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Samstag, 5. April 2008 18:23
Dunkle Wolken über dem Paradies
Halbgläubige liberale Katholiken geben sich im Hinblick auf andere gerne kritisch und nörglerisch. Nur wenn sie von sich selber sprechen, kommen sie ins Schwärmen.
Die Pfarrei St. Michael in Schweinfurt präsentiert ihre Kirche auf der Webseite.
Die Pfarrei St. Michael in Schweinfurt präsentiert ihre Kirche auf der Webseite.
(kreuz.net, Schweinfurt) Der altliberale Pfarrer von Sankt Michael in Schweinfurt, Hw. Roland Breitenbach (73) verbreitete am 3. April 2008 auf der Webseite seiner Gemeinde kräftig Eigenlob:

„Stellen Sie sich vor, es ist Gottesdienst und keiner geht hin – in vielen deutschen Kirchengemeinden ist das trauriger Alltag“ schreibt die Webseite und fährt weiter:

„Anders in St. Michael in Schweinfurt. Hier predigt Pfarrer Roland Breitenbach – weit über die Diözese hinaus als Querdenker bekannt – regelmäßig vor Hunderten Gläubigen.“

An Ostern sei die Kirche sogar „gerammelt voll“ gewesen – wird Hw. Breitenbach zitiert:

„Wir haben 600 Sitzplätze und alle waren besetzt. Viele mußten sich mit einem Stehplatz zufrieden geben.“

„Daß die Gottesdienste in St. Michael so beliebt sind, kommt nicht von ungefähr“ – jubelt die Webseite weiter: „In unserer Gemeinde fühlen sieh die Menschen geborgen. Wir vermitteln ihnen die Botschaft: Du bist angenommen, wie du bist.“

Nach Angaben der Webseite sind Toleranz und Nächstenliebe die Säulen, auf denen Breitenbachs Gemeinde gebaut sei: „Ob obdachlos, homosexuell oder geschieden – hier wird niemand ausgegrenzt.“

Beobachter weisen darauf hin, daß Katholiken, Altgläubige, Fromme, Kritiker des Zeitgeistes, Ehepartner, die sich auch in Schwierigkeiten treu sind, in der Auflistung nicht erwähnt werden.

Jetzt ist Hw. Breitenbachs selbsternanntes Paradies bedroht: „Doch nun ziehen sich dunkle Wolken über St. Michael zusammen: Die Gemeinde soll mit Heilig Geist und St. Kilian zusammengelegt werden.“

Gegen diesen Beschluß hat der Geistliche bereits eine „Lösungsmöglichkeit“ gefunden – die Gründung des ‘Vereins offene Kirche St. Michael’: „Die Idee ist es dabei, daß die Mitarbeiter der Gemeinde selbige tragen.“

Der Verein soll die Seelsorge in Sankt Michael auch ohne Pfarrer weiterhin gewährleisten und eine finanzielle Basis für das große Gemeindezentrum schaffen.

Am kommenden Mittwoch abend will der Pfarrgemeinderat über die Idee diskutieren und abstimmen.

Das Problem wird in zwei Jahren aktuell. Dann vollendet Pfarrer Breitenbach sein 75. Lebensjahr und muß abtreten.

Seit zwei Jahren lehrt er die Gläubigen, wie sie auch ohne Priester einen Gottesdienst gestalten können und nennt das „Mahlfeier mit Jesus“:

Von seiner Gemeinde werde dieses Angebot sehr gut angenommen – lobt die Gemeinde-Webseite ein letztes Mal sich selber und kritisiert dafür den Bischof von Würzburg:

„Der Bischof indes reagierte gar nicht darauf. Wie auf so vieles, was mit Breitenbach zusammenhängt.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 50 Lesermeinungen:
Samstag, 12. April 2008 12:03
Marcelus: @scaremonger: Ihr Beitrag von Samstag, 5. April 2008 19:41
Von praktizierenden Sodomiten ist im KKK von 1997 aber nicht die Rede!
Donnerstag, 10. April 2008 09:28
Gerhard: @ Bernd Stromberg – Katholische Splittergruppen
Lieber Bernd Stromberg, natürlich ist es gerechtfertigt, katholisch auch anders als Pfr. Breitenbach zu verstehen. Jede Bewegung und jede noch so kleine Splittergruppe, die ihren Glauben ernst nimmt, lässt sich rechtfertigen! Auch kreuz.net rechtfertigt sich doch als ein kleines Splittergrüppchen am äußersten rechten Rand der katholischen Kirche als katholisch. Wenn ordo62 gestern um 21:55 in einem Lesereintrag schrieb, dass die wirklich guten Hirten, die es heute noch in der Kirche gibt, sich in einer Telefonzelle versammeln könnten, dann spricht das für sich. Von den Bischöfen, die seiner Meinung nach nicht mehr in diese Telefonzelle hineinpassen, ist anzunehmen, dass sie auch nicht hinter dem stehen, was kreuz.net für „katholisch“ hält.
Dienstag, 8. April 2008 16:52
ExBochumer †: Ich würde da nicht so triumphierend dreinschauen,
@leshandl1.

Aufgrund der Äußerung

„Der Bischof indes reagierte gar nicht darauf. Wie auf so vieles, was mit Breitenbach zusammenhängt.“

schließe ich haarscharf, daß der Bischof von Würzburg zum Mittäter Breitenbachs im Zusammenhang mit der Zerstörung der Kirche geworden ist.

Und der vor einigen Tagen „geehrte“ Altbischof Scheele ist auch so ein Satansdiener am Zerstörungswerk.
Dienstag, 8. April 2008 09:45
leshandl1: Danke kreuz.net
Durch Euere Anti-Breitenbach-Hetze werden sicher wieder einige Interessierte mehr auf diese grossartige Pfarre und ihren charismatischen Priester aufmerksam. Wunderbar, denn er zeigt, wie es heute geht – nicht mit Rückwendung auf versteinerte Tradition, sondern mit Offenheit, mit Zugehen auf die Menschen … so wie es Christus selbst getan hat.
Breitenbach bitte weitermachen! Nach dem Mief, der hier meist weht, ist es erfrischend, Euere website zu besuchen!!!
Dienstag, 8. April 2008 00:33
Ratibor: @Gerhard
„Katholisch“ – als Übersetzung des „Allumfassend“ kann allerdings nicht einfach die Summe jeder x-beliebigen Meinung und Interpretation sein. Den Glauben auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren, das wird dem Glauben nicht gerecht. Pfr. Breitenbach ist in sich die gewollte und absolute Opposition zur röm.-kath. Kirche (man braucht nur seine Schriften zu lesen). Da geht es nicht um Erneuerung im Glauben, sondern um Profilierung seines Egos.

Das merkt man daran, dass es in dieser Pfarrei realistisch eigentlich keine Zeit „nach Breitenbach“ geben kann. Auch wenn ein neuer Pfarrer käme, er könnte niemals neue Akzente setzen, die nicht grundsätzlich der Breitenbach-Ideologie entsprechen. Klar, Breitenbach hat die letzten Jahre nichts anderes getan, als sich selbst zu verkünden und sich selbst zu vermarkten – alles unter dem netten Deckmäntelchen „Jesus“.

Traurig, aber ich habe mit dem Pfarrer schon meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Vielleicht wollen sie ja die Pfarrkirche kaufen, den Pfarrer und den Diakon selbst finanzieren und aus der Kirche aussteigen, die sie so sehr bekämpfen – das wäre die ehrlichste und sauberste Lösung. Sie wollen nicht katholisch sein, also können sie auf dieses Etikett ja auch verzichten. Und bei einem so überdurchschnittlichen Gottesdienstbesuch und lebendigen Gemeindeleben dürfte die Finanzierung ja kein Problem sein.
Montag, 7. April 2008 19:41
Bernd Stromberg: @Gerhard
Alle diese Abspaltungen möchten im Grunde doch nichts anderes, als die starre und unbewegliche röm.-kath. Kirche reformieren und zu neuer Lebendigkeit erwecken.
Ich denke, dass es durchaus gerechtfertigt ist, katholisch anders als Pf. Breitenbach zu verstehen. Ein Blick in Bibel, Väterliteratur, Kirchenrecht und Katechismus dürfte reichen. Aber wenn Ihnen das gefällt, so ist das Ihr gutes Recht.

Aber dass Sie die neukatholische Kirche ernstnehmen, ist richtig putzig. Wenn man sich seinen Bischofsstab an den Arbeitsplatz schicken lässt, wie dies vom neukath. Bischof Braun berichtet wird, muss man schon sehr naiv sein, um ein solches Splittergrüppchen ernstzunehmen. Mit Ihrer Argumentation können Sie jede Bewegung und noch so kleine Splittergruppe rechtfertigen, egal ob neukatholische, altkatholische, Sedis, selbsternannte Päpste etc. etc. Im Grunde meinen es doch alle irgendwie gut. Sorry, aber eine solche naive Argumentation habe ich selbst hier lange nicht gelesen, und das was will was heißen.

Welcher Abspaltung gehören Sie denn an, lieber Gerhard?
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