Gentechnik
Anhörung im Schweinsgalopp
Heute findet im Forschungsausschuß des deutschen Bundestags eine Anhörung zum Stammzellgesetz statt. Sie kommt einer Mißachtung des Parlaments gleich. Von Mechthild Löhr.
(kreuz.net) Unter unangemessenem Zeitdruck findet heute eine Anhörung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technik- folgenabschätzung des Bundestages statt.

Dabei sollen Experten ihre Sicht zu einer Änderung des Stammzellgesetzes darlegen sollen.

Die Hektik, die von den Verantwortlichen der Großen Koalition dabei an den Tag gelegt wird, ist beispiellos und eine Mißachtung des Parlaments:

Von zwölf eingeladenen Experten haben in Anbetracht einer äußerst kurz bemessenen Frist nur fünf bisher eine schriftliche Stellungnahme vorgelegt, welche den Abgeordneten am Freitag nachmittag (!) übermittelt wurden.

Diese sollten sich nun über das Wochenende mit 77 Seiten Ausführungen der Experten zur Stammzellforschung auseinandersetzen.

Wer die Beratung schwieriger Sachfragen so betreibt, braucht sich über Politikverdrossenheit nicht zu wundern.

Eine Anhörung im Schweinsgalopp wird dem Thema Stammzellforschung nicht gerecht.

In der Sache besteht weder Eile noch Handlungsbedarf: In Deutschland ist Grundlagenforschung mit Stammzellen – auch und gerade mit den erst vor kurzem entdeckten iPS-Zellen – möglich.

Deutschland ist führend bei der Entwicklung von Therapien mit adulten Stammzellen, etwa beim Herzinfarkt.

Wir brauchen keine weiteren Importe embryonaler Stammzellen, sondern mehr Geld für die Forschung mit adulten Stammzellen.

So können wir in Deutschland, ohne Embryonen zu zerstören, weitere Therapien entwickeln – zum Wohle der Patienten.

Die Verfasserin ist Bundesvorsitzende der ‘Christdemokraten für das Leben’.
      
3 Lesermeinungen
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#3   bonifatius   20:50:38 | Montag, 3. März 2008
Grüne
Hier sieht man wiedereinmal, wie einen die Politiker hinters Licht führen!!!
Bischöfe, ihr „Beschützer“ der irrenden Herde, ihr Wächter über die christlichen Wahrheiten, macht dieses Thema in der Bischofskonferenz zum Hauptthema und hämmert die Wahrheit den Politikern ins Gewissen und habt keine Angst vor der Journaille.
Macht eine „Würzburger Synode“, aber anders, wie anno…
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#2   Therese2   18:52:52 | Montag, 3. März 2008
@unteroktav
Tja, so ist das. Lebensschützer sind sich mit vielen Bündnisgrünen durchaus eins, was die Stammzellforschung angeht. So hat u.a. auch Volker Beck ein deutliches Votum gegen die embryonale Stammzellforschung abgegeben (www.deinestammzeilenheilen.de). Leider sieht das beim Thema Abtreibung ganz anders aus. Ein Jurist hat es mal so auf den Punkt gebracht: Der Embryo im Reagenzglas genießt in Deutschland einen deutlich besseren Schutz, als der Embryo im Körper der Mutter. Noch, muss man jetzt allerdings sagen.
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#1   unteroktav   16:31:18 | Montag, 3. März 2008
Vierfache Lagerbildung
Heute Mittag kam – ich glaube im ARD-Mittagsmagazin – ein Bericht über dieses Treffen, an dem es anscheinend vier „Lager“ gibt, was die Haltung zur Stammzellenforschung anbelangt. Von drei dieser Lager wurde jeweils eine Person befragt.
Interessant war dabei, dass eine interviewte Politikerin der – insbesondere bei kreuz.net verhassten, als lebens-, familien- uind sonst-was-feindlichen – Grünen einen „christlicheren“ und ethisch höherwertigeren Standpunkt einnahm als eine ebenfalls interviewte CSU-Politikerin, die immerhin für eine Verschiebung des Stichtags in die Mitte 2007 plädierte. Noch wesentlich liberaler die Ansicht einer ebenfalls befragten FDP-Politikerin.
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