Vier unerlaubte Bischofsweihen in der Ukraine
Die ökumenischen Bemühungen des Vatikans tragen in Osteuropa ihre ersten Früchte: Jetzt bricht die griechisch- katholische Kirche auseinander.

Die ukrainischen Basilianer sind eine griechisch-katholische Ordensgemeinschaft des byzantinischen Ritus.
In seinem Brief teilt Pater Dohnal mit, daß er und drei weitere Patres seiner Gemeinschaft ohne Mandat der griechisch-katholischen Synode der Ukraine und ohne päpstliche Zustimmung zu Bischöfen geweiht wurden.
Mons. Dohnal (61) ist Tscheche und trat im Jahr 1991 als Priester in den Basilianerorden über. Er promovierte im Jahr 1999 in der Karls Universität in Prag.
Die weiteren drei neugeweihten Bischöfe sind ebenfalls Basilianer. Es handelt sich um:
• den Ukrainer Mons. Markian V. Hitiuk (37). Er studierte in Polen und schloß an der Universität Oppeln mit einem Lizentiat ab.
• den Tschechen Mons. Metoděj R. Špiřík (39). Er studierte in Warschau und promovierte im Jahr 2002 an der Karls Universität in Prag.
• den Slowaken Mons. Samuel R. Oberhauser (38). Er promoviert erst kürzlich in Pädagogik an der Universität Sankt Konstantin Cyril in Nitra und ist gegenwärtig Pfarrer von Pidhirtsi, wo die Gemeinschaft beheimatet ist.
Letzten Ostersonntag publizierte die griechisch-katholische Kirche der Ukraine eine relativ vage Stellungnahme, die dieses jüngste Schisma bestätigt.
Das Kirchenrecht für die Ostkirchen kennt allerdings keine automatische Exkommunikation. Die Bischöfe müßten darum durch einen formalen Prozeß ausgeschlossen werden.
Es ist unklar, wer die vier konsekriert hat. Möglicherweise war es ein angeblicher Bischof Mychajlo Osidach, der von sich behauptet, am 6. September 1989 im Untergrund geweiht worden zu sein. Die von ihm angegebenen Weihebischöfe sind gestorben, bevor sie die Weihe haben bestätigen können.
Die Ereignisse von Pidhirtsi sind bereits die zweite Erschütterung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine.
Im vergangenen November wurde der Superior der ukrainischen Priesterbruderschaft Sankt Josaphat, die der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. nahesteht, exkommuniziert.
Zwischen den Basilianern von Pidhirtsi und der Priesterbruderschaft Sankt Josaphat scheinen keine Kontakte zu bestehen.
Die Vorgeschichte
Der jüngste Konflikt innerhalb des Basilianerordens war seit langem absehbar.
Bereits im Oktober 1997 erhielt die Gruppierung innerhalb des Ordens einen besonderen Status als „Versuchsgemeinschaft“ und wurde unter die direkte Verantwortung des Generaloberen gestellt.
Der damalige Generalobere war der jetzige griechisch-katholische Kurienbischof Mons. Dionysius Lachovicz. Er hat die Gruppierung stark gefördert.
Doch bereits im Mai 1998 widerrief er nach einer kanonischen Visitation des Klosters den besonderen Status der Gruppierung.
Dennoch erlaubte er ihr die Gründung einer Tochtergemeinschaft in Tschechien. Diese geriet schnell mit dem dortigen griechisch-katholischen Bischof in Konflikt.
Als im April 2003 in Tschechien ein neuer griechisch-katholischer Bischof ernannt wurde, organisierten die Basilianer sogar eine Blockade gegen diesen, so daß die Bischofsweihe in einer naheliegenden römisch-katholischen Pfarrei durchgeführt werden mußte.
Im gleichen Jahr eröffnete die Gruppe in der Slowakei ein Kloster ohne Erlaubnis des Ortsbischofs.
Im Jahr 2004 wurde der Generalobere nicht mehr gewählt und die Gegenwart des Ordens in Tschechien beendet.
Der jetzt ausgebrochene Konflikt scheint seine Wurzeln auch in der Auseinandersetzung zwischen den beiden griechisch-katholischen Ordensgemeinschaften der Studiten und der Basilianer zu haben.
Die Studiten stehen für eine Annäherung der griechisch-katholischen Kirche an die Orthodoxen. Der Großerzbischof von Kiew, Lubomyr Kardinal Husar, ist ein Studit.
Dagegen stehen die Basilianer eher für die alten griechisch-katholischen Bräuche, die oft auch aus der Westkirche stammen.
Die Rechtfertigung
In seinem Brief an den Papst begründet Mons. Eliáš A. Dohnal den Schritt der Gemeinschaft ausführlich: „Wir haben das in bewußtem Gehorsam Ihnen gegenüber getan aus dem Wunsch heraus, unsere ukrainische griechisch-katholische Kirche zu retten.“
Die vier Weihen seien von Bischöfen vorgenommen worden, die selber in der Zeit der Verfolgung konsekriert worden seien: „Wir sind darum die wahren Nachfolger der Märtyrerkirche“.
Die Details der Konsekrationen wolle man dem Papst in einer persönlichen Audienz mitteilen.
Als Rechtfertigung heißt es in dem Brief: „Wenn ein Mensch am Sterben ist, ist es erlaubt, ein Rotlicht zu überfahren.“
Der Brief greift die ehemaligen vatikanischen Staatssekretäre Agostino Kardinal Casaroli († 1998) und Angelo Kardinal Sodano (80) scharf an.
Die zwei hätten in der Kirche ein „papstfeindliches und antichristliches System“ aufgebaut, das es dem Heiligen Vater verunmögliche, das Gottesvolk zu fördern:
„Die hierarchische Struktur, die auf diese Weise aufgebaut wird, tut ziemlich das Gegenteil von dem, was Sie bestrebt sind, zu tun, und was Christus wünscht“.
In der Folge würden in fast allen katholisch-theologischen Fakultäten häretische Ansichten vertreten, die von der historisch-kritischen Methode ausgingen.
Kirchenvertreter hätten sich einem Geist des Abfalls geöffnet: „Viele von ihnen glauben nicht mehr an das Papsttum und praktisch nicht an den Primat und die Unfehlbarkeit des Heiligen Vaters.“
Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien hätten sich dem Okkultismus und dem Synkretismus geöffnet. Der Brief erwähnt unter anderem Homöopathie, Akupunktur, östliche Meditationen, psychologische Methoden, Yoga und Zen:
„Doch der Gipfel von allem ist, daß es mehr und mehr Bischöfe und Priester gibt, die homosexuell und pädophil sind. In unserer griechisch-katholischen Kirche gibt es verschiedentlich homosexuelle Bischöfe“.
Der Brief kritisiert auch die Erklärung von Balamand. Diese wurde im Juni 1993 von der „Gemeinsamen Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche“ im libanesischen Kloster Balamand angenommen
Sie weist den „Uniatismus“ – den Versuch, weitere orthodoxe Teilkirchen der Hierarchie der katholischen Kirche unterzuordnen – und den „Proselytismus“ – die Bekehrung von einzelnen orthodoxen Gläubigen zur Katholischen Kirche – zurück.
Der Brief wirft weiter dem Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Lubomyr Kardinal Husar (72), vor, diese Erklärung angenommen zu haben, um die griechisch-katholische Kirche zerstören zu können:
„Diese Erklärung erklärt, daß unsere griechisch-katholische Märtyrerkirche ein ekklesiologischer Fehler war“ – gibt der Brief den Inhalt der Erklärung von Balamand korrekt wieder.
Der Brief stellt auch die Legitimität von Kardinal Husar in Frage. Dieser vertrete in seinem Buch „Gespräche mit Kardinal Lubomyr Husar: Über das post-konfessionelle Christentum“ schismatische und apostatische Ansichten.
Heute würden in der Ukraine nur jene zu Bischöfen gewählt, welche die Schismatiker als Orthodoxe – rechtgläubige – bezeichneten, dem Rosenkranz, dem Kreuzweg und der Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu gegenüber eine negative Haltung einnähmen und die den Geist des New Age und der Welt förderten.
Die Gruppierung legt ihr Schicksal ganz in die Hand des Papstes: „Wenn Sie uns verurteilen würden, blieben wir griechisch-katholische Bischöfe, aber Sie würden dadurch sich selber und die von uns dargestellte wirklich katholische Linie in der katholischen Kirche verurteilen.“
Wenn es eine Notwendigkeit gäbe, zu bestrafen, dann solle der Papst jene bestrafen, welche die Kirche von innen zerstörten.
Als Lösung der gegenwärtigen Situation schlägt der Brief vor, die Neo-Bischöfe als Weihbischöfe oder Diözesanbischöfe von gegenwärtig vakanten Bistümern zu ernennen und die Basilianergemeinschaft von Pidhirtsi zu einer Gemeinschaft päpstlichen Rechtes mit einem der Neo-Bischof als Superior zu erheben.
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Samstag, 12. April 2008 20:25
Marcelus: @J. Guttenberger: Es gibt nur eine Kirche Christi,
die ident ist mit der Kirche des Papstes.
Samstag, 5. April 2008 21:13
Jörg Guttenberger, Köln: Marcellus: Dogma
Das ist richtig. Nur behaupte ich keine volle Kirchengemeinschaft, die ja bekanntlich am päpstlichen
Primatsverständnis scheitert. Es get hier um den Umfang des Primates.
Sie beißen sich am Primatsverständnis fest und behaupten, wegen des trennenden gäbe es überhaupt keine Kirchengemeinschaft. In Wirklichkeit ergibt sich besagte Kirchengemeinschaft doch aus gemeinsamer Schrift und gemeinsamen 7 Sakramenten!
Wie schon gesagt, Sie sehen ausschließlich das Trennende, wohingegen die Ökmene (nicht der Ökumenismus!) in erster Linie das schon Gemeinsame sieht, um das Trennende zu überwinden.
Aus dem Hiweis auf das trennende päpstliche Primatsverständnsi können Sie doch nicht schließen, ich lehnte die r.-k. Primatsauffassung ab!
Sie beißen sich am Primatsverständnis fest und behaupten, wegen des trennenden gäbe es überhaupt keine Kirchengemeinschaft. In Wirklichkeit ergibt sich besagte Kirchengemeinschaft doch aus gemeinsamer Schrift und gemeinsamen 7 Sakramenten!
Wie schon gesagt, Sie sehen ausschließlich das Trennende, wohingegen die Ökmene (nicht der Ökumenismus!) in erster Linie das schon Gemeinsame sieht, um das Trennende zu überwinden.
Aus dem Hiweis auf das trennende päpstliche Primatsverständnsi können Sie doch nicht schließen, ich lehnte die r.-k. Primatsauffassung ab!
Samstag, 5. April 2008 20:19
Marcelus: @J. Guttenberger: Sie erklären doch die schismatisch-häretischen Konstantinopelianer
zum Teil der Kirche Christi, die nur die Kirche unter dem Papst ist.
Samstag, 5. April 2008 20:17
Jörg Guttenberger, Köln: Marcelus: Dogma
Woraus entnehmen Sie Ihre Meinung, ich leugnete Dogmen? Sie habe wohl eine reiche Phanasie!
Samstag, 5. April 2008 17:43
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Kurt K.,
Und was genau unterscheidet jetzt den schwul sündigenden von anderen sündigenden Menschen?
Gehört es denn nicht zu eurer Lehre, dass alle Menschen Sünder sind?
… es geht doch nicht darum Sünden gegeneinander auszuspielen. Besonders problematisch bei homosexuell praktizierenden ist die Schwere der Sünden und in den meisten Fällen die fehlende Einsicht in den sündigen und damit von Gott trennenden Charakter der Handlungen. Bei vielen anderen Sündern mag das nicht anders sein, dies macht es jedoch für den Homosexuellen nicht „besser“, wie Sie zu glauben scheinen.
Und: Sicher sind alle Menschen Sünder. Aber nur die Todünden haben die Eigenschaft den Sünder aus dem Stand der heiligmachenden Gnade zu „vertreiben“. Derjenige, der „nur“ lässliche Sünden begeht, diese aber gleichwohl immer wieder beichtet und bereut, was auch den Vorsatz diese Sünden nicht mehr zu begehen beinhaltet, ist immer noch Sünder, wird aber wenn er stirbt, gerettet.
Gehört es denn nicht zu eurer Lehre, dass alle Menschen Sünder sind?
… es geht doch nicht darum Sünden gegeneinander auszuspielen. Besonders problematisch bei homosexuell praktizierenden ist die Schwere der Sünden und in den meisten Fällen die fehlende Einsicht in den sündigen und damit von Gott trennenden Charakter der Handlungen. Bei vielen anderen Sündern mag das nicht anders sein, dies macht es jedoch für den Homosexuellen nicht „besser“, wie Sie zu glauben scheinen.
Und: Sicher sind alle Menschen Sünder. Aber nur die Todünden haben die Eigenschaft den Sünder aus dem Stand der heiligmachenden Gnade zu „vertreiben“. Derjenige, der „nur“ lässliche Sünden begeht, diese aber gleichwohl immer wieder beichtet und bereut, was auch den Vorsatz diese Sünden nicht mehr zu begehen beinhaltet, ist immer noch Sünder, wird aber wenn er stirbt, gerettet.
Samstag, 5. April 2008 16:47
Kurt K.: Aha HvO
Und was genau unterscheidet jetzt den schwul sündigenden von anderen sündigenden Menschen?
Gehört es denn nicht zu eurer Lehre, dass alle Menschen Sünder sind?
Gehört es denn nicht zu eurer Lehre, dass alle Menschen Sünder sind?
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