Osterbrief
Ein Widerspruch liegt offen zutage
Es geht nicht um das Klammern an überkommene Erbhöfe soziologisch überholter Seelsorgemodelle. Es geht – schlichtweg – um den Erhalt der Kirche. Osterbrief des ‘Netzwerks katholischer Priester’.
Der ungläubige Thomas des niederländischen Malers Rembrandt Harmenszoon van Rijn (†1669)
Der ungläubige Thomas des niederländischen Malers Rembrandt Harmenszoon van Rijn († 1669)
(kreuz.net) Die Tage der Heiligen Woche sind für uns Priester wohl die innigsten und wertvollsten des ganzen Kirchenjahres. Sie stellen uns aufs neue vor die Größe unserer Berufung und lassen uns staunen über das, was Gott durch den Priester in dieser Welt wirken will.

Denn die Mysterien von Tod und Auferstehung Jesu Christi gewinnen eine erstaunliche Aktualität im Handeln des Priesters.

Das läßt ihn gleichermaßen erschauern vor der Vollmacht, die Gott ihm übertragen hat, als auch glücklich sein über das, was er als Werkzeug Christi wirken darf.

Anspruch und Erfüllung der priesterlichen Berufung gehen dort in eins, wo wir spüren, daß es gut ist, daß es uns gibt.

In der gegenwärtigen Diskussion, in der die deutsche Kirche über die Zukunft der Seelsorge in unserem Land befangen ist, wagt man solche Behauptungen fast nicht mehr aufzustellen. Es könnte eine unangemessene Inanspruchnahme priesterlicher Vollmachten geben, so vermutet man.

Es ist geradezu gefährlich

Es sei geradezu gefährlich, sich in Zeiten des Priestermangels auf die Exklusivität des Priestertums zu berufen. Denn es müßten um der Zukunft einer flächendeckenden Seelsorge willen auch andere Charismen und Berufungen belebt werden.

Und schon schämen wir Priester uns wieder, weil der Hinweis auf die Notwendigkeit priesterlichen Heiligungsdienstes, seiner Verkündigungs- und Leitungsvollmacht die Mitarbeit der Laien behindern könnte.

Gerade hier liegt besonders in diesen österlichen Tagen ein Widerspruch offen zu Tage.

Denn dort, wo Christus im Abendmahlssaal die Eucharistie und das Priestertum einsetzt, bindet Er in der Tat Sein Erlösungswirken wesentlich an das Wirken derer, die Er ungeachtet ihrer persönlichen Würde, bestellt, Seine berufenen Werkzeuge zu sein.

Der Priester ist in dieser Perspektive nicht ersetzbar. Er muß sein. Und er muß ganz sein.

Wenn wir uns im ‘Netzwerk katholischer Priester’ daher seit Jahren für die Sicherung und den Erhalt des Priesteramtes in seiner konkreten Gestalt des Hirtendienstes einsetzen, dann geschieht dies nicht aus der eigensinnigen Besitzstandswahrung einer „pastoralen Berufsgruppe“ heraus.

Es geht nicht um soziologisch überholte Seelsorgemodelle

Es geht nicht um das Klammern an überkommene Erbhöfe soziologisch überholter Seelsorgemodelle. Es geht – schlichtweg – um den Erhalt der Kirche.

Die allerorten um sich greifende Agilität in Sachen „kooperativer Pastoral“ verschleiert, daß „Seelsorge“ – in katholischer Auslegung – nicht ohne jene sakramentale Basis funktionieren kann, die Christus im Abendmahlssaal und am Holz des Kreuzes gestiftet hat.

Es kann weder eine Heiligung ohne die Sakramente geben, noch eine Mission ohne den geweihten Verkündiger, noch eine Leitung der Gemeinde ohne den, der dazu von Christus die geistliche Vollmacht erhalten hat.

Während die beiden ersten Punkte noch einigermaßen unbestritten sind, bahnt sich im Bereich der priesterlichen Hirtensorge um die Gemeindeleitung seit einiger Zeit der Abschied vom Priestertum in der deutschen Kirche an.

Teams von „pastoralen Mitarbeitern“, die schon in ihrer Nomenklatur selbst seitens der Bischöfe unterschiedslos mit Letztverantwortung für die Leitung von „Gemeinden“ beauftragt werden, lassen die Besonderheit und Notwendigkeit dessen, was der priesterliche Leitungsauftrag meint, vergessen.

Denn hier geht es nicht um die Ausübung herrscherlicher Macht oder gar um die durch die Weihe keineswegs übertragene Sachkompetenz in Sachen Vermögensverwaltung oder Personalführung.

Das Herzblut des Hirten

Hier geht es um die Kompetenz und Vollmacht zur geistlichen Führung, zur Leitung der anvertrauten Herde mit dem Herzblut des Hirten, der sich nicht vor einem Team, sondern vor Christus, dem Hohenpriester verantworten muß.

Niemand kann dem Priester diesen Dienst abnehmen. Darum ist es eine Tragödie, daß sie ihm gerade durch die Strategien der sogenannten kooperativen Pastoral als angebliche Reaktion auf zeitgenössische Erfordernisse faktisch und auf bischöfliche Anordnung hin abgenommen wird.

Die unstrittige Notwendigkeit zur Zusammenarbeit wird umgewandelt in eine Entmündigung des Priesters, dessen Heiligungsdienst man gerne annimmt, den man aber unter dem Deckmantel der „Entlastung“ seiner Hirtensorge beraubt.

Pastoralverbände und durch Fusionen entstandene Großpfarreien, in denen die dort eingesetzten Priester nicht mehr als Pfarrer, sondern als Vikare ohne Letztverantwortung arbeiten, wo der Priester im „Alltagsgeschäft“ von den Stimmen der haupt- und ehrenamtlichen Laien schon wegen der Zahlenverhältnisse in den Pastoralteams überstimmt wird, sind auf Dauer in dieser Konzeption der Untergang des Priestertums.

Die Entwicklung der Priesterausbildung und der Nachwuchszahlen bestätigt dies.

Denn die zunehmende Entmündigung des Priesters in der Amtsführung bringt Profilunsicherheiten im Bild der Priesterberufung insgesamt hervor, auf die sich verständlicherweise selbst die nicht mehr einlassen, die den Ruf Gottes in Seinen Weinberg meinen vernommen zu haben.

Auf kaltem Weg etablierte Laienkirche

Wer heute Priester werden möchte, will es ganz werden und nicht als Spielball strategischer Einfälle demokratisch gewählter Verantwortungsträger in gesichtslosen „Seelsorgebereichen“.

Das ‘Netzwerk katholischer Priester’ erhebt schon seit Jahren seine Stimme gegen diese dramatische Entwicklung.

Gerne möchte man uns mundtot machen mit dem Argument, es gehe uns um eine eigensinnige Besitzstandswahrung. Dabei ist gerade die Tatsache, daß in unseren Reihen fast ausschließlich Diözesanpriester sind, ein Beleg dafür, daß diese Bedenken reine Theorie sind.

Denn so sehr auch wir die Notwendigkeit zur Kooperation sehen, so sehr wissen wir doch aus der Innenansicht hunderter Pfarrer, daß die Modelle der sogenannten Kooperativen Pastoral, wie sie landauf landab in unseren deutschen Diözesen entwickelt worden sind, nicht im eigentlichen Sinne zukunftsfähig sind.

Sie mißachten in der Regel die Wirklichkeit vor Ort, wo sich ein seit langem durch das Schweigen vieler Bischöfe und die Lobby-Politik bischöflicher Ordinariate auf kaltem Wege eine Laienkirche etabliert hat.

Der Humus, auf dem diese Laienkirche wächst, ist durch die Jahre mit dem Dünger einer Theologie gestärkt worden, welche die Sakramentalität der Kirche zugunsten von soziologischen Gemeindemodellen aufgegeben hat.

Die Priester – und nur sie

Hier schließt sich der Kreis der Betrachtung. Denn hier fällt der Blick unwillkürlich in den Abendmahlssaal, wo Christus nicht bloß der staunenden Runde der Jünger letzte Tips zur Strategie ihres nunmehr im Alleingang zu bewältigenden Dienstes gibt, sondern ihnen – und nur ihnen – Seinen Leib und Sein Blut anvertraut.

Sie – und nur sie – sollen Seine Worte sprechen und damit Ihn selbst vertreten.

Sie sollen – wie Er – Hirte sein. Ein guter Hirte, der unter Umständen sein Leben für die Seinen gibt.

Wenn es soweit ist, wird er nicht das Team zu fragen haben, sondern sich seiner Hirtensorge erinnern müssen, die ihm übertragen wurde, damit die Welt das Leben hat.

Möge Christus Ihnen, liebe Mitbrüder, an diesem Osterfest aufs neue die Erfahrung dieser existentiellen Dimension unseres Priestertums schenken: den Schauder vor der Größe, die Scham angesichts der Erwählung trotz unserer Unwürdigkeit und das Glück in der Ausführung all dessen, was der Auferstandene durch den Priester tut.

Schon jetzt versprechen wir im Namen der Mitbrüder, die im September die Netzwerk-Wallfahrt in das Heilige Land unternehmen, ein inständiges Gebet im Abendmahlssaal und auf Golgatha für Sie und Ihren Dienst an der Herde.

Der Brief ist vom Sprecherteam des ‘Netzwerkes katholischer Priester’ unterzeichnet. Es besteht aus Pfarrer Guido Rodheudt aus dem Bistum Aachen, Pfarrer Hendrick Jolie aus dem Bistum Mainz und Pfarrer Uwe Winkel aus dem Bistum Fulda.
      
14 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#14   Jörg Guttenberger, Köln   21:51:26 | Dienstag, 25. März 2008
Kollegialität
Wir dürfen nicht vergessen, daß die starke presbyterozentrierte kirchliche Praxis vom Tridentinum vorgegeben ist, um Ordnung in die damalige von der Reformation erschütterte Kirche zu bringen, wobei die Reformation in einer geordneten Kirche (z. B. Ablaßhandel) überhaupt nicht möglich gewesen wäre.
Bis zum Tridentinum und bis heute in den östlichen Kirchen gibt es in der Liturgie eine Rollenverteilung zwischen Priester, Diakon, Chor bzw. Schola und Gemeinde, wobei die Gemeindegesangteile üblicherweise von Chor bzw. Schola übernommen werden. Daß der Priester alles, was Gemeinde und Chor singen, noch einmal selber rezitieren muß, ist eine Erfindung des Tridentinums, die u. a. damit zusamenhängt. daß die Gesangteile z. T. wegen umfangreicher Intertropierung und langer Sequenzen so umfangreich waren, daß zur Liturgieverkürzung einiges ausgelassen wurde. Um dem Entgegenzusteuern, wurden die Gesangsteile gekürzt und zur Garantie der Vollständigkeit der Priester zur Rezitation der gesamen Liturgie verpflichtet, also auch der Teile, die der Gemeinde bzw. dem Chor zustehen. Das hat sich natürlich auf das kirchliche Gesamtbewußtsein übertragen, so daß im nachtridentinischen Verständnis Kirche = Klerus war. Der Rückgang von VATII auf die vortridentinische Zeit war daher überfällig. Das heutige gegenteilige Extrem ist von VATII ganz sicher nicht beabsichtigt.
Wird als Witz erzählt: im nachkonziliaren klerikalen Beichtspiegel steht als Todsünde: „habe ich einem Laien widersprochen?“!
Redaktion benachrichtigen
#13   von Spee   13:01:17 | Montag, 24. März 2008
„Hire and Fire“ fehlen noch!
Da hat also ein Lieblingskind linker Pädagogik Einzug in die Spitzen der deutschen Katholischen Kirche gehalten:Gruppendynamik.
Fulda, Paderborn, Aachen…sind auf den Leim gegangen. Gift für eine Hierarchie, wie sie die Katholische Kirche wegen ihrer unverhandelbaren Wahrheiten sein muß. In vielen Zentralorten tummeln sich die Priester in „Pfarrverbundpoolen“, während die ein paar Kilometer entfernt liegenden Pfarrhäuser leer stehen. (Man will doch nicht etwa ins Immobiliengeschäft einsteigen!?). Inzwischen haben kommod eingerichtete Angestellte Aufgaben an sich gerissen, die vorher ein Heer von Ehrenämtlern ohne Jobverhalten meist besser und mit mehr Herz erledigten. Auch das Streben der“Möchtegernpriester/innen“ entfällt weitgehend, die dem Priester verbehaltene Handlungen mit Salamitaktik abnehmen wollen. Man soll den Heiligen Geist nicht unterschätzen. Der liebt auch keine „verwaltete Kirche“!
Im PoolTEAM kann man sich leicht der seelsorgerischen Verantwortung entziehen: Wer beerdigt heute eigentlich Herrn Sommer? Ich hab was vor.- Hör mal Paul, Parkallee 25 liegt eine Frau im Sterben, gehst du da hin?
Es fehlt eigentlich nur noch als bischöfl.Tugend das „Hire und Fire“; die braucht man dann, wenn einige Priester im Pool nicht so spuren und die gesamte gruppendynamische Pampe in Verruf bringen!Fulda hat ja mit seinen drei gefeuerten SJM-Priestern schon den Probelauf hinter sich![fett]In diesem Sinne: Das ganze PatoralTEAM wünschtein frohes Osterfes…
Redaktion benachrichtigen
#12   Nachtlaterne   08:57:29 | Montag, 24. März 2008
Wort Gottes:
Ich sah den Herrn beim Altar stehen. Er sagte: Zerschlag den Knauf der Säule, so daß die Tragbalken zittern. Ich zerschmettere allen den Kopf. Was dann noch von ihnen übrig ist, töte ich mit dem Schwert. Keiner von ihnen kann entfliehen, keiner entrinnt, keiner entkommt. Wenn sie in die Totenwelt einbrechen: meine Hand packt sie auch dort. Und wenn sie zum Himmel aufsteigen: ich hole sie von dort herunter. Amos 9/1-3
Micha
Würde sich einer nach dem Wind drehen und dir vorlügen: Ich prophezeie dir Wein und Bier!, das wäre ein Prophet für dieses Volk. Micha 2/11
Sie fressen mein Volk auf, sie ziehen den Leuten die Haut ab und zerbrechen ihnen die Knochen; sie zerlegen sie wie Fleisch für den Kochtopf, wie Braten für die Pfanne. Dar-um zieht man auch ihnen die Haut ab und reißt ihnen das Fleisch von den Knochen. Dann werden sie zum Herrn schreien; er aber wird ihnen nicht antworten. Er wird sein Angesicht vor ihnen verbergen; denn ihre Taten sind böse. Micha 3/3-4
Redaktion benachrichtigen
#11   Jörg Guttenberger, Köln   00:31:03 | Montag, 24. März 2008
Netzwerk
zunächst einmal ist interessant, daß unter „Netzwerk“ recht unterschiedliche Gruppen firmieren. Dem „Netzwerk Kölner Priester“ mit seiner engen Anlehnung an die 68er Ideologie geht es letztlich um eine Zerstörung der Kirche, wohingegen die Verfasser obiger Abhandlung eine positive Enwicklung der Kirche anstreben.
Die Konzilskritik beruht auf dem bekannten Mißverständnis, nach dem die Ausführungsbestimmungen des Konzils bei weitem nicht immer mit dem Geist des Konzils gleichzusetzen sind. Dem Konzil ging es immer um Kollegialität und eindeutig nicht um Unterordnung des Priesters unter den Laien. Richtig ist, daß es bei dem derzeitigen Priestermangel ohne laikale Verantwortung nicht geht.
Aber laikale Autokratie führt immer zur Zerstörung der Kirche, die von Jesus Christus eindeutig auf das Apostel- bzw. nachfolgend Bischofsamt gegründet ist. Hieraus folgt, daß die letzte Verantwortung immer der Bischof trägt, der an den Priester delegiert, der seinerseits weiter Verantwortung überträgt.
Die vom Konzil geforderte Kollegialität meint normalerweise eine einvernehmliche Enscheidungsfindung des Bischofs mit seinen Priester- und Laiengremien einerseits und ensprechend des Priesters mit seinen Gremien andererseits. Die letzte Verantwortung trägt jedoch immer der Geweihte. Das wurde vom Konzil nie bestritten.
Redaktion benachrichtigen
#10   Nachtlaterne   22:04:12 | Sonntag, 23. März 2008
was sagt Jeremiasden man bis auf den heutigen tag nicht hören will:
Sie betören euch nur; sie verkünden Visionen, die aus dem eigenen Herzen stammen, nicht aus dem Mund des Herrn. Immerzu sagen sie denen, die das Wort des Herrn verach-ten: Das Heil ist euch sicher!; und jedem, der dem Trieb seines Herzens folgt, versprechen sie: Kein Unheil kommt über euch. Doch wer hat an der Ratsversammlung des Herrn teilgenommen, hat ihn gesehen und sein Wort ge-hört? (…) Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt, den-noch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen gesprochen, den-noch weissagen sie. Hätten sie an meiner Ratsversammlung teilgenommen, so könnte sie meinem Volk meine Worte verkünden, damit es umkehrt von seinem schlechtem Weg und von seinen Taten. Jer. 23/ 16-22
Denn „die Last“ ist für jeden sein eigenes Wort, weil ihr die Worte des lebendigen Gottes, des Herrn der Heere, unseres Gottes, verdreht habt. Jer. 23/36
Redaktion benachrichtigen
#9   bonifatius   21:41:12 | Sonntag, 23. März 2008
Erkennen die Wächter der Glaubensbotschaft die Gefahr???
Dieser Brief des Netzwerkes Katholischer Priester spricht mir als Laien aus dem Herzen. Es ist, im nüchternen Amtsjargon gesprochen, eine ausgezeichnete „Stellenbeschreibung“. Leider muß ich den nachfolgenden Satz aus dem Brief nochmals herausgreifen, da er wirklich die Ursache dieser tragischen Entwicklung ist.
„Der Humus, auf dem diese Laienkirche wächst, ist durch die Jahre mit dem Dünger einer Theologie gestärkt worden, welche die Sakramentalität der Kirche zugunsten von soziologischen Gemeindemodellen aufgegeben hat.“
Ergänzend hierzu sind Aufzeichnung von Nicolas Gomez Davila (Karolingerverlag):
„Jene, die den Buchstaben des Christentums durch seinen Geist ersetzen wollen, verwandeln es meist in ein sozio-ökonomisches Geschwätz.“ Oder
„Jetzt weisen sie das Christentum nicht einmal der Ethik zu, sondern nur noch der Soziologie.“ Oder
„Um die Institutionen zu retten, wirft der moderne Klerus die Botschaft über Bord“ Oder
„Der moderne Klerus glaubt, den Menschen näher an Christus heranzuführen, wenn er dessen Menschentum betont. – Er vergisst, daß wir Christus nicht vertrauen, weil er Mensch ist, sondern weil er Gott ist.“
Redaktion benachrichtigen
#8   Gotthard   21:12:06 | Sonntag, 23. März 2008
@doriano
Ihr Grundproblem ist das Verständnis vom Priestertum an sich.
es ist schon sehr interessant, welche Rückschlüsse Leute aus einem Posting ziehen können!
Über mein Verständnis des Priestertums habe ich kein Wort verloren. Ich habe noch nicht einmal die theologischen Grundlagen berührt, die dieses „Netzwerk“ beschrieben hat.
Ich habe mich allerdings gegen die ideologischen Schlussfolgerungen dieser Netzwerk-Priester ausgesprochen.
Priester-Sein und Letztverantwortlicher einer Gemeinde zu sein, sind doch ganz unterschiedliche Dinge.
Ein Vikar, ein Priestermönch, ein geistlicher Religionslehrer, ein Abteilungsleiter in einem Generalvikariat, ein Mitarbeiter in einer römischen Abteilung, ein Subsidiar, ein personierter Pfarrer etc sind alles Priester … mit allem, was den Priester ausmacht!
Gemeindeleitung KANN zum Priester-Sein dazukommen – ist aber nicht gefordert!
Ein Vikar ist kein Priester zweiter Klasse – im Vergleich zu seinem Pfarrer!
Es gab und gibt viele Modelle von christlichen Gemeinden. Diese Modelle waren und sind immer im Wandel.
Deutschland kannte viele Jahrzehnte den PfarrHerrn, der für rund 1000 Katholiken für einige Jahrzehnte DER priesterliche Begleiter war…
Gleichzeitig gab es in Afrika und Indien Pfarreien mit 50.000 Katholiken und 2 Priestern, die in viele Gemeinden strukturiert waren mit Laien als Gemeindeleitern, in die der Priester vielleicht 5 Mal im Jahr kam.
Schau in die reale Welt – und Du wirst vieles neu lernen und verstehen!
Redaktion benachrichtigen
#7   Doriano   18:39:55 | Sonntag, 23. März 2008
@Gotthard
Ihr Grundproblem ist das Verständnis vom Priestertum an sich. Es geht gar nicht um die Machtfrage – die ist bzgl.
diverser Laienorganisationen bei weitem ausgeprägter,
denn da geht es wirklich um das „Macht-haben-wollen“ – son-
dern darum, warum es Priester gibt, was Ihre Aufgabe ist,
von wem sie ihren Auftrag haben(letztendlich von Christus
selbst durch den Bischof in der Weihe) und vor allem –
an wessen Statt sie ihr Amt ausüben:
Denn dort, wo Christus im Abendmahlssaal die Eucharistie und das Priestertum einsetzt, bindet Er in der Tat Sein Erlösungswirken wesentlich an das Wirken derer, die Er ungeachtet ihrer persönlichen Würde, bestellt, Seine berufenen Werkzeuge zu sein.
Der Priester ist in dieser Perspektive nicht ersetzbar. Er muß sein. Und er muß ganz sein.
Ich kann das nur unterstreichen. Und der Letztverantwortliche muß ein Pfarrer sein, wie es ja -sie schrieben es – vor hundert Jahren vielerorts gewesen sein soll. Ein Pfarrer – viele Vikare. Allerdings gab es damals noch nicht den „Rätekatholizismus“. Da haben
selbst gestandene Pfarrer oft einen schweren Stand,
und ein Mangel an Autorität kann üble Folgen haben.
Und ob es in der Geschichte so oder so ausgeschaut hat-
das ändert nichts am berechtigten Anspruch.
Redaktion benachrichtigen
#6   Gotthard   18:09:51 | Sonntag, 23. März 2008
viel heiße fromme Luft
Pastoralverbände und durch Fusionen entstandene Großpfarreien, in denen die dort eingesetzten Priester nicht mehr als Pfarrer, sondern als Vikare ohne Letztverantwortung arbeiten, … sind auf Dauer in dieser Konzeption der Untergang des Priestertums.
Diesen Herren geht es also doch darum, dass sie Pfarrer sind – Letztverantwortliche. Also doch um die Machtfrage!
Viele Fusionen heute bringen die Pfarre-Struktur vor 100 Jahren zurück – bestimmt in den Groß- und Mittelstädten. Damals hatten die Pfarreien bis zu 20.000 Katholiken mit EINEM Pfarrer und vielen Vikaren. Viele Vikare wurden niemals Pfarrer.
Viele Pfarreien wurden damals geteilt als Folge neuer Seelsorgekonzepte – die Kirche sollte näher an die Wohnorte der Menschen heran.
Wenn dieses Netzwerk heute jammert, sollte es zunächst mal in die Geschichte schauen – in die Geschichte sehr sehr vieler Gemeinden, die ihrem heutigen Vorstellungsbild nicht entspricht.
Übrigens: die Fusion von Gemeinden im Bistum Aachen dreht teilweise das Rad zurück, das erst im Jahr 2000 zur Selbständigkeit geführt.
Redaktion benachrichtigen
#5   mandy   15:00:30 | Sonntag, 23. März 2008
Träumereien
Der Artikelschreiber nimmt einfach nicht die Wirklichkeit unserer augenblicklichen pastoralen Situation war, die in den sogenannten Missionsländern (sie sind es zum Teil gar nicht mehr) von Anfang an Realität war: Die Zahl der Gläubigen übersteigt die Zahl der Priester um ein 100 bis 10000faches. Darauf muß sich die Pastoral einstellen und nicht vergangen Zeiten hinterhertrauern. Natürlich wünscht sich jeder Priester ein „persönliche“ Pastoral und die Ausbildung legt darauf auch immer noch den Schwerpunkt. Aber bei der Größe der Pfarreien und der geringen Zahl an Priestern ist (im Augenblick) gar nichts anderes möglich. Anstatt zu jammern oder zu träumen sollten sich alle an einer kreativen Lösung beteiligen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Lucilius   14:57:47 | Sonntag, 23. März 2008
Ich bin wütend!
Ja, genau das frage ich mich auch als Laie und als ein alter Mensch, der die vorkonziliare katholische Kirche sozusagen mit der Muttermilch eingesogen hat. Wenn ich die heutige Kirche betrachte, dann stelle ich auch eine gewaltige Entwertung des priesterlichen Berufes aber auch des Gottesdienstes fest.
Und das macht mich traurig, aber auch sehr wütend.
Im alten Gottesdienst wurde noch das Mysterium des „im Osten aufgehenden Lichtes, Jesus Christus“, durch Priester und Volk demütig, gemeinsam und andächtig gefeiert.
Die Priester sollten sich nicht auf die Weihen kaprizieren, sondern den Menschen beispielhaft und in Demut immer wieder von diesem Mysterium sprechen. Gebt der Jugend das Mysterium zurück und sie wird kommen. Ich meine zu spüren, dass sie das sucht. Sie merkt allmählich, dass Gott „Wirtschaft“ das Heil nicht bringen kann. Aber, die Jugend hat einen sehr langen und sehr schweren Weg vor sich. Wer kann ihr helfen, wenn nicht Ihr? Seelsorger des Volkes, der Menschen. Und erst in zweiter Linie Priester.
Utopien? Möglich, aber „quantum potes, tantum aude“. (Thomas von Aquin)
Im übrigen bin ich der Meinung, das Vatikanum 2 war ein Fehler; es wird sich selbst vernichten. Und dies sage ich im Zorn!
adoro te devote, latens Deitas,
Quae sub his figuris vere latitas:
Tibi se cor meum totum subiicit,
Quia te contemplans totum deficit.
(Thomas von Aquin)
Redaktion benachrichtigen
#3   Rodolfo Panetta   13:58:41 | Sonntag, 23. März 2008
Eine klare Analyse!
Möge sie Gehör in der deutschen Kirche finden!
Redaktion benachrichtigen
#2   Benedikt   13:16:40 | Sonntag, 23. März 2008
Christus ist glorreich auferstanden vom Tod!
Frohe Ostern!
Redaktion benachrichtigen
#1   cgngay   11:45:34 | Sonntag, 23. März 2008
Frohe Ostern!
Wünsche allen hier ein frohes Osterfest – Jesus ist auferstanden von Toten. Daran sollten wir bei den hitzigen Diskussionen hierdrin öfters mal denken!
:(3
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Pastoraler ProzeßDas Huhn und das Schwein Pastoraler ProzeßWäre das nicht toll, Herr Bischof? GemeindereferentinBillige Kirchenschelte Pastoraler ProzeßZu viele Sitzungen Mons. MusshinghoffBuh-Rufe für den Bischof Zwangsfusion in AachenDer Bischof verabschiedete sich in die Exerzitien Pfarrer Hendrick JolieTanz auf dem Vulkan Bistum FuldaEine bedächtige Antwortgabe Pastoraler ProzeßSchöngeredetes Abbruch-Unternehmen Pfarrer-RauswurfZur Türe hinaus komplimentiert Pfarrer-RauswurfIn eine Garage ausgelagert Pfarrer-RauswurfDer Schritt des Bischofs von Augsburg bleibt rätselhaft Pastoraler ProzeßAnarchie und Totalitarismus gleichzeitig Pfarrer-Rauswurf„Monsignore will nicht“ Bistum AugsburgDer nächste Pfarrer wurde fertiggemacht
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net