14:05:22 | Montag, 24. März 2008
Eine bischöfliche Kommission hat die religionspluralistischen und relativistischen Werke von zwei Ketzern kritisiert. Wird jetzt auch der Vatikan eingreifen?

Der ehemalige Generalvikar der nordspanischen Diözese San Sebastián, Hw. José Antonio Pagola
(kreuz.net) Die spanischen Bischöfe haben sich kritisch zu zwei Theologen des Landes geäußert. Mitte
Januar nahm die ‘Bischöfliche Kommission für die Glaubenslehre’ zu den relativistischen Werken des Klaretinerpaters
José María Vigil und des ehemaligen Generalvikars der nordspanischen Diözese San Sebastián, Hw. José
Antonio Pagola, Stellung.
Pater Vigil ist ein Befreiungstheologe, der in Panama lebt. Er arbeitete auch
mit dem emeritierten linkslastigen Bischof von Sao Felix in Brasilien zusammen.
Die Glaubenskommission
wirft dem Klaretinerpater vor, in seinem 2005 erschienenen Buch „Theologie des religiösen Pluralismus“
mit falschen methodologischen Voraussetzungen zu arbeiten. Aufgezählt werden:
– eine Leugnung des göttlichen
Eingreifens in die Geschichte
– eine Verdrängung der kirchlichen Tradition bei der Bibelauslegung
– eine
Ausdeutung des Zweiten Vatikanums als kirchengeschichtlicher „Bruch“
– eine Leugnung des Lehramtes als
authentischer Interpret des Gotteswortes
– eine relativistische Auffassung der religiösen Wirklichkeiten
– eine ideologische Präsentation der Geschichte der Evangelisierung
Mit diesen Voraussetzungen gelange
Pater Vigil zu Schlußfolgerungen, die bereits in der Vergangenheit vom Vatikan verurteilt wurde, erklärt
die Glaubenskommission.
Sie nennt in diesem Zusammenhang die Werke des belgischen Jesuiten
Jacques Dupuis
und des US-Jesuiten
Roger Haight.
Schon diese hätten die Menschwerdung und Präexistenz Jesu als „Symbole“
bezeichnet, eine scharfe Trennlinie zwischen dem Reich Gottes und der Kirche gezogen und andere Religionen
als gültige Mittel der Offenbarung dargestellt.
Aufgrund dieser Schlußfolgerungen zerstöre Pater Vigils
Buch „vor allem den Glauben der Einfachen“ – warnt die Glaubenskommission.
Die Erklärung bezieht sich
auch auf eine Ansprache von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2005 an die Römische Kurie. Diese erwähnt
frühere vatikanische Maßregelungen für die Ketzer Pater Jacques Dupuis, Roger Haight, John Hick, Hw.
Reinhard Messner,
Leonardo Boff und Pater Jon Sobrino.
Streit unter den BischöfenHw. Pagola war 22
Jahre Generalvikar der Diözese San Sebastián. Er wurde für sein Buch „Jesus: Eine historische Annäherung“
kritisiert.
Das Buch gibt es bereits in der achten Auflage. Es wurde in Spanien bereits etwa 40.000 Mal
verkauft. Auch Übersetzungen in andere Sprachen sind geplant.
Der Bischof von Tarazona, Mons. Demetrio
Fernández González, erklärte dazu: „Der Jesus von Pagola ist nicht der Jesus der Kirche“. Bei Hw. Pagola
werde Jesus zu einem „außerordentlichen Mann“. Er sei aber nicht „eines Wesens mit dem Vater“.
Daraufhin
verfaßte der Sekretär der bischöflichen Glaubenskommission, Hw. José Rico Pavés, einen Essay, in
dem er Hw. Pagolas Buch für dessen exzessiven Skeptizismus im Hinblick auf die Aussage der Evangelien
zu Jesu Leben und Wirken verurteilt.
Hw. Pagola interpretiere die Botschaft Jesu zu stark aus einer Perspektive
des Klassenkampfes. Dabei verleugne er die Dimension der persönlichen Sünde und der Erlösung, so Hw.
Pavés.
Hw. Pavés kritisierte auch die im Buch verwendete liberale Exegese.
Trotz der öffentlichen
Kritik sind die spanischen Bischöfe über die Haltung, die sie zu Hw. Pagolas Buch einnehmen sollen,
noch unschlüssig.
Während einige Bischöfe das Buch stark kritisieren, verteidigen etwa der Bischof
von San Sebastián, Mons. Juan María Uriarte, und der ehemalige liberale Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz,
Mons. Ricardo Blázquez von Bilbao, den Inhalt des Werkes.
Gemäß spanischen Medienspekulationen wäre
es auch möglich, daß Hw. Pavés vom Vatikan gemaßregelt wird. Dies werde auch von der Verkaufszahl
seiner Bücher in anderen Sprachen abhängen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#24
Marcelus 20:02:05 | Donnerstag, 27. März 2008
#23
Hyazinth 17:19:58 | Dienstag, 25. März 2008
#20
Marcelus 20:48:25 | Montag, 24. März 2008
#18
Marcelus 20:43:24 | Montag, 24. März 2008
#17
Doriano 20:24:07 | Montag, 24. März 2008
#8
Aleph † 18:23:18 | Montag, 24. März 2008
#2
Gotthard 14:44:17 | Montag, 24. März 2008