19:54:16 | Mittwoch, 5. März 2008
Auf den an ihn gerichteten Vorwurf, er sei marxistisch orientiert, ließ Bischof Franz Kamphaus mitteilen, er fühle sich dabei mit Papst Johannes Paul II. in guter Gesellschaft. Von Hubert Hecker.

Webseite des Bistums Limburg
(kreuz.net) Am 10. Februar berichtete die Limburger Kirchenzeitung über den Segen der „Rheingauer Caritas
Tische“: Siebzig ehrenamtliche Helfer teilten bedürftigen Menschen Lebensmittel aus, die von großen
Firmen gespendet wurden.
Schirmherr der Aktion ist der ehemalige Bischof von Limburg, Mons. Franz Kamphaus
(76). Er lobte die Helfer. Durch diese Aktion würden angesichts der alarmierend hohen Zahl von Bedürftigen
„erste Schritte der Hoffnung“ gesetzt.
Zeitgleich polemisierte Günther Salz – Vorsitzender der Katholischen
Arbeitnehmerbewegung der Nachbardiözese Trier – in der Tageszeitung ‘Frankfurter Neuen Presse’ gegen
die Aktion. Er bezeichnet sie als „Tafel der Reichen“:
Mit der „Zerschlagung des ausgleichenden Sozialstaates
und seiner Ausrichtung auf Reichtumspflege breitet sich der ehrenamtlich betriebene und politisch gestützte
Bettel aus.“
Die zunehmende Unterversorgung der Armen sei ein Beweis für die profitgesteuerte Überproduktion
der Reichen.
In dieser Situation würden sich clevere Konzerne die Hilfsbereitschaft ehrenamtlicher Helfer
zunutze machen, um mit der Tafelbewegung Entsorgungskosten und Steuern zu sparen sowie ihr Ausbeutungsimage
aufzupolieren.
Der Reichtum der Wenigen, der durch die Ausbeutung der Vielen angehäuft worden sei, werde
dazu benützt, um die Armen mit Brosamen abzuspeisen.
Die ehrenwerten Hilfsorganisationen würden dabei
notgedrungen zu Komplizen der politischen Reichtumspflege.
Die Tafelbewegung untergrabe außerdem die
berechtigten Forderungen der Armen nach Erhöhung der Regelsätze und verhindere ihren politischen Widerstand.
Als Mittel gegen die Marktwirtschaft empfiehlt Salz den „Kampf um die kollektive Aneignung des gesellschaftlichen
Reichtums“.
Angesichts der Tatsache, daß Osteuropa von sozialistischen Regimen ins nackte Elend geführt
wurde, klingt seine marxistische Formel-Kanonade ungeheuerlich bis lächerlich.
Die ‘Katholische Arbeiterbewegung’
steht mit diesem Angriff gegen Selbsthilfe und privat organisierte Wohltätigkeit in jener deutschen Tradition,
die gesellschaftliche Gerechtigkeit allein vom Staat erwartet.
Ein ganz anderer Wind weht zum Beispiel
in den Vereinigten Staaten. Dort gibt es zahllose private Stiftungen und Wohltätigkeitsinitiativen. Deren
Spendenaufkommen hat im Jahr 2004 die Höhe des gesamten deutschen Bundeshaushaltes erreicht.
Es ist
anzumerken, daß Mons. Franz Kamphaus an der Existenz marxistisch orientierter Stimmen und Strömungen
im Bistum Limburg
nicht unschuldig ist.
Die Limburger Diözesan-Caritas-Leitung hat in der Vergangenheit
gelegentlich marxistische Redner auftreten lassen. Sie publiziert in einem sozialistisch gefärbten Verlag
und beteiligt sich an entsprechenden Pamphleten.
Der ehemalige Limburger Priester
Ernst-Ewald Roth, der
inzwischen für die Roten im hessischen Landtag sitzt, sang eine Lobeshymne auf sich und behauptete, sein
kirchliches Sozialmanagement bei den Sozialisten bruchlos weiterführen zu können.
Unter der Leitung
des Referats Weltkirche entwickeln Limburger LaiInnen aus einer vermurksten Bibelsicht eine
vermarxte
Sicht der globalisierten Welt.
Die Leitung der Limburger ‘Katholischen Arbeiterbewegung’ versteht es
ebenfalls, auf der sozialistischen Schalmeienflöte zu spielen.
Aber alle werden sie übertönt von den
akademischen Kampfliedern, die aus dem Nell-Breuning-Institut in Frankfurt erschallen. Das Institut gehört
zur Jesuiten-Hochschule St. Georgen auf dem Gebiet der Diözese Limburg.
An der marxistischen Pauke sitzt
dort
Pater Friedhelm Hengsbach.
Diesen linken Milieus in der Kirche hat Mons. Kamphaus seine Förderung
angedeihen lassen. Auf den an ihn gerichteten Vorwurf, er sei teilweise marxistisch orientiert, ließ
der Bischof dem Verfasser mitteilen, er fühle sich diesbezüglich mit Papst Johannes Paul II. in guter
Gesellschaft.
Tatsächlich hatte dieser in seine Enzyklika ‘Laborem exercens’ von 1981 marxistische Theorien
einfließen lassen. So behauptet er, daß die Gesamtheit der Produktionsmittel allein die Frucht vergangenen
und gegenwärtigen Schaffens der Arbeiter sei.
Dann fordert der Papst eine „Sozialisierung der Produktionsmittel“
oder gar eine „Sozialisierung des Eigentums“. Dieses solle in nicht näher erklärte Eigentumsformen „der
organisierten Gesellschaft“ überführt werden.
In der Enzyklika ‘Centesimus annus’ von 1991 – unmittelbar
nach dem Zusammenbruch des osteuropäischen Kommunismus – sang der Papst dann allerdings ein Loblied auf
die Unternehmer und die Marktwirtschaft.
Es ist klar, daß ein solcher Zick-Zack-Kurs der katholischen
Soziallehre nicht unbedingt gut tut.
Mit seiner bevorstehenden Sozialenzyklika hat sich Papst Benedikt
XVI. somit keine leichte Aufgabe gestellt.
Er wird Licht ins gedankliche Chaos bringen und den gegenwärtigen
Linkskurs der Sozialverkündigung korrigieren müssen.
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Typ 20:12:40 | Mittwoch, 5. März 2008