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Sonntag, 23. März 2008 11:34
Es geht nicht um das Klammern an überkommene Erbhöfe soziologisch überholter Seelsorgemodelle. Es geht – schlichtweg – um den Erhalt der Kirche. Osterbrief des ‘Netzwerks katholischer Priester’.
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Dienstag, 25. März 2008 21:51
Wir dürfen nicht vergessen, daß die starke presbyterozentrierte kirchliche Praxis vom Tridentinum vorgegeben ist, um Ordnung in die damalige von der Reformation erschütterte Kirche zu bringen, wobei die Reformation in einer geordneten Kirche (z. B. Ablaßhandel) überhaupt nicht möglich gewesen wäre.

Bis zum Tridentinum und bis heute in den östlichen Kirchen gibt es in der Liturgie eine Rollenverteilung zwischen Priester, Diakon, Chor bzw. Schola und Gemeinde, wobei die Gemeindegesangteile üblicherweise von Chor bzw. Schola übernommen werden. Daß der Priester alles, was Gemeinde und Chor singen, noch einmal selber rezitieren muß, ist eine Erfindung des Tridentinums, die u. a. damit zusamenhängt. daß die Gesangteile z. T. wegen umfangreicher Intertropierung und langer Sequenzen so umfangreich waren, daß zur Liturgieverkürzung einiges ausgelassen wurde. Um dem Entgegenzusteuern, wurden die Gesangsteile gekürzt und zur Garantie der Vollständigkeit der Priester zur Rezitation der gesamen Liturgie verpflichtet, also auch der Teile, die der Gemeinde bzw. dem Chor zustehen. Das hat sich natürlich auf das kirchliche Gesamtbewußtsein übertragen, so daß im nachtridentinischen Verständnis Kirche = Klerus war. Der Rückgang von VATII auf die vortridentinische Zeit war daher überfällig. Das heutige gegenteilige Extrem ist von VATII ganz sicher nicht beabsichtigt.

Wird als Witz erzählt: im nachkonziliaren klerikalen Beichtspiegel steht als Todsünde: „habe ich einem Laien widersprochen?“!
Montag, 24. März 2008 13:01
von Spee: „Hire and Fire“ fehlen noch!
Da hat also ein Lieblingskind linker Pädagogik Einzug in die Spitzen der deutschen Katholischen Kirche gehalten:Gruppendynamik.
Fulda, Paderborn, Aachen…sind auf den Leim gegangen. Gift für eine Hierarchie, wie sie die Katholische Kirche wegen ihrer unverhandelbaren Wahrheiten sein muß. In vielen Zentralorten tummeln sich die Priester in „Pfarrverbundpoolen“, während die ein paar Kilometer entfernt liegenden Pfarrhäuser leer stehen. (Man will doch nicht etwa ins Immobiliengeschäft einsteigen!?). Inzwischen haben kommod eingerichtete Angestellte Aufgaben an sich gerissen, die vorher ein Heer von Ehrenämtlern ohne Jobverhalten meist besser und mit mehr Herz erledigten. Auch das Streben der“Möchtegernpriester/innen“ entfällt weitgehend, die dem Priester verbehaltene Handlungen mit Salamitaktik abnehmen wollen. Man soll den Heiligen Geist nicht unterschätzen. Der liebt auch keine „verwaltete Kirche“!
Im PoolTEAM kann man sich leicht der seelsorgerischen Verantwortung entziehen: Wer beerdigt heute eigentlich Herrn Sommer? Ich hab was vor.- Hör mal Paul, Parkallee 25 liegt eine Frau im Sterben, gehst du da hin?
Es fehlt eigentlich nur noch als bischöfl.Tugend das „Hire und Fire“; die braucht man dann, wenn einige Priester im Pool nicht so spuren und die gesamte gruppendynamische Pampe in Verruf bringen!Fulda hat ja mit seinen drei gefeuerten SJM-Priestern schon den Probelauf hinter sich![fett]In diesem Sinne: Das ganze PatoralTEAM wünschtein frohes Osterfes…
Montag, 24. März 2008 08:57
Nachtlaterne: Wort Gottes:
Ich sah den Herrn beim Altar stehen. Er sagte: Zerschlag den Knauf der Säule, so daß die Tragbalken zittern. Ich zerschmettere allen den Kopf. Was dann noch von ihnen übrig ist, töte ich mit dem Schwert. Keiner von ihnen kann entfliehen, keiner entrinnt, keiner entkommt. Wenn sie in die Totenwelt einbrechen: meine Hand packt sie auch dort. Und wenn sie zum Himmel aufsteigen: ich hole sie von dort herunter. Amos 9/1-3
Micha
Würde sich einer nach dem Wind drehen und dir vorlügen: Ich prophezeie dir Wein und Bier!, das wäre ein Prophet für dieses Volk. Micha 2/11

Sie fressen mein Volk auf, sie ziehen den Leuten die Haut ab und zerbrechen ihnen die Knochen; sie zerlegen sie wie Fleisch für den Kochtopf, wie Braten für die Pfanne. Dar-um zieht man auch ihnen die Haut ab und reißt ihnen das Fleisch von den Knochen. Dann werden sie zum Herrn schreien; er aber wird ihnen nicht antworten. Er wird sein Angesicht vor ihnen verbergen; denn ihre Taten sind böse. Micha 3/3-4
Montag, 24. März 2008 00:31
zunächst einmal ist interessant, daß unter „Netzwerk“ recht unterschiedliche Gruppen firmieren. Dem „Netzwerk Kölner Priester“ mit seiner engen Anlehnung an die 68er Ideologie geht es letztlich um eine Zerstörung der Kirche, wohingegen die Verfasser obiger Abhandlung eine positive Enwicklung der Kirche anstreben.

Die Konzilskritik beruht auf dem bekannten Mißverständnis, nach dem die Ausführungsbestimmungen des Konzils bei weitem nicht immer mit dem Geist des Konzils gleichzusetzen sind. Dem Konzil ging es immer um Kollegialität und eindeutig nicht um Unterordnung des Priesters unter den Laien. Richtig ist, daß es bei dem derzeitigen Priestermangel ohne laikale Verantwortung nicht geht.

Aber laikale Autokratie führt immer zur Zerstörung der Kirche, die von Jesus Christus eindeutig auf das Apostel- bzw. nachfolgend Bischofsamt gegründet ist. Hieraus folgt, daß die letzte Verantwortung immer der Bischof trägt, der an den Priester delegiert, der seinerseits weiter Verantwortung überträgt.

Die vom Konzil geforderte Kollegialität meint normalerweise eine einvernehmliche Enscheidungsfindung des Bischofs mit seinen Priester- und Laiengremien einerseits und ensprechend des Priesters mit seinen Gremien andererseits. Die letzte Verantwortung trägt jedoch immer der Geweihte. Das wurde vom Konzil nie bestritten.
Sonntag, 23. März 2008 22:04
Nachtlaterne: was sagt Jeremiasden man bis auf den heutigen tag nicht hören will:
Sie betören euch nur; sie verkünden Visionen, die aus dem eigenen Herzen stammen, nicht aus dem Mund des Herrn. Immerzu sagen sie denen, die das Wort des Herrn verach-ten: Das Heil ist euch sicher!; und jedem, der dem Trieb seines Herzens folgt, versprechen sie: Kein Unheil kommt über euch. Doch wer hat an der Ratsversammlung des Herrn teilgenommen, hat ihn gesehen und sein Wort ge-hört? (…) Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt, den-noch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen gesprochen, den-noch weissagen sie. Hätten sie an meiner Ratsversammlung teilgenommen, so könnte sie meinem Volk meine Worte verkünden, damit es umkehrt von seinem schlechtem Weg und von seinen Taten. Jer. 23/ 16-22

Denn „die Last“ ist für jeden sein eigenes Wort, weil ihr die Worte des lebendigen Gottes, des Herrn der Heere, unseres Gottes, verdreht habt. Jer. 23/36
Sonntag, 23. März 2008 21:41
bonifatius: Erkennen die Wächter der Glaubensbotschaft die Gefahr???
Dieser Brief des Netzwerkes Katholischer Priester spricht mir als Laien aus dem Herzen. Es ist, im nüchternen Amtsjargon gesprochen, eine ausgezeichnete „Stellenbeschreibung“. Leider muß ich den nachfolgenden Satz aus dem Brief nochmals herausgreifen, da er wirklich die Ursache dieser tragischen Entwicklung ist.

„Der Humus, auf dem diese Laienkirche wächst, ist durch die Jahre mit dem Dünger einer Theologie gestärkt worden, welche die Sakramentalität der Kirche zugunsten von soziologischen Gemeindemodellen aufgegeben hat.“

Ergänzend hierzu sind Aufzeichnung von Nicolas Gomez Davila (Karolingerverlag):

„Jene, die den Buchstaben des Christentums durch seinen Geist ersetzen wollen, verwandeln es meist in ein sozio-ökonomisches Geschwätz.“ Oder
„Jetzt weisen sie das Christentum nicht einmal der Ethik zu, sondern nur noch der Soziologie.“ Oder
„Um die Institutionen zu retten, wirft der moderne Klerus die Botschaft über Bord“ Oder

„Der moderne Klerus glaubt, den Menschen näher an Christus heranzuführen, wenn er dessen Menschentum betont. – Er vergisst, daß wir Christus nicht vertrauen, weil er Mensch ist, sondern weil er Gott ist.“
Sonntag, 23. März 2008 21:12
Gotthard: @doriano
Ihr Grundproblem ist das Verständnis vom Priestertum an sich.
es ist schon sehr interessant, welche Rückschlüsse Leute aus einem Posting ziehen können!
Über mein Verständnis des Priestertums habe ich kein Wort verloren. Ich habe noch nicht einmal die theologischen Grundlagen berührt, die dieses „Netzwerk“ beschrieben hat.
Ich habe mich allerdings gegen die ideologischen Schlussfolgerungen dieser Netzwerk-Priester ausgesprochen.
Priester-Sein und Letztverantwortlicher einer Gemeinde zu sein, sind doch ganz unterschiedliche Dinge.
Ein Vikar, ein Priestermönch, ein geistlicher Religionslehrer, ein Abteilungsleiter in einem Generalvikariat, ein Mitarbeiter in einer römischen Abteilung, ein Subsidiar, ein personierter Pfarrer etc sind alles Priester … mit allem, was den Priester ausmacht!
Gemeindeleitung KANN zum Priester-Sein dazukommen – ist aber nicht gefordert!
Ein Vikar ist kein Priester zweiter Klasse – im Vergleich zu seinem Pfarrer!

Es gab und gibt viele Modelle von christlichen Gemeinden. Diese Modelle waren und sind immer im Wandel.
Deutschland kannte viele Jahrzehnte den PfarrHerrn, der für rund 1000 Katholiken für einige Jahrzehnte DER priesterliche Begleiter war…

Gleichzeitig gab es in Afrika und Indien Pfarreien mit 50.000 Katholiken und 2 Priestern, die in viele Gemeinden strukturiert waren mit Laien als Gemeindeleitern, in die der Priester vielleicht 5 Mal im Jahr kam.

Schau in die reale Welt – und Du wirst vieles neu lernen und verstehen!
Sonntag, 23. März 2008 18:39
Doriano: @Gotthard
Ihr Grundproblem ist das Verständnis vom Priestertum an sich. Es geht gar nicht um die Machtfrage – die ist bzgl.
diverser Laienorganisationen bei weitem ausgeprägter,
denn da geht es wirklich um das „Macht-haben-wollen“ – son-
dern darum, warum es Priester gibt, was Ihre Aufgabe ist,
von wem sie ihren Auftrag haben(letztendlich von Christus
selbst durch den Bischof in der Weihe) und vor allem –
an wessen Statt sie ihr Amt ausüben:
Denn dort, wo Christus im Abendmahlssaal die Eucharistie und das Priestertum einsetzt, bindet Er in der Tat Sein Erlösungswirken wesentlich an das Wirken derer, die Er ungeachtet ihrer persönlichen Würde, bestellt, Seine berufenen Werkzeuge zu sein.

Der Priester ist in dieser Perspektive nicht ersetzbar. Er muß sein. Und er muß ganz sein.

Ich kann das nur unterstreichen. Und der Letztverantwortliche muß ein Pfarrer sein, wie es ja -sie schrieben es – vor hundert Jahren vielerorts gewesen sein soll. Ein Pfarrer – viele Vikare. Allerdings gab es damals noch nicht den „Rätekatholizismus“. Da haben
selbst gestandene Pfarrer oft einen schweren Stand,
und ein Mangel an Autorität kann üble Folgen haben.
Und ob es in der Geschichte so oder so ausgeschaut hat-
das ändert nichts am berechtigten Anspruch.
Sonntag, 23. März 2008 18:09
Gotthard: viel heiße fromme Luft
Pastoralverbände und durch Fusionen entstandene Großpfarreien, in denen die dort eingesetzten Priester nicht mehr als Pfarrer, sondern als Vikare ohne Letztverantwortung arbeiten, … sind auf Dauer in dieser Konzeption der Untergang des Priestertums.

Diesen Herren geht es also doch darum, dass sie Pfarrer sind – Letztverantwortliche. Also doch um die Machtfrage!
Viele Fusionen heute bringen die Pfarre-Struktur vor 100 Jahren zurück – bestimmt in den Groß- und Mittelstädten. Damals hatten die Pfarreien bis zu 20.000 Katholiken mit EINEM Pfarrer und vielen Vikaren. Viele Vikare wurden niemals Pfarrer.
Viele Pfarreien wurden damals geteilt als Folge neuer Seelsorgekonzepte – die Kirche sollte näher an die Wohnorte der Menschen heran.

Wenn dieses Netzwerk heute jammert, sollte es zunächst mal in die Geschichte schauen – in die Geschichte sehr sehr vieler Gemeinden, die ihrem heutigen Vorstellungsbild nicht entspricht.

Übrigens: die Fusion von Gemeinden im Bistum Aachen dreht teilweise das Rad zurück, das erst im Jahr 2000 zur Selbständigkeit geführt.
Sonntag, 23. März 2008 15:00
mandy: Träumereien
Der Artikelschreiber nimmt einfach nicht die Wirklichkeit unserer augenblicklichen pastoralen Situation war, die in den sogenannten Missionsländern (sie sind es zum Teil gar nicht mehr) von Anfang an Realität war: Die Zahl der Gläubigen übersteigt die Zahl der Priester um ein 100 bis 10000faches. Darauf muß sich die Pastoral einstellen und nicht vergangen Zeiten hinterhertrauern. Natürlich wünscht sich jeder Priester ein „persönliche“ Pastoral und die Ausbildung legt darauf auch immer noch den Schwerpunkt. Aber bei der Größe der Pfarreien und der geringen Zahl an Priestern ist (im Augenblick) gar nichts anderes möglich. Anstatt zu jammern oder zu träumen sollten sich alle an einer kreativen Lösung beteiligen.
Sonntag, 23. März 2008 14:57
Lucilius: Ich bin wütend!
Ja, genau das frage ich mich auch als Laie und als ein alter Mensch, der die vorkonziliare katholische Kirche sozusagen mit der Muttermilch eingesogen hat. Wenn ich die heutige Kirche betrachte, dann stelle ich auch eine gewaltige Entwertung des priesterlichen Berufes aber auch des Gottesdienstes fest.
Und das macht mich traurig, aber auch sehr wütend.
Im alten Gottesdienst wurde noch das Mysterium des „im Osten aufgehenden Lichtes, Jesus Christus“, durch Priester und Volk demütig, gemeinsam und andächtig gefeiert.
Die Priester sollten sich nicht auf die Weihen kaprizieren, sondern den Menschen beispielhaft und in Demut immer wieder von diesem Mysterium sprechen. Gebt der Jugend das Mysterium zurück und sie wird kommen. Ich meine zu spüren, dass sie das sucht. Sie merkt allmählich, dass Gott „Wirtschaft“ das Heil nicht bringen kann. Aber, die Jugend hat einen sehr langen und sehr schweren Weg vor sich. Wer kann ihr helfen, wenn nicht Ihr? Seelsorger des Volkes, der Menschen. Und erst in zweiter Linie Priester.
Utopien? Möglich, aber „quantum potes, tantum aude“. (Thomas von Aquin)
Im übrigen bin ich der Meinung, das Vatikanum 2 war ein Fehler; es wird sich selbst vernichten. Und dies sage ich im Zorn!

adoro te devote, latens Deitas,
Quae sub his figuris vere latitas:
Tibi se cor meum totum subiicit,
Quia te contemplans totum deficit.
(Thomas von Aquin)
Sonntag, 23. März 2008 13:58
Rodolfo Panetta: Eine klare Analyse!
Möge sie Gehör in der deutschen Kirche finden!
Sonntag, 23. März 2008 13:16
Benedikt: Christus ist glorreich auferstanden vom Tod!
Frohe Ostern!
Sonntag, 23. März 2008 11:45
cgngay: Frohe Ostern!
Wünsche allen hier ein frohes Osterfest – Jesus ist auferstanden von Toten. Daran sollten wir bei den hitzigen Diskussionen hierdrin öfters mal denken!
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