Orthodoxie
Katholischer Widerstand gegen den Kardinal
Die kürzlich ohne Erlaubnis geweihten griechisch-katholischen Bischöfe haben bereits in der Vergangenheit ihren heftigen Protest gegen den derzeitigen Großerzbischof von Kiew angemeldet.
Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche in Kiew, Lubomyr Kardinal Husar
Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche in Kiew, Lubomyr Kardinal Husar
(kreuz.net) Schon am 1. November 2006 protestierte die Gemeinschaft der Basilianer von Pidhirtsi beim Papst gegen den ultraliberalen Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche, Lubomyr Kardinal Husar von Kiew.

Dazu verfaßten die Basilianer eine Klageschrift – auf Latein: Libellus Litis.

Inzwischen sind sie zur Tat geschritten. Anfang März konsekrierten sie ohne die Erlaubnis der griechisch-katholischen Synode vier Bischöfe.

In der damaligen Klageschrift werden schwere Geschütze gegen den Kardinal aufgeführt.

Ihm wird vorgehalten, seine kirchliche Autorität zu mißbrauchen, um das Leben der Kirche zu töten. Der Kardinal predige einen „anderen Christus“, einen „anderen Geist“ und verstecke seine Ketzereien hinter dem Begriff „östliche Spiritualität“.

Die Klageschrift zählt zehn Verbrechen des Kardinals auf:

• Er habe sich im Jahr 1977 in Rom ohne päpstliche Zustimmung zum Bischof weihen lassen und sei dafür 19 Jahre lang suspendiert gewesen. Im Jahr 1996 habe er außerdem das Amt des Großerzbischofs der griechisch-katholischen Kirche trotz Protesten dreier griechisch-katholischer Metropoliten an sich gerissen.

• Kardinal Husar wiederhole ständig, daß es keinen Unterschied zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche gebe.

• Er bemühe sich um die Einführung der eucharistischen Konzelebration mit den schismatischen Orthodoxen.

• Im 29. September 2005 habe er sogar ein einziges Patriarchat mit den Orthodoxen gefordert und dabei gesagt: „Es ist nicht wesentlich, daß der Patriarch dieser Kirche ein Katholik ist.“

• In dem Buch „Gespräche mit seiner Seligkeit Lubomyr Husar: Über ein postkonfessionelles Christentum“ verbreite der Kardinal zahlreiche moralische und dogmatische Irrlehren.

So bezeichne er die Union von Brest (1596), das offizielle Geburtsdatum der griechisch-katholischen Kirche, als „Fehler“. Er spreche auch von „spirituellen Energien“, die er mit einer Art „Radiowellen“ vergleiche und glaube nicht an die ewige Verdammnis. Nach eigenen Angaben benützt er ein Pendel. Er betrachte Homo-Paarungen nicht als Sünde.

• Unter dem Vorwand einer „östlichen Tradition“ habe der Kardinal sich über die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesus lächerlich gemacht.

• Der Haß-Film „Da Vinci Code“ sei in Rußland und Weißrußland wegen kirchlicher Proteste verboten worden. Dagegen habe der Kardinal die Gläubigen in der Ukraine davon abgehalten, gegen den Streifen zu protestieren und die Öffentlichmachung des Filmes gutgeheißen.

• Gläubige und Ungläubige in der Ukraine würden glauben, daß Kardinal Husar ein Freimaurer sei. Im November 2003 habe der Kardinal erklärt, daß der Name Lubomyr Husar in der Liste einer Pariser Freimauerloge gefunden werde. Es handle sich aber nicht um ihn, sondern um einen nahen Verwandten.

• Der Kardinal soll im September 2006 die Wahl von Bischöfen manipuliert haben. Unter seiner Führung seien zahlreiche unwürdige Bischöfe ernannt worden. Einer von ihnen unterstütze die umstrittenen Lehren des Jesuiten Teilhard de Chardin. Ein anderer besitze ein uneheliches Kind und verbringe sein Leben mit Geld, Alkohol und Frauen.

• Der Kardinal habe auch mit der Staatsgewalt zusammengearbeitet, um im August 2004 die Ausweisung von Basilianern mit tschechischen und slowakischen Pässen zu veranlassen.

Er habe auch vor staatlichen Stellen gegen den inzwischen abgesetzten und nach Rom versetzten griechisch-katholischen Basilianer-Bischof von Butschatsch in der Westukraine, Mons. Irynej Bilyk, intrigiert. Dagegen hätten mehr als fünfzig Diözesanpriester protestiert.

In ihrer Klageschrift fordern die Basilianer von Pidhirtsi vom Papst eine Absetzung von Kardinal Husar als Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche und eine Aberkennung seiner Kardinalswürde.

Die drei Unterzeichner des Schreibens, Pater Metodìj R. Špiřík OSBM, Pater Markian V. Hitiuk und Pater Eliáš A. Dohnal gehören mit Pater Samuel R. Oberhauser zu jener Gruppe von Basilianern, die anfangs März unerlaubt zu Bischöfen geweiht wurden.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Karl Murx   15:52:37 | Samstag, 5. April 2008
In der Tat sehr verdachtig
Noch dazu kennen wir nicht die Namen der Konsekratoren. Seltsamerweise will sie niemand exkommunizieren.
Ist das alles das Werk von Provokateuren?
Bei ‘Virgo-Mari.org’ geht man davon aus, wie man mir sagte.
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#8   HBR   02:34:58 | Samstag, 5. April 2008
Dieser Vorfall kommt einem doch merkwürdig bekannt vor
Es erinnert verdächtig an die Schaffung der Lefebvre-Sekte . Nur mit dem Unterschied, dass die illegal konsekrierten „Bischöfe“ hier teilweise recht ernste Vorwürfe gegen den Kardinal vortragen.
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#7   gereon   01:24:50 | Samstag, 5. April 2008
@ hacki & ruhrgebietler
Guten Abend!
Wir Freimaurer sind keine Geheimgesellschaften. In Deutschland sind Logen eingetragene Vereine, deren Vorstandschaft, wie bei jedem anderen Verein, beim Amtsgericht eingetragen ist. Unsere Ziele und unsere Verfassung liegen offen und sind für jeden nachlesbar.
Die hier immer wieder behauptete Feindschaft zur Kirche ist Unsinn. FM ist keine Religion und nicht anti-religiös. Allerdings gilt für uns das Prinzip der Toleranz für alle Religionen. Von uns aus gibt es keine Vorbehalte gegen Religionen und Konfessionen (umgekehrt gilt das leider nicht.) Unter meinen Brüdern gibt es Katholiken, Protestanten, Moslems und Juden. Darauf bin ich stolz.
Der persönliche Glaube eines jeden Bruders ist seine Privatsache.
Bitte machen Sie sich kundig und plappern Sie nicht einfach Vorurteile nach.
Ein guter Anfang ist die Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Freimaurer
Hier geht es zu den deutschen Logen www.freimaurer.org/
Ich selber halte Vorträge zur FM und bin gerne bereit, hier Fragen zu beantworten.
sapere aude!
und beste Grüße,
Gereon
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#6   Marcelus   19:50:55 | Freitag, 4. April 2008
@Vineta: Zumindest hier folgt die Kirche
dem sozialen Prinzip der Nichtentlassung.
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#5   Florian Geyer   19:48:53 | Freitag, 4. April 2008
beruhigend
zu wissen dass die Orthodoxen auch Lehmänner haben.
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#4   Ansbach.Dragoner   12:23:34 | Freitag, 4. April 2008
Mimik Gestik
und verkniffener unfreier Gesichtsausdruck lassen hier nicht auf einen autonomen gesunden Meschen schliessen.
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#3   Vineta   11:58:53 | Freitag, 4. April 2008
Rom kennt kein hire and fire!
Rom ernennt Bischöfe, Erzbischöfe, Kardinäle – angeblich nach strengsten Kriterien , in Wahrheit aber in dem Wahn, irrtumsfrei immer die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.
Immer öfter erleben wir, wie die von Rom Auserwählten sich als Totalversager entpuppen ( US- Kardinäle, Milingo, Pius Ncube usw.), die sich jahrzehntelang alles erlauben können: die Kirche zerstören dürfen, ohne daß Rom einschreitet.
Man gewinnt immer mehr den Eindruck, in Rom gilt das Prinzip: Einmal ernannt, für immer ernannt. Vielleicht werden wir nach dem zehnten Mord eines Kirchenmannes aktiv, indem wir ihm eine fette Pension gewähren.
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#2   r.ruhrgebietler   11:42:43 | Freitag, 4. April 2008
nur in der Ukraine?
Das Problem der Freimauererei innerhalb der hlg. röm. kath. Kirche besteht nicht nur in der Ukraine! Es geht im wesentlichen von den völlig dekadenten westlichen Fillialen der rkK aus. Nur wer hier in D den Mund auftut, der wird sofort von den Geheimgesellschaften dieser Kreise heimgesucht. Da ist bestimmt schon mal jemandem ein Paar Betonschuhe angepasst worden, oder jemand anders durfte das Innenleben eines Brückenpfeilers unterstützen. Man denke da an algermissen, der röm. kath. Priester verunglimpfte etc. oder an lehmann, der es zu verantworten hat, dass zu seiner Regentschaft die Kirchen immer leerer wurden, oer an genn, in dessen Regentschaft viele Kirchengebäude entweiht und profanisiert wurden. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern…
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#1   Hacki   11:08:58 | Freitag, 4. April 2008
Freimaurer
Es gibt leider sehr, sehr viele Kardinäle, Bischöfe und Theologen, die offen mit freimaurerischem Gedankengut ihre „Schäfchen“ in die Irre führen (d.H. von Christus weg führen).
Es ist gut, daß sich in der Ukraine Widerstand regt, und daß dieses Hauptproblem der Kirche endlich offen angesprochen wird.
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