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Donnerstag, 17. Februar 2005 11:34
Kopfgeld: Todesurteil gegen Salman Rushdie erneuert
Im September 1988 publizierte der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie seinen Roman „Satanische Verse“ und geriet damit bei Moslems unter Blasphemieverdacht. Seither ist ein 2 Millionen Euro Kopfgeld auf ihn ausgeschrieben.
(kreuz.net, Teheran) Am vergangenen Sonntag erklärte eine iranische Tageszeitung, daß das „göttliche Verdikt“ immer noch über dem Haupt des britischen Romanschriftstellers Salman Rushdie (57) hänge. Die Zeitung machte die Aussage in einer besonderen Ausgabe anläßlich des 16. Todestages des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini.

Ayatollah Khomeini verhängte im Jahre 1989 ein Todesurteil über den Schriftsteller, weil er in seinem Roman „Satanische Verse“ den Propheten Mohammed beleidigt hätte. Seither lebt Rushdie, welcher der okkulten Szene nahesteht und letztes Jahr zum vierten Mal heiratete, im Verborgenen. Rushdie entstammt einer moslemischen Familie aus Bombay, einer großen Hafenstadt in Westindien.

„Ein göttliches Verdikt verliert seinen Wert nicht im Laufe der Zeit“, sagte die iranische Tageszeitung nach Angaben der „Middle East Times“. Die Zeitung publizierte auch eine Karikatur, auf welcher der Autor der „Satanischen Verse“ als Satan dargestellt ist.

Das Presseorgan stellte sich damit hinter Stellungnahmen von Ayatollah Ali Khamenei, dem gegenwärtigen starken Mann im Iran. Erst letzten Monat hatte Ayatollah Khamenei erklärt, daß Rushdie es immer noch verdiene zu sterben.

„Sie sprechen über den Respekt für alle Religionen, aber sie unterstützen einen Abtrünnigen wie Rushdie, der den Tod verdient“, sagt Khamenei am 19. Januar in einer Botschaft an iranische Pilger.

Die Tageszeitung zitierte auch eine Stellungnahme der iranischen Revolutionsgarden: „Die Moslems haben Beleidigungen gegen ihre heiligen Werte niemals akzeptiert. Der Tag wird kommen, an dem sie den Apostaten Rushdie für seine skandalösen Handlungen und Beleidigungen des Koran und des Propheten Mohammed bestrafen werden.“

Während der liberaleren Präsidentschaft von Mohammad Khatami, der sein Amt 1997 antrat, hatte sich die iranische Führung von der Anweisung, Rushdie zu töten, distanziert.

1998 versprach der damalige iranische Außenminister, daß der Iran nichts unternehmen werde, um die Fatwa (Todesstrafe) gegen Rushdie in die Tat umzusetzen.

Die Khordad-Stiftung in Teheran hat ein Kopfgeld von über zwei Millionen Euro auf Rushdie ausgesetzt. Erst letztes Jahr bestätigte ein Sprecher der Stiftung, daß die Fatwa nach wie vor gültig sei.
2 Lesermeinungen:
Mittwoch, 18. Mai 2005 19:17
Mandana: Salman Rushdie beleidigt auch das Christentum
Der Islam ist in keinster Weise in Bedrängnis.

Es ist überaus wichtig zu betonen, dass Salman Rushdie in seinem Machwerk nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum beleidigt hat! Warum wird das nie gesagt?! Und warum informieren sich Christen nicht genug zu diesem Thema? Ist es ihnen etwa im Großen und Ganzen egal geworden, wenn ihre Religion beleidigt wird? Das ist sehr traurig…
Donnerstag, 17. Februar 2005 19:26
Yersinia: ganz offensichtlich ist der Iran zur Zeit etwas in Bedrängnis geraten
da ist das Hervorholen religiöser Themata ein willkommenes Mittel der Ablenkung – funktioniert ja in anderen Staaten und Kulturen auch ganz prächtig. Auf jeden Fall ist der Islam in der wahrscheinlich ärgsten Krise seit seinem Bestehen – gerade sehr traditionelle Kulturen erleben gesellschaftliche Wandlungen oft chaotisch und katastrophal.
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