Zwischen Montag und Donnerstag tagte die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Stapelfeld in der Nähe der niedersächsischen Stadt Cloppenburg. Karl Kardinal Lehmann, der Präsident der Bischofskonferenz, präsentierte die Ergebnisse bei der gestrigen Pressekonferenz im Bremer Rathaus.
(kreuz.net, Stapelfeld) Im Mittelpunkt der Frühlings-Vollversammlung der Deutschen Bischöfe stand am
Mittwoch ein Studientag zum Thema „Entwicklung und gegenwärtige Sendung der Gemeinschaften des geweihten
Lebens“.
Zuerst präsentierten Ordensobere Zahlen und Fakten. Mit etwa 3.500 Ordenspriestern stellen
die Orden rund 20% der Priester in Deutschland. 65% der Ordenspriester stehen vertraglich in diözesanen
Diensten. Etwa 300 Brüder leben in 14 verschiedenen Gemeinschaften. Sie führen 97 Werke, vor allem Einrichtungen
für behinderte, alte und kranke Menschen. In ihren Einrichtungen beschäftigen sie insgesamt 20.000 Mitarbeiter.
Die aktuellen Probleme der Frauenorden ergeben sich aus der dramatischen personellen und demografischen
Entwicklung. Heute gibt es in Deutschland knapp 27.000 Ordensfrauen. Am Ende des Zweiten Vatikanischen
Konzils waren es fast 100.000 Schwestern. 76% der Ordensfrauen in Deutschland sind über 65 Jahre alt.
Das Durchschnittsalter liegt in vielen Gemeinschaften bei 75 Jahren.
Als Hoffnungszeichen sehen die Bischöfe,
daß es in den letzten 10 Jahren in Deutschland 200 Neugründungen gab.
Zur Frage der EU-Verfassung kritisierten
die Bischöfe erneut den fehlenden Gottesbezug in der Präambel. Auch hätte nach Meinung der Bischöfe
manches, etwa zu Fragen des Lebensschutzes und der Familie, klarer formuliert werden können. Erfreulich
sei jedoch, daß die Verfassung grundsätzlich vom jüdisch-christlichen Wertehorizont durchdrungen sei
und dies auch deutlicher zum Ausdruck komme als in den bisherigen europäischen Vertragstexten.
Als Beispiel
verweist die Bischofskonferenz auf den Beginn des Textes, wo es heißt, daß die EU unter anderem aus
dem religiösen Erbe schöpfe, aus dem sich Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit
entwickelt hätten. Damit sei – so die Bischöfe -vor allem das jüdisch-christliche Erbe gemeint: „Wir
würden es deshalb sehr begrüßen, wenn der Verfassungsvertrag in allen Mitgliedstaaten Zustimmung fände.“
Die Bischofskonferenz hat weiter die Absicht, eine Stellungnahme zum Thema des kirchlichen Religionsunterrichtes
herauszugeben. Angesichts einer schwindenden religiösen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen sei
es wichtig, daß der Religionsunterricht den Schülern die Grundlagen des christlichen Glaubens beibringe.
Es sei auch wünschenswert, daß ein Einblick in die innere Struktur und Logik des christlichen Glaubens
vermittelt werde. Der Text der Stellungnahme soll voraussichtlich im April 2005 erscheinen.
Für den
katholischen Religionsunterricht soll außerdem eine neue Internetplattform mit Unterrichtsmaterialen
eingerichtet werden. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird in den nächsten Monaten umgesetzt.
Zu den katholischen Schulen meinte Kardinal Lehmann, daß sie bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen
genössen. Es sei vorstellbar, auch nichtkatholische Lehrer einzustellen, doch wolle die Kirche dies frei
entscheiden.
Zum Thema der Liturgie beriet die Bischofskonferenz über die Revision des Gotteslobs, des
Deutschen Meßbuchs, der Einheitsübersetzung und der Feier der Kindertaufe.
Die Arbeit am „Gemeinsamen
Gebet- und Gesangbuch“ gehe gut voran. In Absprache mit den Diözesen wird im Augenblick die Zuordnung
von Stamm- und diözesanen Eigenteilen abgestimmt.
Letzten November hat eine Bischöfliche Kommission
ihre Arbeit an der Revision des Deutschen Meßbuchs aufgenommen. Es wirken dabei die Bischofskonferenzen
von Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz sowie die konferenzfreien Erzbischöfe
von Luxemburg und Vaduz mit.
Aufgabe der Kommission wird es sein, die dezentrale Revision des Meßbuchs
zu unterstützen und dabei die notwendige Einheit zu gewährleisten. Der offizielle Beginn der Arbeiten
wird im Rahmen einer Auftaktveranstaltung Ende März 2005 erfolgen. Fünf Arbeitsgruppen werden die Texte
in einem gestuften Verfahren erarbeiten.
Die Revision der Einheitsübersetzung erfolgt zusammen mit den
anderen Bischofskonferenzen im deutschen Sprachgebiet und hat eine gewisse Dringlichkeit, weil diese Übersetzung
auch im neuen Messbuch Eingang finden soll. Die Bischofskonferenzen werden der Evangelischen Kirche in
Deutschland Vorschläge für die Organisation dieses Projekts unterbreiten.
Der Text der zweiten Auflage
des liturgischen Buches „Die Feier der Kindertaufe“ wurde von den deutschsprachigen Bischöfen in Zusammenarbeit
mit der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erarbeitet. Bereits
im Oktober letzten Jahres hatte die Liturgiekommission den Text geprüft und zur Approbation empfohlen.
Dieser Empfehlung hatte sich im Januar das „Forum Liturgie im deutschen Sprachgebiet“ angeschlossen. Der
Text wird nun von der Bischofskonferenz zur endgültigen Approbierung an die Liturgiekongregation geleitet.
Zur Frage, ob er nach 18 Jahren an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz für eine vierte Amtszeit
zur Verfügung stehe, nahm der 68-Jährige Kardinal Lehmann nicht Stellung.
Die Deutschen Bischöfe werden
bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda über ihren nächsten Präsidenten entscheiden. Die Amtszeit
dauert jeweils sechs Jahre.
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Besser die Hl. Taufe im alten Ritus, die ist wesentlich feierlicher und aussagekräftiger. Außerdem gibt
es dort noch die Exorzismen, die deswegen durchgeführt werden, weil ungetaufte Menschen, eben auch Kleinstkinder,
vom Satan oder anderen Daemonen beherrscht werden. Ohne Taufe kein Heil. Die Taufe nach Novus Ordo ist
zwar gültig, wenn Materie (Wasser übergießen oder untertauchen) und Form (trinitarische Taufformel)
eingehalten werden, ich bin aber heilfroh, dass nicht nur ich selbst, sondern auch alle meine Kinder nach
dem alten Ritus getauft wurden. Da sich noch zusätzlich auf weitere Experimente einzulassen wie die deutsche
Bischofskonferenz, ist völlig unverantwortlich!