Spanien
Notwendige Ketzerjagd
Eine bischöfliche Kommission hat die religionspluralistischen und relativistischen Werke von zwei Ketzern kritisiert. Wird jetzt auch der Vatikan eingreifen?
Der ehemalige Generalvikar der nordspanischen Diözese San Sebastián, Hw. José Antonio Pagola
Der ehemalige Generalvikar der nordspanischen Diözese San Sebastián, Hw. José Antonio Pagola
(kreuz.net) Die spanischen Bischöfe haben sich kritisch zu zwei Theologen des Landes geäußert. Mitte Januar nahm die ‘Bischöfliche Kommission für die Glaubenslehre’ zu den relativistischen Werken des Klaretinerpaters José María Vigil und des ehemaligen Generalvikars der nordspanischen Diözese San Sebastián, Hw. José Antonio Pagola, Stellung.

Pater Vigil ist ein Befreiungstheologe, der in Panama lebt. Er arbeitete auch mit dem emeritierten linkslastigen Bischof von Sao Felix in Brasilien zusammen.

Die Glaubenskommission wirft dem Klaretinerpater vor, in seinem 2005 erschienenen Buch „Theologie des religiösen Pluralismus“ mit falschen methodologischen Voraussetzungen zu arbeiten. Aufgezählt werden:

– eine Leugnung des göttlichen Eingreifens in die Geschichte
– eine Verdrängung der kirchlichen Tradition bei der Bibelauslegung
– eine Ausdeutung des Zweiten Vatikanums als kirchengeschichtlicher „Bruch“
– eine Leugnung des Lehramtes als authentischer Interpret des Gotteswortes
– eine relativistische Auffassung der religiösen Wirklichkeiten
– eine ideologische Präsentation der Geschichte der Evangelisierung

Mit diesen Voraussetzungen gelange Pater Vigil zu Schlußfolgerungen, die bereits in der Vergangenheit vom Vatikan verurteilt wurde, erklärt die Glaubenskommission.

Sie nennt in diesem Zusammenhang die Werke des belgischen Jesuiten Jacques Dupuis und des US-Jesuiten Roger Haight.

Schon diese hätten die Menschwerdung und Präexistenz Jesu als „Symbole“ bezeichnet, eine scharfe Trennlinie zwischen dem Reich Gottes und der Kirche gezogen und andere Religionen als gültige Mittel der Offenbarung dargestellt.

Aufgrund dieser Schlußfolgerungen zerstöre Pater Vigils Buch „vor allem den Glauben der Einfachen“ – warnt die Glaubenskommission.

Die Erklärung bezieht sich auch auf eine Ansprache von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2005 an die Römische Kurie. Diese erwähnt frühere vatikanische Maßregelungen für die Ketzer Pater Jacques Dupuis, Roger Haight, John Hick, Hw. Reinhard Messner, Leonardo Boff und Pater Jon Sobrino.

Streit unter den Bischöfen

Hw. Pagola war 22 Jahre Generalvikar der Diözese San Sebastián. Er wurde für sein Buch „Jesus: Eine historische Annäherung“ kritisiert.

Das Buch gibt es bereits in der achten Auflage. Es wurde in Spanien bereits etwa 40.000 Mal verkauft. Auch Übersetzungen in andere Sprachen sind geplant.

Der Bischof von Tarazona, Mons. Demetrio Fernández González, erklärte dazu: „Der Jesus von Pagola ist nicht der Jesus der Kirche“. Bei Hw. Pagola werde Jesus zu einem „außerordentlichen Mann“. Er sei aber nicht „eines Wesens mit dem Vater“.

Daraufhin verfaßte der Sekretär der bischöflichen Glaubenskommission, Hw. José Rico Pavés, einen Essay, in dem er Hw. Pagolas Buch für dessen exzessiven Skeptizismus im Hinblick auf die Aussage der Evangelien zu Jesu Leben und Wirken verurteilt.

Hw. Pagola interpretiere die Botschaft Jesu zu stark aus einer Perspektive des Klassenkampfes. Dabei verleugne er die Dimension der persönlichen Sünde und der Erlösung, so Hw. Pavés.

Hw. Pavés kritisierte auch die im Buch verwendete liberale Exegese.

Trotz der öffentlichen Kritik sind die spanischen Bischöfe über die Haltung, die sie zu Hw. Pagolas Buch einnehmen sollen, noch unschlüssig.

Während einige Bischöfe das Buch stark kritisieren, verteidigen etwa der Bischof von San Sebastián, Mons. Juan María Uriarte, und der ehemalige liberale Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Mons. Ricardo Blázquez von Bilbao, den Inhalt des Werkes.

Gemäß spanischen Medienspekulationen wäre es auch möglich, daß Hw. Pavés vom Vatikan gemaßregelt wird. Dies werde auch von der Verkaufszahl seiner Bücher in anderen Sprachen abhängen.
      
24 Lesermeinungen
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#24   Marcelus   20:02:05 | Donnerstag, 27. März 2008
@Hiéron du Val d’Or: Der wahre König Zions hat längst gewonnen
Die Rede ist nicht von einem blutigen Krieg. Der wahre König Zions hat längst gewonnen.
Nichts anderes lehrt die römisch-katholische Kirche seit 2000 Jahren.
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#23   Hyazinth   17:19:58 | Dienstag, 25. März 2008
Naja,
Unrecht hat er ja nicht, wenn er das 2. „Vatikanum“, als Bruch in der Kirchengeschichte sieht, das hat zumindest mit Pius gemein. Man muß auch bei den größten Modernisten positive Seiten sehen. Der hat wenigstens in dieser Hinsicht logischer gedacht als unsere neokonservativen Freunde, die sich anscheinend jeden Tag selber wieder erklären müssen, daß alles organisch ist.
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#22   Hiéron du Val d'Or   10:35:23 | Dienstag, 25. März 2008
@Tridentius
Kettenhemd und Streithengst waren rein symbolisch gemeint. Ich denke, das wissen Sie auch ganz genau!
Die Rede ist nicht von einem blutigen Krieg. Der wahre König Zions hat längst gewonnen. :(3
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#21   Tridentinus   09:19:40 | Dienstag, 25. März 2008
Militärisch
scheint dieser Wahre König von Zion nicht auf dem neuesten Stand zu sein: Kettenhemd und Streithengst.
Ja, wo laufen sie denn?
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#20   Marcelus   20:48:25 | Montag, 24. März 2008
@Hiéron du Val d’Or: Das hatten wir doch schon
Der wahre König Zions wird nicht nur über Zion, sondern auch über die vereinten Staaten Europas gebieten. Das königliche Geblüt wird seinen Herrschaftsanspruch zweifelsfrei beweisen können.
Vereinte Staaten Europas einschließlich des Hl. Landes – solche Herrscher hatten wir schon,
heute kennt keiner mehr deren Namen.
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#19   Hiéron du Val d'Or   20:47:08 | Montag, 24. März 2008
Der wahre König Zions
Der wahre König Zions wird nicht nur über Zion, sondern auch über die vereinten Staaten Europas gebieten. Das königliche Geblüt wird seinen Herrschaftsanspruch zweifelsfrei beweisen können.
Der wahre König Zions ist in keinem Falle mit dem Antichristen gleichzusetzen.
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#18   Marcelus   20:43:24 | Montag, 24. März 2008
Der Untergang der katholischen Kirche wird in jedem Zeitalter vorhergesagt
Es kommt zwar regelmäßig zu ungünstigen Entwicklung für oder in der katholischen Kirche,
aber ein Untergang der Kirche bleibt immer aus, weil ein Untergang der göttlichen Stiftung auch gar nicht möglich ist.
Feinde der Kirche wird es immer geben, so wie es Christus prophezeite – man nennt sie auch Antichristen, und einer von ihnen soll auch der Antichrist schlechthin sein, vielleicht wird sich dieser auch als „der richtige König von Zion“ ausgeben.
Christus hat jedenfalls das Auftreten von zahlreichen falschen Christussen prophezeit –
aber nur Jesus Christus hat Seine Göttlichkeit auch durch Seine leibhafte Auferstehung prophezeit,
und ist damit der wahre König des Zionsreiches.
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#17   Doriano   20:24:07 | Montag, 24. März 2008
@möchtegern-kathole
Und Humbelina ist auch nicht weit entfernt. Alles nur
eine Frage der Zeit, bis es hier knallt. Das wird ‘ne lange
Nacht! :-D
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#16   möchtegern-kathole   19:55:21 | Montag, 24. März 2008
@Arkanum/kreuts.net
:-D :-D :-D :-D
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#15   Arkanum/kreuts.net †   19:31:33 | Montag, 24. März 2008
wenn das
mal „Pro fide catholica“ liest! :-D
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#14   Hiéron du Val d'Or   19:28:22 | Montag, 24. März 2008
Danke, liebe Tradis!
Ihr wart uns ein unbezahlbares Werkzeug. Ihr habt uns und dem wahren König Zions durch euren naiven Fundamentalismus den Weg geebnet. Wir haben euch durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte manipuliert, ohne dass ihr nur das geringste gemerkt hättet. Wir gingen subtil vor. Wir haben euch geschmeichelt und eurer Eitelkeit gezollt. Selbst Levebvre selbst war uns ein willkommenens Werkzeug.
Ein Gruß an alle Hüter des Geheimnisses und an die hier mitschreibenden Freunde von Alpina/Schweiz, die sich hier als treue Tradis ausgeben. :(3
Der Tag der Wahrheit ist nah!
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#13   Florian Geyer   19:20:11 | Montag, 24. März 2008
Hieron
dein „großer Monarch“ wird von Christus in der Pfeiffe geraucht werden !
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#12   Hiéron du Val d'Or   19:05:33 | Montag, 24. März 2008
Der große Monarch
Der große Monarch hat bereits sein Kettenhemd gebürstet und seinen Streithengst bestiegen. Es dauert nicht mehr lange.
Es lebe der wahre König Zions!
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#11   Tridentinus   19:01:57 | Montag, 24. März 2008
Der Wahre König Zions
oder der Grosse Monarch. Alles nicht ernstzunehmende Hirngespinste!
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#10   möchtegern-kathole   19:01:04 | Montag, 24. März 2008
@Hiéron du Val d’Or
Ihre Rede zeigt Hass, wenn Sie schreiben: „den Katholizismus zermalmen!“
Ihre Rede zeigt Unhöflichkeit: Sie duzen, ohne dass ich das Ihnen angeboten habe.
Ihre Rede zeigt Überheblichkeit, z.B. in der Formulierung „Und noch einmal … zum Mitschreiben“
Ihre Rede zeigt Überschätzung: Sie reden von der Zukunft, als wenn Sie diese kennen würden.
Sie sollten sich ändern.
Inhaltlich haben Sie – das sagt der kath. Glaube – auch nicht Recht: denn der wahre König der Juden sitzt seit 2000 Jahren auf seinem Thron: Iesus Nazarenus, Rex Iudorum (INRI) – auferstanden am 3. Tage.
Ansonsten: einen schönen Ostermontags-Abend. :-)
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#9   Hiéron du Val d'Or   18:47:04 | Montag, 24. März 2008
@möchtegern-kathole
Und noch einmal für dich zum Mitschreiben: Wenn der wahre König Zions auf seinem rechtmäßigen Thron sitzt, dann werden die Karten neu gemischt!
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#8   Aleph †   18:23:18 | Montag, 24. März 2008
Ungehorsam?
Da muss es wohl ein geheimes, linkslastiges, konspirativ arbeitendes Befreiungstheologen-Syndikat geben, weil die Befreiungstheologie doch nicht mehr erlaubt ist und deshalb offiziell geächtet wurde. Wie kann es sein, dass sie weiter entwickelt wird. So eine Ungehorsamkeit.
Oder gibt es doch eine Notwendigkeit für die Befreiungstheologie…?
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#7   möchtegern-kathole   17:20:50 | Montag, 24. März 2008
„den Katholizismus zermalmen!“ …
…schrieb hier jemand. Na das haben schon so viele versucht …
Was ist jeweils übriggeblieben? Der Katholizismus.
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#6   Hiéron du Val d'Or   17:11:27 | Montag, 24. März 2008
Der wahre König Zions kommt zurück!
„eine scharfe Trennlinie zwischen dem Reich Gottes und der Kirche gezogen und andere Religionen als gültige Mittel der Offenbarung dargestellt.“
…was ja auch sehr vernünftig ist und woran es auch nichts zu kritisieren gibt.
Andere Religionen sind in der Tat ein gültiges Mittel der Offenbarung, schließlich stammen alle Religionen von einer Urreligion ab.
Euch Katholiken stehen sowieso grundlegende Änderungen ins Haus. Der wahre König Zions kommt zurück auf den Thron und wird den Katholizismus zermalmen!
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#5   zum Glück katholisch   16:07:45 | Montag, 24. März 2008
un miracle?!
eine Ausdeutung des Zweiten Vatikanums als kirchengeschichtlicher „Bruch“
kreuz.net wettert gegen das 2. Vaticanum…
Wenn ich mich recht entsinne, hab ich in vielen Artikeln auf kreuz.net gelesen, daß das 2. Vaticanum ein Bruch mit der Geschichte ist…
www.kreuz.net/article.5665.html
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#4   timpressum †   16:02:50 | Montag, 24. März 2008
Willkommen bei kreuz.net
-eine Ausdeutung des Zweiten Vatikanums als kirchengeschichtlicher „Bruch“
– eine Leugnung des Lehramtes als authentischer Interpret des Gotteswortes
Das machen zahllose „theologen“ hier auch… gibts gegen die jetzt auch ermittlungen?
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#3   möchtegern-kathole   15:05:29 | Montag, 24. März 2008
@Gotthard
Falls (was ich nun nicht mangels Zeit und Interesse prüfen will) die öffentliche Kritik eindeutige Fehler oder Häresien nennt, ist das „Trotz“ richtig verwendet.
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#2   Gotthard   14:44:17 | Montag, 24. März 2008
unschlüssig
Trotzder öffentlichen Kritik sind die spanischen Bischöfe über die Haltung, die sie zu Hw. Pagolas Buch einnehmen sollen, noch unschlüssig.
Warum dürfen die Bischöfe TROTZ öffentlicher Kritik nicht unschlüssig sein? Öffentliche Kritik ist noch keinerlei Massstab.
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#1   Ideologiefeind   14:25:41 | Montag, 24. März 2008
„Ketzer“???
Oh je. kreuz.net bringt sich durch seine Wortwahl wieder mal in die Region „nicht ernstzunehmen“.
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