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Dienstag, 11. März 2008 09:28
Die deutschen Bischöfe wollten die Fürbitte der Neuen Liturgie
Der Vatikan hat Vertreter des Judentums aufgefordert, jüdische Gebete, welche Christen verletzen, zu ändern. Doch die Angesprochenen verweigern den Dialog.
Karfreitagsliturgie im neuen Ritus.
Karfreitagsliturgie im neuen Ritus.
(kreuz.net, Vatikan) Vertreter des Judentums sollen darüber nachdenken, einige in dieser Religion verwendete Gebete zu ändern. Das erklärte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone vor der italienischen Nachrichtenagentur ‘ansa’.

Der Kardinal äußerte sich während eines Besuchs in Aserbaidschan zur neuen Karfreitagsfürbitte.

Die Kirche wolle Gegenseitigkeit. Es gäbe auf beiden Seiten Gebete, die man ändern könnte oder sollte. Darauf hätten kürzlich auch „einige“ jüdische Persönlichkeiten hingewiesen.

So gibt es in der Synagogenliturgie ein Gebet, das dreimal täglich verrichtet wird. In ihm heißt es:

„Gepriesen bist Du, Herr unser Gott, König des Universums, der mich nicht zu einem Nichtjuden gemacht hat.“

Die Karfreitagsfürbitte betreffe nur einen kleinen Teil der katholischen Welt – fuhr der Kardinal weiter. Für diesen Bereich sei die neue Formulierung ein großer Schritt „nach vorne“.

Zudem sei die Bitte ein Ausdruck der katholischen Identität und weit davon entfernt, „die Zwangs-Bekehrung von irgendjemandem“ zu fordern.

Dementi mit Halbwahrheiten
Der Oberrabbiner von Rom, Riccardo Di Segni, widersprach dem Kardinal in einer Pressemitteilung. Das Judentum habe seine Gebete schon vor Jahrhunderten selber zensiert.

Es gebe derzeit in jüdischen Gebeten überhaupt keine Bezüge auf das Christentum oder die Christen.

Was Di Segni unterschlägt: Die Juden beten für die Bekehrung „aller Gottlosen auf der Erde“ – zu denen auch die Christen gerechnet werden.

Wohlklang statt Wahrheit
Auch der Bischof von Aachen, Mons. Heinrich Mussinghoff, hat sich kürzlich vor der Nachrichtenagentur ‘dpa’ zur Karfreitagsfürbitte geäußert.

Ohne auf die schweren Probleme in der jüdischen Liturgie einzugehen, erklärte der Bischof, mit dem neuen Text „unglücklich“ zu sein.

Er warnte, daß „viele unserer Pfarrer“ den Text angeblich mißverstehen würden.

Ferner gestand er, daß die deutsche Bischofskonferenz dem Papst als neue Formulierung den Wortlaut von 1970 vorgeschlagen hat: „Aber die Theologie des Papstes ist ein Stück anders“ – personalisiert der Bischof das Problem.

Mons. Mussinghoff begreift zwar nach eigenen Angaben den theologischen Standpunkt des Heiligen Vaters. Aber in jüdischen Ohren klinge das anders – so der Bischof.

© Titelbild: Daniel Kedinger, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Sonntag, 23. März 2008 02:02
Tradamian: Ans Kreuz geschlagen von Römern oder Juden?
Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen die Christen „gekreuzigt unter Pontius Pilatus“ und es hieß noch nie „gekreuzigt von Pontius Pilatus“.
Woher wollen wir denn so genau wissen, dass nicht für die römischen Soldaten auch Juden gearbeitet haben? Insbesondere bei Kreuzigungen in der damaligen Zeit wurden Juden durchaus eingesetzt, denn zum Nägeleinhämmern waren sich die römischen Soldaten zu schade. Zudem brauchte man ja schon wegen der Verständigungsprobleme unbedingt jüdische Helfer von seiten der Römer. Es konnten ja nicht alle Juden lateinisch und die Römer konnten kein Hebräisch.Das Schild mit der Aufschrift „Jesus Nazarenus Rex Judaeorum – Jesus von Nazareth der König der Juden“ wurde laut Evangelist auf Befehl des Statthalters Pontius Pilaus in den drei Sprachen Lateinisch, Griechisch und Hebräisch verfasst, damit es jeder lesen konnte. Die Römer konnten nicht Hebräisch schreiben, das gehörte damals nicht zur Grundausbildung der römischen Soldaten. Das Schild muss ein Jude geschrieben haben. Als man es gefunden hat, fand man sogar die griechischen und die lateinischen Buchstaben -wie für das Hebräische üblich – von rechts nach links geschrieben.
Das wiederum ist der Beweis, dass Juden direkt bei der Kreuzigung mitgewirkt haben.
Wem das alles nicht einleuchtet, der soll doch Jesus Christus selbst hören! Sagt nicht der Herr selbst zu Pilatus: „Größere Schuld liegt bei dem, der mich dir ausgeleifert hat.“ Ausgeliefert hat ihn doch der H…
Mittwoch, 12. März 2008 02:08
iustus: @Marcelus
Danke. Ich sehe so selten Lateinische Messbücher von 1969. Die scheinen in Deutschland nicht sehr verbreitet und nicht sehr beliebt zu sein, so selten wie sie verwendet werden …
Dienstag, 11. März 2008 23:01
Gotthard: @zwobbel … der Fachmann
Nach allem was ich mit diesem Mann erlebt habe, fürchte ich, er hat selbst keine richtige Ahnung von der katholischen Theologie.
entweder Du nennst konkrete Beispiele – oder Du hälst die Klappe!
Verhöhnung eines Bischofs ohne Grund führt sicher auf den Weg zur Hölle!
Dienstag, 11. März 2008 20:23
Marcelus: „Es gibt und gab nie eine ‘Sedisvakanz’ auf dem Papstthron“
Es gibt und gab nie eine „Sedisvakanz“ auf dem Papsttrohn.
Natürlich gibt es eine „Sedisvakanz“ auf dem Papstthron: Wenn der Apostolische Stuhl ohne Papst ist, wie der Name schon sagt.

Oder ist der Papst seit Petrus derselbe geblieben?
Dienstag, 11. März 2008 19:55
Pro fide catholica: @HBR / Korrektur
@HBR
1. Was bedeutet eigentlich dieses Kürzel? Sind Sie sich nicht zu schade, sich nur mit einem Kürzel zu benennen?

2. Es gibt und gab nie eine „Sedisvakanz“ auf dem Papsttrohn. Es gibt lediglich einige Sektierer, die Sedisvakantistensekte, welche mit völlig absurden Behauptungen eine Sedisvakanz herbeireden will.
So sagen Leute, die sich um theologische Fragen einen Dreck kümmern. Anders herum: Sind nachweisliche Häresie und Apostasie keine ernsthaften Gründe, um an der Katholizität / Rechtmäßigkeit von Amtträgern zu zweifeln?

Korrektur: Statt „1960“ könnte es auch „1962“ gewesen sein, als die Roncalli-Reform in Kraft trat. Das weis ich nicht so genau, ich war damals noch im Kindi…!
Dienstag, 11. März 2008 18:52
Marcelus: @iustus: Das ordentliche Meßbuch trägt als Veröffentlichungsjahr 1969
Es gibt zwei Formen des römischen Ritus:

1. Die außerordentliche (Messbuch 1962 lateinisch).
2. Die ordentliche (Messbuch 1968 lateinisch, 1975 deutsch).

Das ordentliche Meßbuch trägt als Veröffentlichungsjahr 1969, manchmal wird es auch Meßbuch 1970 genannt.
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