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Mittwoch, 2. April 2008 09:42
Die Macher der gemachten Liturgie
Die Liturgie, wie sie in den Büchern des Novus Ordo steht, stellt ideale und idealistische Vorgaben für die real existierende sogenannte erneuerte Liturgie dar.
Messe auf einem polnischen Ferienlager im Juni 2006.
Messe auf einem polnischen Ferienlager im Juni 2006.
(kreuz.net) Guido Fuchs hat vor einiger Zeit in einem längeren Artikel auf die Ursachen des liturgischen Wildwuchses aufmerksam gemacht.

Sein Beitrag erschien auf der Webseite ‘Liturgie und Alltag’.

Fuchs befaßt sich in seinen Darlegungen mit der liturgischen Modellbuch-Literatur.

Diese Bücher und Zeitschriften würden gelegentlich despektierlich als liturgische „Rezeptbücher“, „Kochbücher“, „Bastelbücher“ bezeichnet.

Seit der Liturgiereform schießen sie wie Pilze aus dem Boden: „Heute stellen in manchen Verlagen die Modellbücher ein großes, wenn nicht sogar das größte Segment dar“.

Das bedeute, daß diese Bücher auch teilweise die Aufgabe einer Vermittlung zwischen Theologie und Liturgie übernommen hätten – so Fuchs.

Da sie nicht selten bereits gefeierte Gottesdienste wiedergeben, „sind sie auch ein Spiegel der liturgischen Wirklichkeit“.

Liturgische Wirklichkeit
Liturgische Wirklichkeit
Diese sei „manchmal“ von den „idealen und idealistischen Vorgaben, wie sie in den liturgischen Büchern“ stehen „weit entfernt“. Darin widerspiegle sich aber „oft“ ein großer Reichtum an Ideen:

„Wenn man so will, sind sie auch ein Ausweis für das Wirken des Geistes Gottes im Volk Gottes“ – glaubt Fuchs.

Doch in der pastoralen Wirklichkeit stelle sich die Möglichkeit, etwas in eigenen Worten sagen zu können, als Zwang, etwas sagen zu müssen, heraus.

Viele Gottesdienstleiter stünden daher – anders als früher – vor der Frage nach der Vorbereitung dieser Texte, zu der die Zeit immer mehr fehle:

„Es muß in diesem Zusammenhang auch an die zunehmende Zahl ausländischer Priester gedacht werden, für die solche Bücher und Hefte eine wirkliche Hilfe darstellen.“

Viele Modelle sind – nach Fuchs – inzwischen so angelegt, daß sie als Messe oder als Wortgottesdienst gestaltet werden können. Sie sind damit auch „für Diakone und Laien interessant, die mit der Leitung und Gestaltung von Gottesdiensten weniger vertraut sind“.

Die Tatsache, daß die liturgischen Hilfsmittel vom gedruckten Wort leben, „fördert im Grunde seit Jahrzehnten die Wortlastigkeit unserer Gottesdienste“ – stellt Fuchs weiter fest.

Auch Zeichen und Handlungen würden wortreich begleitet.

Bereits im Jahr 1987 habe Alex Stock die „meta-rituelle Besprechung des Gottesdienstes“ den „Krebsschaden der Liturgiereform“ genannt.

Bernhard Hanssler sprach ähnlich von der Fürbitt-Literatur als Krankheitssymptom: „Es ist viel und im Grund doch immer das monoton Gleiche, was Gott zu regeln gebeten wird.“

Dieses Liturgieverständnis unterscheide sich im Grunde nicht von einer Schulstunde – so Fuchs.

Er weist auch darauf hin, daß es oft so ist, daß eine besonders gestaltete Liturgie keinen Widerhall im Inneren der Menschen findet.

Man gehe aus dem Gottesdienst scheinbar genauso heraus, wie man in ihn hineingegangen sei.

Ein letzter von Fuchs angesprochener Aspekt ist, daß die liturgischen Modellbücher in erster Linie nicht auf die Gestaltungsmöglichkeiten der Liturgie, sondern auf die Verkaufszahlen für den Verlag hinzielen:

„Die Aufbereitung und auch die Bewerbung der Modellbücher geschieht also nach Marketing-Gesichtspunkten – zumindest auch –, und nicht nur nach liturgischen.“

Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit seitens des Verlages bestimme daher unter Umständen das gottesdienstliche Programm einer Gemeinde, wobei schlecht auszumachen sei, wo die eigentlichen Kräfte liegen würden:

„Ist die große Zahl der Bücher mit Familiengottesdiensten oder »priesterlosen« Gottesdienste eine Reaktion auf die gemeindliche Situation – oder reagieren Gemeinden auf das Angebot das ihnen die freundlichen Verlage bereitstellen?“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 17 Lesermeinungen:
Donnerstag, 3. April 2008 08:19
Freinsberg: Marcelus
Der Tabernakel wird während der Messe (außer zum Deponieren übrig gebliebener Hostien nach der Kommunion) nicht gebraucht, vorausgesetzt, der Priester konsekriert genügend Hostien für die Gemeinde. Dass alle in der betreffenden Messe konsekrierte Hostien empfangen sollen, hat schon Pius XII. in „Mediator Dei“ gefordert; dass auch die Grundordnung des Messbuches dasselbe verlangt, (n. 85) kratzt natürlich nur Anhänger/innen des NOM.
Mittwoch, 2. April 2008 19:06
Marcelus: Der Tabernakel mit dem Allerheiligsten soll also ignoriert werden?
Ich schließe michder Auffassung an, daß der Tbernakel während der Eucharistiefeier weder geöffnet noch geschlossen werden sollte. Er sollte in der hl. Messe gar keine Rolle spielen.
Mittwoch, 2. April 2008 13:43
Brandenburgis: @Fabianus
Das weiß ich nicht!
Mittwoch, 2. April 2008 13:36
Fabianus: @Brandenburgis
Müssten dann nicht die Hostien genau abgezählt sein?
Nochmal meine Frage: Woher kommt diese Sitte?
Fabianus
Mittwoch, 2. April 2008 13:34
Brandenburgis: Ich schließe mich
der Auffassung an, daß der Tbernakel während der Eucharistiefeier weder geöffnet noch geschlossen werden sollte. Er sollte in der hl. Messe gar keine Rolle spielen.
Mittwoch, 2. April 2008 13:31
Fabianus: @Gotthard
Ist es nicht eine zusätzlicher Verehrungsgeste vor dem realpäsenten Herrn?
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