Paedophilie
Noch eine neue Karfreitagsfürbitte
Ein ganzes Schweizer Bistum wird morgen während der Karfreitagsliturgie offiziell in Selbstanklage schwelgen. Es leckt damit erneut den Bauch der bittersten Feinde der Kirche.
In der Karfreitagsliturgie geht der Priester - wie Moses zum brennenden Dornbusch - barfüßig zur Kreuzverehrung.
In der Karfreitagsliturgie geht der Priester – wie Moses zum brennenden Dornbusch – barfüßig zur Kreuzverehrung.
© Daniel Kedinger, CC
(kreuz.net, Genf) Die liberale Nordwestschweizer Diözese Lausanne-Genf-Freiburg hat für die morgige Karfreitagsliturgie eine Vergebungsbitte für angebliche klerikale Kinderschänder erfunden.

Das berichtete die Schweizer Boulevardzeitung ‘Blick’ am Gründonnerstag. Bistumssprecher Nicolas Betticher bestätigte den Bericht.

Die Änderung der Liturgie hat der Bischof, Mons. Bernard Genoud (66), angeordnet.

Der selbergestrickte Text lautet: „Im Namen der Kirche bitten wir um Verzeihung für die von einigen pädophilen Priestern und jeder anderen Person begangenen schwerwiegenden und nicht rückgängig zu machenden Verfehlungen gegenüber unschuldigen Opfern.“

Falsche Reaktion

Seit Anfang dieses Jahres steht das Bistum Lausanne-Genf-Freiburg unter dem Dauerbeschuß der traditionell kirchenfeindlichen Schweizer Medien-Geschäftsleute.

Dabei wurden skrupellos zum Teil falsche und haltlose oder auch längst verjährte und aufgebauschte angebliche sexuelle Mißbrauchsfälle durch Kleriker an die Öffentlichkeit gezerrt.

Statt seine Herde zu verteidigen, stürzte sich der Bischof auf Befehl der Medien sogleich in Sack und Asche.

Einer der gehetzten Kleriker, dessen angebliche Schandtat vor seiner Priesterweihe in den 80er Jahren geschehen sein soll, beging während eines medialen Lynchprozesses Selbstmord.

Damals bezeichnete Bischof Genoud das Verhalten der Medienkonzerne verharmlosend als „nicht tolerierbar“.

Doch nun will er sogar die Liturgie mißbrauchen, um vor den Journalisten in die Knie zu fallen.

Für eine angemessene Reaktion hätte er ins Nachbarbistum Basel schauen müssen.

In einem Artikel von Mitte Februar enttarnte der dortige Generalvikar, Pater Roland Trauffer, hinter den aufgebauschten Pädophilie-Vorwürfen ein „wahres Programm“.

Das Ziel sei nicht das Wohl der Kinder, sondern die Schlachtung der Kirche: „Unsere Kirche ist der alte, große Fisch, dem die traditionellen, nach Umkehr und Demut duftenden Eingeweide herausgerissen werden sollen.“

Es gehe nicht um die Kinderschänderei und die real existierende sexuelle Gewalt und ihre Verhinderung, sondern „um die real existierende katholische Kirche und wie man sie verhindert.“
      
10 Lesermeinungen
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#10   Aleph †   11:11:31 | Freitag, 21. März 2008
Seltsames Geschmäckle
Freunde, nicht solche Töne! Durch die Karfreitagsbitten hat sich die Welt bislang noch nicht verändern lassen.
Aber wenn sich die Juden über über den neuen Wortlaut echauffieren, werden sie eine Begründung dafür haben.
Eine dringende Notwendigkeit, die Bitte für die Juden textlich zu verändern gab es für die Kirche keine.
Damit findet eher eine Art Lust- und Launeprinzip seinen Ausdruck.
Vielleicht hat Benedikt XVI. eine Notwendigkeit darin erblickt, den Reformstau im Vatikan auf die außerst ungewöhnliche Weise abzuarbeiten.
Die Tauglichkeit des Vorhabens ist allerdings zu hinterfragen.
Ein seltsames Geschmäckle hat die ganze Karfreitagsbitten-Aktion in jedem Fall.
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#9   Steini1974   23:31:10 | Donnerstag, 20. März 2008

Die Kirche hate keine Feinde!
und wenn doch, dann hat der Herr ihr gelehrt, auch diese zu lieben!
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#8   SignumSalutis †   23:29:30 | Donnerstag, 20. März 2008
verjährt?
… „längst verjährte und aufgebauschte angebliche sexuelle Mißbrauchsfälle“ – wann ist ein (nur) angeblicher Mißbrauch verjährt? Ketz.net betreibt mal wieder die Negation der Negation: :-[ 1. gibt es ohnehin nirgendwo Mißbrauch.
:-[ 2. ist der verjährt.
und :-[ 3. dazu noch aufgebauscht.
Jeder Fall des Mißbrauchs ist einer zuviel, und durchgeknallten Journalisten kann Kirchens am besten begegnen, in dem sie glaubhaft und effektiv sich gegen jede Form von Mißbrauch o. ä. starkmacht. Das Schlimmste ist: Mißbrauch untergräbt das Vertrauen in der Pastoral. Die Menschen müssen spüren, dass es „vor Ort“ anders ist, als in Klischees einer gewissen Presse, dann laufen die ins Leere.
Was aber am Karfreitag in den Fürbitten erscheint, trägt die Kirche Christi in einem Ihrer verinnerlichtesten Augenblicke vor Ihren Herrn, den leidenden und erhöhten. Wenn dazu das Leid gehört, dass Täter des Mißbrauchs 1. ihren Opfern und in 2. Linie ihrer Kirche zufügen, – weshalb nicht?
Allen reichen Segen dessen, der durch Leid und Kreuz für uns den Weg zur Auferstehung gegangen ist
(davon lese ich bei ketz.net z. Zeit leider nicht viel … :'( )
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#7   turk   23:00:25 | Donnerstag, 20. März 2008
Obiger Artikel für die Mülltonne
Obiger Artikel ist für die Mülltonne geschrieben. Er bedient „Logiken“ und spielt Dinge gegeneinander aus, die nicht auszuspielen sind. Hier hat jemand Angst vor einem Phantom, und dieser „jemand“ ist niemand anderer als der Schreiber und Einsender obigen Artikels. Lächerlich.
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#6   Bernd Stromberg   22:04:18 | Donnerstag, 20. März 2008
Noten
Werden die Noten zu dieser Karfreitagsfürbitte mitgeliefert? Wie wird sie in die Liturgie integriert, beginnen doch die Karfreitagsfürbitten mit „Lasst uns auch beten“? Würde mich mal ehrlich interessieren.
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#5   bertcd   17:04:08 | Donnerstag, 20. März 2008
neue Fürbitte
Die neue Fürbitte finde ich zwar für die Karfreitagsliturgie nicht unbedingt notwendig, aber durchaus akzeptabel…es gibt/gab schließlich nicht nur in der Schweizerischen Kirche, sondern weltweit diese schlimmen Fälle und warum soll die (örtliche) Kirche dafür nicht um Vergebung bitten? Ich gratuliere dem Bischof sogar zu dem Mut, diese Bitte anzuordnen! Diese pädophilen Handlungen gehören zu den zutiefst verwerflichen, viel viel mehr, ja unvergleichbar mehr, als z. B. das Brechen des zölibatären Versprechens oder als homosexuelle Handlungen, weil sie kindliche Seelen und Körper zutiefst verletzen, wenn nicht gar zerstören.
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#4   Guiseppe   15:50:07 | Donnerstag, 20. März 2008
@ mandy – Wer ist hier der wahre Verleumder?
mandy: „das ganze ist eine Verleumdung. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“
Mehr als behaupten können auch Sie nicht. Was ist bei Ihnen da anders (oder besser) als bei kreuz.net?
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#3   LandorganistII   15:45:45 | Donnerstag, 20. März 2008
Gibt es vor Gott
auch ein Verjährung von Sünden? Wenn ja, wäre ich für die Veröffentlichung der entsprechenden Fristen dankbar.
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#2   Genoveva   15:38:49 | Donnerstag, 20. März 2008
Stimmt das?
Auf der Website der Diözese findet sich auf jeden Fall keinerlei Hinweis in diese Richtung???
Sollte es stimmen, so wäre es bedauerlich. Schon ganz einfach, weil dieser Text eben keine Fürbitte ist.
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#1   mandy   15:16:37 | Donnerstag, 20. März 2008
@Noch eine neue Verleumdung
das ganze ist eine Verleumdung. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Aber das wissen die kreuz.net-macher ja selbst.
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