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Lieber Herr Küng! + Theorie und Praxis + Der Bischof soll zurücktreten + Erneuter Skandal um Polens First Lady + Selbstmörderin gestoppt
Benedikt XVI. im Vatikan
Benedikt XVI. im Vatikan
Lieber Herr Küng!

„»Lieber Herr Küng« beginnt der Brief vom Herbst 2007, mit dem sich Benedikt XVI. bedankte. Der Theologe sei, so der Papst, seinen Weg seinem Gewissen gemäß gegangen, »davor habe ich Respekt«. Auch er, Ratzinger, sei den Weg des Gewissens gegangen. Küng sieht in den folgenden Ausführungen gemeinsame Spiritualität, »die es ermöglichen würde zusammenzuarbeiten«.“

Aus einem Bericht der deutschen ‘Katholischen Nachrichtenagentur’ anläßlich des 80. Geburtstags des von Papst Johannes Paul II. amtsenthobenen Theologen Hw. Hans Küng.

Theorie und Praxis

Vatikan. Jede fünfte geschiedene Ehe in Italien wird von der Rota Romana, dem obersten vatikanischen Berufungsgericht annulliert. Innerhalb der vergangenen drei Jahre ist dort die Anzahl solcher Anträge um ein Viertel gestiegen. Die meisten Annullierungs-Anträge kommen aus den USA und Polen. Das vatikanische Ehegericht behandelt nur Fälle, in denen auf diözesaner Ebene Berufung eingelegt wurde. Erst kürzlich rief der Papst dazu auf, bei Eheannullierungen restriktiv vorzugehen. Der Heilige Vater ermahnte beispielweise, daß „psychisches Unvermögen“ kein Grund sei, eine Ehe als nicht vollzogen zu betrachten.

Der Bischof soll zurücktreten

USA. In einem für die Vereinigten Staaten äußerst ungewöhnlichen Schritt haben 45 Priester der Diözese Belleville – fast die Hälfte des Diözesanklerus – ihren schwarzen Diözesanbischof, Mons. Edward Braxton (63), brieflich dazu aufgefordert, aus seinem Amt zu scheiden. Sein Rücktritt wäre für ihn und die Diözese gut – so die Priester. Sie gaben an, wegen des Führungsstils des Bischofs zunehmend frustriert zu sein. Im Januar hat der Bischof angeblich diözesane Gelder veruntreut. Er hat schon seit seiner Ernennung mit dem Widerstand des Klerus zu kämpfen.

Erneuter Skandal um Polens First Lady

Polen. Die Ehefrau des polnisches Staatspräsidenten Lech Kaczynski, Maria Kaczynska, hat sich in einem Interview für das Nachrichtenmagazin ‘Wprost’ für die künstliche Befruchtung ausgesprochen. Bei dieser werden Kleinstkinder getötet. Der Sekretär der bischöflichen Familienkommission, Hw. Andrzej Rabacz, betonte daraufhin, daß sich die First Lady „außerhalb der Lehre der Kirche“ bewege.

Selbstmörderin vorerst gestoppt

Frankreich. Ein Gericht in der ostfranzösischen Stadt Dijon hat einen Antrag auf Beihilfe zum Selbstmord abgelehnt. Eine 52jährige frühere Lehrerin, die an einem Krebsgeschwür im Gesicht leidet, verlangte von ihren Ärzten vergiftet zu werden. In der Begründung erklärte das Gericht, der Antrag der Frau stehe im Widerspruch zur ärztlichen Verpflichtung, Leben zu retten. Er sei auch mit dem französischen Strafrecht nicht vereinbar, das die aktive Euthanasie verbiete. Die Frau kündigte nun an, sich in einem anderen Land vergiften lassen zu wollen.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Marcelus   21:26:01 | Mittwoch, 19. März 2008
Frankisten?
humbelina
dürfte ebenso wie ihr Ehemann und Schwager der pseudokatholischen Sekte der Frankisten angehören, aus der auch Johannes Paul II. stammte.
Was sind „Frankisten“?
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#16   Dr. Otterbeck   08:41:17 | Mittwoch, 19. März 2008
Na ja,
wenn der geistliche Gehorsam zusammenbricht, dann tritt eben der Krieg um „Machtanteile“ auf den Plan; „mehr Gehorsam“, so dialektisch das klingt, brächte auch Entkrampfungen bei der Rangelei um Vorrechte und Zuständigkeiten… Frohe Ostern!
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#15   Freinsberg   08:36:12 | Mittwoch, 19. März 2008
@ Dr.Otterbeck
Natürlich erteilt der Bundespräsident den Richtern keine Anweisungen. Die Vorgabe ist das Gesetz. Ich wollte mit dem fingierten Vergleich nur sagen: Ich halte es für eigenartig, dass der Papst kirchliche Richter, die doch ohnehin dem CIC verpflichtet sind, anweist, wie sie zu urteilen haben. In einem System mit Gewaltenteilung wäre das eben undenkbar.
Der CIC hätte durchaus manche Fragen, etwa der Verfassung, anders regeln können. Einiges wurde sogar gegen den Willen der Konzilsväter verschlechtert; so sind die Bischöfe nur mehr Statthalter des Papstes. Vgl. Georg Bier: Die Rechtsstellung des Diözesanbischofs nach dem Codex Iuris Canonici von 1983. Würzburg 2001.
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#14   maliems   02:17:44 | Mittwoch, 19. März 2008
frankisken???????????ß
aua. das ist ja immerhín evtl. HASTE ADRESSEN NÄHE HAFEN
BIN IM SOMMER DA: WÄRE GUT ICH HÄTTE WAS IN PETTO:
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#13   Humbelina   22:42:18 | Dienstag, 18. März 2008
Frau Maria Kaczynska
dürfte ebenso wie ihr Ehemann und Schwager der pseudokatholischen Sekte der Frankisten angehören, aus der auch Johannes Paul II. stammte.
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#12   Dr. Otterbeck   20:10:36 | Dienstag, 18. März 2008
@Freinsberg
Je demokratischer das weltliche Bewusstsein, desto notwendiger muss die Kirche im Eigenen ihre Ordnung beachten, um „Zeugnis“ zu geben. Ihr Beispiel hinkt. Nicht der Bundespräsident sagt dem Richter, wie er zu urteilen hat, sondern das legitime Recht, in D. regelmäßig von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Das ist in der Kirche eher ähnlich als anders. Einen Papst an der Spitze von heute 1,2 Mrd. Gläubigen für einen Despoten zu halten war schon vor 1517 irreführend. Fast immer hatten die Päpste in der Neuzeit ihre liebe Not, ihrer geistlichen Autorität (!) überhaupt Respekt zu verschaffen. Das war sogar zwischen Pius IX. und Pius XII. kaum anders, denn hinterm Rücken und abseits der hierarchischen Spitzen hat der Klerus ja doch weithin getrieben, was er für richtig hielt. Enzykliken werden erst seit Humanae vitae öffentlich zur Kenntnis genommen (vielleicht mit Ausnahme von „Rerum novarum“ 1891 und „Pacem in terris“ 1963), gelesen im Volk sogar vielleicht erst jetzt. Wer „Gewalten“ neu verteilen will, will meist selber mehr zu kommandieren haben. Der Gehorsam sagt aber eigentlich „alle müssen hören“ (weil sonst alle bloß befehlen wollen, was zur totalen Selbstblockade des Apparats führt; siehe: dt. Bistümer). Probleme im Detail leugne ich nicht, gerade Altritualisten sind oft alles andere als papsttreu (und lesen z.B. „Sacramentum caritatis“ nicht). Aber wer flott auf den „Zentralismus“ schimpft, hat die Zeichen der Zeit schlicht verpennt –- oder giert selber nach „power“
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#11   Rübezahl   19:01:06 | Dienstag, 18. März 2008
„Mit irgendwelchen abgeschriebenen Zitaten um sich werfen ist noch keine Weisheit“
mandy – knackfrisch angemeldet – postet:
„rübezahl wie sie behaupten, der Kirchenrechtler sei ein Häretiker und „vielleicht ein Depp“, genauso sind ihre Behauptungen undifferenziert und deshalb falsch. Das Zitat aus Vat.I hat mit dem hier behandelten nur sehr am Rande etwas zu tun. Dadurch, daß ein Bischof (und sei es der Bischof von Rom) sich aus der Rechtsprechung heraushält, weil er dafür die komptenteren Mitarbeiter hat, bedeutet das keineswegs ein Leugnung des Jurisdiktionsprimats. Im übrigen ist es durchaus möglich (was beim neuen CIC auch erwogen wurde), daß Rechtsfälle bei der Bischofskonferenz und nicht beim Bischof liegen düfen. Sie sehen, jedes Zitat hat einen Kontext, in den es hineingehört. Mit irgendwelchen abgeschriebenen Zitaten um sich werfen ist noch keine Weisheit – sowas kann auch mein Computer.“
Mandy – erst lesen (und zwar alles) – dann überlegen (und zwar scharf) – und zuletzt tippen.
Liebe Grüße
der Rübezahl
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#10   mandy   18:51:15 | Dienstag, 18. März 2008
@rübezahl
wie sie behaupten, der Kirchenrechtler sei ein Häretiker und „vielleicht ein Depp“, genauso sind ihre Behauptungen undifferenziert und deshalb falsch. Das Zitat aus Vat.I hat mit dem hier behandelten nur sehr am Rande etwas zu tun. Dadurch, daß ein Bischof (und sei es der Bischof von Rom) sich aus der Rechtsprechung heraushält, weil er dafür die komptenteren Mitarbeiter hat, bedeutet das keineswegs ein Leugnung des Jurisdiktionsprimats. Im übrigen ist es durchaus möglich (was beim neuen CIC auch erwogen wurde), daß Rechtsfälle bei der Bischofskonferenz und nicht beim Bischof liegen düfen. Sie sehen, jedes Zitat hat einen Kontext, in den es hineingehört. Mit irgendwelchen abgeschriebenen Zitaten um sich werfen ist noch keine Weisheit – sowas kann auch mein Computer.
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#9   Freinsberg   14:50:29 | Dienstag, 18. März 2008
@ maliems
Armer Professor Dordett. Hoffentlich muss er nicht zu lange Zeit im Fegefeuer verbringen. :-(
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#8   maliems   14:29:45 | Dienstag, 18. März 2008
@freinsberg
ja. offensichtlich.
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#7   Pro fide catholica †   14:26:30 | Dienstag, 18. März 2008
Küng und Ratzinger: Brüder im (Un-)Geist der Häresie!
Der Theologe sei, so der Papst, seinen Weg seinem Gewissen gemäß gegangen, »davor habe ich Respekt«.
Laber, laber, laber… „Freiheit über alles!“ scheint die Devise Ratzingers zu sein, so wie es eben bei den Freimaurern schon immer der Fall war: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, auch wenn dabei die Wahrheit der katholischen Lehre auf der Strecke bleibt…!
Auch er, Ratzinger, sei den Weg des Gewissens gegangen.
Hört, hört! Was will er denn damit sagen? Möglicherweise, dass ihn sein irriges Gewissen vom Weg des wahrhaft Katholischen abgebracht hat?
Küng sieht in den folgenden Ausführungen gemeinsame Spiritualität, »die es ermöglichen würde zusammenzuarbeiten«
Das kann dann bei den beiden Erzhäretikern ja alles andere, aber sicher keine katholische, „Spiritualität“ sein. Also entweder eine protestantische, eine freimaurerische, eine noachidische, eine satanistische…?! :-!
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#6   Rübezahl   14:24:19 | Dienstag, 18. März 2008
Freinsberg und Käse & Speck Teil II.
Freinsberg:
„Mein Kirchenrechts-Prof in Wien – wirklich kein Linker, doch sehr vernünftig – hat sich in den 70er Jahren für die Gewaltentrennung in der Kirche ausgesprochen. Der muss also ein Depp gewesen sein.“
Nein, er war kein „Depp“ – naja evtl auch dies; will ich hier aber nicht beurteilen – auf jeden Fall aber war er ein Häretiker, gesetz dem Fall, dass er seine Forderung verabsolutierte.
Vatikanum I definiert:
DH3064: „[Kanon.] Wer deshalb sagt, der Römische Bischof besitze lediglich das Amt der Aufsicht bzw. Leitung, nicht aber die volle und höchste Jurisdiktionsvollmacht über die gesamte Kirche, nicht nur in Angelegenheiten, die den Glauben und die Sitten, sondern auch in solchen, die die Disziplin und Leitung der auf dem ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche betreffen; oder er habe nur einen größeren Anteil, nicht aber die ganze Fülle dieser höchsten Vollmacht; oder diese seine Vollmacht sei nicht ordentlich und unmittelbar sowohl über alle und die einzelnen Kirchen als auch über alle und die einzelnen Hirten und Gläubigen: der sei mit dem Anathema belegt.“
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#5   Freinsberg   13:50:56 | Dienstag, 18. März 2008
Käse und Speck?
Mein Kirchenrechts-Prof in Wien – wirklich kein Linker, doch sehr vernünftig – hat sich in den 70er Jahren für die Gewaltentrennung in der Kirche ausgesprochen. Der muss also ein Depp gewesen sein.
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#4   Rübezahl   12:57:28 | Dienstag, 18. März 2008
Käse und Speck bei Freinsberg
Freinsberg:
„Da sieht man, dass in der Kirche die Gewaltentrennung fehlt. Stellen Sie sich vor, der Bundespräsident würde in einer Ansprache den Richtern sagen, wie sie zu judizieren haben…“
Sie vergleichen da Käse und Speck, Freinsberg.
Der Papst hat de iure den Jurisdiktionsprimat.
Der Bundespräsident hat sowas nicht.
Ihre argumentative Form bewegt sich auf einer Ebene, auf welcher Sie genauso gut hätten sagen können:
>> Jajajaja,da sieht man es mal wieder! In England haben die keine Ahnung von Straßenverkehrsregeln! Die fahren da alle auf der linken (! tztztz) Seite! Stellen sie sich einmal vor, in Deutschland würden manche auf der linken Straßenseite fahren!<<
^-^ ^-^ ^-^
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#3   RJH   09:46:42 | Dienstag, 18. März 2008
Scheidungen werden annuliert?
„ede fünfte Scheidung in Italien wird von der Rota Romana, dem obersten vatikanischen Berufungsgericht annulliert.“
Also bleibt die Ehe bestehen? :)3
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#2   Freinsberg   09:33:20 | Dienstag, 18. März 2008
Rota Romana
Da sieht man, dass in der Kirche die Gewaltentrennung fehlt. Stellen Sie sich vor, der Bundespräsident würde in einer Ansprache den Richtern sagen, wie sie zu judizieren haben…
:-|
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#1   Gunsenum   09:21:59 | Dienstag, 18. März 2008
Ein schweres Problem…
Nicht jeder hat die Kraft eines Johannes Pauls II. sein Leid bis zum Ende zu ertragen. Auch wenn ich prinzipiell gegen die aktive Sterbehilfe (was für ein Euphemismus!) votiere, bringen mich diese sehr persönlichen Einzelzeugnisse oft ins Grübeln.
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