Pastoraler Prozeß
Wäre das nicht toll, Herr Bischof?
Ein neuer Vorschlag: Die finanziellen Probleme im Bistum Aachen könnten damit gelöst werden, daß die Diözese mit dem Erzbistum Köln fusioniert wird.
Soll der Aachener Dom verkauft werden?
Soll der Aachener Dom verkauft werden?
© Aleph, CC
(kreuz.net) Der Leser Ralf Barten aus Wassenberg-Myhl – sechzig Kilometer nördlich von Aachen – hat am 13. März in der ‘Heinsberger Volkszeitung’ die im Bistum Aachen geplante Zusammenlegung von Pfarreien kommentiert.

Der Text steht unter dem Titel „Zwangszusammenlegung im Schweinsgalopp“.

In seinem Leserbrief erinnert Barten daran, daß Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen erst vor zehn Tagen im Rathaus von Wassenberg in Aussicht gestellt hat, daß die geplante Zusammenlegung der Gemeinden bis zum Jahre 2010 vollzogen und vorher umfangreiche Gespräche zwischen den betroffenen Gemeinden geführt würden.

Bartens Kommentar: „Wie sich jetzt herausgestellt hat, waren das alles nur leere Worte. Schade! Frei nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“

Jetzt folge eine erzwungene Zusammenlegung der Gemeinden „und das im Schweinsgalopp auf dem Rücken der Gläubigen“.

Der Leser stellt die Frage, ob sich der Bischof von Aachen das leisten könne und antwortet:

„Ich meine nein. Wer ist die Kirche? Sind es nicht die gläubigen Christen? Ich meine ja.“

Hier sei eine Entscheidung nicht mit den betroffenen Menschen, sondern über die Köpfe der Gläubigen hinweg getroffen worden: „Und das von denen, welche die Probleme geschaffen haben.“

Das könne man nicht mit christlichen Werten vereinbaren. Als Hirten sollte man seine Schafe mitnehmen und nicht im Regen stehen lassen – so Barten:

„Warum intakte Gemeinden zerschlagen und Gebilde schaffen, die nachweislich nicht funktionieren und auch keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen.“ Dafür gebe es genügend Beispiele.

In der Kirche sollten, so Barten, das Für- und Miteinander mit an erster Stelle stehen: „Nehmen Sie die Menschen mit, sonst bekommen Sie schneller die Quittung dafür als Ihnen lieb ist“ – ruft er dem Bischof zu:

„Vermeiden Sie den Bruch zwischen katholischer Kirche und ihren Gläubigen.“

Nach Bartens Ansicht sollten die Probleme dort gelöst werden, wo sie entstanden sind: „Das sind sicherlich nicht die Gemeinden.“

Außerdem sollten kirchliche Entscheidungen durch christliches Handeln, nicht durch finanzielle Überlegungen bestimmt werden.

Barten verweist auf die große Mehrheit der Ortskirchen, die ohne Kirchensteuer über die Runden kommen: „Vergreifen Sie sich nicht an ihren Gemeinden, Herr Bischof.“

Fusionen seien kein Allheilmittel: „Wenn das so wäre, könnte man auch das Bistum Aachen mit dem Erzbistum Köln zusammenlegen, dann könnten wir den Aachener Dom verkaufen.“

Es gäbe dann nur noch einen Bischof und nur eine Verwaltung: „Wäre das nicht toll, Herr Bischof?“

„Jetzt können Sie vielleicht nachvollziehen, wie sich die betroffenen Gemeinden zurzeit fühlen.“
      
18 Lesermeinungen
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#18   dekanat donnersberg   19:22:40 | Sonntag, 20. April 2008
Bischof von Aachen
Alles wird auf dem Rücken der Gemeinden ausgetragen.
Pfarreien werden zusammengelegt weil zu wenig Priester geweiht werden – also 4 bis 5 Gemeinden teilen sich einen Priester.
Bistümer werden nun zusammengelegt.
Aachen zu Köln?
Aber was wird mit dem Bischof von Aachen?
Wahrscheinlich will ihn keiner haben,wenn wundert’s.
Viel Gutes hört und liest man über diesen „ Hirten „ nun wahrlich nicht.
1.) Er sabotiert den Wunsch einiger Benediktiner sich in
seinem Bistum niederzulassen.Dabei ist mal zweitrang-
ig ob es Lefebvreanhänger sind oder nicht.
2.) Ein Priester aus Dänemark ( ? ) der seit längerer Zeit
seinen Dienst im Bistum Aachen versieht soll nun die
Zelte abbrechen und wieder in sein Heimatland gehen
ob der Priester nun will oder nicht,er will aber nicht.
3.) Es werden Kirchen Profaniert aus Kostengründen wie
das Bistum selbst gesteht.Hier wird auf den Schmerz
so vieler Pfarrangehöriger(die ja viele Jahre brav ihre
Kirchensteuern zahlten)keine Rücksicht genommen.
Viele sind in den Liebgewordenen Pfarrkichen getauft
worden,sind dort zur 1.Hl.Kommuniion gegangen,oder
haben dort geheiratet…
Würde doch gar nicht auffallen wenn nun gerade dieser Bischof wegrationalisiert wird und vielleicht in den Kongo versetzt würde.Er wäre garantiert entbehrlich,oder noch
besser,schickt ihn nach Rom zur Kurie da kann er keinen Schaden mehr anrichten.
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#17   carolusmagnus   10:35:05 | Montag, 17. März 2008
Kirche und Welt…
50 Jahre später ist die Welt GANZ anders … dieses Faktum wird von den Tradis leider NIE berücksichtigt.
Unbestritten ist die Feststellung richtig, daß die Welt 50 Jahre später ganz anders ist, in weiteren 50 Jahren wird sie wieder ganz anders sein als heute.
Das berechtigt aber nicht zu dem Schluß, daß die Kirche dem Zeitgeist folgen muß. Glaubenswahrheiten können nicht geändert werden, weil die Menschen sie nicht mehr wollen. Die Liturgie muß deshalb nicht zwangsweise geändert werden, auch wenn eine weitere organische Entwicklung möglich ist. Man stelle sich eine völlig glaubensfeindliche Welt vor, sollte die Kirche dann den Glauben und die Liturgie auch anpassen? Die Kirche muß trotz Änderungen des Zeitgeistes oder trotz äußerer Bedrängnisse oder gar Verfolgungen an den überlieferten Wahrheiten festhalten.
Zum Abschluß nochmals ein Zitat von Kardinal Ratzinger:
„Es ist überhaupt nicht einzusehen, was (am alten Ritus) gefährlich oder unannehmbar sein sollte. Eine
Gemeinschaft, die das, was ihr bisher das Heiligste und Höchste war, plötzlich als strikt verboten erklärt und
das Verlangen danach geradezu als unanständig erscheinen läßt, stellt sich selbst in Frage. Denn was soll
man ihr eigentlich noch glauben? Wird sie nicht morgen wieder verbieten, was sie heute vorschreibt?“
Joseph Kardinal Ratzinger, Salz der Erde, Heyne, 2001, S. 188
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#16   Andreas   09:43:30 | Montag, 17. März 2008
@pangelingua: vollste Zustimmung!
Nicht nur mit Kindergartensprüchen…man hat die ganze Liturgie zu einem Kindergarten gemacht…und die Kinder inspiriert und erbaut das in keinster Weise. Nein, für sie ist ein Spielraum, aus dem sie herauswachsen, wenn sie größer werden und sich dann entfremden. In früheren Zeiten sind die Kinder verstandsmäßig immer mehr in die Liturgie hineingewachsen.
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#15   pangelingua   21:24:34 | Sonntag, 16. März 2008
@Gotthard
50 Jahre später ist die Welt GANZ anders …
Genau darum geht es doch! Warum ist sie heute so ganz anders, und wie sähe sie aus, wenn nicht neuerungswütige Liberale 40 Jahre in der Kirche herumgewütet hätten?
Noch vor dem Konzil verwahrte sich Johannes XXIII. ausdrücklich gegen das Mißverständnis, ein Aggiornamento wolle dem Menschen „nur das Leben versüßen oder der Natur schmeicheln.“ Danach handelten die Bischöfe des Konzils. Was sie in 16 Konstitutionen, Dekreten und Erklärungen darlegten, entsprach dem Programm der theologischen Vertiefung und entsprang der Liebe zur christlichen Botschaft. Nichts davon ist theologisch ernsthaft strittig.
Was allerdings uns als „Geist des Konzils“ verkauft wurde, das war ein Niederreißen aller Dämme. Liturgie wurde zur beliebigen Selbstveranstaltung (nicht immer, aber immer öfter!), die Sakramente wurden entwertet (Beichte, Eucharistie), Fronleichnam, das Hochfest des eucharistischen Herrn, wurde zum Event umfunktioniert: „Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, dass Du wieder bei uns bist“. Mit solchen Kindergartensprüchen ersetzte man das „Cibavit eos ex adipe frumenti“ und das „Pange lingua gloriosi“: Preise, Zunge, das Geheimnis dieses Leibs voll Herrlichkeit. Entweder schaffte man die Prozession ganz ab, oder es wurden statt dessen Freiluftspiele auf Sportplätzen und in Bierzelten veranstaltet.
Oremus, dilectissimi nobis, pro Ecclesia sancta Dei. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Ich vertraue auf Gott und Papst Benedikt XVI.
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#14   Gotthard   21:05:33 | Sonntag, 16. März 2008
@pangelingua
Jeder Soziologe hätte den Rat gegeben, alles so zu lassen wie es ist.
50 Jahre später ist die Welt GANZ anders … dieses Faktum wird von den Tradis leider NIE berücksichtigt.
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#13   carolusmagnus   20:19:11 | Sonntag, 16. März 2008
Kardinal Ratzinger zum Thema:
„Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst
kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken
wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung
nimmt. Dieser Eindruck wird besonders durch Ereignisse des täglichen Lebens verstärkt. Was früher als das
Heiligste galt – die überlieferte Form der Liturgie – scheint plötzlich als das Verbotenste und das Einzige,
was man mit Sicherheit
ablehnen muß… Das führt bei vielen Menschen dazu, daß sie sich fragen, ob die Kirche von heute wirklich
noch die gleiche ist wie gestern, oder ob man sie nicht ohne Warnung gegen eine andere ausgetauscht hat.“
Joseph Kardinal Ratzinger, Rede vor den Bischöfen von Chile vom 13.7.1988
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#12   pangelingua   20:09:36 | Sonntag, 16. März 2008
@steini1974: Fakten, keine Schuldzuweisungen
Das sind die Fakten: „Pius XII. hat bei seinem Tod 1958 eine Kirche in bestem Zustand hinterlassen. Jedenfalls wiesen von den USA bis Westeuropa alle meßbaren Daten von Kirchenbindung und Gläubigkeit – sonnt. Meßbesuch, Taufen, Erstkommunion, Trauungen, kirchl. Begräbnisse, Prozessionen, Priesterzahl u.-nachwuchs – Werte aus, von denen deutsche u. andere Bischöfe heute nur träumen können. Jeder Soziologe hätte den Rat gegeben, alles so zu lassen wie es ist. Wiedervorlage nächstes Jahrhundert. Was hätte man besser machen wollen? Im Münsterland oder Bayern den Meßbesuch am Sonntag, etwa mit Einführung der Muttersprache – auf 120 % steigern?“ (FAZ v. 1.12.05).
Schuld an den heutigen Zuständen hat bestimmt nicht V2, sondern der sogenannte „Geist des Konzils“, der danach den Gläubigen weismachen wollte, alle Willkürlichkeiten im liturg. Bereich und alle Glaubensverflachung seien vom Konzil beschlossen worden. Strittig ist nicht das Konzil, sondern seine Fehldeutungen.
Im übrigen habe ich nur Fakten aufgezählt, während Sie die Schuld auf die störrischen Altgläubigen schieben, die nicht jeden Unfug mitmachen wollten und im Konzil die Anweisung sahen, sich eine eigene Religion zurechtzuzimmern. Wichtig ist „vor allem, was die tiefe Erkenntnis und die Liebe zur geoffenbarten Wahrheit des Evangeliums angeht“ (Johannes XXIII.).
Wer die wahre katholische Identität nicht mehr wahrhaben will, der sollte so ehrlich sein und eine eigene Kirche gründen.
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#11   Steini1974   08:42:26 | Sonntag, 16. März 2008
@pangelingua
Echte Alternativen gibt es wahrscheinlich nicht, aber ich glaube, es wäre endlich einmal eine ehrliche Ursachenforschung angebracht.
Was haben uns doch seinerzeit die Konzilseuphoristen vorgejubelt, jetzt endlich bräche eine neue Zeit mit echtem neuen Glaubenseifer an! (…) Die Kirchen sind seit 1970 leer und leerer geworden! Das muss nicht unbedingt und allein an der Liturgiereform (die vom Konzil weder so gewollt noch so beschlossen wurde, wie uns dummen Gläubigen immer suggeriert wurde), aber die damit einhergehende Verflachung und der dramatische Glaubensverlust (…) ist ja nun wirklich eklatant und nicht zu übersehen.
Wenn die Kirche ihre wahre Identität nicht bald wiederfindet, … Sprache.
Sie reden von einer ehrlichen Ursachenforschung und fangen direkt damit an, aber was rauskommt ist eine platte Schuldzuweisung. Wenn Sie allenernstes behaupten. das II. Vaticanum wäre schuld an der aktuellen Krise, dann zeugt das eher von Realitätsfremdheit.
Umfragen und die Erkenntnisse der Soziologie sprechen da eine eindeutig andere Sprache. Nicht das II. Vaticanum ist die Ursache, sondern die Tatsache, dass viele Kräfte von Beginn an gegen das II. Vaticanum kämpfen. Dieses Zurückrudern hat zu Folge, dass immer mehr Gläubige resigniert der Kirche den Rücken kehren.
Im allgemeinen: Bloße Schuldzuweisungen bringen keine Alternativen hervor und lösen keine Probleme.
Auch wenn im Bistum Aachen es nun Hals über Kopf geht, es muss aber was geschehen, sonst geht das Licht ganz aus.
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#10   carolusmagnus   07:49:03 | Sonntag, 16. März 2008
Aachen, Kaiserstadt, du here…
Leider reichten 1500 Zeichen nicht mehr für die deutsche Übersetzung der Karlshymne „Urbs Aquensis“, aber ein solches Kulturgut ist einen Nachtrag wert:
Aachen, Kaiserstadt, du hehre,
alter Städte Kron’ und Ehre,
Königshof voll Glanz und Ruhm!
Singt dem Himmelskönig Lieder,
Festesfreude füllet wieder
Karls des Großen Heiligtum!
Feierklänge, Festgesänge
aus der frohbewegten Menge
einet volle Harmonie.
Hand und Herz zu Gott erhoben,
ihn zu preisen, ihn zu loben,
tönet süße Melodie.
Und des Königs Ruhmestaten,
seines Lebens reichste Saaten
rühmet heute Festgesang.
Fürsten ihr und Völker alle,
lobet ihn mit Jubelschalle,
jauchzet froh im Wettgesang.
Wohl zog nie ein Landsmann weiser
gute Frucht wie dieser Kaiser
aus dem Acker wüst und wild,
da er Heidenvolk bekehrte,
Heidentempel rings zerstörte
und zerbrach der Götzen Bild.
Stolze Fürstenwillkür zwingend
und für heilge Lehen ringend
hat er Christus Sieg verschafft.
Allzeit strengen Rechtes Pfleger
und Erbarmens milder Heger
übt er seines Amtes Kraft.
Maria, Stern der Meere,
Heil der Welt, die Wege lehre
sichern Schrittes uns zu gehn.
Zu dem Himmel hilf uns schreiten,
bis im Licht der Ewigkeiten
wir vor unserm König stehn.
Christus, Gottes Sohn, geboren
von der Jungfrau auserkoren,
sei zu helfen uns bereit.
Höre deines Heiligen Flehen,
dessen Festtag wir begehen,
schenk uns ewge Seligkeit.
P.S.: „ich weiß nicht, wie du den Glauben der Menschen in einer Pfarrei bemessen willst?“
Im Dom sicher am Gesang der Karlshymne! ;-)
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#9   möchtegern-kathole   23:12:10 | Samstag, 15. März 2008
@Gotthard
„Gläubige sind nicht nur die Menschen, die einer altrituellen Messfeier beiwohnen…“
Stimme ich zu, habe aber auch das Gegenteil nicht gesagt.
„ich weiß nicht, wie du den Glauben der Menschen in einer Pfarrei bemessen willst?“
Abgesehen davon, dass wir immer noch nicht per du sind:
z.B. daran, ob die Menschen Gott ehren, durch ihr Befolgen seiner Gebote und der Gebote, die die von Ihm gegründete Kirche erlassen hat (hier: Sonntagsheiligung, regelmässiger Gebrauch der göttlichen Sakramente usw.)
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#8   Gotthard   23:03:42 | Samstag, 15. März 2008
@möchtegern-k
wenn in einer Pfarre kaum noch Gläubige sind,
Gläubige sind nicht nur die Menschen, die einer altrituellen Messfeier beiwohnen…
ich weiß nicht, wie du den Glauben der Menschen in einer Pfarrei bemessen willst?
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#7   jeanjaques   22:51:38 | Samstag, 15. März 2008
Aachen
Solange der Erstkommunionunterricht zur Bastelstunde verkommt und im Religionsunterricht der standby-Stromverbrauch diverser Elektrogeräte aufsummiert wird ,ist keine Besserung zu erwarten. :-!
Stattdessen diffamiert man Menschen denen es um Glaubensinhalte geht als „Altgläubige“. Der Vorschlag der Auflösung des Aachener Ordinarriates klingt doch nicht schlecht? :)3
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#6   carolusmagnus   22:04:19 | Samstag, 15. März 2008
Urbs aquensis, urbs regalis…
Den in dem Artikel geäußerten Verkaufsplänen bezüglich des Aachener Doms muß ich verständlicherweise energisch widersprechen. Wo sollte dann am 28.Januar das „Urbs Aquensis“ gesungen werden? Wenn überhaupt, käme nur ein Verkauf an den Vatikan zur Einrichtung einer päpstlichen Personalpfarrei für den außerordentlichen Ritus in Frage. Das „Urbs Aquensis“, der wohl älteste Hymnus auf die Stadt Aachen, stammt aus dem Hochmittelalter und ist fester Bestandteil des Gottesdienstes am Karlsfest:
Urbs Aquensis, urbs regalis,
regni sedes prinzipalis,
prima regnum curia.
Regni regnum pange laudes,
quae de magni regis gaudes
Caroli praesentia.
Iste coetus psallat laetus,
psallat chorus hic sonorus,
vocali concordia.
At dum manus operatur,
bonum quod cor meditatur,
dulcis est psalmodia.
Hac in die, die festa,
magni regis magna gesta,
recolat Ecclesia,
reges terrae et omnes populi,
omnes simul plaudant et singuli,
celebri laetitia.
Hic est magnus imperator,
boni fructus bonus sator,
et prudens agricola,
infideles hic convertit,
fana, deos hic evertit
et confringit idola.
Hic superbos domat reges,
hic regnare sacras leges
facit cum justitia.
Quam tuetur eo fine
ut et justus sed nec sine
sit misericordia.
Stella maris, o Maria,
mundi salus, vitae via,
alma nostra Domina.
Vacillantum rege gressus
et ad regem des accessus
in perenni gloria.
Christe splendor Dei patris
incorruptae fili matris
gentem tuam adjuva.
Per hunc sanctum, cuius festa
celebramus, nobis praesta
sempiterna gaudia.
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#5   möchtegern-kathole   18:13:38 | Samstag, 15. März 2008
Alternativen …
… gibt es nicht: wenn in einer Pfarre kaum noch Gläubige sind, die Priester ausgehen und das Geld auch noch fehlt, dann müssen eben die Gläubigen 2er Pfarren oder auch mehr Pfarren mit einer Messe vorlieb nehmen.
Die Pius-, Petrus- und sonstigen „Anbieter“ alter Liturgie machen es ja genauso, das gibt es halt eine oder zwei Messen für ganz Aachen in einem „Messzentrum“, „Priorat“ oder wie immer man das dann nennt – die nächste alte Messe ist dann 50km oder 150km weit entfernt.
Aber die Begleitumstände sind hässlich und typisch Amtskirche:
* da wird (wie in dem Artikel beschrieben) mal schnell alles etwas anderes dargestellt, als es in Wirklichkeit ist;
* da wird in der bisherigen Kirche zur gewohnten Stunde am Sonntag eine Pseudo-Messe ohne Priester („Wort Gottes Feier“) angeboten, anstatt einen Fahrdienst zu organisieren, um die Gläubigen in die Messe zu bringen;
* da wird die alte Messe geschnitten wo es nur geht, damit niemand dorthin ausweicht.
* da wird keine Ursachenforschung betrieben: das Haus wird abgebrochen, anstatt es nur zu verkleinern.
So werden die Bischöfe für den lieben Gott keinen Blumentopf gewinnen. Oder lediglich einen Blumentopf, aber mehr sicher nicht. Sie werden zu Abbruchleuten, obwohl sie doch sein Haus aufbauen sollten.
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#4   carolusmagnus   18:08:40 | Samstag, 15. März 2008
Zwangsfusionen?!
In Aachen hat der Bischof gegen den Willen der meisten Betroffenen nun Zwangsfusionen von Pfarreien beschlossen. Das Vermögen der fusionierten Pfarreien, die zunächst nur als Filialkirchen bestehen bleiben – bis sie dann vermutlich irgendwann ganz geschlossen werden – geht in diejenigen Pfarreien über, die zunächst bestehen bleiben, bzw. neu gebildet werden.
Es ist doch nur konsequent, weiterzudenken, ob der Papst nicht auch Zwangsfusionen von Bistümern anordnen sollte. Das finanziell angeschlagne Bistum Aachen gehört rechtlich als Suffragandiözese zur Kirchenprovinz Köln. Was spräche denn gegen eine Fusion mit dem Erzbistum Köln, das noch übriggebliebene Vermögen der Aachener Diözese könnte so vor weiterer Mißwirtschaft gerettet werden, die Verwaltungskosten gesenkt werden und zudem wäre es noch nicht einmal neu, 1821 wurde das Bistum schon einmal zwischen Köln und Münster aufgeteilt. Die Blütezeit in Aachen ist nun offensichtlich nach jahrelangem Mißmanagement vorrüber. Angesichts des, wenn zum Teil auch gewollten Priestermangels, und des für die kommenden Jahre zu erwartenden Gläubigenschwundes ist eine Fusion mit Köln doch eigentlich eine vernünftige Sache. Wenn man den bisherigen Kurs weiterfährt, werden irgendwann für Deutschland vielleicht ein Nord- und ein Südbistum ausreichen. Wenn diese dann mit fähigen und papsttreuen Bischöfen besetzt wären, könnte man die Anhänger der Liturgie von 1962 noch mit im Dom unterbringen – das wäre echte innerkirchliche Versöhnung!
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#3   pangelingua   17:31:32 | Samstag, 15. März 2008
@steini1974
Was können die Gegner für echte Alternativen bieten?
Echte Alternativen gibt es wahrscheinlich nicht, aber ich glaube, es wäre endlich einmal eine ehrliche Ursachenforschung angebracht.
Was haben uns doch seinerzeit die Konzilseuphoristen vorgejubelt, jetzt endlich bräche eine neue Zeit mit echtem neuen Glaubenseifer an! Die Gläubigen könnten endlich die Liturgie mitverfolgen und nicht als stumme Zuschauer (so ein Unfug!) teilnehmen. Nur: Die Kirchen sind seit 1970 leer und leerer geworden! Das muss nicht unbedingt und allein an der Liturgiereform (die vom Konzil weder so gewollt noch so beschlossen wurde, wie uns dummen Gläubigen immer suggeriert wurde), aber die damit einhergehende Verflachung und der dramatische Glaubensverlust (Abschaffung von Segensandachten, Prozessionen, Anbetungsstunden vor ausgesetztem Allerheiligsten, Handkommunion, Generalabsolution etc.pp.) ist ja nun wirklich eklatant und nicht zu übersehen.
Wenn die Kirche ihre wahre Identität nicht bald wiederfindet, wird es keine Umkehrung der Verhältnisse geben. Man kann nur hoffen, daß unser Papst Benedikt uns noch lange erhalten bleibt und sein Beispiel Schule macht. Leider sprechen die Tatsachen, zumindest in Deutschland und Österreich, bis jetzt eine andere Sprache.
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#2   Elendester Sünder   17:08:20 | Samstag, 15. März 2008
Die Alternative wäre
Rückkehr zur unverfälschten Lehre.
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#1   Steini1974   16:39:25 | Samstag, 15. März 2008
Viel dran, aber was können die Gegner denn für echte Alternativen bieten?
Wahrlich, schön ist das alles nicht, was in den Bistümern so geschieht. Aber leider ist es meistens so, dass die Gegner von Neustrukturierungen keine Alternativen aufzeigen können. Sie wollen, dass alles so bleibt wie ist. Wenn aber alles so bleibt, droht dem Bistum Aaachen der Bankrott und dann kan gar nichts mehr getan werden.
Über den Stil kann man sicher diskutieren, aber ich denke der Bischof von Aachen steht bereits mit dem Rücken zur Wand.
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