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Montag, 17. März 2008 11:22
Reaktion auf die Reaktionen
Die Rede vom Priestermangel dient oft nicht dazu, Priesterberufungen zu fördern, sondern Kompetenzüberschreitungen von Laientheologen zu rechtfertigen. Von Pfarrer Matthias Rey.
Es braucht Laien, die das Priestertum unterstützen und fördern, nicht es ersetzen wollen.
Es braucht Laien, die das Priestertum unterstützen und fördern, nicht es ersetzen wollen.
(kreuz.net) Auf meinen Artikel „Kein Priestermangel“ habe ich zahlreiche Reaktionen erhalten.

Dabei schien immer wieder auf, daß das eigentliche Problem nicht darin liegt, daß Laientheologen in den Pfarrhäusern wohnen, sondern daß diesen Laientheologen oftmals die volle Identifikation mit der Katholischen Kirche fehlt.

Nicht so sehr die Tatsache, daß sie in der Heiligen Messe predigen, tut weh, sondern vor allem schmerzt, was sie predigen.

Nicht nur, daß den Gläubigen in manchen Gemeinden wichtige Glaubensinhalte permanent vorenthalten werden: Man muß sich auch immer wieder ärgern, daß sogar frontal gegen die Lehre der Kirche gepredigt wird.

Leider werden diese Pastoralassistenten vor allem im Bistum Basel von der Diözesanleitung geschützt. Das schreibe ich nicht, um das Bistum Basel schlecht zu machen, sondern weil mir das von vielen Seiten berichtet wurde.

Den Gläubigen, die sich im Bistum Basel um ihre Rechte wehren, werden diese Rechte nicht nur verweigert – nein, die Gläubigen werden oftmals zusätzlich gemaßregelt.

Aufgrund vieler Gespräche spüre ich sehr stark, daß die Position der Laientheologen insbesondere im Bistum Basel bewußt gestärkt wird.

Das war ja auch die Absicht, als vor einigen Jahren den Bischofsvikaren jeweils ein Laientheologe oder Diakon und eine Laientheologin zur Seite gestellt wurde.

Willkommene und unwillkommene Priester

Als Priester spürt man einfach, wo man willkommen ist und wo nicht. Wenn ich zum Beispiel einige Tage in Italien in einem kleinen Dorf auf Besuch bin, organisiert die Frau, die im Pfarrhaus wohnt, daß die Leute zur täglichen Messe kommen, die ich in der Kirche zelebriere.

Diese Frau ist nota bene auch ein Laie. Aber sie glaubt an die Gnaden, die in der Heiligen Messe fließen und ist deshalb froh und dankbar, wenn ein Priester während der Woche die Heilige Messe feiert.

Solche Laien könnten auch wir in der Schweiz als kirchliche Mitarbeiter brauchen: Laien, die hungern und dürsten nach den Sakramenten.

Sodann möchte ich anfügen, daß es sehr eigenartig ist, daß zum Beispiel im Erzbistum Vaduz jede Pfarrei mit einem Pfarrer oder sogar mit Pfarrer und Vikar besetzt ist, während in den angrenzenden Pfarreien des Bistums Sankt Gallen, die sich in Sichtweite befinden, ein offenbar akuter Priestermangel herrscht und die Gemeinden in die Hände von Laientheologen zwängt.

Priester aus Indien
Die Idee, Priester zum Beispiel aus Indien zu engagieren, möchte ich hier – nachdem dies kritisiert wurde – präzisieren.

Es kann durchaus problematisch sein, einfach so Priester aus fernen Diözesen „auszuleihen“. Denn diese können manchmal – so wie viele von uns – mit dem Wohlstand nicht umgehen.

Es wäre aber denkbar, zum Beispiel Theologiestudenten aus fernen Diözesen am Anfang ihres Studienganges in unsere Diözesen zu integrieren. Sie würden dann nicht unvorbereitet in die Pfarreiarbeit geschickt.

Allerdings bräuchte es in der Schweiz eine gute Hochschule, die sich mit der Katholischen Kirche und nicht mit etwas Anderem identifiziert.

Jedenfalls erlaube ich mir die Frage, ob ein Priester aus einem fernen Land, der in unseren Breitengraden seine Ausbildung genießen durfte, nicht besser auf unsere Mentalität eingehen kann, als eine deutsche Pastoralassistentin, die fertig ausgebildet in die Schweiz kommt und meint, hier regieren zu können.

Niemand möge diese Frage als Pauschalurteil verstehen. Aber da mir nun mal vorgeworfen wurde, daß meine Idee unhaltbar sei, Priester aus fernen Ländern zu „importieren“, möchte ich doch die Frage stellen, wie verträglich die deutsche mit der schweizer Mentalität ist.

Letztlich gilt aber in jedem Fall: Wenn der Glaube in der Tiefe die Herzen verbindet, ist die Herkunft – ob Deutsch, Polnisch oder Indisch – völlig sekundär.

Neue Formen der Seelsorge
Zuletzt möchte ich anfügen, daß ich das alles nicht schreibe, weil ich mit meiner eigenen Situation unglücklich wäre.

Ich mache in der Kaplanei Biberegg mehr Seelsorge als all die Jahre zuvor, wo ich meine ganze Zeit der Pfarreiarbeit gewidmet hatte.

Der Grund, warum ich mich zum Thema Priestermangel äußere, ist, daß in letzter Zeit vermehrt von Priestermangel die Rede war.

Darum regte sich mein Gerechtigkeitssinn. Ich mußte schreiben, daß die Rede vom Priestermangel oft nicht dazu dient, Priesterberufungen zu fördern, sondern Kompetenzüberschreitungen von Laientheologen zu rechtfertigen.

Das darf niemals so stehen gelassen werden, auch nicht von den Gläubigen, die sich in ihren Kirchgemeinden so manches gefallen lassen müssen.

Vielleicht müßte man sich in gewissen Kirchgemeinden Gedanken machen, wer von den Kirchensteuern profitiert.

Je nach Handlungsweise der Seelsorger könnte man sich die Überlegung machen, den Austritt aus der Kirchgemeinde etwa so zu begründen:

„Hiermit trete ich aus der Kirchgemeinde … aus, weil ich römisch katholisch bleiben will und nicht bereit bin, daß meine Steuergelder an Kirchenbedienstete ausbezahlt werden, die sich nicht voll und ganz mit der Römisch Katholischen Kirche identifizieren.“

Das frei werdende Geld könnte man dann entweder direkt dem Bischof überweisen – sofern dessen Personalpolitik glaubwürdig ist –, oder einer Organisation oder einem Priester, von dessen Katholizität man überzeugt ist.

Die Denkweise, jemandem das Geld zu verweigern, von dessen Haltung man nicht überzeugt ist, stammt übrigens nicht von rechtsextremen Katholiken, sondern von den Schweizer Kantonalkirchen selber.

Diese denken jetzt zum zweiten Mal in ihrer Geschichte laut darüber nach, Zahlungen an einen Bischof zu verweigern, falls er seine Personalpolitik nicht ihren Vorstellungen gemäß ausführt.


Der Verfasser ist Priester der Diözese Chur und wohnt in der Kaplanei Biberegg in der Zentralschweizer Ortschaft Rothenthurm.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 48 Lesermeinungen:
Donnerstag, 20. März 2008 17:53
röm.kath.: top priester!
Ich bewundere diesen Priester sehr!
Offen und ehrlich steht er für den echten römisch katholischen Glauben ein.
Ich finde es eine absolute Frechheit, wie man mit diesem guten Priester umgeht.
Ich möchte jedoch alle Leute dazu aufrufen, ihn stark im Gebet einzuschliessen!
Mittwoch, 19. März 2008 16:55
Hódmezövòsárhelykutasipuszta: Recht auf freie Meinungsäußerung???
LandorganistII: Ein Pfarrer, der +net als Mitteilungsorgan nutzt, gehört suspendiert.

Hódmezövòsárhelykutasipuszta:…alle Landorganisten, die hier ihre Meinung publizieren auch???

LandorganistII: Natürllich nicht, ich bin ja schließlich keine Amtsperson!


Hódmezövòsárhelykutasipuszta: Das ist wohl auch besser so, daß Sie keine Amtsperson sind – bei dieser Einstellung! Da wollen Sie ernsthaft Pfarrern das Recht auf freie Meinungsäußerung in einem Internetforum durch eine Kirchenstrafe, durch Suspendierung, verbieten lassen?



Mit welcher Begründung bitte? Wollen Sie das zugehörige Kirchenrecht dazu noch erfinden, oder geht das gleich standrechtlich auf Ihren Zuruf? Sind Sie sich überhaupt im klaren, was Sie da aussprechen? Pauschales Berufsverbot wegen „falscher“ Gesinnung etwa? Wollen Sie einem Priester sein Wirken für das Heil der Seelen verbieten, weil er vielleicht anderer Meinung ist und diese öffentlich kundtut? Wollen Sie nicht lieber gleich das Interdikt für die ganze betroffene Diözese verhängen lassen? Sie selbst beanspruchen aber tapfer für sich das Recht, Ihre Meinung hier zu publizieren. Das alte Motto: „Gleiches Recht für alle – die Privilegien für uns!“ war da ja noch harmlos.
Mittwoch, 19. März 2008 11:53
LandorganistII: @Hódmezövòsárhelykutasipuszta:
Natürllich nicht, ich bin ja schließlich keine Amtsperson!
Mittwoch, 19. März 2008 06:47
Charbel Makhlouf: beschämende Lieblosigkeiten…
Es ist beschämend zu lesen, was Hw.Herrn Pfarrer Rey hier in diesem Forum alles an Lieblosigkeiten zugedacht wird. Herr Pfarrer, lassen Sie sich von diesen Stimmen nicht von Ihrem Weg und Priesterideal abbringen und fallen Sie nicht der Verbitterung anheim! Verzeihen Sie die vielen lieblosen Worte, denn die Schreiber wissen oft nicht wirklich, was sie da tun. Sursum corda!
Dienstag, 18. März 2008 21:51
Hódmezövòsárhelykutasipuszta: Wichtige Nachricht an alle „Psychopathen“!
„…und das man sich immer wieder genötigt fühlt, für diese Psychopaten vor den Kirchgängern zu entschuldigen!“

Das zwanghafte Gefühl aller potentiellen Psychopathen, oder solcher, die sich über andere vermeintliche Psychopathen äußern, „sich für diese Psychopathen vor den Kirchgängern zu entschuldigen“, sollten alle, die zum Psychopathen tendieren, die aber keine Psychopathen sein wollen, einfach ablegen, sonst besteht Gefahr, daß sie wirklich selbst noch zu Psychopathen werden oder bereits selbst echte Psychopathen sind…



P.S.: Die Diagnose Psychopath sollten Sie – zumindest bei Ihren Mitmenschen – mit gutem Gewissen Ihrem Psychiater überlassen.
Dienstag, 18. März 2008 21:12
Miens: Psychopaten
Vielleicht sollten sich die Schreiber hier einmal erkundigen was in den bisherigen Pfarreien in denen Pfr. Rey war geschah. Zum Beispiel die Lehrer in den Schulen. Das hatte nichts mit Konservativ oder Progressiv zu tun, sondern ganz einfach damit, dass er nicht normal mit Menschen kommunizieren kann. Da ist es einfach immer anderen die Schuld zu geben! Zum Glück wird sich auch Bischof Vitus nicht mehr lange auf der Nase rumtanzen lassen. Ich habe die Nase voll von den Sabos und Reys in dieser Kirche, und das man sich immer wieder genötigt fühlt, für diese Psychopaten vor den Kirchgängern zu entschuldigen!
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