Prominenz
Nicht vom Blitz getroffen
Alle hielten ihn für einen Marxisten. Doch jetzt hat sich ein sehr bekannter italienischer Popsänger als Freund des Opus Dei geoffenbart. Und die Alte Messe?
Lucio Dalla auf einem der Bilder auf seiner Webseite.
Lucio Dalla auf einem der Bilder auf seiner Webseite.
(kreuz.net, Vatikan) Lucio Dalla (65) ist ein sehr bekannter italienischer Liedermacher und Sänger. Bisher galt er als linksgerichtet.

Jahrelang trat Dalla bei den Festen und Versammlungen der italienischen Kommunisten auf.

Im vergangenen September schien eine Wende gekommen, als er vor der katholischen ‘Agorà dei Giovani’ im mittelitalienischen Wallfahrtsort Loreto auftrat.

Auf die Frage der italienischen Webseite ‘Petrus’, ob er auf dem Weg nach Damaskus vom Blitz getroffen worden sei, antwortete Dalla kürzlich:

„Ich danke ihnen für die Gelegenheit, mit einer Legende aufzuräumen: Ich war nicht Marxist noch Kommunist.“

Er sei auf den Veranstaltungen der Linken nur als Berufsmann aufgetreten: „Die Organisatoren haben mich bezahlt und ich habe gesungen. Punkt.“

Dalla ist nicht der Auffassung, daß ein Katholik – „und ich verstehe mich als solcher“ – ein Angebot nur aus ideologischen Gründen ablehnen sollte.

Lucio Dalla (rechts) mit dem Musikerkollegen Gino Paoli im Jahr 1964
Lucio Dalla (rechts) mit dem Musikerkollegen Gino Paoli im Jahr 1964
Zwar glaubt Dalla, daß der Marxismus – „wie der Papst in seiner letzten Enzyklika unterstrichen hat“ – einige Elemente mit dem Christentum gemeinsam hat, auch wenn er aus der Ökonomie einen Mythos gemacht habe.

Doch: „Der volle Magen kann nicht das einzige Ziel des Menschen sein.“

Der Sänger bezeichnet sich als Perfektionist: „Ich glaube an die Suche nach dem Schönen, der Heiligkeit und der Mystik der Arbeit, das heißt, der Selbstheiligung durch den eigenen Beruf.“

Die Webseite ‘Petrus’ weist Dalla darauf hin, daß seine Aussage mit den Lehren des Heiligen Josemarìa Escrìva, des Gründers des ‘Opus Dei’ übereinstimmt:

„Genau“ – antwortet der Sänger: „Wissen Sie, ich schätze diesen Heiligen sehr.“

Er sehe in seiner Achtung vor dem Opus Dei nichts Schlechtes: „Ich finde die Botschaft des Heiligen Josemaria von außerordentlicher Aktualität.“

Dieser habe aus der Arbeit keinen Götzen gemacht, sondern festgestellt, daß jede, auch die einfachste Aktivität mit Sorgfalt, Fachwissen und Hingabe ausgeführt werden müsse: „Auf diese Weise heiligt man sich in der Arbeit, und man heiligt die Arbeit.“

Als weitere Unterscheidungsmerkmale seines Glaubens erwähnt Dalla:

„Ich halte die Kinderabtreibung zum Beispiel für eine negative Sache.“

Außerdem: „In meiner persönlichen täglichen Existenz versuche ich, auch aufgrund meiner Verbundenheit mit dem Opus Dei, jeder Form von Atheismus und Säkularismus entgegenzutreten. Das sind Phänomene, die heute leider Plagen unserer Zeit sind.“

Die Suche nach dem Göttlichen gehöre zur menschlichen Natur: „Niemand darf dem Menschen verbieten, sich nach dem Transzendenten auszustrecken.“

Von der Enzyklika des Papstes über die Hoffnung ist Dalla begeistert: „Der Papst hat ein weiteres Mal bewiesen, ein großer und begabter Intellektueller zu sein.“

Es gebe Stimmen, die den Papst als Feind der Vernunft hinstellen wollten: „Aber das Niveau seiner Katechesen ist so beeindruckend, daß er diesen Geistern, die in der Welt nur die Beleidigung suchen, entwischt.“

Der Sänger wird auch über den Gregorianischen Choral befragt: „Nur Ignoranten können ihn schlechtreden.“

Die Gregorianik stelle ein Erbe unserer Geschichte dar: „Im übrigen gefällt mir auch die tridentinische Messe wegen ihres Reichtums der Spiritualität. Der Papst hat gut gehandelt, als er die Alte Messe freigab.“
      
15 Lesermeinungen
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#15   Aleph †   14:33:06 | Freitag, 4. April 2008
Kurt K.
Nun was denn sonst. Nur durch die bereute Sünde wird der Mensch der Gnade teilhaftig.
Doch nicht im Schlafe, wenn er gar nicht sündigen kann…
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#14   Kurt K.   14:30:00 | Freitag, 4. April 2008
Gilt da der Umkehrschluss?
Beim Schlafen sündigt man nicht;
Während des Wachseins sündigt man?
Kommt mir jedenfalls oft so vor, wenn ich höre, was alles Sünde ist. :-D
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#13   Aleph †   14:26:10 | Freitag, 4. April 2008
Noch ein paar sittenstrenge Ergänzungen
Beim Essen raucht man nicht;
Beim Schlafen sündigt man nicht;
Beim Stehlen lügt man nicht;
Beim Unkeuschsein ist man nicht schamhaftig;
Wer den Mund nicht abwischt, macht den Wein schmalzig;
Wer die Unwahrheit nicht sagt, lügt auch nicht.
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#12   Friedrich Reusch   14:19:10 | Freitag, 4. April 2008
@aquinas
Mit der Beichte gibt man nicht an und man spricht nicht darüber. Das steht in jedem guten Katechismus/Beichtspiegel.
Nur scheinheilige Neos machen das.
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#11   Marcelus   18:18:41 | Donnerstag, 3. April 2008
Die Sympathie vieler Italiener für die Kommunistische Partei ist doch allgemein bekannt,
selbst wenn es Katholiken sind, wählten sie dennoch KP.
Papst Pius XII. hat seinerzeit allen katholischen KP-Wählern die Exkommunikation angedroht, wenn sie KP wählen.
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#10   Gunsenum   15:34:21 | Mittwoch, 2. April 2008
Wer unterm Baldachine geht, 2.Strophe:
Er weiß, daß Regen er abhält,
wo immer Nähäässe ihiihn umstellt;
kein Regen, der im Finstern schleicht,
kein Topfen seiheinnen Kohopf erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl,
zu hüten seine Wege all,
daß nicht vom Regenschahauerlein,
beregnet und verletzt mög sein.
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#9   aquinas74   14:44:12 | Mittwoch, 2. April 2008
verschrieben
ups, verschrieben. Ich beichte selbstverständlich nicht bei einer Priesterin, sondern bei einem Priester, der…sorry
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#8   LandorganistII   14:35:13 | Mittwoch, 2. April 2008
Aber das
haben Sie doch eben geschrieben…„sie lebte mit dem Gründer…zusammen.“
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#7   aquinas74   14:09:09 | Mittwoch, 2. April 2008
Wie bitte?
Stimmt einfach nicht.
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#6   LandorganistII   14:04:47 | Mittwoch, 2. April 2008
Wie bitte?
Eine Frau hat mit dem Gründer des Opus Dei zusammengelebt? Wer weiß noch davon?
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#5   aquinas74   13:57:25 | Mittwoch, 2. April 2008
@deo gratias
Kenne das Opus sehr gut und beichte bei einem Priester, die mit dem heiligen Gründer in Rom zusammen gelebt hat.
Um welche negativen Tendenzen handelt es sich?
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#4   LandorganistII   13:56:33 | Mittwoch, 2. April 2008
Gott sei Dank,
er teilt am Ende noch schnell mit, dass er die alte Messe gut findet, dann ist ja alles in Ordnung.
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#3   Humbelina   13:15:28 | Mittwoch, 2. April 2008
Letztendlich
konnte das O. D. nichts dafür, daß Rom Verrat an der Kirche verübt hat. Es ist grundsätzlich nicht einfach, den gebotenen Gehorsam zu verweigern, auch Ebf. Lefebvre hatte da gewisse Schwierigkeiten.
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#2   Alois Bischof   12:07:08 | Mittwoch, 2. April 2008
Deo gratias
Abgesehen davon, daß zwar die Organisation Opus Dei negative Tendenzen aufweisen könnte, ist Mons. Josemaría Escrivá de Balaguér ein einfacher apostolischer Priester gewesen. Für seinen Einsatz wurde er bereits von Pius XII. zum Ehrenprälat Seiner Heiligkeit ernannt.
Hier sieht man, wie auch die angeblichen Nachfolger der 1960er und 1970er pseudointellektuellen und linksextremen Generation, zu Jesus-Christus und der Fülle Israels finden können. Bei Gott ist nichts unmöglich, und jeder ist willkommen. Auch mit Palästinenserkleidung und sozialalternativem Herzen. Alle Menschen sind ja verschieden, aber es gibt nur eine Wahrheit.
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#1   GerdEric   12:04:48 | Mittwoch, 2. April 2008
Er sei auf den Veranstaltungen der Linken nur als Berufsmann aufgetreten:
„Die Organisatoren haben mich bezahlt und ich habe gesungen. Punkt.“
Dalla, eine Hure?
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