Schweiz
Spekulationen über die Gesundheit des Bischofs
Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz ist wegen einer Schwindelattacke drei Monate außer Gefecht. Die Boulevardpresse beginnt zu spekulieren.
Die Kirche St. Urs in Solothurn ist seit 1828 Kathedrale des Bistums Basel.
Die Kirche St. Urs in Solothurn ist seit 1828 Kathedrale des Bistums Basel.
(kreuz.net, Basel) Der Bischof von Basel und Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Mons. Kurt Koch (57), wird erst ab Ostern wieder arbeiten. Das erklärte ein Pressesprecher des Bistums vor dem Lokalblatt ‘Basler Zeitung’.

Am 30. Dezember erlitt Bischof Koch während einer Messe im Kanton Freiburg eine Schwindelattacke. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

Angeblich war er noch bis Mitte Februar intern tätig. Seidem haben ihm die Ärzte geraten, zunächst für drei Wochen völlig zu pausieren.

Heute Dienstag hätte Mons. Koch im Kanton Basellandschaft einen Pastoralbesuch abhalten sollen. Doch das Bistum mußte absagen.

Ein Pressesprecher des Bistums erklärte, daß Mons. Koch auf Anraten der Ärzte weitere zwei Wochen pausieren werde. An Ostern wolle er die Arbeit wieder aufnehmen. Der Bischof befinde sich auf dem Weg der Besserung.

Nur etwas Erholung

Der Generalvikar von Basel, Pater Roland Trauffer, wollte den Zustand des Bischofs vor der ‘Neuen Luzerner Zeitung’ nicht kommentieren.

Der Gesundheitszustand sei nicht besorgniserregend – so Pater Trauffer.

Das Blatt glaubt dem Generalvikar offenbar nicht. Es fragt sich, wie es um die Gesundheit des Bischofs „tatsächlich steht“.

Die ‘Neue Luzerner Zeitung’ beruft sich auf die Boulevardpresse. Dort stehe, der Bischof leide an einem Burn-out-Syndrom.

Das Syndrom bezeichnet eine besonders ausgeprägte berufliche Erschöpfung.

Es kann von Erschöpfung und Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfen oder körperlichen Dysfunktionen begleitet sein.

Typisch sind auch Schuldgefühle oder Versagensängste. Der Betroffene erlebt seine Umwelt als nicht mehr kontrollierbar und zieht sich in sich zurück.

Notwendiger erster Schritt ist die sofortige Verringerung der Belastung.

Doch solche Spekulation wurden von Generalvikar Trauffer bereits Mitte Februar dementiert. Der Bischof brauche „nur etwas Erholung“.

Die Öffentlichkeit werde in den nächsten Wochen informiert. Im vorliegenden Fall sei die Privatsphäre des Bischofs höher zu stellen als das Recht der Öffentlichkeit auf Information.

Pater Trauffer wörtlich: „Mit Spekulationen können wir leben. Die sind wir gewohnt.“
      
7 Lesermeinungen
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#7   petra   11:24:05 | Dienstag, 29. April 2008
adlimina
…auf den Misthaufen.“ Da gehört sie auch hin!
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#6   adlimina   23:19:59 | Dienstag, 11. März 2008
Privat vertraulich, zugleich verbindlich offen
Er sagte das – ohne hämisch pharisäische Genugtuung – bei einem Vortrag für die Johannes-Gemeinschaft.
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#5   sacerdos helveticus   22:49:21 | Dienstag, 11. März 2008
@adlimina
Könnten sie bitte eine Quellenangabe für die von Ihnen gebrachte Aussage Hans Urs von Balthasars geben?
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#4   adlimina   21:58:19 | Dienstag, 11. März 2008
Zeitgenössische Märtyrer
Es kann nicht ohne schwer wiegende Folgen geblieben sein, was sich über die letzten Jahre über den Bischof gezogen hat – nicht nur an den aktuellen Fronten, sondern in Aufarbeitung der Hypothek der Vorgänger, die in vermeintlicher Menschenfreundlichkeit die katholische Kirche bis zur Unkenntlichkeit schwächten (Hans Urs von Balthasar: „Die Katholische Kirche in der Schweiz gehört auf den Misthaufen!“). Gott hat Seinen Lohn für die, die sich dem stellen.
:'(
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#3   Josef   20:06:54 | Dienstag, 11. März 2008
Es ist eine Katastrophe,
was mit Bischof Koch in der Schweiz angestellt wird. Doch da befindet er sich wohl auf dem Wege der Nachfolge Christi. Man erinnere sich, nächste Woche feiern wir die Karwoche. Bischof Koch wird zwar nicht gegeisselt und mit Dornen gekrönt, doch die Verhöhnung durch die Medien und die vereinten Pharisäer sowie seine Einsamkeit gemahnen mich sehr daran.
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#2   bonifatius   19:55:51 | Dienstag, 11. März 2008
Gesundheit eines Bischofs
Das Kesseltreiben zeigt Wirkung. Wieviel Schuld trifft seine untergebenen Priester und Bischofskollegen wegen unterlassener Hilfeleistung?
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#1   HeinrichvonOfterdingen   17:41:57 | Dienstag, 11. März 2008
Jedenfalls sind die
Schwindelattacken des Bischofs weniger verfänglich als die der früheren Siemens-Spitze!
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