Hw. Eugen Biser
Ein trauriges Resumee nach neunzig Jahren
Es ist schwer zu beurteilen, ob es sich um Altersschwachsinn handelt oder ob der greise Theologe seine Aussagen wirklich ernst meint.
Homepage der 'Eugen-Biser-Stiftung'
Homepage der ‘Eugen-Biser-Stiftung’
(kreuz.net) Das christliche Gottesbild ist über die Jahrhunderte verdunkelt gewesen.

Das erklärte der deutsche Fundamentaltheologe, Hw. Eugen Biser (90), Anfang Januar in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’.

Hw. Biser war bis 1986 Inhaber des Romano-Guardini-Lehrstuhls für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie an der Universität München.

Das christliche Gottesbegriff sei „durch eine Ambivalenz“ gekennzeichnet gewesen – meint Hw. Biser im Interview: „Auf der einen Seite der liebende Gott, auf der anderen Seite der drohende, strafende Gott.“

Hier müsse „eine Selbstkorrektur“ stattfinden – empfiehlt er.

Es sei zu zeigen, „daß es diesen strafenden Gott für ein richtig verstandenes Christentum nicht gibt, sondern nur den Gott der bedingungslosen Liebe“.

Dieser „bedingungslos liebende“ Gott dürfe und könne nicht gefürchtet werden: „Denn er nimmt dem Menschen die tiefste aller Ängste, die Gottesangst, aus der Seele.“

Hw. Bisers Fazit: „Ich habe den Eindruck, daß die Kirchen das noch nicht begriffen haben.“

Deshalb habe die von ihm gegründete Stiftung für „Dialog aus christlichem Ursprung“ eine Vorreiterrolle: „Sie muß stellvertretend für die Kirchen diese Korrektur in die Hand nehmen.“

Erst auf dem Zweite Vatikanum habe sich die katholische Christenheit von den „Methoden der Gewalt“ verabschiedet und dem Dialog verschrieben.

Damit sei „überhaupt die Chance entstanden, das Christentum von seiner Mitte her zu begreifen“.

Der Fundamentaltheologe gesteht ein, daß der Papst mit seiner Enzyklika ‘Deus caritas est’ „etwas in dieses jahrhundertealte Dunkel hineinleucht“ habe:

„Ob er allerdings auf diesem Standpunkt geblieben ist, da bin ich eher skeptisch.“

Dennoch sei ‘Deus caritas est’ ein „Lichtblick in der Geschichte der katholischen Lehräußerungen“ gewesen.

Im interreligiösen Dialog müsse die christliche Religion besonders ihren eigenen Gottesbegriff leuchtend herausstellen:

„Damit klar wird, daß der Gott der Liebe nicht etwa ein schwächlicher Gott ist, der alles toleriert, alles hinnimmt, sondern ein überaus starker Gott ist, der alle möglichen Gegensätze überstrahlt.“

Das sei auch der Inhalt seines persönlichen theologischen Schaffens.

Hinsichtlich der Theologie macht sich Hw. Biser keine Illusionen. Man könne nicht übersehen, daß diese im Leben eines Priesters eine immer geringere Rolle spiele:

„Verwaltungsfragen rücken zunehmend in den Vordergrund.“

Sich selber habe er einmal als „den letzten Modernisten“ bezeichnet – so Hw. Biser weiter. Der Modernismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts habe nicht nur große Fehler begangen:

„Er hat auch gezeigt, daß der christliche Glaube ohne Eingehen auf die Welt und ihre Probleme gar nicht etabliert werden kann.“

Zur Frage des Ökumenismus erklärt Hw. Biser, daß der Papst ein „viel näheres“ Verhältnis zur Orthodoxie als zum Protestantismus habe: „Das hängt wohl mit seiner bayerischen Herkunft zusammen“.

Der Papst habe sich auch „so gut wie nie“ auf eine protestantische Umwelt einlassen müssen.

Darum befürchtet Hw. Biser, „daß dieses Pontifikat die sich ihm bietende große Chance nicht wahrnimmt“.

Diese Chance würde darin bestehen, das Verhältnis zu den Protestanten zu bereinigen: „Als Katholiken, die wir in der Mehrzahl sind, haben wir die Verantwortung, die Initiative zu ergreifen.“

Die Katholiken müßten dafür sorgen, daß „dieser Dissens“ zwischen Katholiken und Protestanten endlich beigelegt werde.

Hinsichtlich der Anthropologie geht Hw. Biser davon aus, „daß der Mensch noch lange nicht das ist, was er eigentlich sein soll“.

Grund dafür ist die Angst. Diese bewirke, daß der Mensch unter seinem eigentlichen Niveau lebe.

Doch mit seinen Ansichten sieht sich Hw. Biser kirchlich „radikal im Abseits“. Die Kirche gehe immer noch davon aus, daß der Mensch schon im Vollbesitz dessen sei, was er sein könne: „Sie geht davon aus, daß sie Recht hat.“

Das Hauptversäumnis der Kirche sieht Hw. Biser in einer „Fehleinschätzung des Menschen“.

Der Mensch ist für ihn noch nicht dort, wo er hingehört. Aber die Kirche gehe davon aus, daß er das schon sei:

„Hier besteht zwischen der Kirche und mir ein schwerer Dissens. Deshalb stehe ich ganz bewußt im Abseits!“

Die moralischen Direktiven der Kirche setzten einen „voll zu sich selbst gekommenen Menschen“ voraus.

Unter dem Interview befinden sich auch einige Kommentare. Einer stammt von Leser ‘Pfarrer jolie’:

„»Biser: Ich habe mich mal als den letzten Modernisten bezeichnet; dabei würde ich gerne bleiben.« Dann sei es so. Dieses Interview ist die Bestätigung. Ein trauriges Resumee nach 90 Jahren.“
      
40 Lesermeinungen
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#40   Kurt K.   12:15:24 | Mittwoch, 12. März 2008
Die grösste einheitliche „Glaubensgemeinschaft“
sind weltweit warscheinlich die Agnostiker. Danach kommen dann wahrscheinlich die Atheisten.
Wenn man von der Katholiischen Kirche als Glaubens“gemeineschaft“ spricht, dann kann man allerhöchstens gewissen Eckpunkte als gemeinsamen Glauben der in der Kath. Kirche zusammengeschlossenen Individuen annehmen. Sieht man ja hier auf dieser Seite schon. Der eine glaubt, dass nur katholisch sei, wer ALLES was die kath. Kirche sagt, kritiklos glaubt, der andere macht da Abstriche. Die einen halten den Modernismus gür nicht katholisch, sprechen gar dem Papst das Papstsein ab, die anderen akzeptieren alle Päpste als solche. Manche halten den Gehorsam für essentiell als Katholik, andere scheissen drauf (Sedis). Und wenn nam mal „rausgeht“, zu ganz normalen Katholiken in den Käffern Deutschlands, dann sieht man noch ein weiteres Katholikentum.
Wenn man also alle Augen zudrückt und „Katholischsein“ definiert als „jeder, der sagt, er sei katholisch“, dann ist die kath. Kirch die grösste Glaubensgemeinschaft weltweit.
Wenn man aber Wert legt auf einen gemeinsamen Glauben, um eine Glaubensgemeinschaft zu definieren, dann sind wahrscheinlich diejenigen, die sagen: „Wir wissen nicht, ob es Götter gibt!“ oder diejenigen, die sagen: „Es gibt keine Götter!“ eine weit grösssere Gemeinschaft.
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#39   Rudolpho   12:07:32 | Mittwoch, 12. März 2008
Von Prof. Biser ist bekannt, er verkündet nicht die Lehre der Kirche.
Prof. Biser hat mit dem Irrlehrer Eugen Drevermann in dem Buch : „Welches Credo“ seine fragwürdige Meinung über das Glaubensbekenntnis in dem Buch kundgetan.
In der Memmiger Zeitung v. 17.Febr.1993 stand ein Bericht von einem Vortrag in Memmigen den Prof.Biser dort gehalten hatte Die Überschrift lautete: „Prof. Biser als Deuter und Interbret von Drevermann“ Bei einer offenen Tagung der kath. Akademie aus der Diözese Augsburg. Mit dem Thema:„Brauchen wir eine Neuinpretation des Glaubens.“ Weiter heißt es im Bericht. Was Kenner der Szene erwarteten, bestätigte der Referent,Uni. Professor E. Biser in einem dreistündigen freiem Vortrag unterbrochen nur von einer kurzen Pause: Er ist nicht Gegner das ins Kreuzfeuer der Amtskirche geratenen Priesters und Psychiotherapeuten Drevermann. Origanalton Biser: Ich bin sein Erklärer Deuter und Interpret“.
So eine Aussage sagt natürlich alles ,Das Herr Professor nicht mehr die Lehre der Kirche vertritt. sondern seine eigene Meinung.
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#38   HeinrichvonOfterdingen   12:00:35 | Mittwoch, 12. März 2008
Der Knabe weiss offenbar gar nicht, dass Modernismus eine Irrlehre ist.
Ich habe mich mal als den letzten Modernisten bezeichnet; dabei würde ich gerne bleiben.
Besonders gescheit war Biser nie, aber immer sehr, sehr fleissig. Eine gefährliche Mischung.
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#37   Marcelus   19:32:06 | Montag, 10. März 2008
@„Ideologiefeind“: Jede große Religion besteht aus vielen Konfessionen oder unsystematischen
Richtungen,
ebenso Islam oder der Hinduismus.
Ist dies im Kommunismus und im Sozialismus nicht ebenso?
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#36   Ideologiefeind   19:30:32 | Montag, 10. März 2008
@Marcelus
Das Christentum besteht aus vielen Konfessionen – ist das neu für den „Ideologiefeind“?
Nö. Für Sie? Klar ist: Christ ist nicht gleich Christ. Hier von einer Gesamtheit zu sprechen, ist also falsch. Die ideologisch oftmals weit auseinanderdriftenden Glaubensgemeinschaften unter diesem Begriff „Christentum“
erheben, egal, ob klein oder groß an der Zahl, jeweils den Anspruch auf Wahrheit. So, wie Muslime oder Hindus dies ebenfalls tun. Zahlenspiele sind also nebensächlich: Die Weltreligion gibt es glücklicherweise nicht- allenfalls welche, die das von sich behaupten.
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#35   Marcelus   18:23:43 | Montag, 10. März 2008
Das Christentum besteht aus vielen Konfessionen
„Ideologiefeind“:
Nun ja, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe (+unzählige
Gruppierungen wie Zeugen Jehovas, Mormonen, Quäker etc.) mögen ja alle als Christen gewertet werden. Als Glaubensgemeinschaft kann man sie dennoch nicht bezeichnen
Das Christentum besteht aus vielen Konfessionen – ist das neu für den „Ideologiefeind“?
Die größte Glaubensgemeinschaft der Welt war bis vor kurzem allerdings immer noch die Römisch-Katholische Kirche –
inzwischen soll es eine islamische Glaubensgemeinschaft sein.
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#34   Ideologiefeind   18:16:23 | Montag, 10. März 2008
@graffittibluse
ALLES ist vorübergehend, mein Herzchen. Und wenn Sie sich von mir so oft provoziert fühlen, hilft ignorieren dann nicht besser, als sich immer weider auf’s Neue zu ärgern?
Ich z.B. kann sehr gut mit den teils hausgemachten Schwächen der anderen Forumsteilnehmer umgehen. Heute hat fast jeder einen PC mit Internetanschluß- öffentliches Stussreden (hier unter Anleitung) seitens radikaler Kleingeister ist dabei unvermeidlich. Aber das wirft mich nicht aus der Bahn.
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#33   Horst Metzker   15:11:42 | Montag, 10. März 2008
@Lieber Rübezahl, Ideologiefeind!
Vielleicht ist es das Problem der Kirche(n), dass man irgendwann einmal begann, Gott zu personifizieren. Man machte ihn also, wie man es (einfache Aussage) mit Jesus machte, der plötzlich Gott war, ebenso mit Gott. Von Gott zum Mensch, vom Mensch zu Gott. Jetzt habe ich ein Gottesbild, das ich klassifizieren kann.
Auf einmal sah die Kirche, und wir können es in vielen Gotteshäusern bewundern, Gott. Wenngleich dieser am Sinai sagte: „Kein Gleichnis, kein Abbild.“ Doch jetzt kann ich Gott messen, einteilen, versuchen zu verstehen, was mit einem Geist in mir(Paulus), doch sehr mühsam ist.
Jetzt kann auch der Metzker Horst hoffen zu verstehen,
was der Rübezahl mit Agnostik, Biologie, usw. meint.
Es grüßt Euch, Horst.
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#32   Benedikt   14:17:24 | Montag, 10. März 2008
Mietzekatze = Bokrug
Nicht schon wieder :-@.
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#31   Graffitiblue   14:15:40 | Montag, 10. März 2008
Marcellus
Die Komentare von diesem Ideologienfeind haben nicht einmal einen Unterhaltungswert, sie sind einfach nur lächerlich und wie alles Unbeständige nur Vorübergehend
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#30   Ideologiefeind   14:01:49 | Montag, 10. März 2008
@Marcelus
Oder wissen Sie nicht, daß sich das Christentum in allen Ländern der Welt findet, und die meistverbreitete Religion der Welt ist?
Nun ja, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe (+unzählige
Gruppierungen wie Zeugen Jehovas, Mormonen, Quäker etc.) mögen ja alle als Christen gewertet werden. Als Glaubensgemeinschaft kann man sie dennoch nicht bezeichnen (diese Seite hier untermauert dies laufend). Es ist wohl eher ein Wunschdenken hierin eine homogene Gruppe zu sehen, nur weil es um den einen Gott geht.
Wie gesagt: Ich kann mit keiner dieser Strömungen etwas anfangen und kann Glücksgefühle sehr gut ohne Hinwendung zu einer Phantasiefigur erleben. Wer’s braucht, bitte, aber er kann nicht erwarten, dass es ihm alle gleichtun.
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#29   Marcelus   18:14:42 | Sonntag, 9. März 2008
@„Ideologiefeind“: Ihre Karl-Marx-Religionstheorien sind doch auch immer amüsant zu lesen
„Ideologiefeind“:
Kurz: Gott ist nach der Darstellung
der Institution Kirche für mich ein reines Konstrukt zur Machterhaltung und Durchsetzung rein irdischer (menschlicher) Ziele.
Es reicht immerhin nicht für eine weltweite Ausbreitung.
Ihre letzte Aussage ist jedenfalls falsch.
Oder wissen Sie nicht, daß sich das Christentum in allen Ländern der Welt findet, und die meistverbreitete Religion der Welt ist?
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#28   Ideologiefeind   18:07:37 | Sonntag, 9. März 2008
Schön, dass ich Euch Kopfzerbrechen bereite
Das amüsiert. Ich muß nicht auf jeden Quatsch eingehen, nur soviel zum Thema: Sollte es einen Gott mit der ihm zugeschriebenen Macht geben, könnte er unmöglich für die
naiven und längst widerlegten Thesen stehen, die Bibel, Katechismus und Co. ihm unterstellen wollen. Er hätte auch besser geschultes Personal auf der Erde, das nicht bei jeder Gelegenheit Zweifel an seiner Existenz aufkommen lässt.
Er verböte sich Verunglimpfungen und Schmähungen in seinem Namen und würde sich nicht von diversen religiösen Strömungen mit widersprüchlichen Aussagen vereinnahmen lassen. Kurz: Gott ist nach der Darstellung
der Institution Kirche für mich ein reines Konstrukt zur Machterhaltung und Durchsetzung rein irdischer (menschlicher) Ziele. Es reicht immerhin nicht für eine weltweite Ausbreitung. Ich bin also nicht der einzige Zweifler. Meine „Ideologie“ heißt Verstand.
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#27   Marcelus   17:01:35 | Sonntag, 9. März 2008
@Rübezahl: Die Bezeichnung „Ideologiefeind“ ist doch doppeldeutig
Ist Ihr gewählter Name nicht vielleicht viel eher ein billiger & leicht zu durchschauender Tarnversuch eines ganz anderen Feindes, nämlich derjenige eines Kirchenfeindes oder gar eines Gottesfeindes?
„Ideologiefeind“ muß ja nicht heißen „Feind jeder Ideologie“, sondern kann auch bedeuten „der ideologische Feind“ also „ideologische Gegenspieler“.
„Klassenfeind“ meint ja meistens auch nicht „Feind aller Klassenunterschiede“, sondern „die feindliche Klasse“, nämlich Kapitalist vs. Nichtkapitalist.
Unser „Ideologiefeind“ ist sicher kein Feind von Ideologien, sondern der ideologische Feind, also selbst ein hochgradiger Ideologe.
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#26   Frasim   16:57:58 | Sonntag, 9. März 2008
@Rübezahl
Mit nicht unerheblichem Amüsement-Faktor stellt man doch immer wieder fest, dass gerade diese angeblichen, selbst ernannten „Ideologiefeinde“ in Wirklichkeit selbst die vorzüglichsten Vorzeige-Vertreter eben einer solchen – von ihnen geschmähten – Ideologie sind.
Ita est, vere ac bene dixisti!
:)3 :)3 :)3
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#25   Rübezahl   16:01:28 | Sonntag, 9. März 2008
Bibelzitatrichter
Ideologiefeind:
„Keiner braucht die Kirche als Vormund, und schon gar nicht als Bibelzitatrichter.
Leider sehen hier einige Individuen genau das als den Sinn hinter der Kirche. Eine fortwährende Drohkulisse, das verlängerte Auge eines Gottes mit ständiger Focussierung auf das Wirken des Menschen, der, wenn er nicht brav dem Regelsatz der religiösen Lehren gehorcht, im Jenseits das Schlimmste zu erwarten hat.“
Wieder einmal wird das Psalmwort – auch nach über 2.000 Jahren – bestätigt:
Ps 10,4 Überheblich sagt der Frevler: «Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.» So ist sein ganzes Denken.
Ideologiefeind, wie halten Sie es denn eigentlich mit den Ismen des
Materialismus
Agnostizismus
Rationalismus
Biologismus
Soziologismus
Psychologismus
?
Ist Ihr gewählter Name nicht vielleicht viel eher ein billiger & leicht zu durchschauender Tarnversuch eines ganz anderen Feindes, nämlich derjenige eines Kirchenfeindes oder gar eines Gottesfeindes?
Nennen Sie doch des Pudels Kern mutig und deutlich beim Namen – auf, auf! Hopp, hopp! :-)
Mit nicht unerheblichem Amüsement-Faktor stellt man doch immer wieder fest, dass gerade diese angeblichen, selbst ernannten „Ideologiefeinde“ in Wirklichkeit selbst die vorzüglichsten Vorzeige-Vertreter eben einer solchen – von ihnen geschmähten – Ideologie sind. :-)
Liebe Grüße
der Rübezahl
PS
Ein anderer Faktor, nämlich ein nicht unerheblicher Abstreitungs- und Relativierungs-Faktor vom „Ideologie“feind ist schon jetzt zu erwarten. :-)
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#24   Ideologiefeind   15:20:03 | Sonntag, 9. März 2008
@Horst Metzker: Wohl gesprochen!
Keiner braucht die Kirche als Vormund, und schon gar nicht als Bibelzitatrichter.
Leider sehen hier einige Individuen genau das als den Sinn hinter der Kirche. Eine fortwährende Drohkulisse, das verlängerte Auge eines Gottes mit ständiger Focussierung auf das Wirken des Menschen, der, wenn er nicht brav dem Regelsatz der religiösen Lehren gehorcht, im Jenseits das Schlimmste zu erwarten hat. Ich bin – obwohl aus Bayern- nicht religiös erzogen worden und deshalb autark, was solche Einschüchterungsversuche betrifft. Ich bedaure allerdings sehr, dass Kinder Opfer solcher Angstschürer werden können. Da ist es wohl als Selbstschutz zu verstehen, wenn diese dann später der Kirche komplett den Rücken zukehren.
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#23   Wolfgang Bastian   07:16:00 | Sonntag, 9. März 2008
Sekte
Zunächst geht es einmal um die Sichtweise von Pfr. Biser. Und da scheint er ein Wesbennest aufgestochen zu haben, so lassen es hier die verschiedenen Reaktionen vermuten. Und nun zum Sektenbegriff:
Im Sinne jüdischer Auffassung ist u.a. auch die römisch katholische Kirche eine Sekte. Ohne Verquickung mit den jeweiligen Staatsmächten und Ideologien, wäre die römisch Kirche mit ihrem kleinen Staat Vatikan nicht das, was sie ist, nämlich ein kaum durchschaubarer Machtapparat, im geistlichen, wie im weltlichen Sinn. Alle orthodoxen Kirchen, einmal von den mit Rom unierten abgesehen, nennen sich ökumenisch, katholisch, orthodox. Also, der Begriff bzw. die Bezeichnung katholisch ist kein Privileg der vatikanischen Kirchen, anders sieht es mit der Bezeichnung römisch katholisch aus, das ist nämlich die richtige, aussagefähige Bezeichnung, die zutreffend und aussagefähig ist. Ein ehemaliger Bundeskanzler sprach einmal von Spionen, weltweit, ob das zutreffend ist, weiß ich nicht, aber ein Bundeskanzler verfügt sicherlich über mehr Kenntnisse und über mehr Wissen, als ich.
Die römisch katholische Kirche des Vatikans ist eigentlich ein sehr spätes Gebilde, von Anfan an gab es sie nicht.
Wolfgang Bastian
www.orthodoxkatholisch.de.tl
Nich zu verwechseln mit römisch katholisch! :(3
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#22   Tarcisius   22:33:33 | Samstag, 8. März 2008
@Wolfgang Bastian
Daß sie das so sehen, wundert mich nicht. Schließlich sind sie zweierlei definitiv nicht:
Sie sind weder orthodox, noch sind sie katholisch.
Man könnte also von einem Wolf im Schafspelz sprechen.
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#21   Marcelus   18:13:43 | Samstag, 8. März 2008
@Typ: Falsch!
Seit Marcel Lefrevel gezeigt hat, wie man eine eigene Sekte gründet, sprießen die überall aus dem Boden.
Christliche Sekten gibt es schon immer.
Sektengründungen im großen Stil, unterstützt durch den Staat, gibt es aber seit der Tradition Martin Luthers.
Die Lefebvrianer sind außerdem keine Sekte, sondern innerhalb der Kirche.
Seltsam, daß einige vorgebliche Katholiken das anders sehen.
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#20   ExBochumer †   10:39:53 | Samstag, 8. März 2008
@ Typ
Geht’s noch?
Sekten gibt es seit der Gründung der Hl. Kirche durch Jesus Christus.
Nehmen Sie mal ein guten Buch zur Kirchengeschichte in die Hand, anstatt Ihr eigenes Geschichtsverständnis auf die Weihen Msgr. Lefebvres aufzubauen.
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#19   Typ   10:23:17 | Samstag, 8. März 2008
@ Ex-Bochumer
Seit Marcel Lefrevel gezeigt hat, wie man eine eigene Sekte gründet, sprießen die überall aus dem Boden.
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#18   ExBochumer †   10:12:50 | Samstag, 8. März 2008
Orthodox-katholische Kirche
Was ist das denn wieder für eine Sekte?
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#17   Wolfgang Bastian   09:01:36 | Samstag, 8. März 2008
Pfarrer Biser = Keine Illusionen
Herrn Pfarrer Biser kann ich nur zustimmen. Meine Wahrnehmung deckt sich mit seinen Feststellungen und mit seiner Sichtweise. Habe den Eindruck, das ein echter, ehrlicher Dialog mit den protestantischen, evangelischen Kirchen und Christen, ernsthaaft garnicht erwünscht und nicht gewollt ist. Die sogen. Ökumene ist an Oberflächlichkeit und Beliebigkeiten nicht mehr zu überbieten. Es ist substanzlos. Schade!
Wolfgang Bastian
Orth.-Kath.-Gemeinde Bregana/Lauterbach
….orthodoxkatholisch.de.tl
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#16   verwirrter   08:54:58 | Samstag, 8. März 2008
Es ist sehr…
naja sagen wir mal verwegen, so etwas über einen Gelehrten zu schreiben ohne Argumente anzugeben.
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#15   Don Camillo   08:25:58 | Samstag, 8. März 2008
@Rübezahl
Herzlichen Dank!
Und einen schönen Tag.
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#14   Rübezahl   21:57:37 | Freitag, 7. März 2008
@ Don Camillo
Okay, na dann – auf, auf:
Es ist natürlich kein Augustinus-Zitat.
Vielmehr der Aquinate im Matthäus-Kommentar:
Sancti Thomae de Aquino Super Evangelium S. Matthaei lectura caput V ad versiculum X a (lectio 2):
„…quia iustitia sine misericordia crudelitas est, misericordia sine iustitia mater est dissolutionis.“
Liebe Grüße
der Rübezahl
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#13   Don Camillo   21:52:10 | Freitag, 7. März 2008
@Rübezahl
Nö, beim besten Willen nicht. Es interessiert mich wirklich.
Ihnen eine gute Nacht!
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#12   Rübezahl   21:42:25 | Freitag, 7. März 2008
@ Don Camillo
Don Camillo: „@nachtlaterne, das haben Sie jetzt schön gesagt! danke!
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die Stelle angeben könnten, wo Augustinus das geschrieben hat. Ich würde gerne mehr davon lesen.“
War das ne getarnte Fangfrage? ;-)
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#11   Don Camillo   21:28:35 | Freitag, 7. März 2008
@nachtlaterne
das haben Sie jetzt schön gesagt! danke!
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die Stelle angeben könnten, wo Augustinus das geschrieben hat. Ich würde gerne mehr davon lesen.
Schon mal herzlichen Dank!
Redaktion benachrichtigen
#10   ExBochumer †   21:02:51 | Freitag, 7. März 2008
„Altersschwachsinn“
Was soll das sein?
Sind damit die verstockten und irrigen Lehren bestimmter Kirchenführer (und damit sind auch eingeschlossen Hirten, wie z.B. Priester) gemeint?
Davon gibt es dann genügend.
Sollte man die nicht mal hier aufzählen und beim Namen nennen?
>:)
P.S. Ich weiß, ich bin heute sehr böse – man könnte auch sagen, ich bin auf Krawall gebürstet.
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#9   Nachtlaterne   20:48:02 | Freitag, 7. März 2008
zitat auugustinus:
gerechtigkeit ohne liebe ist grausamkeit
liebe ohne gerechtigkeit ist auflösung.
schon in dem einen satz von augustinus würde der alte mann weisheit statt falsche, moderne aufklärung finden, die eine abfinsterung ist.
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#8   bonifatius   20:24:17 | Freitag, 7. März 2008
Biser: Schade…
diese seine Äußerungen. Hat dieser hochbetagte und hochdekorierte Theologieprofessor diese unsere Zeit noch nicht erkannt?
Wo bleibt die Demut, die Bescheidenheit? Mag sein, daß in einem so betagten Leben das Sehvermögen nicht nur nach außen sondern auch nach innen nachläßt.
Nur wenn der Dekalog eine Farce, Gott nicht ein Gott der Gerechtigkeit wäre könnte man Biser’s Gedanken folgen. Aber dann gebe es keine Theologie und auch keinen Biser.
Frage: Welchen Anteil hat bisher Biser an dieser entgöttlichten Zeit?
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#7   Nachtlaterne   19:56:08 | Freitag, 7. März 2008
bedingungslose liebe?
wie interpretiert der denn bedingungslose liebe? bedingungslose liebe als freibrief für alles ohne konsequenzen? hat der mal die bibel gelesen, hat der mal selbstständig nachgedacht?? die krone der liebe gottes tgrägt auch die zacken der macht und der würde, der gerechtigkeit und der autorität. also kann gott, der so groß im verzeihen ist, wenn wir ihn ernstlich um vergebung bitten und umkehren, die unbußfertigen seelen auch zurückweisen und strafen. fragt mal in der hölle und im fegefeuer nach.
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#6   kaylet   19:36:27 | Freitag, 7. März 2008
Bisers Sprache
Wer einmal im Fernsehen erlebt hat, wie dieser Herr Biser spricht, weiß, dass seine Theologie keinen Wert haben kann.
Wer keinen Gedanken klar und rein formulieren will oder kann?, hat nichts zu sagen.
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#5   Florian Geyer   19:00:27 | Freitag, 7. März 2008
Der liebe
Herr Professor ist also ein Dialektiker der das Bild vom lieben gütigen Gott denm des bösen Strafenden gegenüberstellt. Hätte nur noch ein kleiner Hinweis auf die „Vorkoziliaren“ gefehlt die dem bösen Rachegott huldigen dann wärs neotheologisch perfekt gewesen.
Es ist wahr dass Gott Liebe und Güte ist, der Herr Professor verschweigt aber dass der Mensch aus Bösheit, Eigensinn, durch die Erbsünde und die Verführung des Teufels zu oft die Liebe Gottes verwirft und die eigenen Wege geht was direkt in die Hölle führt. Es ist grob fahrlässig dies zu verschweigen lieber Herr Professor.
Dumm wie die Menschen hat nunmal sind denken sie sonst noch man könne eh alles tun was man will (=Gebot Satans) da Gott die Liebe ist.
Dekt masn es durch könnte man fast glauben dass der Teufel selber gerne das „Gott ist Liebe“ propagiert um die Meschen zu verleiten zu tun was sie wollen.
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#4   miles immaculatae   18:39:57 | Freitag, 7. März 2008
Ach ja, de Ökumene
Als ich noch ein kleiner Protestant war, und regelmäßig in unserem Heimatdorf die Kirche besuchte, da saßen die Bäuerinnen noch links, hatten einen eigenen Kircheneingang trugen Kopftuch und Sonntagsstaat. Der Pfarrer war natürlich ein Mann, die Männer kamen durch ihren eigenen Eingang, trugen ihren besten Anzug, saßen rechts und zogen vor Betreten des Gotteshauses den Hut vom Kopf. Die Kirche war voll, und für meine Großmutter war der sonntäglich Gottesdienst ein Fest, das sie niemals versäumte. Nun ja, der Pfarrer sprach auch manchmal von Sünde, Tod und Teufel.
Heute werden vor protestantischen Altären auch schon mal homosexuelle Lebenspartnerschaften gesegnet, und selbst in katholischen predigen Frauen, Gott hat uns alle lieb, und was uns der Pfarrer beibringt, ist vor allem, daß wir uns vor Sünde, Tod und Teufel nicht zu fürchten haben. Komisch, daß die Kirchen so leer sind. Könnte es sein, daß die Menschen das nicht glauben wollen?
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#3   leshandl1   18:25:56 | Freitag, 7. März 2008
Biser hat recht
auch wenn es k-net genau gegenteilig darstellt.
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#2   Horst Metzker   18:18:10 | Freitag, 7. März 2008
@ Lieber Ideologiefeind,
mit seinen Worten hat Hw. Biser klar heraus gestellt, worum es in der Kirche geht. Warum immer weniger die Messe besuchen oder gar austreten. Vielfach geht es den Menschen um den Gott der Liebe und nicht um ein strafendes, hierarchisches Gottesbild. Keiner braucht die Kirche als Vormund, und schon gar nicht als Bibelzitatrichter.
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#1   Ideologiefeind   16:31:01 | Freitag, 7. März 2008
Ein weiser Mann – deshalb von kreuz.net nicht gemoacht
Der Modernismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts habe nicht nur große Fehler begangen:
„Er hat auch gezeigt, daß der christliche Glaube ohne Eingehen auf die Welt und ihre Probleme gar nicht etabliert werden kann.“
Solche Sätze tun natürlich weh, wenn man lieber die Augen vor Realitäten verschließt und den Radikalismus der Besonnenheit vorzieht. Der dürftige kreuz.net-Versuch, ihn als „Greis“ für quasi unmündig zu erklären, charakterisiert diese Seite- nicht den ehrwürdigen Herrn.
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