Theologische Rumpelkammer: Was der Katholik nicht glauben darf
Seiner berühmten Enzyklika „Quanta cura“ fügte der selige Papst Pius IX. († 1878) achzig Sätzen bei, die eine Sammlung übelster Irrtümer enthalten. Diese Sammlung wurde unter
dem Namen „Syllabus“ bekannt. Im folgenden finden sich einige besonders abstoßende Ketzereien.
Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu bekennen, die man, vom Lichte der Vernunft
geführt, für wahr erachtet.
Die Menschen können im Kult jedweder Religion den Weg zum ewigen Heil
finden und das ewige Heil erlangen.
Wenigstens muß man gute Hoffnung für das ewige Heil all jener hegen,
die sich überhaupt nicht in der wahren Kirche Christi befinden.
Der Protestantismus ist nichts anderes
als eine unterschiedliche Form derselben wahren christlichen Religion in der es ebenso wie in der katholischen
Kirche möglich ist, Gott zu gefallen.
Die Kirche ist keine wahre und vollkommene Gesellschaft, die völlig
frei ist. Sie verfügt auch nicht über ihre eigenen und beständigen Rechte, die ihr von ihrem göttlichen
Gründer übertragen wurden, sondern es ist Aufgabe der bürgerlichen Gewalt, festzulegen, welches die
Recht der Kirche und die Grenzen sind, innerhalb derer sie diese Rechte ausüben kann.
Die kirchliche
Gewalt darf ihre Autorität nicht ohne die Erlaubnis und Zustimmung der bürgerlichen Regierung ausüben.
Die Kirche hat nicht die Vollmacht, dogmatisch zu definieren, daß die Religion der katholischen Kirche
die einzig wahre Religion sei.
Die Lehre derer, die den Römischen Pontifex mit einem freien und in der
gesamten Kirche handelnden Fürsten vergleichen, ist eine Lehre, die im Mittelalter vorherrschte.
Zur
Teilung der Kirche in eine östliche und eine westliche haben allzu willkürliche Entscheidungen der Römischen
Päpste beigetragen.
Die Lehre der katholischen Kirche widerstreitet dem Wohl und den Vorteilen der menschlichen
Gesellschaft.
In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang.
Von Katholiken
kann jene Art von Jugendbildung gebilligt werden, die vom katholischen Glauben und von der Vollmacht der
Kirche losgetrennt ist und die ihr Augenmerk lediglich oder auch nur in erster Linie auf die Naturwissenschaft
und die Ziele des irdischen gesellschaftlichen Lebens richtet.
Die Kirche ist vom Staat und der Staat
von der Kirche zu trennen.
Über die Vereinbarkeit der zeitlichen Herrschaft mit der geistlichen sind
sich die Söhne der christlichen und katholischen Kirche uneins.
In unserer Zeit ist es nicht dienlich,
die katholische Religion als die einzige Staatsreligion zu haben und alle übrigen Formen der Gottesverehrung
auszuschließen.
Der Römische Pontifex kann und soll sich mit dem Fortschritt, mit dem Liberalismus
und mit der modernen Kultur versöhnen und anfreunden.
Email-Adressen der Empfänger
8 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#9 deusexmachina 20:23:02 | Donnerstag, 20. April 2006
Na, wie gut… …dass der alte Herr sich nicht einmal selbst getraut hat, diesen Unfug „ex cathedra“
zu verkünden – und das, obwohl er gegen alle Vernunft (UND gegen vehemente theologische Proteste) das
Unfehlbarkeitsdogma durchgeprügelt hatte – was darauf schließen lässt, dass er, der also bewusst auf
das ja nun eigentlich zu seiner Disposition stehende Werkzeug verzichtete, sich der Irrtumsfreiheit seiner
„Liste der Irrtümer“ alles andere als sicher war. Ich stimme übrigens jedem einzelnen dieser „Irrtümer“
herzlich zu :O)
… Anmerkung zu diesem Beitrag! 1. Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu
bekennen… – Ja! 2. Die Menschen können im Kult jedweder Religion den Weg zum ewigen Heil finden und
das ewige Heil erlangen. – Ja! 3. Wenigstens muss man gute Hoffnung für das ewige Heil all jener hegen…
– Ja! 4. Der Protestantismus ist nichts anderes als eine unterschiedliche Form… – Ja! 5. Die Kirche
ist keine wahre und vollkommene Gesellschaft, die völlig frei ist… – Nein! 6. Die kirchliche Gewalt
darf ihre Autorität nicht ohne die Erlaubnis und Zustimmung der bürgerlichen Regierung ausüben. – Nein!
7. Die Kirche hat nicht die Vollmacht, dogmatisch zu definieren… – Nein! 8. Die Lehre derer, die den
Römischen Pontifex … – versteh ich nicht… 9. Zur Teilung der Kirche… – Nein! 10. Die Lehre der
katholischen Kirche widerstreitet dem Wohl und den Vorteilen der menschlichen Gesellschaft. – Teilweise.
11. In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang. – Ja! 12. Von Katholiken
kann jene Art von Jugendbildung gebilligt werden… – Ja! 13. Die Kirche ist vom Staat und der Staat von
der Kirche zu trennen. – Ja! 14. Über die Vereinbarkeit der zeitlichen Herrschaft… – Ja! 15. In unserer
Zeit ist es nicht dienlich… – Ja! 16. Der Römische Pontifex kann und soll sich mit dem Fortschritt…
– Ja!
Positiv, deshalb negativ Es hat schon seinen Sinn, dass päpstliche Verurteilungen bestimmte Zitate, negativ,
als nicht mit dem Glauben vereinbar ausweisen. Die Umformulierung hingegen steht nicht zur Disposition:
Z.B. „Der Protestantismus ist eine Religion, in der es unmöglich ist, Gott zu gefallen“ würde die Kirche
positiv nie behaupten, da sie stets Gott die Ehre gibt, selbst zu sehen, was ihm gefällt (vgl. Predigt
des Hl. Vaters vom 7. Mai in S. Giovanni in Laterano).
Richtig ist viel mehr: Es steht keinem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu bekennen, die
man, vom Lichte der Vernunft geführt, für wahr erachtet. Die Menschen können einzig im Kult der römisch-katholischen
Religion den Weg zum ewigen Heil finden und das ewige Heil erlangen. Wenigstens muß man gute Hoffnung
für das ewige Un-Heil all jener hegen, die sich überhaupt nicht in der wahren Kirche Christi befinden.
Der Protestantismus ist eine Religion in der unmöglich ist Gott zu gefallen. Die Kirche ist eine wahre
und vollkommene Gesellschaft, die völlig frei ist. Sie verfügt auch über ihre eigenen und beständigen
Rechte, die ihr von ihrem göttlichen Gründer übertragen wurden, sondern es ist ihre Aufgabe die bürgerliche
Gewalt festzulegen, welches das Recht der Kirche ist. Die kirchliche Gewalt darf ihre Autorität ohne
die Erlaubnis und Zustimmung der bürgerlichen Regierung ausüben. Die Kirche hat die Vollmacht, dogmatisch
zu definieren, daß die Religion der katholischen Kirche die einzig wahre Religion sei. Die Lehre derer,
die den Römischen Pontifex mit einem freien und in der gesamten Kirche handelnden Fürsten vergleichen,
ist die Lehre, die im Mittelalter vorherrschte. Zur Teilung der Kirche in eine östliche und eine westliche
haben allzu willkürliche Entscheidungen der Römischen Päpste nicht beigetragen, sondern vielmehr einzig
immer die Anderen. Die Lehre der katholischen Kirche widerstreitet dem Wohl und den Vorteilen der menschlichen
Gesellschaft, sonder dient einzig der römisch-katholischen Gesellschaft. In einem Gesetzeskonflikt beider
Gewalten hat das kirchliche Recht Vorrang. Von Katholiken kann jene Art von Jugendbildung gebilligt werden,
die vom katholischen Glauben und von der Vollmacht der Kirche durchdrungen. Die Kirche ist vom Staat zu
trennen und der Staat ist der Kirche unter geordnet. Über die Vereinbarkeit der zeitlichen Herrschaft
mit der geistlichen sind sich die Söhne der christlichen und katholischen Kirche eins. In unserer Zeit
ist es dienlich, die katholische Religion als die einzige Staatsreligion zu haben und alle übrigen Formen
der Gottesverehrung auszuschließen. Der Römische Pontifex stellt fest, dass die Erde eine Scheibe ist.
Und wo sind nun die 80 abstossende Sätze? Ich wünsche jedem einen friedvollen Abend und hoffe, er oder
sie findet zu Gott und wird IHM gefallen GerdEric