kreuzmeldungen
Wer wird nein sagen? + Dreimal nein + Integrismus statt Mission + Aus der Schußlinie + Ausdrücklich verboten
Wer wird nein sagen?
„Ich bin sehr dagegen, daß man die Seligsprechung von Johannes Paul II. durchpeitscht. Mir wurde als Student gesagt, eine wissenschaftliche Biografie wäre erst nach 40, 50 Jahren zu schreiben. Hier will man nun schnell ein Urteil über einen Papst, der 27 Jahre regiert hat. Das macht mich persönlich skeptisch. Aber wer wird nein sagen in diesen Dingen – das erfordert heute für einen Richter viel Mut. Denn es gibt eine übereifrige Begeisterung, und da muß man sehr vorsichtig sein.“
Pater Peter Gumpel SJ (84), der seit fast fünfzig Jahren in der Heiligsprechungskongregation tätig ist, vor der Zeitung ‘Welt online’ über den Seligsprechungsprozeß für den heute vor drei Jahren verstorbenen Papst Johannes Paul II.
Dreimal nein
Österreich. Europa hat in seiner Geschichte dreimal nein zur eigenen Zukunft gesagt. Das erklärte Christoph Kardinal Schönborn von Wien im Interview mit der italienischen Tageszeitung ‘Avvenire’, Die drei „Neins“ betreffen – so der Kardinal – die Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. im Jahr 1968, die Einführung der Kinderabtreibung und die staatliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten. Was der Kardinal verschwieg: Auch die österreichische Bischofskonferenz sprach ein Nein gegen ‘Humanae Vitae’ und weigert sich bis heute, dieses Nein zu revidieren.
Integrismus statt Mission
Deutschland. Die antikirchlichen Vorwürfe wegen der Karfreitagsfürbitte im Alten Ritus sind „schlechthin unbegründet“. Das erklärte Karl Kardinal Lehmann von Mainz in einem Beitrag für seine Bistumszeitung. Der Kardinal kann in dem Text „beim besten Willen“ keinen Aufruf „auch nur zu einer indirekten Judenmission“ entdecken. Von der Wertschätzung des Judentums werde „kein Jota“ zurückgenommen. Der Kirchenfürst hätte es bevorzugt, die Novus-Ordo-Fürbitte in der Alten Liturgie einzuführen.
Aus der Schußlinie
Österreich. Ein im Burgenland tätiger 48jähriger Priester aus Nigeria soll am 14. März eine 13jährige Schülerin während der Beichte sexuell belästigt haben. Das berichteten österreichische Medien. Das Mädchen behauptet, an Kopf, Armen, Händen, Bauch und Brust berührt worden zu sein. Der Bischof von Eisenstadt, Mons. Paul Iby, hat gestern, Dienstag, ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt und ihn wegen „angeblich“ unentschuldbaren Vorgehens suspendiert. Man wolle den Priester aus der Schußlinie ziehen – erklärte das Ordinariat.
Ausdrücklich verboten
Schweiz. Der abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger bleibt seinen ehemaligen Mitbrüdern freundschaftlich verbunden. Das erklärte er im Interview mit dem Schweizer Regionalblatt’ Neue Zuger Zeitung’. Er gehöre noch rechtlich zum Orden, weil der Papst ihn von seinen feierlichen Gelübden dispensieren müsse. Das könne Jahre dauern – so Niederberger. Derzeit werde er keine Handlungen vollziehen, die dem Priestertum vorbehalten sind. Aber er könne trotzdem „im Sinne der Kirche“ wirken, etwa durch Kinder- und Paarsegnungen oder Beerdigungen. Die von Niederberger genannten Handlungen sind suspendierten und laisierten Priester ausdrücklich verboten.
© Titelbild: Bruce MacRae, CC
„Ich bin sehr dagegen, daß man die Seligsprechung von Johannes Paul II. durchpeitscht. Mir wurde als Student gesagt, eine wissenschaftliche Biografie wäre erst nach 40, 50 Jahren zu schreiben. Hier will man nun schnell ein Urteil über einen Papst, der 27 Jahre regiert hat. Das macht mich persönlich skeptisch. Aber wer wird nein sagen in diesen Dingen – das erfordert heute für einen Richter viel Mut. Denn es gibt eine übereifrige Begeisterung, und da muß man sehr vorsichtig sein.“
Pater Peter Gumpel SJ (84), der seit fast fünfzig Jahren in der Heiligsprechungskongregation tätig ist, vor der Zeitung ‘Welt online’ über den Seligsprechungsprozeß für den heute vor drei Jahren verstorbenen Papst Johannes Paul II.
Dreimal nein
Österreich. Europa hat in seiner Geschichte dreimal nein zur eigenen Zukunft gesagt. Das erklärte Christoph Kardinal Schönborn von Wien im Interview mit der italienischen Tageszeitung ‘Avvenire’, Die drei „Neins“ betreffen – so der Kardinal – die Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. im Jahr 1968, die Einführung der Kinderabtreibung und die staatliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten. Was der Kardinal verschwieg: Auch die österreichische Bischofskonferenz sprach ein Nein gegen ‘Humanae Vitae’ und weigert sich bis heute, dieses Nein zu revidieren.
Integrismus statt Mission
Deutschland. Die antikirchlichen Vorwürfe wegen der Karfreitagsfürbitte im Alten Ritus sind „schlechthin unbegründet“. Das erklärte Karl Kardinal Lehmann von Mainz in einem Beitrag für seine Bistumszeitung. Der Kardinal kann in dem Text „beim besten Willen“ keinen Aufruf „auch nur zu einer indirekten Judenmission“ entdecken. Von der Wertschätzung des Judentums werde „kein Jota“ zurückgenommen. Der Kirchenfürst hätte es bevorzugt, die Novus-Ordo-Fürbitte in der Alten Liturgie einzuführen.
Aus der Schußlinie
Österreich. Ein im Burgenland tätiger 48jähriger Priester aus Nigeria soll am 14. März eine 13jährige Schülerin während der Beichte sexuell belästigt haben. Das berichteten österreichische Medien. Das Mädchen behauptet, an Kopf, Armen, Händen, Bauch und Brust berührt worden zu sein. Der Bischof von Eisenstadt, Mons. Paul Iby, hat gestern, Dienstag, ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt und ihn wegen „angeblich“ unentschuldbaren Vorgehens suspendiert. Man wolle den Priester aus der Schußlinie ziehen – erklärte das Ordinariat.
Ausdrücklich verboten
Schweiz. Der abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger bleibt seinen ehemaligen Mitbrüdern freundschaftlich verbunden. Das erklärte er im Interview mit dem Schweizer Regionalblatt’ Neue Zuger Zeitung’. Er gehöre noch rechtlich zum Orden, weil der Papst ihn von seinen feierlichen Gelübden dispensieren müsse. Das könne Jahre dauern – so Niederberger. Derzeit werde er keine Handlungen vollziehen, die dem Priestertum vorbehalten sind. Aber er könne trotzdem „im Sinne der Kirche“ wirken, etwa durch Kinder- und Paarsegnungen oder Beerdigungen. Die von Niederberger genannten Handlungen sind suspendierten und laisierten Priester ausdrücklich verboten.
© Titelbild: Bruce MacRae, CC
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Mittwoch, 2. April 2008 21:30
Marcelus: @RRR: Im Einklang mit dem Papst kann auch niemand von seinem Orden „abfallen“
Da heißt das Übertritt oder Reformabspaltungsgründung.
Mittwoch, 2. April 2008 21:27
RRR: Abgefallen
Der abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger
Merkwürdig. Wenn es bei kreuz.net um Andreas Hönisch ging, wurde er nie als „abgefallener Jesuitenpater“ bezeichnet. Obwohl er es war.
Merkwürdig. Wenn es bei kreuz.net um Andreas Hönisch ging, wurde er nie als „abgefallener Jesuitenpater“ bezeichnet. Obwohl er es war.
Mittwoch, 2. April 2008 20:34
Marcelus: Die Kirche hat aus weisem Grund auch die Beichtstühle eingeführt
Sie schützen nämlich rechtschaffene Priester auch gegen Verleumdungen sittlicher Belästigungen.
Mittwoch, 2. April 2008 17:51
Hódmezövásárhelykutasipuszta: Humanae vitae
Ich mein, wenn der Artikel nicht von einem schweren Grammatikfehler sinnverzerrt ist (das ist allerdings
unwahrscheinlich, geb ich zu, denn welchen Grammatikfehler gibt es, den die Redaktion noch nicht gemacht
hat?), dann muss man eigentlich davon ausgehen, dass der Kardinal Humanae vitae, Abtreibung und Homoehe
als die drei Großen Neins bezeichnet.
Bei dem Unsinn, der in dieser Aussage steckt, machts aber nicht viel Unterschied!
Bei dem Unsinn, der in dieser Aussage steckt, machts aber nicht viel Unterschied!
Mittwoch, 2. April 2008 17:47
bonifatius: Schußlinie
Wäre der Priester aus Österreich und nicht aus Nigeria gewesen, so hätte man mehr Mut gezeigt. Aber auch das ist Feigheit.
Mittwoch, 2. April 2008 17:45
Marcelus: Aus diesem Grund schreibt das heutige Kirchenrecht ja auch die fünfjährige Wartezeit vor,
bevor ein Selig-/Heiligsprechungsverfahren kirchlich eingeleitet werden darf.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.







