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Wer wird nein sagen? + Dreimal nein + Integrismus statt Mission + Aus der Schußlinie + Ausdrücklich verboten
Im Gedenken an Johannes Paul II. gibt es Bilder, Statuen, Kerzen und andere Andachtsgegenstände von ihm.
Im Gedenken an Johannes Paul II. gibt es Bilder, Statuen, Kerzen und andere Andachtsgegenstände von ihm.
© Bruce MacRae, CC
Wer wird nein sagen?

„Ich bin sehr dagegen, daß man die Seligsprechung von Johannes Paul II. durchpeitscht. Mir wurde als Student gesagt, eine wissenschaftliche Biografie wäre erst nach 40, 50 Jahren zu schreiben. Hier will man nun schnell ein Urteil über einen Papst, der 27 Jahre regiert hat. Das macht mich persönlich skeptisch. Aber wer wird nein sagen in diesen Dingen – das erfordert heute für einen Richter viel Mut. Denn es gibt eine übereifrige Begeisterung, und da muß man sehr vorsichtig sein.“

Pater Peter Gumpel SJ (84), der seit fast fünfzig Jahren in der Heiligsprechungskongregation tätig ist, vor der Zeitung ‘Welt online’ über den Seligsprechungsprozeß für den heute vor drei Jahren verstorbenen Papst Johannes Paul II.

Verehrung für Johannes Paul II.
Johannes Paul II. im Londoner Wachsmuseum Madame Tussauds.Johannes Paul II. portraitiert.Gedenklichter für Johannes Paul II. in Warschau am 6. April 2005.

Dreimal nein

Österreich. Europa hat in seiner Geschichte dreimal nein zur eigenen Zukunft gesagt. Das erklärte Christoph Kardinal Schönborn von Wien im Interview mit der italienischen Tageszeitung ‘Avvenire’, Die drei „Neins“ betreffen – so der Kardinal – die Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. im Jahr 1968, die Einführung der Kinderabtreibung und die staatliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten. Was der Kardinal verschwieg: Auch die österreichische Bischofskonferenz sprach ein Nein gegen ‘Humanae Vitae’ und weigert sich bis heute, dieses Nein zu revidieren.

Integrismus statt Mission

Deutschland. Die antikirchlichen Vorwürfe wegen der Karfreitagsfürbitte im Alten Ritus sind „schlechthin unbegründet“. Das erklärte Karl Kardinal Lehmann von Mainz in einem Beitrag für seine Bistumszeitung. Der Kardinal kann in dem Text „beim besten Willen“ keinen Aufruf „auch nur zu einer indirekten Judenmission“ entdecken. Von der Wertschätzung des Judentums werde „kein Jota“ zurückgenommen. Der Kirchenfürst hätte es bevorzugt, die Novus-Ordo-Fürbitte in der Alten Liturgie einzuführen.

Aus der Schußlinie

Österreich. Ein im Burgenland tätiger 48jähriger Priester aus Nigeria soll am 14. März eine 13jährige Schülerin während der Beichte sexuell belästigt haben. Das berichteten österreichische Medien. Das Mädchen behauptet, an Kopf, Armen, Händen, Bauch und Brust berührt worden zu sein. Der Bischof von Eisenstadt, Mons. Paul Iby, hat gestern, Dienstag, ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt und ihn wegen „angeblich“ unentschuldbaren Vorgehens suspendiert. Man wolle den Priester aus der Schußlinie ziehen – erklärte das Ordinariat.

Ausdrücklich verboten

Schweiz. Der abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger bleibt seinen ehemaligen Mitbrüdern freundschaftlich verbunden. Das erklärte er im Interview mit dem Schweizer Regionalblatt’ Neue Zuger Zeitung’. Er gehöre noch rechtlich zum Orden, weil der Papst ihn von seinen feierlichen Gelübden dispensieren müsse. Das könne Jahre dauern – so Niederberger. Derzeit werde er keine Handlungen vollziehen, die dem Priestertum vorbehalten sind. Aber er könne trotzdem „im Sinne der Kirche“ wirken, etwa durch Kinder- und Paarsegnungen oder Beerdigungen. Die von Niederberger genannten Handlungen sind suspendierten und laisierten Priester ausdrücklich verboten.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Marcelus   21:30:38 | Mittwoch, 2. April 2008
@RRR: Im Einklang mit dem Papst kann auch niemand von seinem Orden „abfallen“
Da heißt das Übertritt oder Reformabspaltungsgründung.
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#19   RRR   21:27:01 | Mittwoch, 2. April 2008
Abgefallen
Der abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger
Merkwürdig. Wenn es bei kreuz.net um Andreas Hönisch ging, wurde er nie als „abgefallener Jesuitenpater“ bezeichnet. Obwohl er es war.
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#18   Marcelus   20:34:27 | Mittwoch, 2. April 2008
Die Kirche hat aus weisem Grund auch die Beichtstühle eingeführt
Sie schützen nämlich rechtschaffene Priester auch gegen Verleumdungen sittlicher Belästigungen.
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#17   Hódmezövásárhelykutasipuszta   17:51:55 | Mittwoch, 2. April 2008
Humanae vitae
Ich mein, wenn der Artikel nicht von einem schweren Grammatikfehler sinnverzerrt ist (das ist allerdings unwahrscheinlich, geb ich zu, denn welchen Grammatikfehler gibt es, den die Redaktion noch nicht gemacht hat?), dann muss man eigentlich davon ausgehen, dass der Kardinal Humanae vitae, Abtreibung und Homoehe als die drei Großen Neins bezeichnet.
Bei dem Unsinn, der in dieser Aussage steckt, machts aber nicht viel Unterschied!
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#16   bonifatius   17:47:35 | Mittwoch, 2. April 2008
Schußlinie
Wäre der Priester aus Österreich und nicht aus Nigeria gewesen, so hätte man mehr Mut gezeigt. Aber auch das ist Feigheit.
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#15   Marcelus   17:45:37 | Mittwoch, 2. April 2008
Aus diesem Grund schreibt das heutige Kirchenrecht ja auch die fünfjährige Wartezeit vor,
bevor ein Selig-/Heiligsprechungsverfahren kirchlich eingeleitet werden darf.
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#14   Kurt K.   15:06:22 | Mittwoch, 2. April 2008
Lorenz
Ich will gar nicht über Zöllibat und Pädo reden… das geht mir recht am A…llerwertesten vorbei.
Obs jetzt in Priesterkreisen weniger, gleichviel oder mehr Pädos git als in der normalen Bevölkerung – das weiss ich nicht und das ist auch im Grunde nicht entscheident. Gelegenheit macht Diebe, sozusagen. In ALLEN Berufgruppen, die mit Kindern zu tun haben, gibt es logischerweise mehr Pädophiliefälle – ist ja logo. Die kommen eben einfacher an Kinder ran.
Was das Problem bei der Kirche ist: Diese Vertuschungen.
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#13   Lorenz   14:40:10 | Mittwoch, 2. April 2008
Lieber Kurt,
ich melde mich hier als Laie in Pädophiliefragen zu Wort. Wenn ich von richtiger Relationierung spreche, dann weil ich zu denen gehöre, die der Ansicht sind, dass die Kirche die Opfermerkmale trägt, die sie für eine Sündenbockrolle prädestinieren. Dies deshalb, weil die Kirche in Sittenfragen eine eigene, teilweise poltisch unkorrekte Position vertritt. Für die Debatte über Zölibat und Pädophilie bin ich nicht der geeignetste Gegenüber. Tut mir leid.
LG, L.
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#12   Kurt K.   14:34:16 | Mittwoch, 2. April 2008
Lorenz: Im Klartext?
Hat die Kirche / die Lehre jetzt Einfluss oder nicht? Stehe heute wohl etwas auf dem Schlauch…
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#11   Lorenz   14:27:54 | Mittwoch, 2. April 2008
@Kurt
Was uns das sagen soll?
Steht doch in der obersten Zeile. Es gehtmir um die richtige Relationierung des Einflusses der Kirche und ihrer Lehre bei den sensationsheischenden Pädophiliefällen.
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#10   Kurt K.   14:22:48 | Mittwoch, 2. April 2008
Lorenz
Was soll uns das jetzt sagen? :-|
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#9   Lorenz   14:15:39 | Mittwoch, 2. April 2008
Kindesmißbrauch und Kirche
Ich halte es für wichtig, die Kirche aus der „Schußlinie“ zu nehmen.
Dies könnte man etwa mit folgender Rabulistik versuchen:
Man stelle folgende Fragen:
Stellen Sie sich vor, sie leben im 13. Jh. und haben die Wahl zwischen zwei Gefängnissen mit Folterandrohung – Einem weltlichen und einem der hlg. Inquisititon. Welches wählen Sie?
Stellen Sie sich vor Sie haben die Wahl zwischen Guantanamo und einem Foltergefängnis in Nordkorea. Welches wählen Sie?
Stellen Sie sich vor, Sie sind zwölf Jahre alt und haben die Wahl in die Hände eines pädophilen Priesters der RKK oder eines pädophilen Vollblutatheisten zu gelangen. In wessen Hände wollen Sie lieber geraten?
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#8   timpressum †   12:54:02 | Mittwoch, 2. April 2008
Kindesmissbrauch
Mal wieder durch einen Hetero-Priester! Schlimm sowas – hetzt kreuz.net jetzt auch gegen Heteros? Der Gerechtigkeit halber bitte: wenigstens einen Artiekl gegen das Hetero-Konkubinat!
:-D
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#7   Aleph †   12:16:53 | Mittwoch, 2. April 2008
-HBR-
Die Kirche tut daher gut daran, offensiv an der Aufklärung zu arbeiten und schnellstens echte Konsequenzen zu ziehen
Ja, die Kirche sollte echte, vor allem glaubwürdige Konsequenzen in solchen Fällen ziehen, aber keine faulen Kompromisse schließen, oder die Sache verebben lassen, dass plötzlich niemand mehr daran denkt.
Meistens kommt dann nach Jahren ein Aufdecker der den Stein wieder ins Rollen bringt. Die Kirche verhält sich häufig sehr unglücklich bei solchen Missbrauchs-Skandalen nach der Methode Schweigen und Zahlen.
Damit ist ist aber niemand geholfen weder dem Opfer noch dem betroffenen Priester. Dass es immer wieder zu Missbrauchsfällen kommt, belegt einmal mehr, dass man sich bislang meistens gescheut hat, Konsequenzen zu ziehen. Lieber hat man vertuscht.
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#6   Vineta   11:41:56 | Mittwoch, 2. April 2008
Da staunt der Laie!
Ist Pater Gumpel etwa völlig unschuldig an den Eiligsprechungen (der letzten Jahrzehnte) , die er jetzt beklagt?
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#5   Dr. Christoph Heger   11:36:37 | Mittwoch, 2. April 2008
@LandorganistII: Sie irren, mein Bester!
Ihnen geht es doch nicht um Heiligsprechungen!
Bitte unterstellen Sie mir in Ihrer Kleingeisterei nichts! Selbstverständlich geht es mir um die „Eiligsprechungen“, die ich für verderblich halte.
Ihnen geht es um Papst J. P. II, der, wie ich Sie einschätzen, nicht zu Ihren Favouriten zählt.
Was soll denn hier „Favorit“ heißen? Über diesen Papst habe ich eine kritische, aber insgesamt nicht unvorteilhafte Meinung. Einerseits hat er peinlicherweise in aller Öffentlichkeit den Koran geküßt und Gott (oder „Allah“) gebeten, den Islam zu segnen, andererseits hat er mit seinem dankenswerten, wenn auch vergeblichen Indult zugunsten der Alten Messe usw. die Frechheiten seiner Bischofskollegen geduldig ausgehalten. Sein Sterben war großartig, seine nationalistische Blindheit weniger.
Deshalb bitte keine „Eiligsprechung“!
Warum schreiben Sie nicht einfach das, was Sie wirklich denken?
Sie können wohl von mir nicht genug kriegen?
MfG
Christoph Heger
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#4   LandorganistII   11:26:37 | Mittwoch, 2. April 2008
@ Doktor Heger
Ihnen geht es doch nicht um Heiligsprechungen! Ihnen geht es um Papst J. P. II, der, wie ich Sie einschätzen, nicht zu Ihren Favouriten zählt. Warum schreiben Sie nicht einfach das, was Sie wirklich denken?
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#3   Brandenburgis   11:19:19 | Mittwoch, 2. April 2008
Die r-k KIrchenleitung in Rom
hat „Nein“ gesagt zur Zukunft Europas und der Kirche mit der Verabschiedung der Dokumente des „2. Vatikanums“. Erst mit der feierlichen Verneinung dieses scheußlichen Geschreibsels und der Ausgliederung des Pseudo-Vatikanums aus der Kirchlichen Lehre und den Konzilien wird Europa und die ganze Welt wieder eine Zukunft bekommen.
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#2   Dr. Christoph Heger   10:58:09 | Mittwoch, 2. April 2008
Endlich mal einer,
der gegen diese Plage der „Eiligsprechungen“ auftritt!
MfG
Christoph Heger
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#1   HBR   08:24:45 | Mittwoch, 2. April 2008
Wann lernt die Kirche es endlich mal?
Österreich. Ein im Burgenland tätiger 48jähriger Priester aus Nigeria soll am 14. März eine 13jährige Schülerin während der Beichte sexuell belästigt haben. Das berichteten österreichische Medien. Das Mädchen behauptet, an Kopf, Armen, Händen, Bauch und Brust berührt worden zu sein. Der Bischof von Eisenstadt, Mons. Paul Iby, hat gestern Dienstag ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt und ihn wegen „angeblich“ unentschuldbaren Vorgehens suspendiert. Man wolle den Priester aus der Schußlinie ziehen – erklärte das Ordinariat.
Es ist ein Fehler, wenn man Pederasten aus der Schußlinie ziehen will. Das war leider in der Vergangenhiet in kirchlichen Kreisen oft üblich. Dies führt dann oft zu Kirchenaustritten oder zu Projektionen von Einzelfällen auf die gesamte Priesterschaft. Ich denke, dass ein Großteil der Diskussionen um das Zölibat genau wegen der früher immer vertuschten Kinderschändungsskandale erfolgt ist.
Die Kirche sollte daher offensiv über den Fall interessieren. Wenn der genannte Priester nämlich schuldig ist, so wäre er seines Amtes unwürdig und eine Schande für die Kirche. Die Kirche tut daher gut daran, offensiv an der Aufklärung zu arbeiten und schnellstens echte Konsequenzen zu ziehen
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