barroux, Dom Gerard Calvet, ist heute Donnerstag achtzigjährig verstorben. Er erlag einer Herzattacke. Die Beerdigung findet am 3. März statt.

Biographie und Klostergründung

Pater Calvet erblickte am 18. November 1927 in Bordeaux das Licht der Welt. 1950 trat er bei Benediktinerin in Madiran – 160 Kilometer südlich von Bordeaux in den Pyrenäen – ein.

Das Kloster übersiedelte nach Tournay – fünfzig Kilometer Richtung Süden. Hier legte Pater Calvet im Februar 1951 seine ersten Gelübde ab.

Am 13. Mai 1956 empfing er die Priesterweihe.

In den nachkonziliaren Wirren und angesichts des rapiden Verfalls des Ordens- und Mönchsleben wollte der Pater sein monastisches Leben weiterführen.

Benediktinerabtei in Le Barroux
Im Bild: Stundengebet in Le Barroux Die Benediktinerabtei St. Madeleine entwickelte sich im Einflußbereich der Piusbruderschaft.Im Bild: Der spätere Dom Gérard spendet seiner Mutter am 13. Mai 1956 den Primizsegen. Die Benediktinerabtei entstand im August 1970, als der Benediktinerpater Gérard Calvet sein Mutterkloster verließ und sich in Le Barroux in die Einsamkeit zurückzog, um dort in den Zeiten des konziliaren Umbruchs die alte benediktinische Regel zu bewahren.Im Bild: Hochamt im Überlieferten Ritus am Fest St. Joseph Erst im Juni 1989 kehrte das bislang dem Alten Ritus verpflichtete Kloster unter die römische Jurisdiktion zurück.

1970 bekam er die Erlaubnis, sich in der Ortschaft Bédoin in den französischen Alpen als Einsiedler zurückzuziehen. Er las die Alte Messe, das lateinische Offizium, betete und arbeitete in der Stille.

Schon im August 1970 meldete sich ein Postulant und erklärte: „Pater, ich will Mönch sein.“

„Hier, das ist unmöglich. Ich habe nichts, um Sie aufzunehmen“ – antwortete Pater Calvet.

Der junge Mann insistierte. Am 15. November kam er zurück.

Bald bildete sich eine kleine Gemeinschaft, die siebenmal am Tag und einmal in der Nacht Gottes Lob auf Lateinisch erklingen ließ.

Im Jahr 1971 begannen die jungen Mönche, das verfallene Priorat in Bédoin aufzubauen.

Drei Jahre später, im Juli 1974, spendete der damals von Rom noch nicht suspendierte Erzbischof Marcel Lefebvre die ersten Priesterweihen.

Dann intervenierte der Abt von Dom Gerard. Er wollte das gerade geborene Kloster schließen. Die Mönche erhofften sich aus dem Vatikan eine Lösung. Doch sie mußten 15 Jahre lang warten.

In dieser Zeit entwickelte sich die junge Gemeinschaft unter den Fittichen der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Im Januar 1977 wurde das Kloster zu klein. Die Gemeinschaft kaufte ein Grundstück in der südfranzösischen Ortschaft Barroux. Mit Spendengeldern begannen sie einen Klosterbau.

1979 gründeten vier junge Mädchen um die Benediktinernonne Mutter Elisabeth einen weiblichen Zweig der Gemeinschaft. Sie wollten wie die Männer die „Erfahrung der Tradition“ wagen.

Im Jahr 1981 übersiedelten die Mönche endgültig von Bédoin nach Barroux. Das Leben war dürftig. Es gab keine Heizung, keine Elektrizität und für die Novizen nur Schlaflager.

1986 erhob sich die erste Mauer der Klosterkirche.

Im Juni 1989 kurz nach den vier vom Vatikan nicht erlaubten Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre wandte sich das Kloster an den Vatikan und wurde von der Kommission ‘Ecclesia Dei’ kanonisch errichtet.

Am 2. Juli 1989 weihte der ehemalige Genralabt der Benediktiner und damalige Präsident der neugegründeten päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, Augustin Kardinal Mayer, Dom Gerard zum Abt.

Im Oktober desselben Jahres wurde die Klosterkirche eingeweiht.

1990 empfing Papst Johannes Paul II. die Benediktiner. Er bat sie um Gebet für die Versöhnung mit den Lefebvristen.

Fünf Jahre später besuchte der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, das altgläubige Kloster. Beim Betrachten der zahlreichen Einzelmessen in den früheren Morgenstunden rief er aus: „Das ist die katholische Kirche“.

Im November 2002 platzte das Kloster aus allen Nähten, und die Mönche gründen in Frankreich ein Tochterkloster.

Eine weitere Tochtergründung des Klosters in Brasilien blieb bei der Priesterbruderschaft St. Pius X.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Therese2   18:57:42 | Montag, 3. März 2008
@seminarist
Das habe ich tatsächlich verwechselt. Danke für die Richtigstellung (jetzt frage ich mich nur, an welcher Stelle ich von Ratzingers Worten zu den Simultanmessen gelesen habe…)
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#13   Seminarist   10:21:02 | Montag, 3. März 2008
Fontgombault statt Le Barroux
Martin Mosebach beschreibt im 5. Kapitel seines Bestsellers „Häresie der Formlosigkeit“ die Avantgarde der Tradition – Die Benediktiner von Fontgombault.
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#12   Therese2   23:57:44 | Sonntag, 2. März 2008
Der Schriftsteller
M. Mosebach beschreibt in „Häresie der Formlosigkeit“ sehr schön die Abtei Le Barroux und die frühmorgendlichen „Simultanmesen“ – und zwar hauptsächlich von der ästhetisch-kulturellen Seite (auch er erwähnt Kard. Ratzingers Ergriffenheit).
Schon aus Gründen der Ästhetik ist die „Wiederzulassung“ der überlieferten Liturgie durch Benedikt XVI ein Geschenk an die Kirche und die Welt.
Dom Gerard: R.I.P.
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#11   pangelingua   20:08:11 | Samstag, 1. März 2008
Also wirklich, Don Camillo
was soll denn dieser abgestandene Witz in diesem Zusammenhang? Haben Sie niemand im Freundeskreis, der Ihnen beim Witzeerzählen zuhört? Dann gründen Sie ein eigenes Forum „Witze aus der Steinzeit“.
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#10   Doriano   17:49:36 | Samstag, 1. März 2008
Grundgütiger…
…das Leuten am Altar jagt mir einen Schauer über den
Rücken.
Möge er in Gottes Frieden und Herrlichkeit ruhen.
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#9   QUIS UT DEUS   16:12:49 | Samstag, 1. März 2008
Herr gib Ihm die Ewige Ruhe …
und das Ewige Licht Leuchte Ihm Herr lasse Ihn ruhen im Deinem Frieden!AMEN
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#8   FiliusEcclesiae   11:19:07 | Samstag, 1. März 2008
Requiem aeternam dona ei, Domine,
et lux perpetua luceat ei.
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#7   Don Camillo   09:50:00 | Samstag, 1. März 2008
Eine Frau
kommt zu einem Priester und möchte ihre tote Katze kirchlich bestatten lassen. Der lehnt ab. Da erzählt sie, dass sie auch schon beim evangelischen Pastor war, der sich ebenfalls geweigert habe. Sie bietet dem Priester 200 Euro. Da sagt der Priester: ‘Warum haben Sie nicht gleich gesagt, dass Ihre Katze katholisch war!’
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#6   maliems   18:24:23 | Freitag, 29. Februar 2008
ja, das
ist wirklich die katholische Kirche.
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#5   Tilly   15:38:16 | Freitag, 29. Februar 2008
Das ist Katholisch!
Der HERR sei seiner Seele gnädig!
Wir können der Göttlichen Vorsehung nicht genug dankbar sein dafür dass wir diesen Papst haben. Fast wäre alles zu spät gewesen. So hat der damalige Kardinal mit etlichen Ecclesia Die Gemeinschaften den Grundstock gelegt wodurch die Hl. Römische Kirche durch die Göttliche Hilfe genesen kann.
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#4   Maurice Corvisier   00:38:11 | Freitag, 29. Februar 2008
„Gotthard“: Nicht jeder Hicks eines Kardinals ist eine erhellende Einsicht.
Jede Bemerkung dieses „Gotthard“ jedoch ist unweigerlich ein Brechreizbeschleuniger.
Dom Gérard die ewige Ruhe und ein ehrendes Angedenken.
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#3   Defensor Fidei   22:41:11 | Donnerstag, 28. Februar 2008
„Das ist die katholische Kirche“
Falls unser geliebter Papst, der damals noch den Rang eines Kurienkardinals bekleidet hat, diese Aussage tatsächlich gemacht haben sollte – was ich für sehr wahrscheinlich halte – dann hat er damit die Wahrheit gesprochen.
Die Kirche ist gerade in Frankreich – Gott sei’s geklagt – schwer angeschlagen. Inmitten dieses mittlerweile so säkularen und kirchenfeindlichen Landes wirkt die Abtei von Le Barroux wie ein unzerstörbarer Fels in der Brandung. Von dieser Insel des gelebten katholischen Glaubens gehen noch heute unermeßliche Gnadenströme aus. Wer jemals dort war, wird es bestätigen können. Der Wirkung dieser Mönche kann sich keiner entziehen.
Bis in unsere Diözese hinein hat dieses Kloster aktiv gewirkt. Im letzten Sommer sind gut ein duzend Diozösanpriester dort gewesen und haben gelernt, wie man im Alten Ritus zelebriert. Bis heute feiern sie ihn regelmäßig – auch privat! Ohne diese Priester wäre es in unserem Bistum nicht möglich gewesen, so schnell regelmäßige Messen im überlieferten Ritus zu feiern.
Von den gnadenreichen Wochen in Le Barroux erzählen sie noch heute. Sie werden diese Zeit wohl nie vergessen, weil dieser Sommer 2007 in Le Barroux eine bedeutende Zäsur in ihrem priesterlichen Leben darstellte.
Daß all dies möglich war, hat nicht zuletzt Dom Gerard Calvet durch sein Wirken ermöglicht. Möge Gott es ihm tausendfach vergelten.
o^/ o^/ o^/ o^/ R.I.P. o^/ o^/ o^/ o^/
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#2   Libertas Ecclesiae   22:17:44 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Dilexit ecclesiam
Ein großartiger Mensch und begnadeter Gottesmann ist von uns gegangen. Möge sein Werk fortbestehen und weiter wachsen.
Requiescat in pace.
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#1   Gotthard   22:15:33 | Donnerstag, 28. Februar 2008
Ratzinger
Fünf Jahre später besuchte der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, das altgläubige Kloster. Beim Betrachten der zahlreichen Einzelmessen in den früheren Morgenstunden rief er aus: „Das ist die katholische Kirche.“.
Nicht jeder Hicks eines Kardinals ist eine erhellende Einsicht.
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