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Dienstag, 1. April 2008 19:56
Paul VI. weinte bei der Einführung der Neuen Messe
Antikatholische Bischöfe und Kirchenfunktionäre der 60er Jahre betrieben mit Erfolg eine gezielte Protestantisierung der Kirche. Heute ist der Glaube fast völlig verdunstet. Das Mittel dorthin: die Zerstörung der Messe.
Alte Messe in der Osternacht
Alte Messe in der Osternacht
(kreuz.net, Salzburg) Die erste Ausgabe des Meßbuchs für die Neue Liturgie war „lupenrein protestantisch“. Das erklärte der emeritierte Salzburger Rechtsprofessor Wolfgang Waldstein (79) in einem Interview mit der Video-Webseite ‘gloria.tv’.

Waldstein war der Gründungsdekan der juristischen Fakultät Salzburg und bekleidete im Jahr 1968 das Amt des Rektors der Salzburger Universität.

Verunglückte Einführung der Neuen Messe
Waldstein berichtet in dem Gespräch von der Einführung der Neuen Messe im Jahr 1969. Er bezieht sich dabei auf einen Bericht des österreichischen Kurienkardinals Alfons Maria Stickler († 2007).

In der Einführung zur ersten Ausgabe des Römischen Meßbuchs von 1969 sei nicht die Messe, sondern die Versammlung des Volkes als heilig bezeichnet worden.

Die Kurienkardinäle Alfredo Ottavini († 1979) und Antonio Bacci († 1971) wiesen Papst Paul VI. († 1978) darauf hin, daß diese Definition in der Einführung des Missale protestantisch sei.

Darauf sei der Papst in Tränen ausgebrochen – erzählt Waldstein mit Verweis auf Kardinal Stickler, der diesen Sachverhalt direkt von den beiden involvierten Kardinälen erfuhr.

Der Papst ordnete an, die erste Auflage des Meßbuchs – die bereits im Verkauf erhältlich war – zurückzuziehen, einzustampfen und eine korrigierte Fassung zu veröffentlichen. Diese erschien im Jahr 1970.

Professor Waldstein weist aber darauf hin, daß die Korrektur von 1970 in der Liturgiewissenschaft faktisch nicht angenommen wurde.

Infolge sei der gesamte Klerus im Geiste der protestantischen Fassung von 1969 ausgebildet worden – so Waldstein.

Er vermutet, daß heute der Großteil der Priester nicht mehr an die Realpräsenz Christi im Altarssakrament glaubt.

Dasselbe gelte für die Gläubigen. Waldstein zitiert eine Statistik, die am Katholikentag 2003 in Berlin publiziert wurde.

Damals sahen 88 Prozent der – für Waldstein „ehemaligen“ – deutschen Katholiken keinen Unterschied mehr zwischen dem protestantischen Abendmahl und der katholischen Messe.

Gewordenes und gemachtes Meßbuch
Die Neue Messe hält Waldstein keineswegs für eine Frucht des Zweiten Vatikanums: „Davon kann keine Rede sein.“

Als Beleg zitiert er unter anderem einen Brief, den ihm der ehemalige Regensburger Theologieprofessor Joseph Ratzinger im Jahr 1976 schrieb: Der spätere Papst ortete das Problem der Neuen Messe in einem Bruch mit der Geschichte.

Man habe mit dem neuen Missale ein „durchaus neues Buch, wenn auch aus altem Material, geschaffen“.

Gleichzeitig sei das Bisherige in einem der Rechts- und Liturgiegeschichte durchaus fremden Akt verboten worden.

Im Interview erklärte Professor Waldstein auch, nicht grundsätzlich gegen die Neue Messe zu sein, sofern sie korrekt zelebriert werde.

Das sei aber häufig nicht der Fall. Als Beispiel nennt er sogenannte Faschingsmessen und erwähnt einen Priester, der am Altar stehend mit Schweinsmaske zelebrierte:

„Das hat gut gepaßt“ – kommentiert Waldstein.

© Titelbild: www.traditionalcatholic.org.uk
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 200 Lesermeinungen:
Freitag, 4. April 2008 19:28
Marcelus: @„Pius XII“: Sie unterliegen einer Begriffsverwirrung
Denn in Deutschland und Österreich gilt eben gerade nicht dasselbe Gesetzbuch im konkreten Fall.

Ein Gesetz ist eben nicht nur etwas Allgemeines, sondern auch etwas Konkretes.

Sie können allerdings versuchen, sich in Deutschland an die US-Gesetze zu halten,
und würden wahrscheinlich vor Gericht landen, wenn sie in der BRD auf das „freie Waffenrecht“ pochen würden,
oder auf „vollkommen freie Meinungsäußerung“.
Freitag, 4. April 2008 09:26
Pius XII: Marcelus, nochmal:
Nach Ihrer Definition gelten auch im Ausland dieselben Gesetze wie im Inland.

Im Inland gilt (z.B.) das Abstraktionsprinzip des dt. BGB, wonach bei einem Rücktritt vom Kaufvertrag das Eigentum an der gekauften Sache nicht unmittelbar zurückfällt. Im Ausland gilt das nicht.

Hauser und Tiger kaufen in Deutschland, Hauser einen TV, Tiger einen Anzug. Beide erklären Rücktritt. Bei beiden fällt das Eigentum nicht zurück. Es ist das selbe Gesetz, das gilt, obwohl es zwei verschiedene Kaufverträge (bez. Kaufsache, Kaufpreis, Ort, Datum und Vertragspartner) sind.

Kauft Zwobel in Wien den gleichen Anzug wie Tiger zum selben Preis bei der selben Einzelhandelskette am selben Tag und erklärt mit einem gleichlautenden Schreiben Rücktritt, dann wirkt sich dieser auf die Eigentumslage unmittelbar aus. Es ist eben ein anderes Gesetz.

Deshalb, Marcelus, nochmal zum Mitmeißeln: Egal ob im juridischen und im naturwissenschaftlichen Sinne (die Naturwissenschaften haben ihre Gesetzesdefinition ja bei den Juristen geklaut): ein Gesetz ist per definitionem allgemein (glauben Sie einfach den Juristen „Benedikt“ und „Pius XII“). Sie hingegen stiften schlimme Begriffsverwirrung, weil Sie die Unterscheidung zwischen Gesetz und Einzelfallanwendung verwischen.
Donnerstag, 3. April 2008 20:08
Marcelus: @Arkanum: Nein, haben Sie nicht
Sie haben es völlig korrekt festgestellt.
Donnerstag, 3. April 2008 20:07
Arkanum/kreuts.net: stimmt, Benedikt,
da hatte ich mit der Semantik tatsächlich danebengetippt.
Donnerstag, 3. April 2008 20:07
Marcelus: @Benedikt: Sie haben es eben immer noch nicht verstanden
Es kommt immer auf die genaue Wortdefinition an, auch bei „Gesetzen“,
so wie bei jeder Wortdefinition.

Nach Ihrer Definition gelten auch im Ausland dieselben Gesetze wie im Inland.
Donnerstag, 3. April 2008 20:02
Benedikt: @ Marcelus
Eine Formel ist noch nicht ein konkretes Gesetz.
Und es war immer die Rede von konkreten Gesetzen.

Eine Formel ist nur ein allgemeines Gesetz.


Es war immer die Rede von Naturgesetzen. Und das Gravitationsgesetz ist ein Naturgesetz und wird mit der schon von juergen zitierten Formel mathematisch wiedergegeben.

Wie Pius XII natürlich richtig sagt sind sie bezüglich Ihrer Unterscheidung in konkrete und allgemeine Gesetze im Irrtum. Allgemein ist die die immer gültige Formel zur Errechnung der Gravitation, konkret sind die Werte (zB die Masse des zu berechnenden Planeten), mit denen das jeweilige Ergebnis im Einzelfall errechnet wird.
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